Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens weit verbreitet und bekannt ist. Falls nicht, so sollte der Leser, bevor er diese Adaption liest, sich im Netz damit vertraut machen. Ich glaube nämlich schon, dass es sinnvoll ist, das Original zu kennen. Der französische Künstler Munuera schafft nämlich seine ganz eigene Version dieses Klassikers.
Er wandelt nämlich nicht nur einfach das Geschlecht der Hauptfigur, so dass aus einem Mr. Scrooge eine Ms. Scrooge wird, sondern er ändert auch die Reaktionen der Figur auf die Ereignisse der Nacht. Es bleibt dabei, dass sie einen Angestellten hat, der gerne Weihnachten im Kreise seiner Familie feiern möchte, nur dass in diesem Fall Ms. Scrooge ihm den Tag gönnt. Auch das Auftreten der Nichte läutet die Änderungen im Vergleich zur Vorlage ein.
Die wesentliche Veränderung spürt der Leser massiv am Charakter von Ms. Scrooge. Sie hat keine Ehrfurcht vor dem Geist der Weihnacht und fordern diesen regelrecht heraus. Das hat natürlich auch einen wesentlichen Einfluss auf das Ende und die Quintessenz der Geschichte. Während Charles Dickens noch die sozialen Umstände seiner Zeit kritisiert, so fokussiert sich Munuera voll und ganz auf das Bild der selbstbewussten Frau, die sich gegen Vorurteile stemmt und sich selbst behauptet.
Fazit Munuera ändert die Weihnachtsgeschichte massiv. Und zwar so massiv, dass ich das Vorwort lieber als Nachwort gelesen hätte. Ein wenig hat der Künstler durch diese Änderungen den Geist der wunderbaren Vorlage verändert, so dass diese Graphic Novel Adaption zwar Elemente der Vorlage enthält, am Ende aber doch eine ganz eigene Geschichte erzählt. Ob es dem Leser gefällt? Das lässt sich bei solchen Änderungen nur schwer vorhersagen.