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Bin das Noch Ich

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Musik ist Simons Beruf und seine Berufung. Doch eines Tages auf einer Sommertournee durch Finnland, als er in einer Kirche Bartóks Solosonate für Violine spielt, passiert es: Zwei Finger der linken Hand verweigern ihren Dienst, Simon muss das Konzert abbrechen. Er ahnt, dass es sich nicht um einen einmaligen Aussetzer handelt, sondern um einen nicht heilbaren Defekt. Während er noch unter Schock steht, bietet eine Musikerkollegin an, ihm für eine Weile ihr Ferienhäuschen auf einer Schäreninsel zu überlassen, damit er Klarheit über seine Lage gewinnen kann. Ganz allein macht Simon sich mit der Natur der kleinen Insel vertraut, dem Meer, den Bäumen, den Möwen, lernt Bootfahren und Holzhacken. Und sucht nach einer Antwort auf die Frage, was er ohne seine Geige sein kann.

272 pages, Hardcover

First published August 8, 2023

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Stefan Moster

81 books2 followers

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5 stars
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7 (23%)
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2 stars
2 (6%)
1 star
2 (6%)
Displaying 1 - 8 of 8 reviews
Profile Image for Kingofmusic.
279 reviews57 followers
September 13, 2023
Symphonie der Stille

Dieses Jahr scheint das „Jahr der leisen (Buch-)Töne“ zu sein. Anscheinend sehnen sich auch Autor:innen in diesen lauten Zeiten nach Ruhe und Zurückgezogenheit und schicken die Hauptpersonen ihrer Romane auf einsame Inseln, an (verregnete) schottische Lochs oder wie in „Bin das noch ich“ von Stefan Moster (erschienen im mare-Verlag) auf eine finnische Schären-Insel, die (hauptsächlich) von Vögeln bewohnt wird, die sich nebenbei als „heimliche Stars“ des Romans herauskristallisieren.

Anyway: Dem Geiger Simon versagen bei einem Konzert der Solo-Sonate des Komponisten Béla Bartok die Nerven der linken Hand. Verzweifelt nimmt er das Angebot einer Kollegin wahr, sich auf einer finnischen Schäreninsel auszuruhen und über seine dramatische und karrieregefährdende Lage nachzudenken. Was macht ein Berufsmusiker, wenn ihm die Existenz buchstäblich unter den Fingern wegbricht?

Dieser Frage geht Stefan Moster eindrucksvoll nach. Nicht nur, dass er die Leser:innen tief in Simon´s Seele, seine Gedanken und sein „sich selbst wiederfinden“ mitnimmt. Nein, er eröffnet Simon und somit auch uns (den Lesenden) eine Welt, die dem Hobby des Autors entspringt: der Ornithologie. Präzise Beschreibungen von Lauten, Wesensarten etc. verschiedener die kleine Schäreninsel bevölkernde Vogelarten stehen gleichberechtigt neben Simons Schicksal, seinen Zweifeln, Ängsten. Zwischendurch hat man als Leser:in Angst, es könnte etwas Schlimmes passieren – aber Stefan Moster umschifft gekonnt die Klippen des Schreckens und die Leser:innen können beruhigt aufatmen.

Neben der eigentlichen Handlung gibt es immer wieder (fiktive) Briefe von Simon an eine ukrainische Geigerin, zu der er aufblickt, die er als das „Non-Plus-Ultra“ hält, an deren Klasse er nie heranreichen wird. Nun, hier möchte man Simon sagen:

„Nur wer seinen eigenen Weg geht, kann von niemandem überholt werden.“ (Marlon Brando)

Obwohl ein gesundes Maß an Selbstzweifel erlaubt sein sollte…Egal, das jetzt weiter auszuführen ist nicht Sinn und Zweck dieser Rezension *g*.

Neben den schon genannten Inhalten gibt es natürlich immer wieder (musikalische) Bezüge, nicht nur auf Béla Bartok, aus dessen Leben die Leser:innen einiges erfahren, sondern auch auf etliche (klassische) Musikstücke sowie Hinweise auf Musiker:innen, die Simons Schicksal teilen. Als „Luxuskritikpunkt“ bringe ich jetzt mal die fehlende „Playlist“ zum Buch an, die es (mir) erleichtern würde, die im Buch genannten Stücke (schneller) hören zu können *g*. Aber das schmälert nicht im Geringsten meine Begeisterung für diese „Symphonie der Stille.“

Darum gibt es 5* und eine absolute Leseempfehlung!

©kingofmusic
Profile Image for Wandaviolett.
475 reviews68 followers
August 16, 2023
Kurzmeinung: Roman zum Entschleunigen: viel Musik, viel Natur.
Boot, Wasser, Vogel und Note.
Ausnahmsweise einmal möchte ich das ausdruckstarke Cover dieses Romans loben; es passt perfekt zum Geschehen. Denn der Protagonist, Simon Abromeit, lebt ein paar Wochen lang allein auf einer Insel mit reicher Vogelwelt. Er ist Musiker und geschockt, weil seine Finger ihm den Dienst versagen. Berufskrankheit. KarriereEnde.
Stefan Moster verknüpft das Erleben der Natur mit dem Erleben der Musik. Die Vogelwelt der Insel mit seinen besonderen kleinen Höhepunkten nimmt den Musiker allmählich gefangen. Den Leser auch. Dennoch kreisen die Gedanken des Violonisten unaufhörlich um die beiden Stücke, die er zuletzt einstudiert hat, zwei Solostücke für Violine, eins von Bach und eins von Bártok.

Der Kommentar:
Insel und Natur funktionieren immer. Auf dieser Schiene funktioniert Mosters Roman ganz hervorragend.
Was nicht so recht funktioniert, ist das Zwiegespräch des Violonisten Simon Abromeit mit einer imaginierten berühmten Violonistin in Briefen, wodurch der Musiker seinen zwiespältigen Gefühlen auf die Spur kommen möchte.
Warum muss diese Violonistin ausgerechnet eine Ukrainerin sein? Man merkt das Anliegen Mosters: unbedingt muss in den Roman hinein, wie nahe ihm das Kriegsgeschehen in der Ukraine geht. Davon hat aber niemand etwas. Die Ukrainer nicht und der Roman auch nicht, diese Linie wirkt krass aufgesetzt.

Weil der Protagonist das Leben und Leiden Bachs und Bártoks während seiner musikalischen Studien akribisch recherchierte und während seiner Inselzeit darüber resümiert und in Beziehung zu seinem eigenen Erleben setzt, erfährt auch die Leserschaft Details aus den schwierigen Lebensphasen dieser beiden Musiker. Insoweit hat man in dem Roman „Bin das noch ich?“ eine Minibiografie Bela Bártoks. Die intensiven Passagen über Details einzelner Musikstücke sind zum Teil jedoch langatmig. Stefan Moster reizt die Beschreibungen der musikalischen Werke zu sehr aus. Denn er muss damit rechnen, dass, wer die vorgestellten Stücke nicht kennt und zwar sie nicht in- und auswendig kennt, damit wenig anfangen kann, selbst dann nicht, wenn diese Beschreibungen vom Autor lyrisch verpackt werden. Inwieweit man Musik verbal transportieren kann, steht sowie so in Frage. Jeder, der es versucht, muss scheitern.

Was im Roman schmerzhaft fehlt, ist indes die Identitätssuche des Musikers. Wer er ist, wenn er kein Musiker ist, erfahren wir nicht. Denn der Violonist setzt sich zwar mit Musik auseinander und mit dem Verlauf seiner Musikerkarriere, wie könnte es anders ein in einem Musikerroman, aber letztlich erfährt man kaum etwas über den Protagonisten und seine Persönlichkeit.
Eine Identitätskrise liegt vor, aber eine Identitätssuche im eigentlichen Sinne findet nicht statt. Deshalb kann der Roman bei mir nur bedingt punkten. Ein wenig Ornithologie hebt diesen Mangel nicht auf. Die Frage, „Bin das noch ich“, lautet im Buch nämlich schlicht und einfach, „wieviel Musik kann ich behalten, wenn ich nicht mehr aktiv musizieren kann“ – und damit geht der Roman in eine Engführung und an seinem durch den Titel suggerierten Thema vorbei. Er ist hübsch geschrieben, ohne Zweifel, beschränkt sich aber auf musikalische Details und ornithologische Beobachtungen.

Fazit: Sehr spezieller Roman für Musikliebhaber und Musikkenner. Hübsch geschrieben; geht aber nicht unter die Haut.

Kategorie: Mit Anspruch.
Verlag: Mare, 2023
Profile Image for Co_winterstein.
146 reviews11 followers
September 2, 2023
Bin das noch ich

Stefan Mosters neuer Roman "Bin das noch ich" handelt von Simon, einem Berufsgeiger, der durch die Corona Pandemie zu einer großen Auftrittspause gezwungen war.
Umso mehr freut er sich nun über die
zu spielenden Konzerte auf einem Kammermusikfestival in Finnland.
Doch der Albtraum des leidenschaftlichen Musikers wird wahr, denn bei einem Solokonzert versagen die Finger der linken Hand. Weiterzuspielen ist unmöglich. Schmerzen und ein Zusammenbruch folgen. Seine Kollegin Mai hilft ihm aus dieser Situation und beherbergt ihn in einer kleinen Familienhütte auf einer Miniinsel, die im finnischen Schärenmeer liegt. Allein, ganz auf sich gestellt, beginnt Simons Selbstfindung, die sich um die Frage dreht:
Was aber bin ich, wenn ich nicht spielen kann und üben darf? (S. 102)
In Harmonie mit Möwen und Meer lernt er sich anzunehmen und aus den 7 Tagen, die er bleiben wollte, werden viele Wochen ...

Moster schreibt in einer sehr differenzierten, elaborierten Sprache und so präzise, dass ich mich beim Lesen mitten in der Schärenlandschaft wähnte. Den Geräuschen der Natur, des Windes, der Wellen, insbesondere der Vogelgesänge stellt er die klassische Musik von Bach, Bartók und Dvorak gegenüber und lässt seinen Protagonisten dabei über die existenzielle Frage nach der eigenen Identität philosophieren. Der Autor führt uns dabei nah an Simons Schmerz - nicht mehr musizieren zu können - heran. Der leidvolle Schockzustand, die langsame Verarbeitung, all das liegt offen vor den Lesenden.
Es ist also eher ein Introversionsspektakel als eine Robinsonade😊.

Leseempfehlung für Fans klassischer Musik und umfangreicher Natur- und Vogelbeschreibungen.

Im August im wunderbaren Mare Verlag erschienen.
This entire review has been hidden because of spoilers.
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1,146 reviews34 followers
August 15, 2023
„Wenn die Noten verstummen und nicht einmal mehr Bachs notierte Freiheit der Artikulation hilft, den Ton zu treffen, weil es keinen Ton mehr gibt. Was, wenn man keinen Bach mehr spielen kann? Und auch nichts sonst.“ (Zitat Seite 31)

Inhalt
Simon Abrameit ist Geiger, Musik ist sein Leben. Er vermutet schon länger, dass etwas mit zwei Fingern seiner linken Hand nicht stimmt. Im Rahmen eines Sommerfestivals spielt er ein Solokonzert, Bach und Bartók, und genau hier passiert es endgültig, er muss den Auftritt abbrechen. Er braucht Zeit zum Nachdenken, wie es weitergehen soll. Das einfache Ferienhaus seiner Musikerkollegin Mai auf einer kleinen, abgelegenen Insel wird sein Rückzugsort. Nur er, die Natur der endlos hellen Mittsommertage, die Seevögel und hier besonders ein brütendes Möwenpaar in Hausnähe, und dazu die notwendigen Tätigkeiten des Alltags. Zwischen Hoffnungslosigkeit und Aufbruch schwebend, macht er sich Gedanken über die vielen Facetten der Musik, über sein Leben als Musiker, beobachtet täglich gespannt den Ablauf der Natur und versucht dabei, sich selbst nicht zu verlieren.

Thema und Genre
In diesem Roman geht es um die Musik und die damit eng verbundenen Themen, um die Vielseitigkeit der Natur auf einer einsamen Insel im finnischen Mittsommer und um die Suche nach einem Neubeginn, wenn plötzlich nichts mehr so ist, wie es war.

Charaktere
Simons Leben ist die Musik und seine Geige, die ihn viele Jahre lang durch sein Musikerleben geführt hat, obwohl er nie der herausragende, international berühmte Konzertsolist war. Er ignoriert die Probleme mit seinen Fingern, bis es nicht mehr möglich ist und er gezwungen ist, sich mit der Situation auseinanderzusetzen.

Erzählstil und Sprache
Im Mittelpunkt dieses Romans steht Simon, der sich ein Leben ohne Musik nicht vorstellen kann und durch äußere Umstände gezwungen ist, genau darüber nachzudenken. Er steht im Mittelpunkt einer personalen Erzählform, die ihm in die Einsamkeit der kleinen Schäreninsel folgt, auf der es nur das Ferienhäuschen gibt und die Natur – das Meer, die Bäume, die vielen Vogelarten, das Rauschen der Wellen an sonnigen Tagen und bei stürmischem, wildem Seegang, die ungewohnte Helligkeit der Mittsommernächte. Es sind diese Schilderungen, poetisch, leise und doch bildintensiv, die zusammen mit der Hauptfigur und ihren Konflikten den beeindruckenden Sog dieses Romans ausmachen. Die Spannung der Sprache entsteht aus dem Wechsel in der Erzählformen, personal, doch unterbrochen durch Simon im gedanklichen Gespräch mit Darja, einer berühmten Geigerin, deren Karriere er von Jugend an mitverfolgen konnte, und Simon als Ich-Erzähler, der seine Sicht einer entscheidenden Situation der personalen Schilderung des Erzählers gegenüberstellt. Spannung erhält die Handlung selbst besonders durch die Frage, wie Simon mit seiner Situation umgeh en wird.

Fazit
Es gibt Bücher, in denen man sich von der ersten Seite an „zu Hause“ fühlt, so ging es mir mit diesem Roman. Mein Interesse an Simon mit seinen einfühlsam und präzise dargestellten Problemen und Fragen war sofort geweckt, die Naturschilderungen in ihrer Vielfalt sind beeindruckend und packend, dazu noch interessantes, für mich neues, Musikwissen, besonders über Bela Bartók, auch Bach hatte ich bisher nicht mit Violinkonzerten verbunden. Ein leiser und gleichzeitig starker Roman, ein in allen Bereichen positives, überzeugendes Leseerlebnis.
Profile Image for Estrelas.
975 reviews
August 27, 2023
Ein Mann begibt sich auf eine einsame Insel. Er muss den Verlust seiner Fähigkeiten verarbeiten. Er ist Geiger von Beruf. “Er ist nah daran, Mais These zu übernehmen, eine Insel könne einem helfen, wieder Herr über sein Leben zu werden, weil sie klar umgrenzt sei und man sich deshalb nicht so winzig vorkomme, trotz des großen Meeres ringsherum.”
So einfach wie die Hütte ist auch der Alltag auf der Insel: Simon beobachtet Seevögel, schreibt seine Gedanken auf, denkt nach. Man merkt, dass er durch und durch Musiker ist, hört er doch überall Tonfolgen, Klänge, die er mit seiner Leidenschaft verbindet. Zum Vogelbeobachter wird er erst dort beim Anblick brütender Möwen.
“Bin das noch ich” ist die Frage, die es zu beantworten gilt. Was bleibt, wenn die Musik geht? Stefan Moster behandelt dieses Thema auf eine feinfühlige Art, die bei seinen Lesern Saiten zum Klingen bringt. Darüber hinaus hätte ich mir gewünscht zu erfahren, wie der Protagonist neben seiner Kontemplation die Umgebung erlebt, dass er auch mal Hunger bekommt oder die Wand anschreit. Der Roman schafft ansonsten eine gelungene Atmosphäre für die Auseinandersetzung mit Musik und Ornithologie.
Profile Image for Elsa von Brabant.
13 reviews2 followers
December 24, 2023
Grottenschlecht. Stefan Moster muss echt noch üben. Unfassbar, was heutzutage für ein Stumpfsinn publiziert wird.
Einige schöne Sätze gibt es in diesem ansonsten vollkommen misslungenem Werk, aber das macht kein gutes Buch aus.

Es wartet viel schöne Literatur auf mich. Deshalb abbrechen, bevor es zu spät ist und man es bereut.

Der Titel ist schon furchtbar. Das hätte bereits eine Warnung sein müssen.
Profile Image for Bajo.
92 reviews3 followers
August 19, 2023
Simon ist Berufsmusiker, sein Instrument ist die Geige. Während eines Konzerts in Helsinki muss er seinen Auftritt wegen starker Schmerzen in der linken Hand abbrechen. Er kann nicht mehr spielen und zieht sich auf eine kleine Insel in den finnischen Ostseeschären zurück. Hier spielt der Hauptteil des Romans.

In einer einfachen Hütte, als einziger Bewohner der Insel, ist Simon auf sich selbst zurückgeworfen und reflektiert sein Leben, hadert mit seiner Karriere als Musiker, hackt Holz, geht schwimmen, beobachtet fasziniert die Natur, insbesondere die Vogelwelt mit ihren vielfältigen Tönen. Unterbrochen wird sein Alltag nur von kurzen Besuchen seiner Musikerkollegin Mai, die ihn mit Lebensmitteln versorgt.

Auf der Insel versucht er immer wieder, seine täglichen Übungen mit der Geige aufzunehmen. Es ist zwecklos, die Schmerzen sind zu groß. Dabei lebte er doch bisher nur für die Musik, das Geigespielen war sein Leben. Was geschieht, wenn ein Vollblutmusiker nicht mehr spielen kann, sein ganzer Lebensinhalt quasi wegbricht, davon handelt dieser Roman.

In nie abgeschickten Briefen an Darja, eine aus der Ukraine emigrierte Stargeigenspielerin, die er in einem Wettbewerb in der Jugend kurz kennenlernte, setzt Simon sich mit seiner eigenen, durchschnittlichen Karriere auseinander. Gleichzeitig findet das Thema des aktuellen Ukrainekriegs durch diese Briefe Eingang in den Roman.

Die klassische Musik nimmt einen großen Teil des Romans ein. Der Leser erfährt u. a. viel über Bach und Bartok. Sehr viel Raum gibt der Autor auch den Naturbeschreibungen, insbesondere der Vogelwelt. Ein brütendes Möwenpaar wird von Simon liebevoll besorgt beobachtet. Graureiher, Seeschwalben, Gänsesäger, ein Schwarzspecht und immer wieder Möwen und deren Stimmen begleiten den Leser.

Der Autor beschreibt die Atmosphäre auf der Insel, den Wind in den Espen und Birken, das Rauschen des Meeres, das Licht in den hellen finnischen Sommernächten in ausdrucksstarken, geradezu poetischen Bildern. Dadurch erzeugt der Roman einen gewissen Klang, in dem sich selbst die Stille nachempfinden läßt.

Dieses Leise, Melancholische, die Verknüpfung der Naturgeräusche mit der Musik in Simons Innerem, hat mir sehr gefallen. Auch die Entwicklung, die Simon durchmacht, fand ich eindrucksvoll beschrieben. Einzig die Erwähnungen des Ukrainekrieges waren mir etwas zuviel, hier wäre weniger mehr gewesen.

Ich vergebe 4 Sterne für einen stillen, tiefgründigen Roman. Für Natur- und Musikliebhaber sehr zu empfehlen.
Profile Image for Ena.
207 reviews
August 5, 2025
Wirkliche schöne Naturbeschreibungen, man fühlt sich tatsächlich auf die Insel versetzt. Auch die Gedanken und Zweifel von Simon konnte ich gut nachvollziehen. Allerdings ist die Entwicklung irgendwie nicht so deutlich. Ich hätte auch gern noch mehr von Mai erfahren.
Und jetzt habe ich Lust, Bartok zu hören :)
Displaying 1 - 8 of 8 reviews

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