Natalya Nepomnyashcha ist soziale Aufsteigerin und Gründerin von »Netzwerk Chancen«. In ihrem Buch erzählt sie offen von ihrem zähen Weg nach oben. Sie berichtet, wie sie aufgrund ihrer Hartz-IV-Herkunft immer wieder diskriminiert wurde – bis ihr nach vielen Jahren der Karrieredurchbruch gelang. Heute fördert sie selbst über 2.000 Erwachsene auf ihrem beruflichen Weg.
Nepomnyashcha zeigt, wie stark unsere Gesellschaft davon profitiert, wenn Menschen unterschiedlicher sozialer Herkünfte auf allen Ebenen zusammenarbeiten. Sie empowert Aufstiegswillige, denn nachdem der Schritt bis zum Abitur oder an die Uni trotz der vielen Hürden geschafft ist, folgt im Job oft die gläserne Decke. Deshalb muss soziale Herkunft als Diversity-Faktor in Unternehmen endlich anerkannt werden. Es braucht aber in den Vorstandsetagen und Personalabteilungen überhaupt erst ein Bewusstein für die Problematik. Anhand ihrer eigenen Geschichte, von Fallbeispielen und der Lage in Unternehmen zeigt sie, wie wir Platz für Aufsteiger*innen in Unternehmen, Politik und Gesellschaft schaffen können – und warum das gut für alle ist.
Das war richtig gut! Für mich war dieses Buch eher so ein Ich-les-mal-rein-Projekt, weil es gerade in meiner Onleihe verfügbar war, und ich wurde echt super positiv überrascht. An sich finde ich das Thema Karriere & Beruf spannend, aber speziell mit der sozialen Herkunft als Diskriminierungsgrund auf dem Arbeitsmarkt habe ich mich noch nie beschäftigt. Es ist auch wirklich ein sehr subtiles und unterschätztes Thema in unserer Gesellschaft. Umso besser, dass sich die Autorin dem angenommen hat und auch in ihrem beruflichen Leben dafür einsetzt. Mir wurden in diesem Buch wirklich mehrmals die Augen geöffnet und ich sehe vieles, was in der Arbeitswelt passiert, nun mit neuem Blick. Und ich bin stark dafür, dass sich etwas ändert! Ich finde das Buch, vor allem das Hörbuch, auch sehr gut gemacht. Die Sprecherin versteht es, das Thema mit der Leidenschaft der Autorin rüberzubringen, sodass dieses vielleicht nüchtern anmutende Thema sehr unterhaltsam und spannend präsentiert wurde. Dazu trägt auch bei, dass die Autorin sehr viel von ihrer eigenen Geschichte mit einbringt und betroffene zu Wort kommen lässt. Ich fand die Geschichten der sozialen Aufsteiger wirklich unglaublich spannend, das hat das alles so echt und nah gemacht. Und im Nachwort kam dann auch noch jemand aus der gehobenen Mittelschicht zu Wort, sodass noch viele weitere abgeholt werden konnten. Ich mochte es auch, dass die Autorin Probleme nicht nur ausfindig macht, sondern auch so viele Lösungsvorschläge präsentiert. Es ist einfach ein sehr gut durchdachtes Buch, gut gemacht, gut geschrieben, aussagekräftig und sehr wichtig! Ich würde es wirklich sehr gerne an sehr viele GF-Etagen schicken!
Chapeau für dieses mutige und so wichtige Buch👏🏽, das nicht nur die persönlichen Geschichte und Erfahrungen der Autorin sowie weiterer benachteiligt aufgewachsener Personen beleuchtet, sondern auch fundierte Fakten, klare Analysen und mögliche Perspektiven liefert. Äußerst eindrücklich wird deutlich, dass unser Bildungssystem und unsere Arbeitswelt - statt von Diversity und Chancengleichheit - nach wie vor sehr stark von Ungerechtigkeiten, Diskriminierungen, von Klassismus, geprägt sind. Und wieder mal ein Buch, von dem ich mir wünsche, dass es jede*r lesen würde!
Ein sehr wichtiges und ehrliches Buch, das schonungslos zeigt, wie die soziale Herkunft über das Schicksal entscheidet. Da ich selbst aus finanzschwachen Verhältnissen komme, hat mich „Wir von unten“ tief getroffen. Es hat mir geholfen, meinen eigenen Lebensweg besser zu verstehen und eine Antwort darauf zu finden, warum ich mein ganzes Leben das Gefühl hatte, immer doppelt so hart arbeiten zu müssen.
Die eindrucksvolle Lebensgeschichte von Natalia wird mit fundierten Studien über sozialen Aufstieg, Chancengleichheit und die Mechanismen der deutschen Eliten verknüpft. Da ich nicht in Deutschland geboren bin, war es für mich interessant, mehr über die Funktionsweise des deutschen Schulsystems zu erfahren. Die Autorin zeigt, wie früh Ungerechtigkeit entsteht: Kinder aus der oberen Mittelschicht werden häufiger als „klüger“ eingeschätzt und erhalten durch ihr familiäres Umfeld Möglichkeiten, für die andere hart kämpfen müssen: Zugang zu Netzwerken, Studium, Jobs, kulturellen Codes und den „richtigen“ Hobbys (Habitus). Sehr traurig fand ich viele der Interviews mit Menschen, die enorme Umwege gehen mussten, weil ihnen das finanzielle oder familiäre Sicherheitsnetz fehlte. Diese Geschichten zeigen, wie viel Talent, Energie und Zeit im Kampf gegen strukturelle Hürden verloren gehen können.
Was man tun kann? Fördermöglichkeiten und Mentor*innen („Sponsoren“) suchen, das eigene Auftreten reflektieren und sich mit anderen Sozialaufsteigenden solidarisieren und vernetzen.
Mich beschäftigt sehr, dass mein Alltag seit dem Ende meiner beruflichen Tätigkeit mit Menschen an der Armutsgrenze kaum noch Berührungspunkte mit dieser Lebensrealität hat. Wenn ich derzeit über Arbeit und Netzwerke nachdenke – was mich im Moment intensiv beschäftigt – dann wünsche ich mir, diese künftig inklusiver, umfassender und verbindender zu denken. Gerade deshalb bin ich so dankbar für Bücher wie dieses. An vielen Stellen konnte ich voll und ganz zustimmen oder Neues lernen. Manches hat in mir ein Störgefühl ausgelöst – und gerade das fand ich spannend, weil es mich zum Weiterdenken angeregt hat. Für mich gehört dieses Buch in die Kategorie: Ich wünsche mir, dass es möglichst viele Menschen lesen.
Ich hab mich in diesem Buch wiedergefunden. Nicht in jedem Detail, aber in der Haltung. Ich weiß, wie es ist, „von unten“ zu kommen, ständig Codes zu lernen, Räume zu betreten, in die man eigentlich nicht eingeladen war.
Natalya schreibt ohne Filter über Herkunft, Macht und Ausschluss. Sie erklärt nicht von oben herab, sie spricht auf Augenhöhe. Und sie zeigt, dass sozialer Aufstieg kein Happy End ist, sondern ein permanenter Spagat zwischen Welten.
Ich mag, dass sie das System nicht als Naturgesetz hinnimmt. Sie macht sichtbar, wie stark Klasse in Deutschland immer noch wirkt. Auch da, wo alle „Chancengleichheit“ sagen.
Ich wünsche mir, dass mehr Leute das lesen, vor allem die, die glauben, Aufstieg wäre nur eine Frage des Wollens.
Danke, Natalya! Dieses Buch ist genau für mich geschrieben und erzählt leider meine Geschichte… Das Lesen war schmerzhaft zu lesen, aber auch motivierend, da ich jetzt weiß, dass ich nicht allein auf dem Weg „nach oben“ oder besser gesagt „von unten“ bin.
Klassismus, soziale Ungleichheit, Privileged Fragilily… eigentlich ein paar Begriffe für ein riesiges systematisches Problem.
Zitat: „Meine Eltern gaben mir Liebe. Aber keinen Halt. Wie soll man Halt geben, wenn man selbst keinen hat?“ - da habe ich geweint 😭
Ein sehr wichtiges und gut geschriebenes Buch. Das Lesen hat bei mir viele Momente des Nachdenkens ausgelöst, begleitet von Wut, Trauer und Tatendrang.
Dieses Buch sollte jeder lesen! - Tiefe Einblicke in die Herausforderungen von Menschen mit sozialer Herkunft
Ich bin Natalya unglaublich dankbar, dass sie das Thema soziale Herkunft und soziale Diversität so sichtbar macht. „Wir von unten“ hat mich regelrecht in seinen Bann gezogen und ich habe es förmlich aufgesogen. Als Frau mit Migrationsgeschichte, die in Deutschland aufgewachsen ist, fühle ich mich durch „Wir von unten“ gesehen und verstanden. Natalya vereint ihre persönliche Geschichte und Erfahrungen mit einer emotionalen und einfachen Sprache, ergänzt durch fundierte sachliche Aspekte über soziale Diversität.
Obwohl ich selbst aus ärmlichen Verhältnissen komme, hat mich Natalyas persönliche Geschichte emotional tief berührt und gleichzeitig wütend gemacht, dass solche Ungerechtigkeiten bis heute bestehen. Besonders beeindruckt haben mich die Erkenntnisse des Elitenforschers Michael Hartmann, die mir völlig neue Perspektiven eröffneten. Sie zeigen, wie wichtig es ist, sich divers zu vernetzen und gegenseitig zu unterstützen.
Das Buch greift neue und oft unsichtbare Aspekte auf, wie die Diskriminierung in Auswahlverfahren und bei Beförderungen innerhalb von Unternehmen. Durch „Wir von unten“ wurde mir noch einmal klar, was mir selbst in Unternehmen widerfahren ist. Natalya und Netzwerk Chancen verändern die Arbeitskultur und bieten neue Perspektiven für Menschen, die mindestens genauso viel Wissen und Erfahrung mitbringen. „Wir von unten“ verdeutlicht auch, welche Unternehmen soziale Diversität tatsächlich leben und welche sie nur für Sichtbarkeit nutzen. Dieses Buch gehört in jede Schule und in die Hände jeder Person. Es verdient mehr als 5 Sterne. Danke, Natalya und Naomi, für „Wir von unten“ und eure Arbeit!
Umso wichtiger ist es, Netzwerk Chancen zu unterstützen und „Wir von unten“ noch mehr zu verbreiten. Bitte mehr davon!