Ein sehr arges Buch, das zwar nicht unbedingt gefällt, aber sehr nachdenklich macht. In der Tradition der österreichischen Publikumsbeschimpfung zerlegt Gruber mit enormer Wut alle Werte, die einem Menschen heilig sind. Unsere Art wie wir Arbeit, Freizeit, Lebensmittel und Essen, Auto und Fortbewegung, Pension, Staatsgebilde etc.... sehen, werden aufs übelste beschimpft, respektive wir werden beschimpft, weil wir alles falsch machen und uns durch das System haben entmündigen und korrumpieren lassen. Die Quintessenz das bestehende System zum Zusammenbruch zu bringen, ist lt. Autor einfach aufzuhören zu arbeiten und zu konsumieren aber deswegen nicht zu sterben. Ein bisschen viel radikale Utopie und auch meiner Meinung nach zu unrealistische Lösungswege - aber das liegt lt. Gruber auch daran, dass ich zu verblendet und versklavt vom bisherigen System bin, um die Potenziale der Änderung zu erkennen. Vielleicht hat er ja recht vielleicht nicht.
Jedenfalls regt das Werk schon zum Nachdenken an wie man sein Leben leben sollte, anstatt es leben zu lassen und einige Kritikpunkte vor allem bei der Ernährung, Freizeitindustrie etc. kann ich wirklich in seinem Sinne implementieren.
Warum ich dennoch nur 3 Sterne gebe? Ich lass mich und mein Leben nicht so gerne ohne Verschnaufpause im Stakkato beschimpfen, so ein Pamphlet zu lesen ist ein bisschen mühsam. Wenn man mich ändern will, sollte man mir auch ein bisschen positiver entgegenkommen.
Fazit: Werk, das aufwühlt, sprachlich von wunderbarer gewaltiger Kraft, aber sehr sehr unangenehm. Für Leute, die sich bevorzugt von Handke, Turrini und Bernhard quälen lassen, sicher eine 5 Sterne Offenbarung.
Ein Buch mit starken Meinungen. Teilweise sehr gute Denkansätze und es stellt da, was in unserem System alles nicht funktioniert. Das regt zum Nachdenken an. Allerdings gibt das Buch keine realistischen Lösungsansätze.