Das Vertrauen der Europäer in die demokratische Politik ist zerrüttet. Institutionen, die im 20. Jahrhundert zu den wichtigsten Vertrauensträgern gehörten, werden von vielen infrage gestellt. Woran liegt das? Was bedeutet das für unsere Gesellschaft? Und wie können wir damit umgehen?
In den vergangenen Jahren hat sich ein dramatischer gesellschaftlicher Wandel vollzogen. Viele Menschen stehen nicht nur der Politik, sondern auch großen Konzernen, Medien und sogar der Wissenschaft mit Skepsis gegenüber. Ereignisse wie der russische Überfall auf die Ukraine oder die Pandemie haben zu einer Vertiefung dieses Trends geführt. Und sie haben Frontverläufe eines tiefgreifenden Misstrauens sichtbar gemacht, das in persönlichen Beziehungen eingesickert ist. Sogar im engsten Kollegen-, Freundes- und Familienkreis sind Risse entstanden.
Sascha Lobo zeigt, dass die große Vertrauenskrise Symptom viel tiefergreifender Veränderungen ist. Erst, wer diese versteht, erkennt, warum Vertrauen zerbrochen ist – und nicht mehr wie in der Vergangenheit hergestellt werden kann. Vertrauen aber ist die Grundlage unseres Zusammenlebens. Was also tun?
Wir können die Aufgaben der Gegenwart und Zukunft nur meistern, wenn wir neues Vertrauen entwickeln. Die Grundlage dafür ist ein Bewältigungskompass, der es möglich macht, die Welt besser zu verstehen. Er dient zur Orientierung in Politik, Medien, Wirtschaft oder Wissenschaft. Und er zeigt Richtungen an, die uns bei der Bewältigung des Alltags helfen können.
I'm often critical of Lobo's positions, but this is an intriguing look at the roots and consequences of the current public crisis that arises from dwindling levels of trust in public institutions, political parties and the media.
The good news first for all of you who know Sascha Lobo from his Spiegel Online column. Personally, I often have difficulties understanding his columns. This book is not difficult to understand. The long form seems to help him to give his thoughts the room they need.
More than 80% of "Die Große Vertrauenskrise" are dedicated to the situation analysis of the loss of confidence. No big surprises here. People used to trust institutions. Now they trust peer groups. The possibility of transparency through digitization led people to demanding it. The question isn't anymore what to publish, it is what not to publish and how to explain this. "Herrschaftswissen" isn't accepted anymore. While distrust to institutions used to be left-wing, it switched massively to the right. Mass media crisis, social media pushing populistic emotional messages and Russian troll factories did contribute to the loss of trust into our institutions, our government, our democracy. Next challenge: Chinese AI influencing.
In the extreme, a proper trust panic results with people opening up to believing the most outlandish conspiration theories, triggered by loneliness, overburdening and deep disappointment, putting self-protection and own gut-feeling over everything else - including the life of other people.
The complicated present is fundamentally responsible for the confidence crisis. The corona crisis with its suboptimal handling of communication. The deteriorating infrastructure in Germany due to fiscal austerity. Paid science including the representation of scientific minority opinions as equal in talk shows to increase the quota damaging the reputation of science as a whole. Fobbing off the youth with regards to climate change and the intergenerational pension contract not holding up. The effect of AI has to be seen yet.
The coping compass is the most important and the weakest part of the book. His ideas on societal level are vague. A transparency offense aided by AI might be technically feasible. Holding officials liable against their goals with the help of this transparency is absurd. Who would want to become a public official without the benefit of being non-cancellable. Prioritizing the interests of the youth? Nice, but a working and profitable economy as base of our wealth certainly wouldn't be one of these priorities.
On an individual level, Lobo tries to give the issue an optimistic spin, pointing to the most unhappy people of society, the ones most lost. Die Reichsbürger. After all, who wants to be unhappy all the time like them? Of all things, he mentions Tiktok as a place which has the potential for people to find positive interaction and trust groups, getting them out of their hole in which they have lost themselves.
The loss of confidence is an important issue. Lobo does a good job in pointing out the causes even when his structure could be improved. He often gives examples which are interesting at least. His personal evaluation of their importance sometimes differs from my own estimation. Certainly, the Relotius fake reportage scandal hit home for Lobo as a colleague at Spiegel while I doubt that it is much present anymore with the majority of people who have lost trust. The main problem with books like this is that they don't reach the ones in question. All his ideas could only work if they were to reach the 20%+ of our population who have turned their back on institutions. Which would be the common base from where to start?
Unter der Prämisse, dass jeder von uns mit einem anderen Vorwissen in jedwedes Buch eintaucht, hat sich z.B. für mich gezeigt, dass ich zwar die einzelnen Faktoren, die dieses mulmige Gefühl des Misstrauens, der Ohnmacht zusammenbrauten durchaus kenne - aber was dieses Buch so wertvoll für mich macht, ist das gut kuratierte, gut erklärte (mit Beispielen versehene) Zusammenstellen der Faktoren zum nochmal in Erinnerung rufen für ein ganzheitliches Verstehen. Und dann am Ende sogar eine Aufreißlasche, wie wir aus diesem komplexen, diffusen VUCA Dickicht wieder rauskommen können. Und dafür gibt es 5 Sterne und ein DANKE an den Autor.
An accurate analysis shows why confidence in politics and the state has declined in recent years. The text is clearly written because it explains the facts in an understandable way. Nevertheless, the content is demanding and requires time to read.
"Vertrauen Sie mir!" So endet das Buch "Die große Vertrauenskrise" von Sascha Lobo, das ich mit großem Gewinn und Vergnügen gelesen habe. Für das Vergnügen sorgt Lobos immer wieder unterhaltsamer, witziger, selbstironischer Schreibstil, aber auch seine Fähigkeit, tiefgründige und komplexe Sachverhalte so zu vermitteln, als ob es ein Spaziergang wäre. Ich bewundere seine Art, Fremdwörter und wissenschaftliche Begriffe zu benutzen und sie direkt so eingängig zu erklären, dass jeder versteht, worum es geht. Das Thema "Vertrauen" bzw. die Vertrauenskrise ist universell und aktuell enorm wirksam und schädlich. Lobo hilft dabei, zu verstehen, wie diese überhaupt entstand, warum sie im Moment so akut und virulent ist und worin die Ansatzpunkte liegen, um sie zu überwinden. Er gibt mir als Leserin eine Art Landkarte an die Hand, mit der ich verstehe, wie Social Media und ihre Algorithmen zusammen mit den neuen technischen Möglichkeiten von KIs und DeepFakes die nicht mehr zeitgemäßen Mechanismen des "alten Vertrauens" noch mehr erodieren. Und weil er Sascha Lobo ist, zeigt er auch auf, wie wir mit denselben Mitteln, Kooperation und jeweils einer gesunden Prise Skepsis und Optimismus ein handfestes "neues Vertrauen" aufbauen können. Ganz besonders möchte ich dieses Buch der Generation 40+ ans Herz legen, die in großer Gefahr lebt, sich durch ihre generelle Ablehnung vieler neuer Technologien, von den positiven Möglichkeiten abzuschotten, die diese beinhalten. Im Ernst: Wer spart noch auf die Enzyclopädia Britannica, wenn man mit einem Klick in Wikipedia abtauchen kann? Lobos klarsichtige und aufklärerische Reise durch die Welt von Wissen, Wahrheit, Vertrauen und Manipulation ist ein wichtiges Buch, dass es gebraucht hat, um nun darauf aufbauend am "neuen Vertrauen" mitzuwirken. Danke dafür.
„Vertrauenskrise ist nicht zuletzt […] eine herbeigesparte Krise“
Das neue Werk von Sascha Lobo ist eine sehr detaillierte und anschauliche IST-Analyse der aktuellen Situation des Gesellschaft in Deutschland und teilweise auch der Welt. Mit sehr gut ausgearbeiteten Beispielen belegt Lobo warum es zu dieser Krise gekommen ist.
Ob beim Amtsgericht Berlin, dass 1/2 Jahr offline war und u.a. durch die Hilfe von T-Systems wieder arbeitsfähig wurde. #werkstolz #magenta
Austerität (das Festhalten an der schwarzen Null um jeden Preis) und deren Auswirkungen
Decline Effekt - Glauben an Ergebnisse der Wissenschaft lässt stark nach („Reproduzierbarkeitskrise“)
Chancen und Risiken KI- Halluzinationen und Konfabulation
Vertrauen der jungen Generation an Influencer statt an Institutionen
Dies alles sind Themen und Gedanken des Buches, denen ich sehr gut folgen konnte.