Wer ist der Maulwurf im Auricher Kommissariat? Spannung pur von Spiegel-Bestsellerautorin Anna Johannsen & Elke Bergsma. Lina Lübbers, jüngste Hauptkommissarin in Osnabrück, wird von ihrem Chef mit einem ungewöhnlichen Auftrag konfrontiert – sie soll in die Polizeiinspektion nach Aurich wechseln und einen mutmaßlichen Maulwurf im ostfriesischen Kommissariat enttarnen.
Ich durfte "Die Stille der Flut" im Rahmen der zugehörigen Leserunde lesen. Oder sollte ich eher sagen, verschlingen? Denn das Buch liest sich locker, flockig weg und macht Lust auf den Folgeband.
Die zwei Ermittlerinnen Lina Lübbers und Kea Siefken sind mir auf Anhieb sympatisch gewesen. Jede hat ihre eigenen Stärken, sowie Schwächen und gibt eigenen Input in den Fall, der gleich nach Ankunft von Lina in Aurich beginnt. Mehr Einblick in ihre Gedankenwelt erhält man durch die Aufteilung der Kapitel in der Ich-Erzählperspektive, die zwischen Lina und Kea wechselt. Die Zusammenarbeit ist am Anfang schwierig und gerade Kea fällt es schwer, sich gegenüber ihrer neuen Kollegin positiv zu verhalten. Diese Reibereien finde ich realisitisch umgesetzt und geben eine interessante Beziehungsdynamik zwischen den beiden Powerfrauen.
Auch die anderen Figuren der Handlung sind nachvollziehbar geschrieben und wirken echt.
Die Ermittlungen des Mordfalles an Mia erscheinen mir echt und sind gut umgesetzt. Die entstehenden Konflikte mit den Eltern des Opfers, Zeugen und potenziellen Tatverdächtigen sind interessant. Durch die relative Kürze des Buches verliert sich die Handlung nicht in überflüssigen Ausschweifungen, sondern bleibt spannend. Die angesprochenen Themen wurden gut aufgearbeitet und das Menschliche wird stets im Auge behalten. Lina ist hier eine hervorragende Ermittlerin und Kollegin.
Der Schreibstil der Autorinnen ist genau richtig. An passenden Stellen spannend und allgemein anschaulich. Die Kapitel sind relativ kurz und daher auch knackig. Es war eine tolle Leseerfahrung. Ich freue mich auf die Folgebände!
Alleine da es am Ende einen Cliffhanger gibt, sowie einige Punkte noch nicht ganz abgeschlossen sind.
„Die Stille der Flut“, der Auftakt zu einer neuen Kriminalromanreihe, geschrieben in gemeinsamer Autorinnenschaft von Anna Johannsen und Elke Bergsma, spielt in der Kreisstadt Aurich in Ostfriesland. Der Einstieg ins Buch ist relativ spröde geschrieben. Die beiden Hauptfiguren Lina und Kea werden doch sehr dramaturgisch eingeführt, geballt, fast listenhaft werden alle wichtigen Informationen über die beiden in kurze Kapitel gedrängt. Dabei ist die Figurenkonstruktion recht klischeehaft: Lina versammelt ungefähr alle möglichen Traumata in sich, die mensch sich nur vorstellen kann, ihr Gegenüber Kea ist die klassisch überforderte Mutter von Teenies, in einer schwierigen Trennung lebend, verknallt in ihren Arbeitskollegen und der auch in sie, aber geht natürlich nicht, die beste Freundin ist natürlich auch noch gestorben, die neue Freundin nur ein billiger Ersatz. Das ist alles sehr durchsichtig am Reißbrett gebaut und wird nicht viel Überraschung bergen. Natürlich sind beide auf ihre Art Karrieristinnen, Lina überehrgeizig (beweisen, dass sie was kann und wert ist, auch das sehr durchsichtig konstruiert nach dem Lehrbuch Psychologie), Kea eher Underachieverin und jetzt endlich ihre Chance sehend. Viel Kampfpotenzial also zwischen den zwei Frauen, zumal Kea als Polizistin zu Recht spürt, dass an der Neuen etwas nicht ganz sauber ist und Lina wiederum zu Recht damit kämpft, sich nicht wirklich auf das Team einlassen zu können. Ganz gut eingewoben wird dafür die richtige Dosis Lokalkolorit, das ist nicht aufdringlich gemacht und setzt doch klar eine Atmosphäre. Schriftstellerisch sehr spannend finde ich die doppelte Ich-Perspektive, das ist sehr ungewöhnlich und beim Lesen oft auch herausfordernd, sich zu merken, welches Ich gerade schreibt, aber das finde ich mal eine tolle Idee! Habe mich sofort gefragt, ob die Autorinnen jeweils einen Strang der Geschichte geschrieben haben nach gemeinsamem Plotting? Leider krankt die Idee daran, dass sich hier handwerklich nicht die Mühe gemacht wurde, eine klare Figurensprache zu entwickeln, wodurch die lesende Person ständig zurückblättern muss, um zu wissen, wer hier gerade nochmal spricht.
Die Handlung kommt auf jeden Fall gut im Schwung, ist zwar auch recht klar konstruiert, aber grundsätzlich gut gemacht und logisch, folgt meistens auch einen ganz guten Spannungsbogen. Linas Auftrag, einen Maulwurf zu enttarnen, rückt neben den Ermittlungen an einem aktuellen Mordfall dabei immer weiter in den Hintergrund. Es gibt ein paar gleichwertige Verdächtige im Raum für die Position des Maulwurfs, das ist ganz geschickt gemacht, wie die wechselseitig in den Fokus gerückt werden. Lina kommt zunehmend besser in Aurich an und taucht tiefer in die Strukturen ein. Dafür, dass sie Undercover ermitteln soll, geht sie mir viel zu sehr nach vorn in die Präsenz, das erscheint mir sehr unprofessionell und sie unterschätzt meiner Meinung nach die Struktur einer Mittelstadt von 40.000 Einwohnern – da ist schnell rum im Milieu, wenn jemand neu auftaucht. Solche Nachlässigkeiten häufen sich im Verlauf des Krimis, es gibt viele kleine Unstimmigkeiten und unglaubwürdige Konstruktionen, die mich immer wieder haben stolpern lassen. Das kulminiert am Ende des Romans in einer Verfolgungsjagd, die so viele logische Fehler beinhaltet, dass meine Spanungskurve gegen Null ging. Gut gefallen hat mir die Loverboy-Thematik, ein leider aktuelles Thema, zu dem noch nicht viel Bewusstsein in unserer Gesellschaft herrscht. Auch die zunehmende Verknüpfung des aktuellen Mordfalls mit dem Ausgangsgrund für Linas Versetzung, einem Drogenkartell und einem dazugehörigen Maulwurf, ist gut gemacht.
Alles im allen ein halbwegs solider Thriller also, aber auch kein Kracher, sehr deutlich in der Oberflächenkonstruktion und daher mit wenig Überraschungen aufwartend, geschrieben vor allem mit dem Ziel einer Fortsetzung. Den Folgeband würde ich wohl lesen, aber nur, weil mich die weitere Geschichte der beiden Frauen miteinander interessiert.
Ein großes Dankeschön an lovelybooks.de sowie Edition M für das Rezensionsexemplar!
Insgesamt konnte mich der erste, gemeinsame Fall von Lina Lübbers und Kea Siefken sehr gut unterhalten. Allerdings fiel es mir bis zum Ende schwer die beiden überhaupt auseinander zu halten, klar vor jedem Kapitel wird erwähnt aus welcher Sicht das ganze geschildert wird, aber für mich ähnelte sich beide Protagonistinnen einfach zu sehr. Vorallem wenn beide miteinander interagierten, wurde es mir schnell unübersichtlich.
Ansonsten gefielten mir die Nebencharaktere, denn die waren nicht nur gut auseinanderzuhalten, sondern bekamen durch Eigenschaften wie eine Spielsucht einen tieferen Charakter.
Der Fall war schon interessant, aber eher spannungsarm. Am meisten gefiel mir die Verbindung zu Ostfriesland und Umgebung, nicht weil man besonders viel geschildert bekommen hat, sondern einfach da mir dieser Ort sehr bekannt ist und Heimatgefühle weckte.
Ich werde an der Reihe dranbleiben, denn in diesem Buch wurde nicht alles aufgeklärt und gerade der Ort war für mich faszinierend genug.
Ich fand die Handlung sehr dünn, der Schreibstil war in Ordnung, aber nichts Besonderes, und die meisten Charaktere waren ziemlich uninspiriert und wie aus unzähligen anderen Büchern. Es gab zu viele Zufälle, und die tatsächliche Polizeiarbeit war fast gleich null. Wahrscheinlich realistisch in dem Sinne, dass das Fassen von Kriminellen in der Regel das Ergebnis langweiliger Plackerei ist, bei der man darauf wartet, dass die Täter Fehler machen. Das macht das Buch nicht gerade zu einem tollen Leseerlebnis.
Likeable main characters, interesting read! Though the case is closed at the end, it will require you to continue reading the series if you want to know about the larger plot…
Klappentext: Lina Lübbers, jüngste Hauptkommissarin in Osnabrück, wird von ihrem Chef mit einem ungewöhnlichen Auftrag konfrontiert, sie soll in die Polizeiinspektion nach Aurich wechseln und einen mutmaßlichen Maulwurf im ostfriesischen Kommissariat enttarnen. Ihr neues Team begegnet ihr von Anfang an distanziert und ihre Vorgesetzte Kea Siefken betrachtet sie als Rivalin. Lediglich ein Kollege, Hauke Behrends, empfängt sie mit offenen Armen. Als ein junges Mädchen im Watt tot aufgefunden wird, müssen Lina und Kea ihre Differenzen überwinden und eng zusammenarbeiten. Während sie versuchen, ein Netz aus Intrigen und Geheimnissen zu entwirren, um weitere Opfer zu verhindern, stößt Lina auch bei ihrer Undercover-Mission an ihre persönlichen Grenzen.
„Die Stille der Flut“ ist der erste Band einer Trilogie von Anna Johannsen und Elke Bergsma. Von Anna Johannsen habe ich schon viele spannende Krimis gelesen, Elke Bergsma ist mir bisher unbekannt. Also bin ich neugierig in das Buch eingestiegen.
Die Charaktere die, die beiden Autorinnen für ihre Geschichte ins Leben gerufen haben gefallen mir gut. Besonders natürlich die beiden Kommissarinnen Kea Siefken und Lina Lübbers. Die beiden sind sehr verschieden und doch harmonieren sie zusammen.
Lina Lübbers ist eigentlich in Osnabrück tätig, jetzt soll sie in Aurich nach einem Maulwurf suchen. Das Bedeutet sie weiß schon fast alles über ihre neuen Kollege, die aber kennen Lina noch nicht. Sie wird auch erst einem zweifelnd beäugt, besonders von ihrer Vorgesetzten, die eigentlich den gleichen Dienstgrad hat wie Lina. Es bleibt aber nicht viel Zeit sich zu beschnuppern. Ein junges Mädchen wurde tot aufgefunden. Jetzt gilt es auf Hochtouren zu ermitteln.
Die beiden Autorinnen erzählen die Geschichte in der Ich-Perspektive beider Kommissarinnen. Dabei wechseln sich die beiden Kommissarinnen ab. Aber keine Angst, man kommt nicht durcheinander. Die Kapitel sind mit dem Namen der Kommissarin überschrieben und man weiß immer wo man zu Hause ist. Ich habe mich an die Ich-Perspektive in Wechsel zwischen Lina und Kea schnell gewönnt. Ich fand es sehr spannend die Charaktere so kennenzulernen. Man hat alles hautnah mitbekommen, konnte sich richtig in die Person hineinversetzten, konnte spüren was sie fühlen und lesen was sie denken. Das war für mich eine interessante Erfahrung bei einem Krimi.
Ich finde die beiden Autorinnen harmonieren sehr gut zusammen. Man merkt beim Lesen nicht, dass zwei Personen an der Geschichte geschrieben haben. Mich würde interessieren wie sie das gemacht haben. Ist jeder in die Rolle einer Ermittlerin geschlüpft?
Anna Johannsen und Elke Bergsma haben in diesem Krimi die Handlungsorte sehr gut beschrieben. Die Ermittlungen werden auch spannend geschildert. Der Fall wird am Ende zur Zufriedenheit gelöst. Die Suche nach dem Maulwurf wird, so denke ich über alle drei Bände gehen. Bisher ist noch völlig unklar wer der Maulwurf sein könnte. Die beiden Kommissarinnen haben trotz ihrer Differenzen gut zusammengearbeitet.
„Die Stille der Flur ist ein spannender und unterhaltsamer Krimi der Lust auf mehr macht. Der zweite Band „Die Gewalt des Sturms“ soll auch schon Ende August erscheinen.
Der Auftakt zu einer neuen Reihe In der Polizeiinspektion Aurich scheint es einen Maulwurf zu geben. Das Unterfangen, eine einflussreichen Familien-Mafia zu überführen, scheitert immer daran, dass diese vorinformiert zu sein scheint. Daher wird Lina Lübbers, die eigentlich in Osnabrück arbeitet, der Vorschlag unterbreitet, quasi Undercover-in Aurich eingeschleust zu werden, um diesem auf die Spur zu kommen. In ihrem neuen Team wird sie nicht von allen mit offenen Armen empfangen – ihre neue Chefin Kea Siefken betrachtet sie von Anfang an als Rivalin und die Spannungen sind vorprogrammiert. Alleine der Kollege Hauke scheint sie mit offenen Armen zu empfangen, aber der hat offensichtlich schwere private Probleme. Gleich an ihrem ersten Tag wird dann allerdings ein junges Mädchen tot im Watt aufgefunden und sie ist mit den Ermittlungen beschäftigt und die Suche nach dem Maulwurf rückt etwas in den Hintergrund. Es ist ein sehr gelungenes Debüt des Autorenduos, welches stilistisch etwas aus der Rolle fällt. So wird jeweils aus der Sicht von Lina oder von Kea berichtet und dabei die Ich-Form gewählt. Da dies aber regelmäßig nach jedem Kapitel switcht, kam ich gut damit zurecht und es hat für irgendwie mehr Intensität geführt, da die jeweilige Person dann von sich und ihrer Sicht berichtet hat und das hatte eine gute Dynamik. Ich stelle es mir sehr schwer vor, zu zweit ein Buch zu schreiben, finde dieses Ergebnis aber wirklich mehr als gelungen. Es gab keine Stilbrüche und es hat sich flüssig und nachvollziehbar lesen lassen. Der Fall war spannend und in sich schlüssig. Auch die Balance zwischen Fall und Privatleben der Protagonisten war ausgewogen. Die Spannungen zwischen Lina und Kea waren nachvollziehbar und nicht zu überzogen – das hat eine gewisse Dynamik mitgebracht und man hat als Leser die Möglichkeit eine Entwicklung mitzuverfolgen. Dies war also der erste Teil des neuen Ermittlerteams und daher bleiben manche Fragen noch offen und diese werden dann in den nächsten beiden angekündigten Bänden geklärt. Sozusagen als Appetitthäppchen, welches Lust und Neugier auf den nächsten Teil weckt. Ich werde wieder dabei sein.
waren es, die mich bei diesem Buch mit dem dazu passenden Cover ansprachen. Vorweg danke ich noch einmal #tandemreadalong und #editionm für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars und für diese für mich ganz neue Leseerfahrung. Es war mir eine große Freude, an diesem großartig organisierten, kreativen Austausch teilzunehmen und mit so vielen Bücherbegeisterten Erfahrungen und Gedanken auszutauschen!
Lina Lübbers, Hauptkommissarin aus Osnabrück, wird nach Aurich versetzt, um einen mutmaßlichen Maulwurf im dortigen Team zu entlarven. Die Begrüßung fällt eher kühl aus; besonders die Begegnung mit Kea Siefken, die die kommissarische Leitung innehat, begegnet Lina skeptisch und distanziert. Einzig Hauke begegnet Lina herzlich. Als dann auch noch die Leiche der 16jährigen Mia im Watt gefunden wird, muss das Team sich zusammenraufen, insbesondere die beiden Frauen – und Lina darf ihren eigentlichen Auftrag natürlich auch nicht vergessen…
Aus der Perspektive der beiden Protagonistinnen Lina und Kea leiten uns die Autorinnen durch die Geschichte. Schön herausgearbeitet ist dabei die eigentliche Ähnlichkeit der beiden Frauen, die sich dadurch aber nur noch skeptischer gegenübertreten und statt Nähe und Zusammenhalt eine explosive Mischung kreieren, die es ständig unter der Oberfläche brodeln lässt. Ständig bleibt auch die Frage im Raum, wie Lina mit ihrem Gewissenskonflikt umgeht, das Team, dass ihr – mehr oder weniger - nach und nach ans Herz wächst, auszuspionieren…
Schade fand ich den geringen Einfluss der Region auf die Handlung, die einzigartige ostfriesische Atmosphäre und Umgebung sowie Lokalkolorit habe ich im Buch vermisst und die Handlung hätte auch an vielen anderen Orten angesiedelt sein können. Viele Motive, von denen ich zum Teil dachte, sie würden vielleicht nochmal aufgegriffen werden, sowie Figuren hätten gerne mehr in die Tiefe ausgearbeitet werden können und plätscherten so an der Oberfläche bis zu einem zu erwartenden Finale.
Alles in allem ein solider Auftakt in eine neue Krimireihe, die sich hoffentlich noch steigert. Ich bleibe dran!
"Die Stille der Flut" markiert sowohl die (meines Wissens) erste Zusammenarbeit von Anna Johannsen und Elke Bergsma als auch den ersten gemeinsamen Fall von Lina Lübbers und Kea Siefken.
Lina Lübbers wird undercover von Osnabrück nach Aurich versetzt, um dort einen Maulwurf aufzuspüren. Kea Siefken ist ihre neue Vorgesetzte, die - genauso wie auch alle anderen Kolleg*innen in Aurich - nichts von Linas Undercover-Arbeit weiß. Kurz nach ihrem Auftauchen in Aurich hat es Lina aber erst einmal mit einem Todesfall zu tun: Die junge Schülerin Mia wurde tot am Strand gefunden. Kea und ihr Team haben also alle Hände voll zu tun.
Mir hat gut gefallen, dass der Roman schnell zur Sache kommt und auch sonst ziemlich rasant erzählt ist und zu keiner Zeit langatmig ist. Trotzdem bleiben Charakterisierungen und Ortsbeschreibungen nicht auf der Strecke.
Die Idee, Lina und Kea abwechselnd aus ihrer Perspektive erzählen zu lassen, ist einerseits ganz nett, insgesamt aber meiner Meinung nach nicht besonders gut umgesetzt, weil ihnen keine individuelle Figurensprache gegönnt wurde. Sie sind nur deshalb als zwei unterschiedliche Ich-Erzählerinnen erkennbar, weil es die Kapitelüberschriften so kennzeichnen (und sie natürlich unterschiedliche Leben führen). Wenn man das schon so handhabt, dann sollte man ihnen auch konsequent ein Eigenleben gönnen und somit eben auch erkennbar individuelle Erzählweisen.
Alles in allem liest sich der Kriminalroman flüssig und lädt durchaus zum Rätseln ein - vor allem hinsichtlich des Maulwurfs -, leider schwächelt der Roman ausgerechnet im letzten Viertel. Vor allem das Ende habe ich als "billig" empfunden: Motiv und Grund für die Tat werden auf so konstruierte Art präsentiert, dass es mich persönlich ziemlich geärgert und das Gesamt-Leseerlebnis geschmälert hat. Der letzte Eindruck ist eben doch das, was am Ende am deutlichsten in Erinnerung bleibt.
Anna Johansson und Elke Bergsma haben sich zusammengetan, um ein neues Ermittlerteam zu kreieren. Es geht nach Aurich, mitten in Ostfriesland, für Lina zunächst ein kleiner Kulturschock. Alles ist kleiner und beschaulicher und das neue Team ist sehr verschlossen und etwas voreingenommen gegenüber der Neuen aus der Stadt. Eigentlich hat Lina den Auftrag, einen Informanten in den Reihen der Polizei ausfindig zu machen, doch dazu kommt es nicht, denn ein Mädchen wird ermordet aufgefunden. Der Aufbau ist etwas gewöhnungsbedürftig: Das Buch ist aus der wechselnden Ich-Perspektive von Lina und Kea geschrieben, aber das ist für den Lesefluss eigentlich ganz gut, denn so kommt wirklich jede Charakterisierung auch beim Leser an. Und es ist immer ein spannender Dialog, den man als Leser immer von zwei Seiten erleben kann. Der Fall an sich ist nicht spektakulär, aber gut konstruiert, es geht um Bandenkriminalität und was man pubertierenden, liebeshungrigen Teenagern alles antun kann. Wie weit kann man gehen, wenn man glaubt, jemanden zu lieben? Ich fand die Spannung gut, durchgehend, und durch den Neuanfang im Team auch den Wechsel zwischen Fall und Privatleben. Ein Highlight für mich ist natürlich, dass das Buch genau dort spielt, wo ich wohne, Regionalkrimi-Feeling pur. Und gestern stand bei uns in der Zeitung tatsächlich, dass in Marienhafe ein Auto ausgebrannt ist... .... :). Dieses regionale Flair muss man einfach mögen, es ist ruhiger und beschaulicher und eben anders als ein Großstadtkrimi. Auch die Idee, die beiden Hauptfiguren abwechselnd aus der Ich-Perspektive erzählen zu lassen, finde ich gut, denn so kommt das menschliche Flair und Miteinander mit all seinen Problemen und Facetten deutlich zum Vorschein.
Fazit: Ein interessantes Konzept für ein tolles neues Ermittlerteam. Ein gelungener Regionalkrimi.
Die Stille der Flut (Ein Fall für Lina Lübbers & Kea Siefken, Band 1) von Elke Bergsma und Anna Johannsen, erschienen im Edition M Verlag am 30. April 2024.
Lina Lübbers ist die jüngste Hauptkommissarin in Osnabrück und wird von ihrem Vorgesetzten gebeten in der Polizeiinspektion Aurich verdeckt nach einem Maulwurf zu suchen. Lina tut sich schwer den Auftrag anzunehmen da sie ihre persönlichen Grenzen überschreitet, zieht aber nach Aurich und wird dort direkt in einen neuen Fall gezogen, der den Tod einer Schülerin betrifft. Die kommissarische Leiterin, Kea Siefken, der Polizeiinspektion glaubt, dass Lina ihr den Posten wegnehmen will. Außerdem versteht sich Lina sofort mit einem Kollegen sehr gut, was Kea ziemlich irritiert.
Abwechselnd wird die Geschichte aus dem Blickwinkel von Lina und Kea erzählt. Dadurch erfährt man viel über die Gedanken und Gefühle der Ermittlerinnen, wobei Lina natürlich auch das Hintergrundwissen über die Kollegen mehr einfließen lässt, da sie ja nicht nur den Mörder sucht, sondern auch den Maulwurf. Wir lernen dadurch auch das ganze Revier etwas schneller und genauer kennen, als das gewöhnlich bei „der Neuen“ wäre. Dafür Punktet Kea, dass sie aus Erfahrung weiß, wer da welches Skelett im Schrank hat und einen Teil der Angehörigen der toten Schülerin kennt, da ihre Kinder auf die gleiche Schule gehen. Beide Kommissarinnen kommen sympathisch rüber, haben ihr Päckchen zu tragen und versuchen ihr Bestes zu geben. Dabei sind sich die Frauen sehr ähnlich, merken es aber bisher noch nicht.
Insgesamt ein sehr interessanter Serienauftakt. Mich hat die Bindung des Buches etwas gestört. Die weiteren Teile möchte ich lieber als eBook lesen. Da hätte man als Verlag etwas mehr Geld in den Druck investieren sollen.
Ich möchte zunächst meinen aufrichtigen Dank für die wundervolle #tandemreadalong-Erfahrung aussprechen. Der Austausch mit Ihnen allen war äußerst bereichernd und inspirierend, da ich durch Ihre verschiedenen Gedankenströme und Theorien viele neue Blickwinkel erhalten habe, auf die ich allein möglicherweise nicht gekommen wäre.
Der vorliegende Erstband der Trilogie von Anna Johannsen und Elke Bergsma, in dem die verdeckte Ermittlerin Lina Lübbers im Mittelpunkt steht, handelt davon, wie sie in das Auricher Team eingeschleust wird, um den Maulwurf unter ihren neuen Kollegen zu enttarnen. Zusammen mit Kea, der leitenden Ermittlerin in Aurich, müssen sie einen Mordfall aufklären.
Besonders gefiel mir, dass die Geschichte aus den Perspektiven der beiden Ermittlerinnen erzählt wird, was einen tieferen Einblick in das Geschehen ermöglicht und es ermöglicht, beide Frauen kennenzulernen. Beide Frauen wurden auf ihre eigene Weise sympathisch dargestellt, und die Einblicke in ihre Vergangenheit haben ihre Charaktere gut gezeichnet. Es war nachvollziehbar, dass es zwischen den beiden starken Persönlichkeiten zu Konflikten kam, da beide ihren eigenen Weg gehen wollen.
Der Mordfall des jungen Mädchens, das im Watt gefunden wurde, war spannend und ließ Raum für verschiedene Theorien, wobei ich einen richtigen Riecher für den Täter hatte. Dennoch habe ich die Geschichte genossen, nicht zuletzt aufgrund des flüssigen und ansprechenden Schreibstils der Autorinnen. Einzig gestört hat mich, dass im ersten Band nicht enthüllt wird, wer der Maulwurf ist, obwohl ich vermutet hatte, dass diese Thematik die gesamte Trilogie durchziehen würde.
Alles in allem war es ein fesselnder Kriminalroman, den ich gerne gelesen habe und den ich hiermit wärmstens weiterempfehlen möchte.
**** Worum geht es? **** Lina, Osnabrücker Ermittlerin, wird als interner Spitzel nach Aurich als Kommissarin gesandt. Neben der Vorgesetzten Kea ermitteln dort nun zwei Dickköpfe und so bleiben die Reibereien nicht aus. Der aktuelle Fall zieht Lina vollends in die Ermittlungen und ihre eigentliche Mission, den Maulwurf aufzudecken, scheint in Vergessenheit zu geraten. Oder hat das alles vielleicht mit dem Tod des jungen Mädchens im Watt zu tun?
**** Mein Eindruck **** Der Ansatz mit zwei Ermittlerinnen und der Idee des versteckten Maulwurfs hat mir zunächst sehr gefallen, leider wurde ich mit beiden Personen dadurch nicht so richtig warm, der Wechsel riss mich immer wieder verfrüht heraus und so bekam ich keinen tiefen Zugang zu den Persönlichkeiten, dennoch fand ich sie sympathisch und hatte Freude dabei sie zu verfolgen. Auch das Maulwurfszenario war mal mehr oder weniger präsent, ich neigte durch die Wechsel der Sichtweisen, dazu dieses wichtige Detail immer wieder zu vergessen. Der eigentliche Fall konnte mich allerdings völlig packen und damit das Buch zu einem erfreulichen Leseerlebnis werden lassen. Ich hatte wirklich Mitgefühl mit dem Opfer und konnte sie mir als Person sehr gut vorstellen. Ich konnte auch die eine und andere zynische Ermittlerszene emotional mitfeiern und dadurch in der Krimi Atmosphäre aufgehen. Ein insgesamt spannender erster Fall, der sich zum Ende hin etwas mehr Zeit hätte lassen können. Durch das offene Ende bin ich allerdings umso gespannter wie es weitergeht.
**** Empfehlung? **** Ein etwas anderer Krimi der mit den Falldetails viel Freude beim Lesen entstehen lässt. Ein guter Auftakt, der Interesse auf die Fortsetzung weckt. Reinlesen lohnt sich.
Hauptkommissarin Lina Lübbers wird nach Aurich versetzt um die Kollegen dort bei der Ermittlung gegen eine niederländische Drogenfamilie zu unterstützen. In Wirklichkeit wird sie allerdings als Spitzel eingeschleust, da der Verdacht besteht, dass in der Polizeidirektion ein Maulwurf aktiv ist. Denn die in Ostfriesland agierenden Holländer sind der Polizei immer einen Schritt voraus. Und gleich am ersten Tag in der neuen Polizeidirektion wird ein junges Mädchen tot im Watt gefunden. Das Buch ist aus wechselnder Ich-Perspektive geschrieben - entweder Lina Lübbers oder Kea Siefken. Damit hatte ich zu Beginn so meine Probleme - jedes Kapitel aus der Sicht einer anderen der beiden Frauen, aber je näher ich sie kennenlernte, desto besser kam ich damit zurecht. Die Hauptprotagonisten der Geschichte sind sehr gut gezeichnet - man lernt sie mitsamt ihres Charakters und ihrer Probleme gut kennen. Am besten kam das bei Hauke Behrens rüber - ein lieber, netter Mann vollgepackt mit Problemen - man spürt regelrecht die Zerrissenheit in ihm. Am Schluss hat das Team in Aurich den Fall der ermordeten Mia lösen können und welch Wunder, sie haben dabei sehr gut zusammengearbeitet. Allerdings ist dabei scheinbar die eigentliche Aufgabe von Lina aus den Augen verloren worden - gibt es nun einen Maulwurf dort oder nicht? Aber da es sich um einen ersten Teil handelt hoffe ich, dass in einem der weiteren Teile dazu mehr kommt. Mein Fazit: Es handelt sich um einen soliden, nicht gerade vor Spannung strotzenden, aber trotzdem gut lesbaren Kriminalroman.
Tolle neue Krimiserie Wenn Elke Bdergsma oder Anna Johannsen auf einem Buch steht liegt die Erwartungshaltung bei mir schon sehr hoch, und ich wurde hier nicht enttäuscht. Der Schreibstil ist sehr flüssig und man fliegt nur so durch die Seiten. Der Krimi wird aus der jeweiligen Sichtweise der beiden Ermittlerinnen in der ich-Form erzählt. Mir haben die beiden Ermittlerinnen sehr gut gefallen und ich freue mich schon auf den nächsten Fall.