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U: U-Bahn

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Ein neuer Geniestreich des Bestsellerautors von Er ist wieder da.

Nur noch fünf U-Bahn-Stationen trennen die junge Lektorin Anke Lohm von einer Dusche und dem frisch bezogenen Bett im Gästezimmer ihrer besten Freundin. Zwar nervt sie nach einer Bahnreise mit allen Komplikationen der einzige andere Fahrgast im leeren Zug, aber beim nächsten Halt will der junge Mann aussteigen, und dann ist endlich, endlich Ruhe. Sollte diese nächste Station nicht eigentlich längst da sein? Als aus zwei Minuten fünf werden, dann zehn, zwanzig, in denen die Bahn ungebremst durch die endlose Dunkelheit schießt, ahnt Anke Lohm, dass dies mehr sein könnte als nur eine der größte Fehler ihres Lebens.

Suggestiv erzählt, ü Timur Vermes erweist sich als Virtuose literarischer Spannung.

Die Lesung von Eva Meckbach und Shenja Lacher setzt die Dynamik der Ereignisse während der rasanten Fahrt perfekt in Szene.

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Published October 28, 2021

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About the author

Timur Vermes

12 books206 followers
Vermes was born in Nuremberg in 1967. His father fled from Hungary after the suppression of the Hungarian Revolution of 1956. After graduation, he studied history and politics in the University of Erlangen-Nuremberg. Since then he has been a journalist for tabloids such as the Munich Abendzeitung and the Cologne Express among other newspapers. In 2007 he started to ghostwrite books, including a book by a so-called crime scene cleaner entitled What's Left Of Death.

In 2012 he published his debut novel, Er ist wieder da. In the satire he wrote a scenario in which Adolf Hitler in wakes up in 2011 in Berlin and through various comedy television shows eventually re-enters politics. After presentation at the Frankfurt Book Fair, the novel rose to number one on the Spiegel Bestseller List. The audiobook read by Christoph Maria Herbst also reached the top spot. Since September 2012, the book has sold over 700,000 copies (as of June 2013) and has been translated into 27 languages. In December 2013 it was announced that Vermes' bestseller was to be produced by Constantin Film as a movie. The film is slated for release in 2015. Vermes is also writing the script for the film.

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Community Reviews

5 stars
28 (9%)
4 stars
68 (24%)
3 stars
97 (34%)
2 stars
55 (19%)
1 star
34 (12%)
Displaying 1 - 30 of 62 reviews
Profile Image for Rebecca.
722 reviews47 followers
October 28, 2021
Anke Lohm ist todmüde. Nach einer anstrengenden Bahnreise möchte sie am liebsten einfach nur noch ins Bett fallen. Und bald ist sie auch da. Nur noch 5 Bahnstationen und sie ist bei ihrer besten Freundin Kiki angekommen.
Die U-Bahn ist leer, bis im letzten Moment ein etwas überdreht wirkender Mann einspringt. Der redselige Typ erzählt, dass er gleich an der nächsten Station aussteigen will. „Wenigstens das“, denkt Anke leicht genervt. Doch die nächste Bahnstation ist überraschend weit weg. So weit können diese U-Bahnhöfe doch gar nicht auseinander liegen? Diese Frage stellen sich auch die zwei nächtlich reisenden Protagonisten, die schon bald feststellen müssen, dass diese U-Bahn so schnell nirgendwo mehr halten wird. Panik kommt auf. Ist das noch real oder sind Anke und der komische Typ in einem Horrorfilm gelandet?
_________________________

Timur Vermes‘ erste beiden Bücher „Er ist wieder du“ und „die Hungrigen und die Satten“ waren zwei sehr umstrittene und eher zynische Romane, die ich beide gerne gelesen habe (obwohl viele meiner Bücherfreunde sie nicht mochten). Gerade deshalb war ich sehr gespannt, was „U“ nun mit sich bringt. Als erstes muss man auf jeden Fall festhalten, dass sich „U“ thematisch und stilistisch nicht in die Reihe der anderen Werke des Autors eingliedert. Der Thriller ist in einer Art innerem Monolog gehalten, die Gedanken der Figuren werden kaum verarbeitet niedergeschrieben. Bisweilen ist nicht einmal ganz klar, wer was denkt. Diese Art des Erzählens lässt das Geschehen natürlich sehr real wirken, da man die Panik der Protagonisten geradezu spüren kann. Schön fand ich auch, dass die beiden nicht superheldenmäßig einen kühlen Kopf bewahrt haben, sondern sich menschlich-gestresst erstmal gegenseitig in die Haare kriegen.
Die gruselige und bedrückende Stimmung war auch das, was ich an dem Buch am spannendsten fand: ich wollte unbedingt herausfinden, was genau hier jetzt passiert ist und ob das Ganze im Endeffekt doch nur ein großer Prank war.
Trotzdem kann diese Spannung nicht ganz darüber hinwegtäuschen, dass der Großteil des Buches einfach sehr chaotisch, die Figuren keine Sympathieträger und das Ende einfach schwach waren.

Schade! Als Fan von Vermes‘ Vorgängerwerken wurde ich leider etwas enttäuscht, da hat er schon besseres veröffentlicht. Nett für zwischendurch, ist auch eine kurze Lektüre, aber mehr auch nicht.


Danke an den Piperverlag für das Rezensionsexemplar!
Profile Image for Aleshanee.
1,721 reviews126 followers
October 27, 2023
Ich bin ja immer offen für neues und finde auch gewöhnungsbedürftige Schreibstile interessant. Aber was das hier war, weiß ich echt nicht...
Anfangs fand ich es noch witzig, aber auf Dauer einfach nur anstrengend (zum anhören) und nichtssagend (zur Story)

Dennoch bin ich froh es aus der Bücherei als Hörbuch ausgeliehen zu haben, denn zum einen hätte ich sonst 15 Euro zum Fenster rausgeschmissen, zum anderen wäre es beim Lesen wahrscheinlich noch anstrengender gewesen, so konnten zumindest die Sprecher noch ein bisschen was rausreißen aus dem abgehackten Stil. Auch war es eher ein Hörspiel als ein Hörbuch.
In der Anfangsszene am U-Bahnhof, als sie noch auf dem Weg zur Bahn ist, dachte ich nämlich eigentlich noch, dass das ganz witzig werden könnte. Die Verspätungen der Öffentlichen werden auf die Schippe genommen, der ständige Weg von hier nach dort, die Zeit, die man auf Wegen verbringt etc. Das hätte durchaus in eine spannende philosophische Richtung führen können. Aber im Endeffekt kam nichts dabei raus. Eine Fahrt ins Nirgendwo ohne Halt und ohne Sinn, meiner Meinung nach.

Zitat:
Rollkoffer blockiert alle fünf Schritte.
Dann: an ihm zerren.
Könnte genauso mit einem Vierjährigen reisen.
Rollt fünf weitere Schritte – blockiert.
Wegschmeißen. Längst!
Aber: Umwelt.
Haut: klebrig.
Haare: alter Rasierpinsel.
24-Stunden-Deo. Von wegen.
Zitat Ende

So ging das durchwegs weiter. Im Zug dann, als klar ist, dass sie festsetzen, wird sie immer panischer, und damit auch die Stimme der Sprecherin immer anstrengender. Und ein Er, der sich teilweise aufplustert und im Endeffekt beide nichts zu einer erhellenden Entwicklung beisteuern.
Von Spannung war da für mich jedenfalls nichts zu spüren und auch der Überraschungseffekt am Ende hat gefehlt.
2 Stunden verschwendete Hörzeit für mich.
Profile Image for Miss Bookiverse.
2,236 reviews87 followers
December 29, 2021
Das Hörbuch mit mehreren Sprecher*innen bietet Hochspannung pur. Den Bewusstseinsstrom fand ich sehr gekonnt geschrieben und eingesetzt, gerade im Hörbuch kommt das gut rüber und entwickelt eine treibende Wirkung. Das Ende mag auf den ersten Blick unbefriedigend, sprich offen, sein, aber es regt auch zum Grübeln, zum erneuten Lesen und zum Diskutieren ein, was vielleicht sogar mehr Spaß bringt als eine eindeutige Lösung.
Profile Image for Julie J..
616 reviews36 followers
September 12, 2022
ENGLISH VERSION BELOW
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Jaaa …. U-Bahn …. What? Ich habe das Buch eigentlich zur Hand genommen, da es innen extremst interessant aufgemacht ist. Es erinnert in manchen Passagen etwa an die Sprachgedichte von Ernst Jandl, auf den Seiten finden sich interessante Gedankenspiele. Das Buch ist auf jeden Fall etwas anderes. Das Buch müsste man eventuell als Buddy-Read lesen, um sich austauschen zu können, was passiert, was man sich dazu denkt. Dazu wäre es schön zusätzlich darüber zu spekulieren, was sich Timur Vermes dabei gedacht, eben den Spuren des Autors zu folgen.
Unterm Strich ist es mir immer noch nicht klar, was das für ein Buch sein soll. Horror? Ein reines Gedankenexperiment? Das Ergebnis von zu viel Alkohol und Drogen bei den Hauptfiguren? Ein Beleg dafür, dass man sich nur dann auf Polizei und die Rettungsdienste verlassen kann, wenn man eine komplett weiße Weste hast und ins Bild passt? Gesellschaftskritik? Sozialkritik? Kritik an den 100er-Nummern (Feuerwehr, Polizei, Rettung)?
Das Ende des Buches erschloss sich mir dann wieder. Der Übergang vom langen schrägen Teil zum Ende hin ist an mir leider vorbei gegangen. Ich habe natürlich Thesen, aber who knows?
Begeistert hat mich das Buch nicht wirklich, ich runde dennoch auf den 3 Stern auf, weil das Buch eben etwas anderes ist und innen interessant konzipiert war.
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Yaaaay .... U Bahn (=underground/subway/metro) .... What? I actually picked up the book because the inside is extremely interesting. In some passages it reminds me of the language poems of Ernst Jandl, for example, and there are interesting mind games on the pages. The book is definitely something different. You might have to read the book as a buddy read to be able to exchange what happens, what you think about it. It would also be nice to speculate on what Timur Vermes was thinking.
The bottom line is that it's still not clear to me what kind of book this is supposed to be. Horror? A pure mind experiment? The result of too much alcohol and drugs among the main characters? Proof that you can only rely on the police and emergency services if you have a completely clean slate and fit into the picture? Social criticism? Criticism of the 100 numbers (fire brigade, police, ambulance)?
The end of the book then opened up for me again. The transition from the long oblique part to the end unfortunately passed me by. I have theses, of course, but who knows?
I wasn't really enthusiastic about the book, but I'll round it up to 3 stars because it's something different and the concept on the inside was interesting.
Profile Image for Madita Hofmann.
270 reviews53 followers
January 20, 2022
Anke Lohm will mit ihrem störrischen Rollkoffer nur nach Hause - oder besser gesagt in das Gästebett, das ihre beste Freundin Kiki vorbereitet hat. Sie sehnt sich nach Schlaf und will möglichst schnell die letzten 5 U-Bahnstationen hinter sich bringen. Doch dann fährt die U-Bahn. Und fährt. Und fährt immer weiter, ohne Halt durch die Dunkelheit. Und es wird immer gruseliger...


„.U-Bahn aber: Noch langsamer. Noch. Lang- Sa. Mmmmmm. A. Das war´s. Oder? Nein ... Doch. Steht."
pos. 115


Der Schreibstil des Autors ist ... nun ... sehr gewöhnungsbedürftig. Sätze, die teilweise nur aus einem Wort bestehen. Oder aus Geräuschen wie "schrubb schrubb" oder "chng chng". Oder schier endlosen Wiederholungen wie "Ratterratter. Ratterratter. Nicht zu ihm gucken. Ratterratterratter." Der Klappentext hörte sich total interessant an, ich dachte an Spannung, vielleicht etwas Horror - aber niemals hätte ich das erwartet, was ich dann bekam: eine endlose Aneinanderreihung von Worten, die oftmals keinerlei Sinn ergeben.


„Ratterratter. Ratterratter. Nicht zu ihm gucken. Nicht zu ihm gucken. Ratterratter. Ratteratterratter."
pos. 145


Es kommen hauptsächlich drei Personen vor: Anke, der junge Mann, der im selben Waggon sitzt und eine Schwangere im nächsten Wagen. Keine der Personen lernt man irgendwie näher kennen, geschweige denn, dass man eine Verbindung zu ihnen aufbauen kann. Man macht sich zwar Gedanken, was am Ende die Auflösung ist (Eingeschlafen? Auf Drogen? Alkohol? Völliger Wahnsinn?), aber eigentlich interessierte es mich nicht wirklich. Vielmehr beherrschte mich die Frage: WTF? Was lese ich da? Was soll das sein? 


„.Dort hinten Lichtkaputt. Nicht kaputt. Doch kaputt. Nicht kaputt: flackert. Flackert eins. Flackert noch eins. Eins aus. Zwei flackert Zwei drei flackern Eins aus, zwei aus. Jetzt auch drei aus."
pos. 582


Und dann kam das Ende. Tja, und ich war nicht schlauer als zuvor, denn nach all den sinnlosen Worten, endlosen Geräusch-Aneinanderreihungen und komischen Wirr-Warr kommt keinerlei Auflösung. Nix. Nada. Und somit bleibe ich auch nach Beenden des Buches mit der Frage zurück, was zur Hölle ich da eigentlich gelesen habe und warum. Zeit, die ich mir durchaus hätte sparen können. 

Fazit


Selten war ich so von einem Buch enttäuscht, selten bewerte ich Bücher so schlecht. Aber mit "U" konnte ich schlichtweg gar nichts anfangen. Das Buch ist ein einziges Chaos, ein Wirr-Warr und für mich irgendwie sinnlos. 
Profile Image for Jodi.
2,289 reviews43 followers
March 1, 2022
Nach "Er ist wieder da" habe ich Timur Vermes einigermassen aus den Augen verloren. Bis er mir in der Bibliothek mit diesem Buch wieder begegnet ist. Natürlich kam es sofort mit nach Hause.

Vermes bedient sich in diesem Werk einer speziellen Erzähltechnik, wie die auch in House of Leaves verwendet wird. Wer sich also noch nicht wirklich an dieses umfangreiche Werk herantraut, kann sich erst einmal mit Vermes aufwärmen.

Dabei erzeugt der Autor mit einzelnen Worten enorm viel Stimmung. Ich fühlte mich hier unwohler als bei der Lektüre so manchen Horrorbuches. Was, wenn so etwas wirklich mal passiert? Wenn man einfach in der Dunkelheit festsitzt und keinen Ausweg mehr findet? Man nicht versteht, was passiert, und einem niemand glaubt? Beengend, schaurig, grausig.

Ich war so sehr in diesem Werk drin, dass ich mich stoppen musste. Nicht zu viel, sonst verliert es seine Wirkung! Also nur portionenweise geniessen. Lesen, schaudern, weiterlesen. Manchmal verliert sich der Effekt ein wenig, manchmal verstand ich auch nicht ganz, was geschehen ist, aber ich störte mich nicht daran. Nahm es als Verschnaufspause, bevor die U-Bahn wieder an Fahrt aufnimmt.

Dieses Buch war wieder einmal ein Glücksfund und hat sich innert kürzester Zeit zu einem Monatshighlight im Februar entwickelt. Wer Mühe mit der Dunkelheit und engen Räumen hat, sollte es sich aber gut überlegen, ob er/sie sich auf diese Fahrt begeben möchte...
Profile Image for justabookseller.
114 reviews40 followers
October 31, 2021
Was ist das bitte? Ist das dieses "Literatur"? Dann ist das nix für mich. Absolut sinnfrei. Habe das Hörbuch gehört und ich weiß nicht, ob es das besser oder schlechter gemacht hat. Super anstrengend zu hören.
Profile Image for anna ☆.
46 reviews5 followers
February 24, 2023
2,5;

An sich hat sich das Konzept richtig vielversprechend angehört, die Umsetzung war dann aber irgendwie ein bisschen enttäuschend.
Ich hätte gerne irgendeine Art von Auflösung / Sinn des Ganzen gehabt. (Vielleicht ist die Pointe aber auch an mir vorbeigegangen & es liegt an mir lol)
Der Schreibstil war zwar anfangs ganz interessant & mal was Anderes, ging mir dann nach einer Weile aber auch dezent auf die Nerven.
Alles in allem fühlt sich das Buch irgendwie unfertig an. Dieser Plot hätte für mich nur dann funktioniert, wenn er auch richtig aufgelöst worden wäre.
Ich bin nach Beenden des Buches genauso verwirrt, wie während des Lesens, was maximal unzufriedenstellend ist. :/
Profile Image for Ankas.
Author 1 book57 followers
Read
November 25, 2021
Ratlos.

Was

war

das???
Profile Image for Doro.
23 reviews
September 22, 2023
Das war... anders.
Hab mich lange nicht mehr so gehetzt und unwohl gefühlt. Vermutlich erging es Anke ähnlich...
133 reviews3 followers
November 30, 2021
Als Hörbuch gelungen

Ob ich "U" von Timur Vermes lesen würde?
Ich glaube nicht, zumindest nicht nachdem ich nun das Hörbuch gehört habe.
Denn das Hörbuch ist wirklich gelungen, die Sprecher passen und lesen sehr gut.
Hier kommt auch der besondere Schreibstil dieser kurzen Story richtig gut rüber.
Gelesen möchte ich mir das nicht mal vorstellen............macht sicher keinen großen Spaß.
Die Geschichte fängt klasse an, Spannung wird aufgebaut, die Minuten verfliegen nur so im Hörbuch..........um dann leider mit einem für mich nicht ganz überzeugenden Ende aufzuwarten.
Schade.
Aber trotzdem hörenswert.
Profile Image for NiWa.
525 reviews9 followers
May 12, 2023
Eine U-Bahn, die niemals ankommt. Zwei Menschen, die mit dem Unglaublichem auf Konfrontationskurs sind.

Anke steigt abends in die U-Bahn und ist auf den Weg zu einer Freundin, bei der sie die Nacht verbringen will. In ihrem Waggon ist außerdem ein junger Mann, der schon beim nächsten Halt aussteigen möchte. Als die U-Bahn anrollt, ahnen sie nicht, dass diese Fahrt verstörend und schockierend werden wird. Denn die U-Bahn hält nicht mehr.

Auf „U“ bin ich neugierig geworden, weil das Buch ziemlich schlechte Kritiken erhalten hat. Viele Leser:Innen sind enttäuscht vom Erzählstil, der Handlung und dem Ausgang der Geschichte. Genau diese Kritik hat mich mein Interesse geweckt und es war an der Zeit, selbst in Timur Vermes U-Bahn einzusteigen.

Die Handlung ist schnell erzählt: Es geht um zwei Menschen, die in einer U-Bahn, die nicht hält, gefangen sind. Mich erinnert es an einen Horror-Roman, der sich mit Geschichten aus der Twighlight-Zone messen kann. Die Atmosphäre ist beängstigend, Figuren und Leser:In fahren ins Ungewisse und verlangen nach einer Deutung der Ereignisse, die jedoch vorenthalten wird.

Auf der Fahrt geschieht einiges, das sich nicht erklären lässt. Das Licht fällt aus, merkwürdige Stationen werden passiert und Kontaktversuche mit der Außenwelt heizen erst recht der bizarren und gefährlichen Situation ein.

Besonders ist außerdem der Erzählstil, weil Timur Vermes zu einer Art Monolog aus Ankes Sicht greift. Es sind abgehakte Sätze, Assoziationen, Eindrücke, Ängste und verschachtelter Unglaube, die sich Zeile für Zeile dem:der Leser:in präsentieren.

Insgesamt ist es ein extrem gewöhnungsbedürftiges Werk, das sicherlich seinesgleichen sucht. Es wirkt wie ein literarisches Experiment, das Leser:in und Autor auf eine rasante Tour in unbekannte Gefilde führt.

Nichtsdestrotz habe ich es sehr gerne gelesen und mich ausgesprochen gut unterhalten gefühlt. Ich mochte es, mich auf den eigenartigen Stil und die ausgefallene Situation einzulassen, mir Gedanken darüber zu machen und war gespannt, was als Nächstes in der U-Bahn passiert.

Timur Vermes „U“ ist eher für experimentierfreudige Leser:innen geeignet, die sich abseits vom Üblichen auf eine dunkle Fahrt wagen und sich auf merkwürdige Stationen einlassen wollen.
Profile Image for Michael Reiter.
205 reviews20 followers
January 14, 2022
Beckett meets Kafka. Bin ich froh, dass ich fertig bin. Das war zwar keine literarische Meisterleistung, aber bedrückend af. Unglaublich, welche Atmosphäre Vermes mit so wenigen Worten geschaffen hat.
Profile Image for Monerl.
482 reviews14 followers
November 24, 2021
Absolute Zeitverschwendung! Interessanter Stil, doch das Ende, die „Auflösung“ ist unterirdisch.
Profile Image for miss.mesmerized mesmerized.
1,405 reviews42 followers
November 7, 2021
Ausgelaugt kommt die Lektorin Anke Lohm abends am Bahnhof an und will nur noch schlafen. Nur wenige Stationen mit der U-Bahn trennen sie von der Wohnung ihrer Freundin Kiki, die Nummer der Bahn und die Haltestelle hat sie griffbereit notiert. Doch dann: Baustelle, ein Dschungel an Wegen und Unübersichtlichkeit und immer auch den sperrigen Koffer dabei. Endlich erreicht sie die Haltestelle, sogar die Bahn wartet noch, doch der Wagen stinkt, Erbrochenes, also schnell raus und in den nächsten, wo bereits ein junger Mann sitzt. Dann Abfahrt, die Bahn rauscht los und – hält nicht mehr an. Die Minuten vergehen, doch es kommt einfach keine Haltestelle. 2 Minuten – 5 Minuten – 10 Minuten. Wie kann das sein? Und: was ist zu tun?

Mit „Er ist wieder da“ hatte Timur Vermes mich direkt begeistern können, ein schräges Setting, gnadenlos zu Ende gedacht, einfach herrlich. Auch mit „Die Hungrigen und die Satten“ hat er gezeigt, dass er literarisch den Finger in die Wunde legen kann und dem Leser die Groteske des Alltags vorgeführt. Die Freude über einen neuen Roman war ebenso groß wie die Erwartungen. „U“ ist jedoch in keiner Weise vergleichbar mit den beiden anderen Romanen des Autors, für mich eher ein experimentell umgesetzter Stream of Consciousness, der in Echtzeit die Erlebnisse, Gedanken, Empfindungen wiedergibt und auf Rahmung verzichtet.

Man steckt fest mit den Figuren und weiß nicht, was man davon halten soll und ob die verirrte Bahn irgendwann wieder in einen sicheren Bahnhof einfahren wird. Die Erzählweise lässt die Handlung unmittelbar wirken, durch die typografische Gestaltung wird Lautstärke verdeutlicht und Verzweiflung greifbar. Elliptische Dialoge und innerer Monolog gestalten das Horrorszenario, das die beiden Protagonisten an den Rand des Wahnsinns treibt.

Setting wie auch Plot sind gut gewählt, allerdings funktioniert für mich die Umsetzung in Buchform nur bedingt. Mir fehlt der erzählerische Halt, die Orientierung, die ein Erzähler hätte liefern können. Als Hörbuch (oder eher noch Hörspiel bzw. auf der Bühne) dagegen kann „U“ sicherlich großartig wirken, weil sich dort akustisch unterstützt die Dramatik besser entfalten kann als durch die Typografie. Auch das Ende ließ mich etwas ratlos zurück, auch wenn es die Handlung abrundet, bleibt doch ein Eindruck von Verwirrtheit und große Fragezeichen.
Profile Image for Frank Lang.
1,365 reviews16 followers
November 19, 2021
U-Mein-Gott. Was für ein schräges Buch. Nennt man sowas experimentelles Schreiben? Irgendwo schon. Allerdings war ich darauf gefasst, denn ich habe mir vorher die Leseprobe durchgelesen. Es braucht nämlich lediglich ein Blick auf den Beginn des Buch, um zu wissen, was ich meine:

"Rollkoffer blockiert alle fünf Schritte.
Dann: an ihm zerren.
Könnte genauso mit einem Vierjährigen reisen.
Rollt fünf weitere Schritte – blockiert.
Wegschmeißen. Längst!
Aber: Umwelt.
Haut: klebrig.
Haare: alter Rasierpinsel.
24-Stunden-Deo. Von wegen."


Dieser Schreibstil erwartet den Leser, den ich aber als sehr gelungen und passend empfunden habe. Unsere Hauptfigur, deren Gedanken dort geschrieben stehen, redet natürlich auch, dann in ganzen Sätzen. Hinzu kommt eine zweite Hauptfigur, deren Gedanken uns verschlossen bleiben. Dafür redet er umso mehr.

Später kommen noch ein paar optische Eigenarten hinzu, die die Gedanken und Effekte im „geschriebenen“ Wort wiedergeben. Durchaus passend und in Summe in meinen Augen sehr gut gelungen.

Nur jetzt kommt der Pferdefuß der Geschichte. Das Ende, das eigentlich keines ist. So viel darf ich an dieser Stelle spoilern, dass ich als Leser mich die ganze Zeit frage, was da passiert, mir eine eindeutige Aufklärung leider nicht gegeben wird und ich am Ende im Regen stehe. Es ist nämlich schon so, dass die beiden sich in einer U-Bahn befinden, die plötzlich ohne Halt weiterfährt. Und weiterfährt. Und weiterfährt. Und sich die beiden allmählich wundern, weshalb keine Haltestelle kommt.

Diese Kurzgeschichte mag den ein oder anderen an Dürrenmatts „Der Tunnel“ erinnern (die ebenfalls offen endet und den Leser dazu einlädt, sich seine eigenen Gedanken zu machen), allerdings unterscheiden sich die Geschichten enorm, denn lediglich die anfänglich Zug- bzw. Bahnfahrt ist gleich.

Fazit

Ich denke, dass diese Kurzgeschichte erst dann eine Chance hat, wenn man das Buch auf Seite legt und ein wenig darüber nachdenkt. Und dann sie vielleicht nochmal in die Hand nimmt, um nochmals zu grübeln, was sich dahinter verbergen mag. Wer das Buch einfach nur in einem Rutsch durchliest, wird vermutlich kopfschüttelnd das Buch dem Altpapier zuwenden.
Profile Image for Flavia Maltritz.
256 reviews4 followers
December 30, 2021
Meine Rezension bezieht sich auf das Hörbuch.

Darum geht‘s:
Die Lektorin Anke Lohm ist auf dem Weg zu ihrer Freundin. Nach einer anstrengenden Bahnreise ist sie froh, dass sie nur noch fünf U-Bahn-Stationen vor sich hat. Zunächst ist sie der einzige Fahrgast im U-Bahn-Wagon, bis ein junger Mann einsteigt und sich ausgerechnet ihr gegenübersetzt. Auf Smalltalk hat sie so gar keinen Nerv. Erleichtert stellt sie fest, dass er schon an der nächsten Haltestelle aussteigen will. Die Bahn fährt an und die Minuten vergehen… fünf, dann zehn… noch immer hat die Bahn keine Station erreicht. Je länger es dauert, umso nervöser werden die beiden Fahrgäste und langsam ahnen sie, dass in der U-Bahn nichts so ist, wie es sein sollte.

So fand ich‘s:
Es ist schon eine gruselige Vorstellung, man würde in einer U-Bahn sitzen, die nirgendwo ankommt. So freute ich mich auf spannende Hörstunden und konnte mir so gar nicht vorstellen, wohin die Geschichte führen würde. Der Autor hatte mich dann auch schon von Beginn an mit der beklemmenden Atmosphäre am Haken.

Allerdings war ich auch direkt vom Erzählstil irritiert. Als Hörer, bzw. Leser erlebt man alles aus der Sicht der Protagonistin Anke. Man liest de facto ihre Gedanken – auch in Form von Teilsätzen und Wortfetzen, was auf mich sehr holperig und abgehackt wirkte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Erzählweise für mich hätte funktionieren können, wenn ich das Buch gelesen hätte.

In diesem Hörbuch sehe ich auch tatsächlich die Sprecher als Highlight, die alle durchweg einen tollen Job gemacht haben. Durch die verschiedenen Stimmen hatte es etwas von einem Hörspiel, was gerade dieser Geschichte sehr gutgetan hat und für mich mehr zum Hörgenuss beigetragen hat als der Plot selbst.

Obwohl das Ende sehr gut zur Geschichte passt, lässt es mich doch auch etwas unzufrieden und zwiegespalten zurück. Es erschließt sich mir nicht so ganz, was der Autor uns mit seiner Geschichte sagen wollte, die sich zuerst sehr spannend aufbaute, um dann später leider ein wenig abzuflachen.

Man kann diese Erzählung durchaus auch philosophisch betrachten. Für mich war aber dafür der Fokus dann doch zu sehr auf die Spannung gerichtet und der entsprechende Gedanke kam mir dann auch erst ganz zum Schluss.

Trotzdem – und vor allem auch wegen den vier großartigen Sprechern – hatte ich eine kurzweilige Hörzeit und bin froh, heute erstmal in keine U-Bahn einsteigen zu müssen.
Profile Image for Iamthesword.
333 reviews24 followers
December 26, 2024
Two people enter a subway late in the evening and get stuck in a nightmarish trainride that does not seem to have an end. The interesting part is that Vermes wrote it all in a sort of inner monologue that has just a few words in every line, simulating the panic and disorientation of the female protagonist. It is an exciting setting, but I had the feeling that from a certain point on, Vermes didn't really know how to wrap things up, so the last part felt a bit rushed. It's still a nice leisure read.
Profile Image for El.
60 reviews1 follower
May 11, 2023
Das war wahrscheinlich das schrägste Buch, das ich je gelesen habe… und irgendwie war es auch total schaurig (hängt wahrscheinlich stark damit zusammen, dass ich es nachts gelesen habe). Ich weiß auch gar nicht, wie ich das Buch weiter beschreiben soll. Ich bin einfach nur verwirrt.
Profile Image for Esther Niffenegger.
254 reviews4 followers
November 19, 2021
Ich war sehr gespannt auf diese Geschichte und mich erstaunte die Kürze.

Dieses Hörbuch war ein neues Erlebnis denn es ist anders als alles, was ich bisher gehört habe. Der Sprachstil ist interessant und gewöhnungsbedürftig.

Der Sprecher hat die Geschichte gut gelesen und das Hörbuch als solches ist gut aufbereitet.

Der Einstieg gefiel mir ganz gut nur war die Geschichte insgesamt abstrus und ich habe nicht begriffen, was mir der Autor mitteilen wollte. Mir fehlte die Erklärung und eine Auflösung der Geschichte. Das Ende hat mich verärgert denn ich weiss damit nichts anzufangen.
Profile Image for Cailess_Books.
42 reviews1 follower
October 28, 2021
Ist das Literatur oder kann das weg? Abstrakt, konfus und einfach schade um das kostbare Papier. Reine Geldmache at its best.
Profile Image for Adrian.
27 reviews6 followers
January 31, 2022
A very weird book, but the audio production was nice, they made the most of it
689 reviews11 followers
January 3, 2022
Er ist wieder da: Mit "U" hat Timur Vermes seinen dritten Roman veröffentlicht, im Gegensatz zu "Er ist wieder da" und "Die Hungrigen und die Satten" handelt es sich aber nicht um eine Politsatire, sondern um ein Stück fantastischer Literatur mit einem gewissen Horroreffekt. Dennn als die Ich-Erzählerin in einer namenlosen Großstadt in eine U-Bahn steigt, nur fünf Haltestellen von der Wohnung einer Freundin und der bereits herbeigesehnten Dusche entfernt, wird aus der vermeintlich kurzen Strecke ein Fahrt des Schreckens.

In der zweistündigen Hörbuchfassung dominiert die Gedankenwelt der Erzählerin, gesprochen von Eva Meckbach, den Erzählfluss, auch wenn mit Shenja Lacher, Timo Weißschnur und Katharina Pütter noch drei weitere SprecherInnen vertreten sind. Doch neben den Dialogen ist es vor allem der in atemlosen Staccato und Minisätzen vorgetragene innere Monolog, der "U" prägt. So wie Gedankn von einem Punkt zum nächsten fliegen, so geschieht es auch in diesem Text.

Lektorin und Ich-Stimme Anke Lohm will nur noch zu ihrer Freundin, nach einem langen Reisetag ausspannen. Der sperrige Koffer mit quietschenden Rollen nervt, der junge Mann, der sich ausgerechnet im gleichen Viererabschnitt des ansonsten leeren Waggong ihr gegenüber niederlässt, nervt ebenfalls, aber er steigt ja gleich aus. Doch fährt die Bahn und fährt und fährt, ohne dass sich irgendwo ein Halt abzeichnet. Nach zehn Minuten kommt das den beiden dann doch sehr seltsam vor.

Stumme Dritte der Schiclsalsgemeinshaft ist eine hochschwangere Frau im Folgewaggon, mit der zunächst nur pantomimische Verständigung durch die Glasscheibe möglich ist. Geneinsam sind sie erst irritiert, dann zunehmend verstört. Ist das ein Spiel mit der "Versteckten Kamera", alles nur ein Trick? Oder fährt die Bahn tatsächlich im Nirgendwo, irgendwo zwischen Raum und Zeit? Ist das alles ein Alptraum, eine Illusion? Beim Notruf wird den zunehmend verzweifelten Fahrgästen ebenso wenig geglaubt wie in der Alarmzentrale der Verkehrswerke.

Ist es Wirklichkeit, oder ist es Wahn? Autor und Sprecherinnen führen die Hörer in die zunehmende emotionale Zerrüttung der Erzählerin in der Dauerkrise. So wie Eva Meckbach in der Lage scheint, ohne Luft zu holen sprechen zu können, bleibt beim Zuhören die Puste weg angesichts des rapiden Tempos.

Der politische Biss der Vorgänger fehlt "U", dafür handelt es sich nun mal um ein ganz anderes Genre. Dafür gelingt das Spiel mit der Fantasie, der grotesken Situation und dem Kontrollverlust der U-Bahn-Passagiere, die ihren eigenen Visionen nicht mehr trauen können- Dabei sind es vor allem die Sprecherinnen und Sprecher, die hie "mitnehmen" auf die verrückte Fahrt.
Profile Image for Meggies Fussnoten.
944 reviews12 followers
December 23, 2021
Anke Lohm will nur noch in die Wohnung ihrer besten Freundin, um endlich zu duschen und sich schlafen zu legen. Der schnellste Weg dahin ist mit der U-Bahn. Fünf Stationen. Kurz vor der Losfahrt steigt noch ein weiterer Fahrgast zu. Nervig und laut. Doch er will nur eine Station weit fahren. Anke ist froh, ihn dann los zu sein.
Doch nach einer Fahrt von 5 Minuten merken beiden, dass die U-Bahn nicht anhält. Es vergehen weitere Minuten, doch die Bahn hält nicht. Keiner der beiden weiß, warum die Bahn immer weiter fährt und glauben erst an einen Scherz. Doch bald merken beide, dass ein Scherz ihnen eigentlich sehr viel lieber gewesen wäre.

Welch ungewöhnliche Geschichte. Denn gleich am Anfang werden nur "Gedankenfetzen" präsentiert. Und zwar die Gedanken, die Anke Lohm durch den Kopf gehen. Abgehackte Sätze, Kurze Infos. Dinge, die sie liest, sieht, hört, riecht. Zwischendurch geführte Monologe oder Dialoge.

Ich hatte erst etwas Mühe, herauszufinden, was genau der Autor mir sagen will, doch dann war ich regelrecht begeistert. Begeistert von Ankes Gedanken.

Später kommt ein junger Mann dazu, der zusammen mit Anke in einem U-Bahn-Wagen sitzt. Die beiden sind alleine und der junge Mann möchte mit Anke ins Gespräch kommen, die sich aber gar nicht in ein solches verwickeln lassen will. Dann lässt sie sich aber drauf ein.

Und plötzlich merken beide, dass die Bahn fährt und fährt und fährt. Und einfach nicht anhält. Und nun kommt natürlich die große Frage: Warum?

Und das fragen sich nicht nur Anke und der junge Mann, sondern auch die Hörer*innen. Zumindest war es bei mir so. Denn ich wollte unbedingt wissen, warum. Also habe ich gespannt zugehört. Habe auf Ankes Gedanken gehört, auf die geführten Dialoge und auf die Zwischentöne, die mir aber auch nicht so richtig weiterhelfen konnten.

Die Sprecher sind einfach genial, vor allem Eva Meckbach, die die Anke spricht. Man könnte wirklich meinen, dass man in Ankes Kopf ist und alles haargenau mitbekommen - was wohl auch gewollt ist durch die abgehackte Weise.
Shenja Lacher spricht den jungen Mann und ist ebenfalls genial.
Die beiden bilden eine perfekte Einheit.

Ich hatte sehr viel Spaß beim Zuhören, eben weil ich die ungewöhnliche Umsetzung einfach nur genial finde. Es kommen Passagen wie: Blick zu ihm. Blick zurück - oder - Spanplatten. Gipssäcke. Umkehren. - oder - Luft ist rein. U-Bahn-Luft. Wieder Vierersitz. Herausschauen. Bahnsteig. Leer. Spät....

Und dann kommt das dicke Ende. Das eigentlich gar kein Ende ist. Denn es gibt eigentlich keins. Es ist unfertig, es fehlen Dinge. Erklärungen, Auflösungen oder einfach nur der Hinweis: Und als Anke im Krankenhaus aufwachte, war alles nur ein Traum.
Aber nein. Es gibt einfach nichts. Man hat so viele Fragen, so viele weitere Gedanken und will wissen, warum, warum, warum. Und das hat mir das ganze Hörbuch, die ganze Story, die so genial angefangen hat., total kaputt gemacht.
Sehr schade.

Meggies Fussnote:
Ein genialer Anfang mit kaputtem Ende.
514 reviews3 followers
February 22, 2024
Vorab, diese Geschichte geht nur als Hörspiel! Beim Lesen der Lektüre hätte ich ab Seite 1 abgebrochen. Viel zu wirr! Als Hörspiel allerdings sehr gut umgesetzt!

Inhalt:
Eine Fahrt mit der U-Bahn, welche zum Horrortrip wird. Anke ist völlig erschöpft und möchte nur noch nach Hause, als sich die Bahn in Bewegung setzt und es auch nach über 20 Minuten keinen Bahnhof gibt, wird sie und ihre beiden Mitfahrer nervös. Was geht hier vor?!

Stil:
Die Geschichte ist tatsächlich wirr. Eine allwissende Erzählerin begleitet durch die Geschichte. Die Worte, welche sie spricht, ergeben stellenweise erst Sinn, wenn man sich ganz auf die Geschichte einlässt, so wird ein Koffer gezogen und es kommen einfach viele „klonk, klonk, qietsch, klonk, schrap, schrap“ dazwischen mischen sich dann die Stimmen der Figuren, welche sich unterhalten, mit leichten Stimmverzerrungen, je nachdem wo sich die Charaktere befinden. Das Hörbuch sollte also da gehört werden, wo man sich voll und ganz auf den Inhalt konzentrieren kann, sonst wird es noch anstrengender der Geschichte zu folgen. Bei 2 Stunden Spieldauer beansprucht es die rosa Zellen jetzt nicht so sehr, aber länger hätte es auch tatsächlich nicht sein dürfen. Sprachlich und technisch wirklich gut umgesetzt, allerdings ist die Handlung eher so mittelmäßig.

Charaktere:
Interessant ist, dass zufällige Begegnungen tatsächlich so ablaufen (können) und die Geschichte daher einen Bezug zu den Charakteren bildet – allein schon wegen des indirekten Voyeurismus 😉 Anke ist die typische Geschäftsfrau und ihre Begleiter einfache Leute aus dem Leben. Auf den ersten Blick ggf. etwas nervig, aber später doch irgendwie sympathisch und Notsituationen schweißen auch irgendwie zusammen. Eine genauere Beschreibung oder mehr Informationen wären in diesem Kontext eher schlecht gewesen.

Cover:
Das Cover passt absolut zur Geschichte und war für mich auch der Grund, warum ich das Hörbuch haben wollte.

Fazit:
Als Hörspiel wirklich gelungen, als Buch extrem schwer zu lesen. Daher geht die Empfehlung ausschließlich zum Hörbuch! Auf die Geschichte muss man sich dennoch einlassen und die Handlung ist nicht immer ganz rund, daher vergebe ich nur 4 Sterne.
Profile Image for James Eliza.
71 reviews
February 28, 2022
Verworren und undurchsichtig kommt diese Erzählung daher. Ich bin fassungslos und auch wütend über die Aufmachung dieses Romans.

Das Cover ist dunkel gestaltet. Der Leser erkennt ein großes weißes U auf einem schwarzen Hintergrund. Unter dem U sind mit ein paar Symbolen eine einfahrende „U-Bahn“ gekennzeichnet. Der Klappentext macht dem Leser Hoffnung auf eine spannende Geschichte, welche sich im Anschluss leider nicht erfüllen wird. In der Handlung geht es um die junge Lektorin Anne Lohm, welche sich auf der U-Bahn Fahrt auf dem Weg zu ihrer besten Freundin befindet.

Auf dieser Fahrt passiert so einiges und sie gerät in ein Gestrüpp aus Angst und Verwirrtheit. Über die Hauptprotagonistin erfährt der Leser sehr wenig, was an dem sonderbaren Erzählstil des Autors liegt. Ich konnte diese nicht greifen und kann demnach kein Urteil über ihren Charakter wiedergeben. Der Nebendarsteller ist ein junger Gast in der U-Bahn, welcher der Artikulation und Handlungsweise nach als geistig und sozial gestörter Mensch eingeordnet werden kann.

Die Spannung der Geschichte war für mich trotz aufmerksamen Lesens nicht erkennbar. Der Aufbau der Story ist nicht stringent und für den Leser zu keiner Zeit nachvollziehbar. Die Geschichte spielt in einer U-Bahn und endet ohne Sinn und Verstand.

Der Schreibstil des Autors ist abgehackt, ohne teilweise die Grundregeln der deutschen Sprache einzuhalten. Ein Stakato-Stil der wohl die künstlerische Freiheit des Autors widerspiegeln soll, bei mir aber eher zu einer Abwehrhaltung führte. Die Seiten sind größtenteils nur zur Hälfte gefüllt und ein Lesefluss kann sich aufgrund der teilweisen Ein-Wort-Sätze des Autors nicht einstellen. Es war eine Qual dieses Buch zu lesen.

Der Autor hat in der Vergangenheit mit seinem berühmten Werk „Er ist wieder da“ sehr zu überzeugen gewusst. Meiner Meinung nach sollte man nicht versuchen die beiden Werke zu vergleichen, denn das Urteil von „U“ kann nur vernichtend ausfallen. Von der Presse als außergewöhnlich beschrieben und besonders gehypt, lässt dieses Buch mich nur kopfschüttelnd zurück.

Wer es doch lesen möchte, kann dies gerne tun, für mich war es Zeitverschwendung.
Profile Image for Sarah83 sbookshelf.
449 reviews36 followers
November 16, 2021
Spät.
Geschafft.
Nach Hause.
U-Bahn.
Fährt?
Nicht!
Doch.
Oder?

Timur Vermes neues Werk fährt im Stakkatostil vor und wie bisher veröffentlichte Rezensionen zeigen, über Geschmack lässt sich nicht streiten. Es sei aber gesagt, ungewohnte Formate haben es beim Leser oft sehr schwer, Begeisterung hervorzurufen. Dabei wollen doch eigentlich immer alle etwas Besonderes und nicht ewig diesen Einheitsbrei. Wenn das Besondere präsentiert wird, ist es aber auch wieder nicht gut.
Mit 160 Seiten kommt das neue Buch eher schlank daher, was aber nicht heißt, dass es das Buch nicht in sich hat. Denn gerade der Stakkatostil fordert beim Leser eine hohe Aufmerksamkeit ein, denn der Leser muss beim Lesen mehr denn je mitdenken. Sich in die Geschichte vertiefen und die Emotionen der Protagonisten empfinden, um die volle Wirkung der Geschichte nachzuvollziehen.
Der Eingang dazu ist leicht gemacht, eine Frau kommt spät abends runter zur U-Bahn, nachdem sie auf Grund von Bauarbeiten durch den Bahnhof geirrt ist und will nur noch nach Hause. Allerdings bleibt die Bahn recht lange stehen und erst nachdem ein zweiter Passagier Platz genommen hat, geht die Fahrt los. Allerdings nicht auf direktem Weg... Eher ist es eine Fahrt ins Ungewisse..
Spannend, zeitweise auch verstörend, begleitet man die beiden Personen auf einer nahezu alltäglichen Fahrt mit der U-Bahn nach Hause, nur um zu erkennen, dass diese Fahrt alles andere als normal ist.
In manchen Momenten drängt sich mir beim Lesen der Vergleich zu Lewis Carrolls "Alice im Wunderland" auf, denn diese Geschichte grenzt zeitweise an das Phantastische.
Ist wirklich alles real, wie etwas in einer Geschichte real sein kann? Oder ist alles nur Schein?
Aber die Konsequenzen sind doch real. Oder auch doch nicht?
Sowohl optisch als auch inhaltlich ein ausgefallenes Werk.
Wann muss ich nächstes Mal mit der U-Bahn fahren?

4 von 5 Bahnhöfen
Profile Image for Bettina.
Author 23 books13 followers
March 12, 2022
Ich bin sehr froh, dass ich dieses Buch gehört und nicht gelesen habe. Denn ich könnte mir vorstellen, dass es mir selbstgelesen nicht so gut gefallen hätte wie das Hörbuch. Auch da hatte ich anfangs arge Schwierigkeiten mit den abgehackten Sätzen, die teilweise lediglich aus einem einzelnen Wort bestanden. Irgendwann kam ich dann dahinter, dass es sich dabei um die Gedanken der Protagonistin handelt. Denn wenn wir mal unsere eigenen Gedanken "beobachten", werden wir schnell merken, dass auch wir nicht immer in vollständigen Sätzen denken, die grammatikalisch astrein sind. Manchmal ist es eben auch nur ein Wort: Wir tasten unsere Jackentasche ab und denken "Schlüssel". So ging es mir jedenfalls.
Nun aber zum eigentlichen Hörbuch. Da hier vier Sprecher an Werk ist und auch Geräusche/Musik mit eingebunden werden, bekommen wir ein ganz besonderes Hörbuch, das eher einem Hörspiel ähnelt. Das hat mir wirklich gut gefallen. Vor allem, weil sie Sprecher auch so klasse waren. Allein der Sarkasmus wäre beim Lesen nicht so genial rübergekommen wie beim Hören. Ich habe das Hörbuch bei meinem täglichen Spaziergang gehört und war froh, dass mir zu der Zeit kaum andere Menschen begegnet waren. Denn die meiste Zeit musste ich grinsen und oftmals aus heiterem Himmel laut los lachen - wie käme das bei anderen Passanten an? Richtig, die hätten mich für verrückt erklärt.
Das einzige Manko, das ich bei dem Hörbuch habe, ist das Ende. Das hat mir leider gar nicht gefallen und lässt mich leider sehr verwirrt zurück. Ich möchte hier nicht näher darauf eingehen, weil das der absolut größte Spoiler wäre, den ich hier abgeben könnte. Daher muss ich leider einen Stern abziehen, denn bis dahin hätte es von mir volle fünf Sterne bekommen, weil ich mich absolut gut unterhalten gefühlt habe.
Ich muss auch sagen, dass es sich hier um einen Mystery Thriller handelt, weil einiges nicht mit Logik erklärt werden kann. Das ist vielleicht demnach nicht für jederman etwas.
Profile Image for Jenny Radloff.
248 reviews
November 7, 2021
Dieser Roman/Thriller wird aus der Perspektive einer Frau erzählt. Er besteht zum Großteil aus ihren Gedanken, die in meist sehr kurzen Sätzen, teilweise auch nur durch einzelne Wörter, beschrieben werden. Die Struktur ähnelt einem Gedicht, hin und wieder wird der Text von Dialogen durchbrochen.

Ich bin ein wenig ratlos, was ich von diesem Buch halten soll.
Einerseits war es sehr spannend. Man spürt, wie bei den Figuren die Sorge, Angst und Verzweiflung zunimmt und die eigene Anspannung steigert sich im gleichen Tempo. Auch die Verwirrung über das Geschehene und die Wut aufgrund der Hilflosigkeit fühlt man als Leser in gleichem Maße. Ich mochte die authentischen Reaktionen der Figuren und das Erzähltempo.
Andererseits viel es mir aufgrund des Erzählstils teilweise sehr schwer, zu verstehen, was gerade passierte. Und auch das Ende der Geschichte ließ mich sehr ratlos zurück; wer auf eine Erklärung oder zumindest auf eine Botschaft hofft, der wird enttäuscht werden. Zumindest kann ich, obwohl ich mir große Mühe gegeben habe, keine Botschaft erkennen.

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, dieses hat eine Länge von 2 Stunden. Die Sprecher*innen haben ihre Sache gut gemacht und die Emotionen gut vermittelt, allen voran Eva Meckbach.

Fazit:
Eine spannende, kurze Geschichte mit verwirrendem Ende. Man sollte vor dem Kauf auf jeden Fall reinlesen/-hören, um einschätzen zu können, ob man den Stil mag. 3 Sterne.
Profile Image for edith.
81 reviews
January 28, 2024
i'm surprised that this book is as unknown as its lack of rating shows. i myself had no idea what was it gonna be about, i expected a collection of avant-garde texts that wouldn't make much sense. i was very surprised to find out that this book contained a story. not an ordinary story. a woman, tired and annoyed, finds herself getting on a tube wagon. as much as it's improbable, there is only one other passenger besides her. it's a slightly annoying man who tries to start a conversation with her. he's supposed to be getting off in the next station but... the train keeps going and it seems like all the stations have disappeared.
this story dragged me in and I found myself postponing reading sessions because I didn't want this book to end. the narrator is the woman but the writing style is not usual. we follow the story through short and striking sentences, describing the woman's thinking process. sudden changes in font size or repeating words and sentences give the story its unique feeling of horror and fear. Murakami-like story and plottwists were a cherry on top. the combinations of these aspects shot up this fascinating book among the best ones of 2024. this book is a mind worm and it won't be leaving my head for a while.
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