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Eingesperrt und ausgegrenzt: Armut, Ausbeutung und Rassismus – eine andere Geschichte der Medizin | Wie Diskriminierung die Verbreitung von Infektionskrankheiten beeinflusst

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Warum Krankheiten, Seuchen und Pandemien nicht alle gleich treffen ‒ eine Reise durch die Weltgeschichte 

AIDS, Cholera, die Spanische Grippe – die Folgen von Epidemien werden auch durch menschliches Handeln bestimmt. Nicht weiße Menschen sind schwerer von solchen Ereignissen betroffen und haben ein höheres Sterberisiko. Kolonialismus, Ausgrenzung und Rassismus potenzieren Krankheitsausbrüche und vergrößern das Leid. Diese fatalen Unterschiede zeigt Edna Bonhomme in ihrem Buch, in dem sie eine spannende Reise durch die Zeit der Krankheiten und Seuchen vom Ausbruch der Cholera auf einer Plantage in den 1830er-Jahren über die Verbreitung der Malaria im Zuge des Vietnam-Kriegs, die Rolle von Tuberkulose in New Yorker Gefängnissen bis zu den jüngsten Folgen der Covid-Pandemie. Ihre erschütternde Analyse Krankheiten haben schon immer mit politischen Voraussetzungen interagiert – nicht immer zum Wohle der Menschen.

385 pages, Kindle Edition

Published May 30, 2025

27 people want to read

About the author

Edna Bonhomme

11 books8 followers
Edna Bonhomme is a Haitian American scholar, writer, and former biologist. She is currently a Postdoctoral Fellow at the Max Planck Institute for History of Science where she is working on her book manuscript Ports and Pestilence in Alexandria, Tripoli, and Tunis which addresses the convergence of sanitary imperialism and traditional medicine during the late nineteenth and early twentieth centuries. In addition to her book project, she is collaborating with Berlin –based artists and writers who are using decolonial methodologies and diachronic practices in order to upend uneven power dynamics in archives, pedagogy, and science.

She completed her PhD in history/history of Science at Princeton University in 2017. Using a historical materialist approach, her dissertation, “Plagued Bodies and Spaces: Medicine, Trade, and Death in Ottoman Egypt, 1705-1830 CE,” examined the commercial and geopolitical trajectory of plague and as its direct links to commercial, provincial, and imperial policies in several North African port cities. In addition to her historical training, she studied biology at Reed College (BA) and public health practitioner at Columbia University (MPH).

In addition to her academic interests, she writes for publications including but not limited to Africa is a Country, Contretemps, Der Freitag, Jacobin Magazine, Mada Masr, and Viewpoint Magazine. She has previously taught for the Princeton Prison Initiative (2012), Drexel University (2016, 2017), and Humboldt University (2018).

More information about her can be found at https://www.ednabonhomme.com.

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Profile Image for Desastroeses Hörnchen.
57 reviews19 followers
June 10, 2025
3,8 Sterne.

Also eigtl. steht es mir als weiße, in Europa lebende cis Frau ehrlich nicht zu hier irgendetwas zu kritisieren, ich tue das nun trotzdem auch um eine Diskussion zu Medizinethik u Medizingeschichte in Studium & Lehre anzustoßen.


In ihrem Buch nähert sich Bonhomme dem Thema gesundheitlicher Ungerechtigkeit, Rassismus und Kolonialismus im Gesundheitswesen kulturwissenschaftlich, mit deutlichem Bezug auf historische Ereignisse.
Dabei analysiert sie, wie koloniale und rassistische Gewalt durch medizinische Institutionen und Gesundheitsbehörden ausgeübt wurde und auch noch heute ausgeübt wird.

Ich schließe mich einigen Kritiker*innen an: Das Buch hätte definitiv ein gründlicheres Lektorat und möglicherweise eine stärkere inhaltliche Struktur gebraucht.

Ich persönlich konnte inhaltlich zwar wenig Neues daraus mitnehmen, aber ich fand die konkreten Erfahrungsberichte von POC sehr wichtig und auch alle Kernaussagen sind soooo wichtig für die eurozentrische Med u Nursebubble da draußen!

Etwas traurig macht mich das Fehlen einer multidirektionalen Erinnerungsperspektive: Einige Opfergruppen medizinischer Experimente und von Genoziden werden vollständig ausgeklammert.

Was für mich wirklich gar nicht ging, war, dass die Autorin seitenlang extrem weiße Autor*innen zitiert – während sie andere traumaüberlebende Autor*innen kaum zitiert , obwohl gerade diese umfangreich zu Themen wie Rassismus, Antisemitismus, Isolation und Ausgrenzung geschrieben haben.

Ich bin eine klare Verfechterin multidirektionaler Erinnerung – nicht falsch verstehen –, aber : warum erachtet man es als wichtig seitenweise Virginia Woolf zu zitieren, anstatt sich mit den systematischen Morden an Kindern in der NS-Zeit oder den bis heute andauernden (medizinischen) Verbrechen an Indigenen in Kanada auseinanderzusetzen, besonders wenn man parallel dazu das kollektive Trauma der eigenen Community benennen und erforschen will ?

Die Autorin ist Biologin und Public Health Expertin – ihre Kritik und ihre Schlussfolgerungen empfinde ich als wertvoll, und ich bin ihr für dieses Werk dankbar. Ich werde mir nun wohl doch das Buch „Health Communism“ vornehmen, da sie sich selbst dieser Bewegung zuordnet. (Ich habe solche kommunismusnahen Utopien bisher eher gemieden, weil sie historisch häufig mit Genoziden und medizinischer Gewalt einhergingen – da bin ich sehr vorsichtig.)

„Wenn Menschen an Grenzen oder in Gefängnissen festgehalten, in Slums eingesperrt, von der Gesellschaft ausgeschlossen und ihrer Entfaltungsmöglichkeiten beraubt werden, ist ihr schlechter Gesundheitszustand eine direkte Folge dieser Formen der Unfreiheit.“

Dem stimme ich voll und ganz zu.
This entire review has been hidden because of spoilers.
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