Rasmus Nyborg und seine Kollegen werden an einem ungemütlichen Morgen schon auf nüchternen Magen zu einem Leichenfund in Esbjerg gerufen. Der tote Nohr Lysgaard ist Geschäftsführer eines Herstellers von Windkraftanlagen und hat früher als Banker gearbeitet. Ein Workoholic wie Nohr macht sich weder privat noch beruflich Freunde, doch warum musste er gefesselt seinem Tod entgegensehen? Als auf deutscher Seite ein Mord mit eben diesem Muster begangen wird, tritt die deutsch-dänische Sonderkommission mit Rasmus Nyborg und Vibeke Boisen zusammen, um nach einer Verbindung der beiden Opfer aus gegensätzlichen Milieus zu fahnden. Der zweite Tote ist der Tischler Lennard Friedrichs aus dem nordfriesischen Leck, der wie der Ex-Banker mit einem auffälligen Knoten gefesselt war. Im deutsch-dänischen Team scheinen persönliche Probleme der Ermittler die Tätersuche zunächst zu blockieren. Nach einer unerfreulichen Trennung haust Rasmus noch immer im VW-Bus. Beruflich wird er zwar wegen seines genialen Instinkts geachtet, seine Alleingänge und seine Abneigung gegen Teamarbeit scheinen die Ermittlungen jedoch eher auszubremsen. Wie sollen seine Kollegen nach Mustern der Taten suchen, wenn Rasmus tagelang keine Vernehmungsprotokolle liefert?
In Vibeke Boisens neuem Job in Flensburg scheint ihr Kollege Holtkötter keine Gelegenheit auszulassen, gegen Frauen im Allgemeinen und Vibeke im Besonderen zu hetzen. Vibeke toppt derweil die berufliche Schlangengrube, indem sie eine Beziehung mit einem Journalisten beginnt. Mit dem dritten Mord trifft der Täter die Ermittler persönlich und wirft damit die Frage auf, ob es sich wirklich um einen Serienmord handelt oder nur dieser Anschein erweckt werden soll. Ein hinzugezogener deutscher Profiler scheint die ohnehin schwierige Zusammenarbeit zunächst weiter zu komplizieren … Das grenzüberschreitende Team mitsamt seinen internen Problemen hat mir verdeutlicht, unter welchem Ermittlungsdruck die Mitglieder stehen. Zeitaufwand und Kooperation über mehrere Landesgrenzen hinweg werden auf die Dauer vermutlich nur akzeptiert, wenn sie erfolgreich sind.
In mehreren Handlungsfäden treten eine Familie auf, die 2013 in eigenartiger Stimmung Urlaub in einem Ferienhaus verbringt, eine junge Mutter, die um das Sorgerecht für ihr Kind kämpft, und eine Person mit dem unbedingten Drang, sich zu rächen. Welche Beziehungen zwischen den Opfern und diesen Personen bestehen, bleibt lange offen und wird schließlich nachvollziehbar aufgelöst.
Fazit
Vier Tote, Tatorte in mehreren Ländern, ein internationales Team, das sich noch immer zusammenraufen muss, und die Suche nach einem gemeinsamen Muster der Opfer – das liest sich hochspannend. Weil die Lösung der Fälle sich zwar findet, den Ermittlungen jedoch der Biss fehlt: 4 Sterne für einen spannenden Krimi.