"𝐸𝑠 𝑔𝑖𝑏𝑡 𝑒𝑖𝑛𝑒𝑛 𝐺𝑙𝑎𝑢𝑏𝑒𝑛 𝑑𝑎𝑟𝑎𝑛, 𝑑𝑎𝑠𝑠 𝑤𝑖𝑟 𝑎𝑙𝑙𝑒𝑠, 𝑤𝑎𝑠 𝑤𝑖𝑟 𝑢𝑛𝑠𝑒𝑟𝑒𝑚 𝐺𝑒𝑔𝑒𝑛ü𝑏𝑒𝑟 𝑎𝑛𝑡𝑢𝑛, 𝑖𝑛 𝑊𝑖𝑟𝑘𝑙𝑖𝑐ℎ𝑘𝑒𝑖𝑡 𝑎𝑢𝑐ℎ 𝑖𝑚𝑚𝑒𝑟 𝑢𝑛𝑠 𝑠𝑒𝑙𝑏𝑠𝑡 𝑎𝑛𝑡𝑢𝑛."
Ellen ist ein weißer Fleck in Togo, einem Land, das einmal eine deutsche Kolonie war. Sie ist eigentlich zufällig dort gelandet, eingesprungen für jemanden, der im letzten Moment abgesprungen ist und führt dort Interviews für eine Studie durch, zum Thema Fluchtursachen und Migration und wie die Rückstände der deutschen Kolonialherrschaft damit verbunden sind.
Das Buch von Lene Albrecht beschäftigt sich sehr intensiv mit den Themen Herkunft, Rassismus und dem deutschen Kolonialismus. Je mehr Ellen mit den Folgen des Kolonialismus in Togo konfrontiert wird, desto mehr stellt sie ihre Funktion und ihre eigene Herkunft in Frage. Denn ihre Urgroßmutter, über die sie so gut wie nichts weiß, kam einst von Panama nach Deutschland.
Der Klappentext und das wunderschöne Cover haben mich direkt angesprochen. Ich habe noch nie ein Buch gelesen, dass in Togo spielt und auch mit der Geschichte Togos habe ich mich vorher leider noch nicht auseinander gesetzt. Das Buch ist wahnsinnig informativ, nicht nur über Togo als ehemalige deutsche Kolonie, aber auch andere wichtige historische Ereignisse, die Rassismus oder Herkunft zum Thema haben, erfährt man viel.
Die Erzählweise ist sehr episodisch und besonders die ersten beiden Teile, die hauptsächlich in Togo spielen, haben mir wahnsinnig gut gefallen. Der dritte Teil fokussiert sich dann eher auf die mysteriöse Familiengeschichte, was auch spannend war, für mich aber nicht ganz an die ersten beiden Teile herangekommen ist.
Große Empfehlung für alle, die sich für die Suche nach der eigenen Herkunft interessieren!
4/5 Sterne
Freundlicherweise wurde mir vom Verlag und NetGalleyDE ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Das hat meine Rezension in keinem Fall beeinflusst und ich möchte mich ganz herzlich für die Möglichkeit, das Buch vorab lesen zu können, bedanken!