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Mache die Welt

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526 pages, Hardcover

Published October 1, 2023

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Richard David Precht

37 books483 followers
Richard David Precht is a German author of successful popular science books about philosophical issues.

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Displaying 1 - 2 of 2 reviews
Profile Image for Thomas Becker .
60 reviews6 followers
March 14, 2024
Sehr informativ und interessant geschrieben auch wenn ich etwas enttäuscht darüber bin,
dass gerade dieser Band eher "Die Geschichte der abendländischen Philosophie mit einem Fokus auf den deutschsprachigen Raum" heißen müsste.
Selten werden Ausflüge über die Grenzen des "Westens" gemacht und auch die Passagen über
Sigmund Freud wiederholen sich teilweise mit denen aus Band 3. Zudem sind sie teilweise sehr oberflächlich und trotzdem ausufernd verfasst.
Profile Image for Frank.
592 reviews123 followers
June 30, 2025
Im ersten Band überzeugt Prechts Ansatz durch das konsequente In- Beziehung- Setzen von geistigen Prozessen zu gesellschaftlichen Problemstellungen (Kooperation innerhalb sich vergrößernder Handels- Netzwerke, Architektur, militärische Expansion usw.). Band zwei bietet neben bekannten Denkern auch einige weitgehend unbekannte Namen, die das Interesse wecken. Auch hier bleibt die Engführung des Denkens mit gesellschaftlichen Umbrüchen die rote Linie. Während in diesen Bänden die Erläuterung der philosophischen Fragestellungen dennoch dominiert, zerfasert die Darstellung in Band drei, da nach Kant und Hegel die Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Umbrüchen derart in den Vordergrund rückt, dass das Philosophische als Inhalt einer Philosophiegeschichte zugunsten von Vorgängen in Wissenschaft (Darwin, Krise der Physik, Aufkommen der Chemie, der Soziologie usw. usf.) und Gesellschaft (Revolutionen, Arbeiterbewegung, Ideologiestreit etc.) in den Hintergrund rückt bzw. die geistesgeschichtlichen Zusammenhänge im engeren Sinne nicht wirklich kenntlich werden. Im vierten Band hat Precht nun wieder versucht zu zeigen, wie Philosophen und philosophisch inspirierte Denker auf die Krise des wissenschaftlichen Positivismus im 19. Jahrhundert reagieren. Der gesellschaftliche Kontext wird nicht ausgespart, gezeigt wird aber vor allem, in welcher Weise Philosophen auf die Psychologisierung der Erkenntnistheorie oder ihre Auflösung in Physik/ Logik reagieren und wie sich die Suche nach einer erneut objektiven Begründung menschlichen Erkenntnisvermögens bzw. einer entsprechenden Ontologie gestaltet. Damit fokussiert Precht ein Grundproblem (mit Beziehungen zur Moral- und Sprachphilosophie) und es gelingt ihm - anders als im Band drei - erneut relativ überzeugend die geistigen Bezüge und innerphilosophischen Fragestellungen herauszuarbeiten, ohne dass er deswegen eine reine, Gesellschaftliches/ Politisches ausblendende Geistesgeschichte geschrieben hätte.

Soweit ist der Ansatz gelungen und dürfte vor allem dem interessierten Laien einen Pfad durch den Dschungel modernen Philosophierens eröffnen. Gleichzeitig geht die Konzentration auf ontologisch- erkenntnistheoretische Fragen unter Einbeziehung lebensweltlicher Bezüge (u.a. wird teilweise vergnüglich die Berufungs- und Konkurrenzgeschichte der oft persönlich miteinander bekannten Universitätsphilosophen ausgebreitet) allerdings zu Lasten der Darstellung anderer relevanter Fragestellungen und die vorgestellte Breite verhindert das tiefere Eindringen in Detailfragen. Pascal Zorn würde hierin ein typisches Merkmal von Populärphilosophie sehen und damit hätte er Recht. Aber was sonst soll/ kann eine Geschichte der Philosophie des beginnenden 20. Jahrhunderts (im Wesentlichen bis 1945) leisten? Ich meine, hier liegt eine durchaus gelungene populärphilosophische Darstellung vor, die einen in der Tat bedeutenden und die moderne Philosophie strukturierenden Strang des Denkens verfolgt, der - wie gezeigt wird -sowohl auf die Krise der Physik als auch auf die Konkurrenz biologistischer Menschenbilder reagiert und Lösungen vorschlägt, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts weiter verfolgt werden. Dabei hat Precht die Brille der wesentlich deutsch geprägten Kontinentalphilosophie auf und kann sein (berechtigtes) Fremdeln mit Heidegger und sprachphilosophischen Ansätzen (die heute in der Philosophie bestimmend geworden sind) kaum verhehlen, auch wenn er den Leistungen beider Sichtweisen gerecht zu werden versucht. Das geht so in Ordnung.

Precht hat mit dem vierten Band seiner Philosophiegeschichte aber auch unverschuldet Pech gehabt. Der Band erscheint nach Safranski, Eilenberger, Illies und anderen, die vor ihm das Interesse an Philosophie bzw. ihren prägenden Gestalten in populären Darstellungen, die sich z.T. denselben Inhalten widmen, zu befriedigen versucht haben. So gesehen ist der Neuwert für den interessierten Leser, der mit dem populären Feld vertraut ist, gering (für Fachphilosophen werden Philosophie- Geschichten ohnehin nicht mehr geschrieben). Abhilfe hätte vielleicht der Blick über den west- europäischen Tellerrand schaffen können, der Denker wie etwa R. Tagore (Indien) einbezogen oder sich mit der Religionsphilosophie M. Eliades (Rumänien) hätte auseinandersetzen können. Auffällig ist auch, dass sich Precht, der schon im Band drei nicht zu viel Sympathie für Marx und Engels zeigen wollte, nicht kritisch mit Lenin auseinandersetzt, der immerhin ein politisch wirksames, wenn auch kaum philosophisch- tiefgründiges Buch zum Empiriokritizismus verfasst hat. Sei's drum. Dem interessierten Laien bietet das Buch - abgesehen von den erwähnten Einschränkungen - eine hinreichende Orientierung in der Philosophie vom Anfang bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts und macht auch durch Quer- und Rückverweise entsprechende Zusammenhänge deutlich. Der fehlende Mehrwert ist dem Autor nicht wirklich anzulasten, sondern eher als Verdienst seiner Konkurrenten anzusehen, die sich bisher allerdings für die zweite Hälfte des Jahrhunderts zurückgehalten haben. Hier liegt Prechts Chance für Band V, der gewinnen könnte, wenn endlich auch die Meinung des Autors als Standpunkt, von dem aus beschrieben und gewertet wird, deutlicher kenntlich gemacht würde. Hier könnte Precht sich nicht nur als Autor, sondern auch als der Philosoph zeigen, der er sein will. Seine Kritiker hätten dann etwas, mit dem sie sich konkret auseinandersetzen können. Sonst reicht die Ignoranz dem Autor gegenüber nicht weit, denn schreiben kann der Mann und grobe sachliche Fehler jenseits subjektiver, also standpunktbezogen- eingeschränkter Perspektiven auf seinen Gegenstand, kann man ihm schwerlich nachweisen (Korrekturen, also sachdienliche Hinweise auf Fehlerhaftes, sind immer willkommen.) Meint: Das Buch ist Jugendlichen, Einsteigern und allen sonst an Philosophie nicht professionell interessierten Menschen zur Lektüre empfohlen.
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