Jump to ratings and reviews
Rate this book

Das Ende der Unsichtbarkeit: Warum wir über anti-asiatischen Rassismus sprechen müssen

Rate this book
Wie fühlt es sich an, aufgrund seines Aussehens ausgegrenzt zu werden? Wie kann eine Familie in Deutschland ankommen, wenn sie auf gepackten Koffern leben muss, in der Angst, abgeschoben zu werden? Wie kann ein Kind einfach Kind sein, wenn die ersten Erinnerungen geprägt sind von Sorge, Scham und Traurigkeit? Wenn es nicht im Kindergarten war, kein eigenes Bett besaß?

In diesem persönlichen Buch verhandelt Hami Nguyen die Themen Rassismus und Klasse am Beispiel ihrer eigenen Lebensgeschichte. Anti-asiatischer Rassismus wird in der Debatte oft ausgeklammert, weil asiatisch gelesene Menschen als „angepasst“ gelten. Sie sind unsichtbar. Die Geschichten der vietnamesischen Migrant:innen in Deutschland sind kaum erzählt – dabei sind sie ein Teil der deutschen Geschichte.

272 pages, Hardcover

First published October 19, 2023

30 people are currently reading
1074 people want to read

About the author

Hami Nguyen

1 book6 followers

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
283 (75%)
4 stars
81 (21%)
3 stars
12 (3%)
2 stars
1 (<1%)
1 star
0 (0%)
Displaying 1 - 30 of 46 reviews
Profile Image for leynes.
1,320 reviews3,690 followers
July 4, 2024
Berliner Mäuse, ab in die Landeszentrale für politische Bildung. Das Buch gibt's da gerade (für lau, wenn ihr von der Bereitstellungspauschale befreit seid, ansonsten für 7€) und wird bestimmt schnell weg sein!

***

Das Ende der Unsichtbarkeit ist das erste Buch, welches explizit anti-asiatischen Rassismus verhandelt, das ich gelesen habe. Die Autorin gibt sowohl persönliche Einblick in eigene Rassismuserfahrungen und ihre Familiengeschichte als auch im Allgemeinen einen (historisch-gesellschaftlichen) Überblick über anti-asiatischen Rassismus in Deutschland und im Speziellen über die Lebenssituation von vietnamesischen Einwanderern hierzulande. Ich habe das Buch förmlich eingeatmet und innerhalb eines Tages gelesen. Auch wenn das Buch sprachlich keine Meisterleistung ist, sind die Themen, die verhandelt werden, super interessant. Ich konnte unheimlich viel für mich mitnehmen und würde das Buch jedem empfehlen.

In 11 Kapiteln schreibt Hami Nguyen über ihren unfreiwilligen Aktivismus (als Person, die Diskriminierung erfährt, hat sie keine andere Wahl, als sich zu positionieren und wird demnach als Aktivistin wahrgenommen, ob sie nun will oder nicht), über deutsche Willkommenskultur (spoiler alert: nicht vorhanden), über ihre Kindheit und die Sehnsucht nach einem deutschen Pass, den Mythos einer sogenannten Vorzeigeminderheit, Hypersexualisierung und Fetischisierung, die historische Kontinuität rassistischer Gewalt in Deutschland gegen Vietnames*innen, der Diskurs um China, Aussehen, Essen und Authentizität, und die Bedeutung von Zugehörigkeit.

Ich fand sowohl die persönlichen Einblicke (bspw. dass sie froh/erleichtert darüber ist, dass ihre Tochter einen deutschen Nachnamen trägt und so nicht auf Anhieb als vietnamesisch wahrgenommen wird) als auch die generellen Lage- und Problembeschreibungen sehr gelungen. Hami Nguyens Schilderungen über ihre Kindheit haben mir noch einmal mehr vor Augen geführt, wie privilegiert ich, trotz meinen eigenen Erfahrungen mit Rassismus, aufgewachsen bin, einfach, weil meine Mutter Deutsche ist und der deutsche Pass mein Geburtsrecht war.

Es gab zwei signifikante Schübe von Einwanderung aus Vietnam nach Deutschland: 1) die "Bootsflüchtlinge", die nach Kriegsende zwischen 1945 und 1989 aus Südvietnam in die BDR einreisten, und 2) die vietnamesischen Vertragsarbeiter*innen aus Nordvietnam, die in die DDR einreisten. Der Vater der Autorin gehörte zur letzteren Gruppe. Die Vertragsarbeit in der DDR war in der Regel auf 5 Jahre beschränkt. Zudem wurde immer nur eine Person pro Familie rekrutiert. So wollten die DDR-Behörden die Rückkehr nach Vietnam sicherstellen. Die Isolation war systematisch. Nach der Wiedervereinigung gingen rund 34.000 der 60.000 Vertragsarbeiter*innen zurück nach Vietnam. Sie bekamen eine Abfindung von 3000 DM.

Hami Nguyens Vater kehrte ebenfalls nach Vietnam zurück und gründete dort eine Familie, aufgrund der besseren Perspektive kehrte er dann aber doch in die Bundesrepublik zurück, 1991 folgten ihm seine Frau mit dem gemeinsamen Kind. Die Autorin schildert eindrücklich, das Gefühl der Isolation und des Nicht-Dazu-Gehörens, ebenfalls die Angst davor, abgeschoben zu werden, die sich "wie eine Decke über ihre Kindheit" legte. Alle drei Monate musste die Familie zum Amt, um ihre Duldung zu verlängern. Dort waren sie der Willkür und Schikane der Beamt*innen ausgesetzt. Wie viele andere Einwanderer erkrankte der Vater der Autorin an Spielsucht. Zudem machte die sogenannte vietnamesische "Zigarettenmafia", die in Leipzig und Berlin lebende vietnamesische Familien terrorisierte, auch vor ihrer Familie keinen Halt. So lebten auch sie eine Zeit mit wildfremden Männern zusammen. "Während wir Kinder im Schlafzimmer spielten, konsumierten junge vietnamesische Männer im Wohnzimmer Heroin." Man kann es sich kaum vorstellen.

Der Vater der Autorin wird zum Drogendealer. Er verkauft und konsumiert Heroin. Er verspielt das wenige Geld, das der Familie zur Verfügung steht. Letzten Endes wird er zurück nach Vietnam abgeschoben. Von den Drogen kam er nie weg. Das Schicksal ihres Vaters steht exemplarisch für das Schicksal vieler Vertragsarbeiter*innen, denen jegliche Perspektive in Deutschland genommen wurden und deren Ängste und Probleme nicht ernstgenommen wurden.

Ich möchte nochmal im Detail auf die zwei Kapitel eingehen, die für mich die stärksten des Buches sind: "Hypersexualisierung und Fetischisierung" und "Die historische Kontinuität rassistischer Gewalt in Deutschland gegen Vietnames*innen". Im ersten der beiden Kapitel beschreibt Hami Nguyen eindrücklich, wie sich Hypersexualisierung und Fetischisierung auf ihr Leben ausgewirkt haben. Während asiatisch gelesenen Männern jegliche Sexualität abgesprochen wird, werden asiatisch gelesene Frauen als besonders devot, "eng" und willig von deutschen Männern wahrgenommen. Sie beschreibt die Widerwärtigkeit des Massensextourismus und des Heiratsmarktes für arrangierte Ehen zwischen asiatischen Frauen und europäischen "Kunden" (teilweise sogar mit "Rückgaberecht") in Ländern wie Thailand oder den Philippinen.

Warum mich das Kapitel so besonders mitgenommen hat, ist, dass Hami Nguyen dort den Mord an Li Yangjie aufarbeitet. Der Fall war mir vorher nicht bekannt und daher umso schockierender für mich. Li Yangjie wurde am 11. Mai 2016 in Dessau-Roßlau Opfer eines rassistischen Sexualmordes. Der Täter Sebastian F. und die Mittäterin, seine Verlobte Xenia I., missbrauchten, folterten und ermordeten Li Yanghie auf eine undenkbar brutale Weise. Der Täter Sebastian F. ist Sohn einer Polizeibeamtin und Stiefsohn des Polizeichefs in Dessau. Die Mutter des Täters war zu Beginn der Ermittlungen als Polizistin involviert und hat unter anderem Kommiliton*innen und Freund*innen von Li Yangjie befragt. Der Stiefvater half Sebastian F. noch während der laufenden Ermittlungen beim Auszug aus der Wohnung, die sich später als Tatort herausstellte. Einen Tag nach der Trauerfeier für Li feierten die krankgeschriebenen Eltern des Täters in ihrer neu eröffneten Gartenkneipe ein Fest. Sie arbeiten bis heute im Polizeirevier Dessau-Roßlau. Das ist nicht überraschend, es macht trotzdem so fucking wütend.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Polizei in Dessau negativ auffällt. Oury Jalloh starb am 7. Januar 2005 in genau diesem Polizeipräsidium. Er wurde in seiner Gefängniszelle gefoltert, ermordet und schließlich verbrannt. Bis heute gibt es keine Gerechtigkeit und keine*r der damals anwesenden Polizist*innen wurde verurteilt. Im September 2021 wurden bei einer Dessauer Polizistin romantische Briefe an den Attentäter von Halle gefunden. Institutionalisierte rassistische Gewalt bei der Polizei (Dessau-Roßlau, aber auch anderswo in Deutschland) hat Kontinuität.

In dem anderen Kapitel – "Die historische Kontinuität rassistischer Gewalt in Deutschland gegen Vietnames*innen" – arbeitet Hami Nguyen verschiedene wichtige rassistische Anschläge auf.

Als einer der ersten rassistischen Anschläge in der BRD gilt der Brandanschlag auf eine Geflüchtetenunterkunft in Hamburg-Billbrook. Im August 1980 fuhren Mitglieder der rechtsextremen Terrororganisation "Deutsche Aktionsgruppe" in ein Industriegebiet in Hamburg, wo sie an die Hauswand einer Unterkunft für vietnamesische Geflüchtete "Ausländer raus!" sprühten und drei Molotowcocktails durch ein geöffnetes Fenster warfen. Bei diesem Anschlag wurden Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân ermordet. Bis heute kennen nur wenige Deutsche ihre Namen. Auch ich gehörte zu den Personen, die diese Namen nicht kannten.

Wenn von rassistischen Anschlägen gesprochen wird, müssen die Pogrome in Rostock-Lichtenhagen und Hoyerswerda besonders hervorgehoben werden. Beide Ereignisse haben sich in das kollektive Gedächtnis vietnamesischer Einwanderer eingebrannt. Am 18. September 1991 verübten Neonazis einen Anschlag auf ein Wohnheim, in dem vietnamesische und mosambikanische Vertragsarbeiter*innen lebten, in Hoyerswerda. Unter Applaus der ansässigen Bevölkerung wurde das Gebäude mit Brandsätzen und Steinen beworfen und die darin lebenden Menschen attackiert. Etwa 500 Menschen versammelten sich vor dem Wohnheim. Die Polizei sah tatenlos zu. Erst am 20. September, also zwei Tage später, wurden etwa 60 der dort lebenden Menschen mit Bussen evakuiert. Diese 60 ehemaligen Vertragsarbeiter*innen wurden anschließend alle ausnahmslos in ihre Herkunftsländer abgeschoben.

Knapp ein Jahr nach dem Pogrom in Hoyerswerda kam es in Rostock-Lichtenhagen zu einem weiteren Progrom, das weitreichende politische Folgen für die Asylpolitik in Deutschland hatte. Am Abend des 22. August 1992 versammelten sich etwa 2000 Menschen vor der Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber und dem anliegenden Wohnheim für vietnamesische Vertragsarbeiter*innen, dem sogenannten "Sonnenblumenhaus". Neonazis bewarfen das Gebäude der ZASt mit Molotowcocktails und riefen Parolen wie "Sieg heil!" und "Deutschland den Deutschen, Ausländer raus!". In der Umgebung wurden währenddessen Imbissbuden aufgebaut, damit sich die Neonazis und Zuschauenden mit Getränken und Essen versorgen konnten. Am Tag darauf reisten hunderte Rechtsextreme aus der ganzen Bundesrepublik an, um sich an der Gewalt zu beteiligen. Die Polizei wurde mehrfach zurück gedrängt. Auch am zweiten Abend attackierten die Täter*innen das Sonnenblumenhaus mit Brandsätzen. Bis zu 2000 Zuschauende befeuerten sie. Am 24. September eskalierte die Situation. Das Gebäude brannte in weiten Teilen. Die Bewohner, die nun seit über 2 Tagen festsaßen, konnten sich irgendwie aufs Dach retten. Erst um Mitternacht konnte sie von der Polizei evakuiert werden.

Nach dem Pogrom hielt der damalige Bundesinnenminister Rudolf Seiters (CDU) eine Pressekonferenz, auf der er nicht die rassistische Gewalt benannte, sondern den Fokus/die Schuld auf die Asylsuchenden selbst legte: "Wir müssen handeln gegen den Missbrauch des Asylrechts, der dazu geführt hat, dass wir einen unkonventionellen Zustrom in unser Land bekommen haben..." Ministerpräsident Berndt Seite (CDU) ließ verlauten: "Die Vorfälle der vergangenen Tage machen deutlich, dass eine Ergänzung des Asylrechts dringend erforderlich ist, weil die Bevölkerung durch den ungebremsten Zustrom von Asylanten überfordert wird."

De facto wurde nach den Pogromen das Asylrecht in Deutschland abgeschafft. Die "Asylkompromiss" betitelte Änderung des Grundgesetzes schränkte den Artikel 16, welcher das Grundrecht auf Asyl beinhaltete, massiv ein. Am 26. Mai 1993 trat die Grundgesetzänderung in Kraft und hatte eine massive Abschiebewelle zur Folge. Asylsuchende, die nicht abgeschoben werden konnten, erhielten den Status einer Duldung, der alle drei Monate beim Amt verlängert werden musste.

Es war unglaublich schmerzhaft dieses Kapitel zu lesen, aber ich schätze es sehr aufgrund seiner Deutlichkeit und Prägnanz. Hami Nguyen hat die Anschläge ausreichend skizziert, die Opfer in den Fokus gerückt, und auch die politischen und staatlichen Verantwortlichen exposed. Genau so, wie es sein soll.

In einem Kapitel gegen Ende fragt sich die Autorin:
"Was ist das für eine Erinnerungskultur, in der die Dominanzgesellschaft die Deutungshoheit für sich beansprucht? In der die meisten Opfer namenlos bleiben und die Perspektive der Täter*innen ins Zentrum gerückt werden?"
Und genau diese Frage stelle ich mir auch. Hami Nguyen holt sich mit Das Ende der Unsichtbarkeit die Deutungshoheit zurück. Jetzt ist es an uns, ihr zuzuhören und ihren Worten den Raum einzuräumen, den sie verdienen. Und zwar im Zentrum, in der Mitte unserer Gesellschaft, und nicht mehr am Rand.
Profile Image for Ulla Scharfenberg.
156 reviews235 followers
December 19, 2023
Ich habe vor "Das Ende der Unsichtbarkeit" erst ein Buch über anti-asiatischen Rassismus gelesen ("Störgefühle" von Cathy Park Hong, das sich auf die USA bezieht) und bin so so froh, dass Hami Nguyen dieses Buch speziell auch für den deutschsprachigen Raum geschrieben hat. Entlang ihrer eigenen (Familien-)Geschichte erzählt Hami von alltäglichen Rassismuserfahrungen "asiatisch gelesener" Menschen in Deutschland (und der Schweiz). Es geht um den Mythos der "Vorzeigeminderheit", die Hypersexualisierung und Fetischisierung ostasiatischer Frauen, historische Feindbildentwicklung und "China-Diskurs", aber auch um kulturelle Aneignung und Ausbeutung, rassistische Gewalt und Angst vor Abschiebung. Das Buch ist sehr persönlich, ohne dadurch an Relevanz zu verlieren. Hami Nguyen liefert vielfältige Beispiele auf struktureller Ebene, bleibt also nicht nur bei sich, und untermauert ihre kluge Analyse mit zahlreichen Quellen. Hervorzuheben ist auch die sehr niedrigschwellige Sprache, die das Buch nicht nur gut verständlich machen, sondern auch dazu beitragen, dass es "Spaß" macht. (Die Anführungszeichen hier deshalb, weil es natürlich kein "Spaß" ist, sich mit Rassismus auseinanderzusetzen, aber der gute Schreibstil trägt auf jeden Fall dazu bei, dass ich jederzeit gern weitergelesen hab.)

Ein absoluter Must-Read!
Profile Image for Elena.
1,034 reviews418 followers
November 10, 2023
Asiatisch gelesene Menschen gelten in Deutschland als "angepasst", als "Vorzeigeminderheit". Sie werden ausgeklammert, ihre Geschichte unsichtbar gemacht, ihre Rassismuserfahrungen negiert. Hami Nguyen findet in ihrem Sachbuch "Das Ende der Unsichtbarkeit: Warum wir über anti-asiatischen Rassismus sprechen müssen" eine Sprache gegen diese Unsichtbarkeit. Als Deutsche mit vietnameischer Herkunft ist sie täglich anti-asiatischem Rassismus ausgesetzt. Ihre Mutter floh 1991 mit ihr in die DDR, in der ihr Vater als Vertragsarbeiter tätig war. Es folgten Jahre des unklaren Aufenthaltsstatus, voll etlicher Behördengänge und rassistischer Gewalt. In Ihrem Buch verflicht sie ihre eigene Lebensgeschichte mit Aufklärung und gesellschaftlichem Kontext. Denn anti-asiatischer Rassismus zeigt sich nicht nur durch die großen Pogrome der 90er-Jahre in Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen, sondern auch in der Hypersexualisierung asiatisch gelesener Frauen, der Homogenisierung ostasiatischer Menschen oder Mikroagressionen in ihrem Kindergarten- und Schulalltag. Gerade über Lieder wie "Drei Chinesen mit dem Kontrabass" habe ich selbst als Kind nie wirklich nachgedacht, für Hami Nguyen und andere asiatisch gelesene Kinder ist der rassistische Liedtext aber eine der frühesten Erfahrungen mit Alltagsrassismus und zutiefst beschämend.

Hami Nguyen gibt in "Das Ende der Unsichtbarkeit: Warum wir über anti-asiatischen Rassismus sprechen müssen" einen umfassenden Einblick in den Themenkomplex anti-asiatischer Rassismus, sie bespricht die historische Kontinuität rassistischer Gewalt gegen Vietnames*innen in Deutschland genauso wie kulturelle Aneignung oder die Auswirkungen der Medienberichterstattung zur Covid-19-Pandemie auf das Bild, das unsere Gesellschaft von asiatisch gelesenen Menschen hat. Ich bin der Autorin unglaublich dankbar für dieses Buch, das mich an vielen Stellen berührt und erschüttert hat. Gleichzeitig wünschte ich aber, sie wäre nicht gezwungen gewesen, dieses Buch zu schreiben - denn gerade diesen unfreiwilligen Aktivismus, den Betroffene an den Tag legen müssen und der so schmerzvoll für sie und zugleich so wichtig für unsere Gesellschaft ist, beschreibt sie in ihrem Text sehr pointiert. Für mich eines der wichtigsten Sachbücher des Jahres, das die Augen für ein noch viel zu unterrepräsentiertes Thema öffnet.
Profile Image for mitkaffeeundkafka.
67 reviews105 followers
December 10, 2023
»Das Ende der Unsichtbarkeit« von Hami Nguyen ist eines der lehrreichsten und wichtigsten Sachbücher, die ich in diesem Jahr lesen durfte und ein absolutes Highlight.

Anti-asiatischer Rassismus wird in Deutschland oft ignoriert und in Rassismusdebatten ausgeklammert. Denn asiatisch gelesene Menschen werden als »Vorzeigeminderheit« dargestellt und gelten als »angepasst«. Die erlebten Rassismuserfahrungen werden negiert, ihre Geschichten unsichtbar gemacht. Anhand ihrer eigenen Geschichte und der ihrer Familie erzählt Nguyen von einer Lebensrealität, die unsere Gesellschaft in Deutschland seit Generationen mitprägt und dennoch viel zu oft unsichtbar blieb: Die Erfahrung der vietnamesischen Diaspora. Nguyen erklärt in ihrem Sachbuch sehr eindringlich, was anti-asiatischer Rassismus ist, zeigt seine historische Kontinuität innerhalb Deutschlands auf und welche Folgen damit einhergehen. Dabei geht es neben rassistischer Gewalt auch um Klassismus, Homogenisierung ostasiatischer Menschen sowie Hypersexualisierung von weiblich gelesenen asiatischen Menschen, kulturelle Aneignung, Zugehörigkeit und Identität. Nguyens Buch ist schonungslos, schmerzhaft aber verdammt notwendig. Ein intersektionaler Feminismus fordert, dass wir uns mit allen Formen von Diskriminierung auseinandersetzen. Educate yourself people!
Profile Image for Kris.
91 reviews2 followers
January 20, 2025
Möchte dieses Buch gerne jedem Menschen in die Hand drücken. Ich habe schon lange kein so gutes Sachbuch mehr gelesen. Unbedingt lesen!
Profile Image for LeserinLu.
323 reviews38 followers
November 20, 2023
In ihrem autobiographischen Sachbuch "Das Ende der Unsichtbarkeit. Warum wir über anti-asiatischen Rassismus sprechen müssen" geht Hami Nguyen überzeugend auf die Themen Rassismus und soziale Klasse ein, wobei sie ihre eigenen Lebenserfahrungen als Anker nutzt.

Nguyen durchbricht mit diesem Sachbuch die gängige Tendenz, anti-asiatischen Rassismus in gesellschaftlichen Debatten über Rassismus auszuklammern. Dies resultiert oft aus der stereotypen Wahrnehmung, dass als "angepasst" geltende asiatische Menschen quasi unsichtbar werden. Indem sie ihre eigene Geschichte erzählt, schafft die Autorin nicht nur eine persönliche Verbindung zu den Lesenden, sondern gibt auch jenen Geschichten Raum, die selten erzählt werden – die der vietnamesischen Migrant:innen in Deutschland, die wiederum einen unverkennbaren Teil der deutschen Geschichte ausmachen. Auf diese Weise habe ich die heterogene Geschichte vietnamesischer Einwander:innen noch einmal neu verstanden, wo ich vorher nur die Geschichte vietnamesischer Gastarbeiter:innen kannte. Auch die Folgegeschichten der Pogrome in Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen waren mir nicht klar - auf die Evakuierung folgte meist Abschiebung! Auch die Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Bubble Tea-Läden hat mich den Trend noch einmal ganz anders betrachten lassen.

Besonders hervorzuheben ist also Nguyens geschickter Umgang mit Forschungsergebnissen: Sie vermittelt nicht nur persönliche Erfahrungen und Alltagsbeobachtungen, sondern integriert dabei auch Informationen über anti-asiatischen Rassismus aus historischer, soziologischer, sozialer wirtschaftlicher und politischer Perspektive. Der Schreibstil der Sozialwissenschaftlerin zeichnet sich trotz Fachsprache durch Empathie, Klarheit und Reflexion aus, wodurch komplexe Themen zugänglich werden. Durch die Verbindung von wissenschaftlicher Analyse und persönlichen Erlebnissen gelingt es ihr, eine Brücke zwischen Theorie und Alltag zu schlagen – ein Ansatz, der dieses Sachbuch zu einer eindrücklichen und spannenden Lektüre macht. Sicher nicht nur für mich als Sozialwissenschaftlerin und Lehrerin ein Must read 2023!
Profile Image for elise.
22 reviews4 followers
February 23, 2025
Erstes Buch in 2025. Verdient 5 Sterne. 🌟
Profile Image for Cheap.And.Cheerful.
409 reviews21 followers
December 23, 2023
Spätestens seit Ausbruch der Corona-Pandemie ist antiasiatischer Rassismus ein Begriff, den alle kennen sollten. Warum er jedoch viel mehr beinhaltet, viel früher schon begann und was das eigentlich genau bedeutet, erklärt Hami Nguyen in diesem wichtigen Buch.

Hami ist als 2-jährige mit ihrer Mutter von Vietnam nach Deutschland migriert und hat sowohl in West- als auch Ostdeutschland gelebt. In ihrem Buch beschreibt sie nicht nur ihr eigenes Aufwachsen als asiatisch gelesene Person in einer von Rassismus geprägten Umgebung, sondern erklärt auch auf einer allgemeinen Ebene klassische Migrationsgeschichten von Vietnam nach Deutschland. Dabei schildert sie zum einen die Unterschiede der Lebenssituationen und möglichen Migrationsgründe zwischen Nord- und Südvietnames*innen. Zum anderen die Unterschiede im Umgang mit diesen Migrant*innen zwischen Ost- und Westdeutschland.

Ich habe beim Lesen sehr viel gelernt. Hami differenziert strukturellen Rassismus und gliedert diesen in verschiedene Bereiche, wie z.B. Fetischisierung, rechtsextremen Anschlägen, der Umgang mit 'asiatischem' Essen oder die Jagd nach unberührter Authentizität bei Reisen in das jeweilige Land.
Die Autorin berichtet von den Existenzängsten, die ihr gesamtes Leben plagten, mit einer ständigen Angst vor einer Abschiebung durch die Schikane der Ausländerbehörde. Vieles, was sie schreibt, macht extrem betroffen.

Wer Hami Nguyen bereits bei Instagram folgt, weiß um ihre aktivistische Aufklärungsarbeit. Dieses Buch ist ein wichtiger und sehr persönlicher Teil dieser Arbeit und hilft, antiasiatischen Rassismus in Deutschland besser zu beleuchten, um ihm besser entgegentreten zu können. Ganz große Empfehlung!

Positiv hervorheben möchte ich zudem, dass das Buch Triggerwarnungen enthält.

CN: rassistische Gewalt, Polizeigewalt, Mord, Suchterkrankungen, Drogenkonsum, sexualisierte Gewalt
Profile Image for Isa ◡̈ .
232 reviews43 followers
November 20, 2023
»Es gab dieses Wir und die anderen. Unser Anderssein hatten wir uns nie ausgesucht, und doch war es nun mal ein Umstand, den wir nicht ändern konnten. Wir konnten nur unser Bestes geben, um damit zu leben.« (S.63) 💔
.
.
.
Lassen wir das kurz auf uns wirken.
.
.
.

Es tut weh, und das sollte es auch. 💔 Was bedeutet es, wenn mensch sich selbst unsichtbar macht, um nicht aufzufallen?

»Ich war die personifizierte Unsichtbarkeit. Alles war besser, als aufzufallen, denn dann hätten die anderen gemerkt, wie meine Lebensrealität wirklich aussah.« (S. 92) 🧖🏻‍♀️

Hami Nguyễn schreibt in ihrem neuen KNALLER- Sachbuch »Das Ende der Unsichtbarkeit. Warum wir über anti-asiatischen Rassismus sprechen müssen.« über 💥 anti-asiatischen Rassismus 💥: Angefangen damit, dass Menschen eines riesigen Kontinents auf ‚Asiat*innen‘ reduziert werden; über Boatpeople und die Historie der vietnamesischen Vertragsarbeiter*innen in der DDR und deren Familien; über die ständige Angst vor einer Abschiebung, institutionalisiertem Rassismus in Behören (ja, natürlich auch bei der Ausländerbehörde), Duldungsverlängerungen von 3 Monaten (😢) und Asylanträgen bis hin zu den Progromen (Rostock-Lichtenhagen (1992); Hoyerswerda (1991)) und diversen Gewalt- und Tötungsdelikten. Sie erklärt, wieso Unsichtbarkeit ein Teil der Rassismuserfahrungen ist, die Menschen mit vermeintlich ost- bzw. südostasiatischen Wurzeln erfahren. Und, warum der ‚positive‘ Rassismus mit dem Mythos der Vorzeigeminderheit nicht nur einen enormen psychischen Stress für Betroffene bedeutet, sondern auch, warum es den strukturellen Rassismus, der dahinter steht, so unsichtbar macht. Hami Nguyễn gelingt es hervorragend, die Verbindung zwischen all wissenschaftlichen Aspekten und ihrer persönlichen Geschichte herauszustellen und so dieses Sachbuch nicht nur extrem faktenbasiert und fundiert zu schreiben, sondern die Leserschaft zusätzlich auf einer weiteren emotionalen Ebene zu erreichen.

»Weißt du, wie es ist, immer ein Alien unter euch zu sein?« (S. 237) 👾

Es ist so ein verdammt wichtiges Sachbuch, das Hami Nguyễn verfasst hat. Denn: Wir brauchen sie alle: Die Geschichten, Perspektiven und Lebenserfahrungen aller Menschen unserer Gesellschaft. Es ist so wichtig, zu verstehen, wie Lebensrealitäten differenzieren und wie wir alle unsere Gesellschaft zu einer besseren machen können — für ALLE für UNS ALLE. 🤝🏼

»Representation matters: Damit sind nicht nur Hautfarbe, Herkunft oder das Geschlecht gemeint, sondern auch Traditionen, Geschichten und Lebensrealitäten.« (S.76)

DANKE liebe Hami Nguyễn 🧡💜 für Dein unfassbar kluges, recherchiertes, bereicherndes und wichtiges Sachbuch und Deinen Mut, dies mit uns allen zu teilen. Ich wünsche diesem Buch unfassbar viele Leser*innen.

Mein Sachbuch-Highlight 2023 ! 💜🧡
Profile Image for Riathulhu.
169 reviews2 followers
July 29, 2024
Sehr gutes Buch über Rassismus gegen asiatisch gelesene Menschen in Deutschland, über den Mythos der „Vorzeigeminderheit“ und auch warum darüber eigentlich kaum gesellschaftlicher Diskurs stattfindet. Hami Nguyen schreibt sehr verständlich und einleuchtend und ich hoffe das war nicht ihr letztes Buch.
Profile Image for Tam.
41 reviews
May 15, 2024
Hami Nguyens Buch hat mich sehr tief berührt. Viele Gedanken, die sie beschreibt, sind Gedanken, die ich oft hatte, aber nie wirklich verbalisieren konnte. Viele Kindheitserinnerungen von Scham, Unsichtbarkeit, Anpassung und Rassismus sind sehr ähnlich zu meinen, die ich einfach über die Jahre hinweg verdrängt und vergessen habe. Oft habe ich geweint, wenn sie von ihren Erlebnissen erzählt, da sich meine in ihren spiegeln. Vielen Dank Hami für dieses tolle Buch!
6 reviews
March 1, 2024
Dieses Buch empfinde ich als einen unglaublich wertvollen Beitrag, weil es so unverfälscht die Realität schildert, der wir VietnamesInnen in Deutschland traurigerweise noch ausgesetzt sind. Bitte lasst uns nicht mehr wegsehen. Danke Hami dafür, dass du uns, unseren Eltern und zukünftigen Generationen mit diesem Buch eine Stimme gegeben hast.
Profile Image for __frozenrobot__.
80 reviews4 followers
May 23, 2024
Ich rezensiere dieses Buch als weiße nicht-marginalisierte Person, wodurch meine Meinung nicht besonders wichtig ist, wenn es darum geht, ob dieses Buch „gut“ oder „schlecht“ ist.
Ich habe vom Ullstein Verlag ein Rezensionsexemplar von „Das Ende der Unsichtbarkeit“ bekommen, die Meinung ist aber ganz meine eigene.

Über anti-asiatischen Rassismus (der Begriff wird von der Autorin entsprechend problematisiert und eingeordnet), wird nicht nur viel zu wenig geschrieben sondern er hat allgemeinen einen viel zu geringen Stellenwert in der Dominanzgesellschaft - nämlich so gut wie keinen.
In einer Mischung aus Erzählung und historischer Recherche eröffnet Hami Nguyen den Leser*innen Einblicke in die vietdiasporische Gesellschaft des heutigen Deutschland und legt die historische Werdung dieser Gesellschaft dar.
Von den Vertragsarbeiter*innen der DDR und den „Bootsflüchtlingen“ in der BRD lernt die Leserschaft die Ursprünge vietnamesischen Lebens in Deutschland und die Geschichte des anti-asiatischen Rassismus kennen. Nguyen erwähnt die Pogrome der 90er-Jahre gegen vietnamesische Menschen, die menschenunwürdige Behandlung seitens der Ausländerbehörde gegenüber Menschen ohne deutschen Pass und die Jahrzehnte der Ungewissheit und Perspektivlosigkeit. Sie berichtet auch über den extrem starken Alltagsrassismus, der weißen Menschen schon von Kindesbeinen auf mitgegeben wird. Ich habe mich sofort an die furchtbaren anti-asiatischen Sprechreime erinnert, die wir als Kinder hoch und runter skandiert haben, ohne auch nur die geringste Ahnung zu haben, was für eine Wucht der verbalen Gewalt wir da von uns geben.
Ebenso interessant war die Abhandlung über die Bedeutung und Entstehung sog. Asia-Restaurants, dem Hype um das sog. „China-Restaurant-Syndrom“ und die rassistische Stigmatisierung von Bubble Tea in den 2010er-Jahren.

Insgesamt empfand ich das Buch als sehr gut lesbar für Menschen, die sich noch wenig mit rassistischer Theorie beschäftigt haben und einen ersten Zugang in das Thema suchen aber auch überaus gelungen für Menschen, die gerade in ihrer eigenen Antirassismusaufarbeitung stecken und das sehr wichtige Feld des antiasiatischen bzw. antivietnamesischen Rassismus mehr Beachtung schenken wollen.
Profile Image for Literaturina.
197 reviews15 followers
December 30, 2023
In den letzten Jahren habe ich mich wie zum Glück auch viele andere zunehmend mit dem Thema Rassismus beschäftigt und möchte das auch beibehalten. Dazu lernt man – insbesondere als Weiße Person – meiner Ansicht nach ja leider nie aus.

Eben das zeigte sich auch wieder bei diesem Buch, das mir freundlicher- wie auch überraschenderweise von den Ullstein-Verlagen zugesendet wurde (herzlichen Dank an dieser Stelle!). Denn speziell mit anti-asiatischem Rassismus habe ich mich noch nicht wirklich auseinandergesetzt und der (umstrittene) Begriff ist wohl auch erst im Zusammenhang mit Corona überhaupt mal in der deutschen Mehrheitsgesellschaft angelangt.

Und damit sind wir auch schon bei dem ersten Problem und Grund, warum ihr alle dieses Buch lesen solltet: selbst, wenn es irgendwo explizit um Rassismus geht, wird anti-asiatischer Rassismus dabei oft nicht berücksichtigt.

„Rassistische Gewalt ist nach wie vor ein Nischenthema und rassistische Gewalt gegenüber asiatisch gelesenen Menschen nahezu unsichtbar.“ (S. 145)

Rassismus ist nicht gleich Rassismus. Innerhalb dieser Diskriminierungsform gibt es noch weitere Abstufungen, nicht nur wenn es um Colorism geht, sondern auch je nach vermeintlicher Herkunft.

Dieses sehr persönliche autobiographische Sachbuch habe ich mit anhaltendem Kopfschütteln, gezücktem Bleistift und zum Glück nicht alleine gelesen – ich bin sehr dankbar für unseren intensiven und ebenfalls sehr persönlichen Austausch mit vielfältigen Perspektiven innerhalb unserer Leserunde mit @cheap.and.cheerful und @janina.books !

Euch allen möchte ich dieses Buch sehr ans Herz legen – es ist so wichtig, dass wir uns alle damit befassen, um unser aller Miteinander zu verbessern und empathisch zu sein.

Zwei Kritikpunkte habe ich allerdings: der für mich wichtigste bezieht sich auf die Verwendung des Begriffs „pseudoallergische[r] Reaktionen“ (S. 196), hier in Bezug auf Glutamat. (In diesem Zusammenhang empfehle ich das Video „Glutamat ist unbedenklich“ von maiLab.) Ich vermute, dass hier einfach unbewusst dieser Begriff verwendet wurde, nur gibt es sogenannte Pseudoallergien in der Medizin tatsächlich und von einer davon bin ich auch betroffen. Daher ist mir als chronisch Erkrankter die Begrifflichkeit an dieser Stelle auch so wichtig, auch wenn ich verstehe, wie es hier gemeint ist. Vielleicht kann dies in der nächsten Auflage ja noch mal überarbeitet werden. Es schmälert dennoch keineswegs den großen Mehrwert dieser Lektüre insgesamt!

Vielen lieben Dank an die Ullstein-Verlage für dieses Rezensionsexemplar!

TW: Rassismus, Polizeigewalt, Abschiebung, Ableismus, Progrome/rechtsradikale Anschläge, Spiel- und Drogensucht, Abhängigkeit von Ämtern und respektloses Verhalten dort, Existenzängste, institutionalisierte Diskriminierung, Menschenhandel

[Unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar]
Profile Image for SerenaBipan.
10 reviews2 followers
December 27, 2024
Wärmstens zu empfehlen! Mir war klar, dass ich wenig Ahnung von anti-asiatischem Rassismus hatte, weswegen ich das Buch unbedingt lesen wollte. Nicht nur habe ich endlich dazugelernt: das Buch liest sich wundervoll flüssig; für mich hatte es auch einen Spannungsbogen, den ich kaum beschreiben kann; ich war wütend, traurig, es bewegte mich; nur musste ich es teils wegen mir heavy Topics pausieren, was das Buch jedoch nicht weniger empfehlenswert macht. READ IT✊🏼
7 reviews1 follower
August 6, 2024
Must read, habe viel neues dazu gelernt und gibt einem Thema Raum, welchem z. Z. noch viel zu wenig Beachtung gegeben wird. Es ist sehr verständlich geschrieben (auch weil die Autorin viele Beispiele aus dem alltäglichen Leben gibt) und dank des Schreibstils macht es auch „Spaß“ sich mit dem Thema zu beschäftigen
Profile Image for zschmerlz.
17 reviews1 follower
May 17, 2024
So kohärent und schlau geschrieben und trotzdem super einfach und schnell zu lesen. Sehr Persönlich ohne an Intellektualität zu fehlen
Profile Image for Arbnora.
64 reviews
November 22, 2023
"Das Ende der Unsichtbarkeit" ist eine Mischung aus Sachbuch und Erfahrungsbericht über anti-asiatischen Rassismus. Hami Nguyen, geboren 1989 in Vietnam, floh 1991 mit ihrer Mutter in die DDR, wo ihr Vater als Vertragsarbeiter tätig war. Das Buch beleuchtet eingehend den Rassismus, dem asiatisch gelesene Menschen in Deutschland ausgesetzt waren und sind. Dabei werden die Grundlagen, verschiedene Facetten und Hintergründe dieses Rassismus umfassend behandelt.
Nguyens Darstellung ist äußerst zugänglich. Sie beginnt mit Erinnerungen aus ihrer frühen Kindheit und führt den Leser durch ihre Jugend bis ins Erwachsenenalter. Die Familie kämpfte ständig mit der Ausländerbehörde, um ihre Duldung zu verlängern und die Hoffnung auf eine sicherere Zukunft zu bewahren. Diese permanente Angst vor Abschiebung begleitete sie. Durch die Ausbeutung der Vertragsarbeiter fehlte der Familie oft das nötige Kleingeld. Zusätzlich sah sie sich in der Schule und im Alltag mit zahlreichen Diskriminierungen konfrontiert. Eine Kindheit, geprägt von Sorgen und Herausforderungen.
Nguyen stützt ihre eigenen Erfahrungen durch fundierte Forschungsergebnisse und historische Beispiele. Das Buch vermittelt Einblicke in die Geschichte Vietnams sowie die Gründe für die Auswanderung nach Deutschland. Ein zentrales Thema ist die "Unsichtbarkeit" der asiatisch-gelesenen Bevölkerung. Aufgrund des gängigen Klischees der Anpassungsfähigkeit werden ihre Rassismuserfahrungen oft ignoriert. Das Buch verdeutlicht jedoch, wie vielfältig die Arten von Rassismus sind, denen asiatisch gelesene Menschen ausgesetzt sind.
"Das Ende der Unsichtbarkeit" regte mich zum Nachdenken an und weckte mein Interesse für verschiedene Themen. Als in Deutschland lebende Person mit Migrationshintergrund fand ich es interessant zu lesen, welche unterschiedlichen Erfahrungen Menschen je nach Herkunftsland bzw. Kontinent machen. Besonders die Thematik des "sich unsichtbar fühlen" war mir zuvor nicht in diesem Ausmaß bewusst.
Ich empfehle dieses Buch uneingeschränkt jedem Leser weiter!
Profile Image for Alina_liest07.
132 reviews6 followers
October 29, 2023
Eine wichtige Stimme
„Das Ende der Unsichtbarkeit“ behandelt eine in Deutschland noch viel zu wenig beachtete Form der Diskriminierung: Dem sogenannten anti-asiatischen Rassismus.

In elf Kapitel verbindet Hami Nguyen ihre persönlichen Erfahrungen mit der Geschichte der vietnamesischen Einwander*innen in Deutschland.
Die Autorin gibt uns eine kurze Einordnung der jüngeren vietnamesischen Geschichte und in die unterschiedlichen Bedingungen, die vietnamesische Flüchtlinge und Vertragsarbeiter*innen in der BRD und DDR erfahren haben. Besonders eindrücklich zeigt sie wie rassistische Pogrome wie Rostock-Lichtenhagen in Abschiebungen und verschärften Asylgesetzen anstatt Schutz der Betroffenen mündeten.

Nguyen schreibt und argumentiert dabei immer leicht verständlich, durch die Verbindung ihrer persönlichen Geschichte mit historischen und strukturellen Begebenheiten werden Probleme und Diskriminierungen sehr greifbar.
Es wird eindrücklich dargestellt welchen enormen Schäden willkürlichen Entscheidungen von Behörden und die ständigen Belastungen durch prekäre Aufenthaltsstatus verursachen.
Auch die Auswirkungen von vermeintlichen positiven Stereotypen und Fremdzuschreibungen – wie die von angepassten und fleißigen Migrant*innen – entlarvt die Autorin als zutiefst schädlich. So etwas wie positiven Rassismus gibt es nicht!

„Das Ende der Unsichtbarkeit“ ist ein sehr wichtiges Sachbuch - eines der ersten die das Thema des anti-asiatischen Rassismus in Deutschland behandelt - von dem ich viel gelernt habe.
Vor allem aber ist es auch eine sehr intime und berührende Geschichte und eine unbedingte Leseempfehlung!
Profile Image for Rosamund.
385 reviews20 followers
Read
February 4, 2025
Ohne Zweifel ein sehr notwendiges Buch, auch die wohlmeinendsten nichtrassifizierten Deutschen wären wohl vom hier Dargelegten schockiert. Sehr zugänglich geschrieben. An manchen Stellen etwas repetitiv und gleichzeitig irgendwie umgekehrt: für mich hätten bestimmte Punkte besser ausgearbeitet (und sogar recherchiert) werden können
Profile Image for Laura.
24 reviews
November 12, 2023
Hami Nguyens Werk "Das Ende der Unsichtbarkeit" ist ein bedeutsames Sachbuch über anti-asiatischen Rassismus. Durch ihre persönlichen Erfahrungen gewährt sie Einblicke in die Herausforderungen denen man begegnet, wenn man als Vietdeutsche*r in Deutschland aufwächst. Sie erzählt von rassistischen Stereotypen, denen sie immer wieder ausgesetzt ist und der strukturellen Verankerung des Rassismus in Deutschland. Nguyen macht auch deutlich, wie rassistisch das Einwanderungssystem in Deutschland ist und wie viel Macht Einzelpersonen in diesem über rassifizierte Menschen ohne Deutsche Staatsbürgerschaft besitzen.

Neben den persönlichen Erfahrungen gibt die Autorin auch Einblicke in die Geschichte Deutschlands und Vietnams und wie dies miteinander verwoben sind. Es ist erschreckend, wie viel davon für mich neu war. Zurecht stellt Nguyen also die Frage, warum dieser Teil deutscher Geschichte nicht bereits in der Schule gelehrt wird. Das Buch sensibilisiert also auch für die Lücken in unserem Wissen über die historische und kulturelle Verbindung zwischen Deutschland und Vietnam.

Ein weiterer zentraler Aspekt des Buches ist die kritische Betrachtung von Stereotypen und rassistischen Darstellungen "asiatischer" Menschen. Ein (für mich) sehr eindrückliches Beispiel ist die Darstellung "asiatischer" Männer in Film und Fernsehen, denen oft jegliche Sexualität abgesprochen wird. Zudem wird diese Darstellung “asiatischer” Männer umso absurder, wenn man sich bewusst mach, wie stark gleichzeitig “asiatische” Frauen sexualisiert werden. Dieses und weitere Beispiele zeigten mir im Verlauf immer wieder auf wie stark ich rassistisch sozialisiert bin und wie wenig Gedanken ich mir bisher gemacht habe.

Das Buch ist allerdings nicht unbedingt als “Einsteigerwerk” geeignet. Wer sich noch nie so richtig mit Rassismus beschäftigt hat und die ganzen Begriffe (Racial Profiling, Blackfacing, Othering, …), die im Rassismus-Kontext auftreten, nicht kennt, wird schnell überfordert sein. Die Autorin erklärt in Fußnoten zwar immer die Bedeutung, die Herkunft und den Bezug dieser Begriffe, dennoch ist es eben ein Buch über anti-asiatischen Rassismus und keins über Rassismus allgemein.

Insgesamt leistet Nguyen mit ihrem Buch einen bedeutenden Beitrag um Bewusstsein für anti-asiatischen Rassismus zu schaffen und regt zur Aufarbeitung eines wichtigen Teils deutscher Geschichte an, der leider bisher komplett ignoriert wird.
Profile Image for Julia Krieger.
31 reviews
November 12, 2023
Vorab: Persönlich versuche ich möglichst offen und unvoreingenommen zu sein; durch Bücher und Gespräche mit Leuten, merke ich jedoch immer wieder, dass mir in manchen Situationen die Problematik nicht ersichtlich ist - weil ich nicht persönlich betroffen bin oder war. Durch das Buch "Das Ende der Unsichtbarkeit" von Hami Nguyen konnte ich mich mit anti-asiatischem Rassismus über eine weitere für mich größtenteils unbekannte Form des Rassismus beschäftigen.

Die Autorin beschreibt in diesem Buch die verschiedenen Facetten des anti-asiatischen Rassismus und kombiniert eben diese Themen mit historischen und persönlichen Beispielen. Teilweise wusste ich um die Schwierigkeiten in unserer Gesellschaft, war jedoch durch die persönlichen Einblicke immer wieder schockiert. Über andere Teile des Rassismus, wie zum Beispiel das "Napalm-Mädchen", musste ich an mir selbst erkennen und kann fortan mit dem neuen Wissen versuchen mich zu bessern.

Besonders in den beschriebenen Szenen der Kindheit konnte ich mich stark reinversetzen, da ich selbst ebenfalls aus dem Ausland stamme und die erste Zeit in Deutschland in einer Ausländerwohnheim in Sachsen-Anhalt verbracht habe.

"Zu Hause gab es viele Probleme, immerzu eigentlich, und zu Hause war ich ein Kind mit Erwachsenenproblemen auf meinen Schultern. >...< Ich schämte mich dafür, nie in den Urlaub zu fahren, und für die fehlenden Sprachkenntnisse meiner Mutter." - Seite 61

"Es gibt eine Sache, die ich sehr schnell gemerkt habe, nachdem ich eingeschult wurde: Ich bin anders als die anderen. >...< Es gab so vieles, was ich nicht kannte. >...< Ich glaube, viele Menschen unterschätzen, wie viel kleine Kinder bereits über Kultur und Gesellschaft, in der sie leben, lernen und wie viel Wissen sie in den ersten Lebensjahren schon ansammeln." - Seite 69

Nichtsdestotrotz habe ich den anti-asiatischen Rassismus gewissermaßen "unterschätzt" und manche Sachen nicht so kritisch gesehen, wie es für betroffene Personen war. Das Buch war in der Form für mich sehr interessant und hoffentlich auch für andere eine gute Grundlage zur Aufarbeitung der eigenen Sichtweise auf unsere Gesellschaft.

Ich kann das Buch nur weiterempfehlen - es war informierend, hat mich berührt, war einfach geschrieben und leicht verständlich.
Profile Image for Steffi Kohl.
148 reviews1 follower
October 30, 2023
Sehr wichtiges Buch

Ich finde dieses Buch von Hami Nguyen sehr wichtig und interessant. Wir hatten immer viel mit vietnamesische Nachbarn, Ladenbesitzern und Dienstleistern zu tun , schon zu DDR-Zeiten und unser Verhältnis war immer völlig normal - wie wir dachten. Aber das gilt nur für unsere Seite , für unsere Sicht der Dinge.
Dieses Buch wirft einen tiefen Blick hinter die Fassade , zeigt Aspekte auf , an die ich noch nie so gedacht habe. Anti-asiatischen Rassismus war für mich nie ein Thema. Warum eigentlich nicht ? Weil wir uns nicht gestört fühlten? Will die Vietnamesen meistens lächelten ?
Was können wir tun, was ändern im Umgang miteinander ? Zuerst einmal müssen wir uns des Problems überhaupt bewusst werden. Es gibt eben nicht nur antiafrikanischen und antimuslimischen Rassismus .
Die Lektüre dieses Sachbuches hat bei mir viele Fragen aufgeworfen. Ich musste erst einmal klar kommen mit Begriffen wie „weiße Dominanzgesellschaft“. Die Autorin erklärt auch , warum der Begriff "antiasiatischer Rassismus" eigentlich falsch ist, aber es wird auch nachvollziehbar , warum sie ihn dennoch verwendet.

Deshalb ist wichtig , sich mit diesem Buch und der erlebten Situation der Vietnamesen zu beschäftigen. Das Buch wird viel nahbarer , weil es eben kein reines Sachbuch ist ,auch kein Buch , das uns belehren will.
Hami Nguyen, eine real existierende Frau erzählt hier ihre reale , intime Geschichte. Wir können ein wenig nachempfinden, wie es sein muss als Kind in Deutschland zu leben und immer Angst zu haben abgeschoben zu werden.

Der Autorin gelingt es am Ende ihres Buches , aufzuzeigen, welche Möglichkeiten jeder Einzelne heute hat, die Thematik aufzuarbeiten. Und das tut sie in einer verständnisvollen, manchmal fast liebevollen Art.
Für mich ist dieses Buch eine der wichtigsten und lesenswertesten Neuerscheinungen auf dem Sachbuchmarkt dieses Jahres.
Profile Image for Hannah.
210 reviews1 follower
November 20, 2023
Die Autorin Hami Nguyen verbindet in diesem Werk ihre persönlichen Erfahrungen mit Rassismus und Diskriminierung auf struktureller Ebene. Ich habe bereits einige Bücher zur Thematik Rassismus gelesen und dieses Werk hat mir als weiße Person nochmal weitere Perspektiven eröffnen und neue Erkenntnisse schaffen können. Der Aktivismus der Autorin ergibt sich dabei aus der Notwendigkeit heraus und ist dadurch nicht immer eine freiwillige Entscheidung, wie sie zu Anfang darstellt.
Besonders den historischen Hintergrund der vietnamesischen Vertragsarbeiter in der DDR sowie der Bootsflüchtlinge fand ich interessant, da ich diesen vorher nicht kannte und mir die damit einhergehenden Diskriminierungserfahrungen nicht bewusst waren. Hami Nguyen berichtet von ihrer Kindheit, über der immer das Damoklesschwert der Abschiebung hing und die dauernde Angst vor willkürlichen Behördenschikanen. Dazu kam eine schwierige und belastende Familiensituation, die auch durch die äußeren Umstände bedingt war.
Ein weiterer Faktor der Unsichtbarkeit des antiasiatischen Rassismus ist der sog. positive Rassismus, den asiatisch markierte Personen erleben müssen, dabei haben sie oft gar keine Wahl, außer sich anzupassen. Das Nichtanerkennen dieser Problematik macht die Rassismuserfahrungen unsichtbar und führt dazu, dass Diskriminierung nicht als solche gesehen wird. Das Buch enthält viele weitere Aspekte, deren Hintergrund und Auswirkungen untersucht und beschrieben werden.
Der Schreibstil ist einfach zu lesen und daher für viele Menschen zugänglich und ich hoffe, dass viele dieses Buch lesen und der Diskurs dadurch angestoßen wird und den Rassismuserfahrungen vietnamesischer Menschen Aufmerksamkeit gegeben wird.
Profile Image for Lucie.
399 reviews4 followers
November 15, 2023
Am Anfang meiner Rezension möchte ich erwähnen, dass ich das Buch netterweise vom Verlag zur Verfügung gestellt bekommen habe, dass dieser Fakt meine Bewertung allerdings nicht beeinflusst.
Dieses Buch war wirklich unglaublich. Ich habe mich zwar schon im Privaten, so wie aufgrund meines Studiums, mit der Thematik Rassismus auseinandergesetzt, allerdings hat dieses Buch etwas ganz Besonderes an sich, was mich wahnsinnig bewegt und wachgerüttelt hat. Dadurch dass ich eine weiße Person bin, ist mir vieles zwar irgendwo bewusst gewesen, jedoch wurde ich so sozialisiert, dass mir der rassistische Anteil daran nicht als solcher aufgefallen ist-so blöd wie das klingen mag. Und gerade deswegen hat das Buch wahnsinnige Emotionen wie Wut, Trauer, Frust in mir ausgelöst, was vor allem an dem fantastischen Schreibstil der Autorin Hami Nguyen liegt. Hinzu kommt, dass diese ihre persönlichen Erfahrungen mit belegbaren Fakten untermalt hat, wodurch ein Gesamtbild erschaffen wurde, dass einem bei dieser Art von Thematik echt sprachlos zurücklässt. Viel mehr kann ich schlussendlich nicht über dieses wunderbare Werk sagen, außer, dass es eine dicke Leseempfehlung von meiner Seite aus gibt. Auch wenn viele Personen versuchen den unschönen Thematiken aus dem Weg zu gehen, ist es umso wichtiger, sich auch diesen bewusst zu werden, um für mehr Verständnis zu sorgen und dem Problem sogar entgegenzuwirken.
Profile Image for PiaReads.
345 reviews8 followers
June 5, 2025
Ich finde dieses Buch grossartig. Hami Nguyen hat mit ihren persönlichen Erfahrungen und deren Einordnung in einen systemischen und historischen Kontext einen wichtigen und zugänglichen Beitrag zur deutschen Rassismusdebatte geleistet. Besonders das Thema des anti-asiatischen Rassismus – bisher in Deutschland oft marginalisiert – rückt sie auf eindrückliche Weise in den Fokus.

Schon früh im Buch wird deutlich, wie tief die Erfahrung von Ausgrenzung und Unsichtbarkeit reicht: „Als Kind wusste ich bereits, wie sich Ohnmacht anfühlt, bevor ich lernte, Träume und Wünsche zu haben.“

Besonders beeindruckt hat mich, wie Nguyen internalisierten Rassismus beschreibt: „Ich konnte nachvollziehen, warum ich nicht als attraktiv empfunden wurde, weil ich selbst auch nur Menschen schön fand, die nicht ostasiatisch aussahen.“

Das Buch ist nicht nur eine persönliche Geschichte, sondern Teil einer kollektiven Erfahrung, die bisher viel zu wenig Platz in der deutschen Erinnerungskultur bekommt. Wie Nguyen selbst schreibt: „Dies ist zwar meine Geschichte, aber sie ist Teil einer kollektiven Geschichte, die wiederum ein wichtiger Teil deutscher Geschichte ist.“

Fazit: Ein mutiges, kluges und berührendes Buch, das längst überfällig war – und hoffentlich noch viele Leser*innen findet.
Profile Image for Vika.
98 reviews1 follower
February 19, 2024
"Das Ende der Unsichtbarkeit" erzählt eine Geschichte, die zu oft ungesagt bleibt und deshalb vermutlich den Wenigstens - zumindest ging es mir so - bekannt ist. Es erzählt die Geschichte von Vietnames*innen in Deutschland, wie viele entweder als Arbeiter*innen oder Bootflüchtende nach Deutschland kamen, über das Schweigen über mehrere rassistische Anschläge, über Mikrorassismus im Alltag und über systemischen Rassismus auf größerer Ebene. Eine unglaublich wichtige Lektüre, um das Schweigen über den Rassismus, den eine Gruppe, die gern als "Vorzeigeminderheit" betitelt wird, tagtäglich erleben muss zu brechen, und die Erfahrungen aus der Unsichtbarkeit zu holen. Ich selbst war schockiert, wie viel von dem, was Hami Nguyen kritisiert, im Alltag oft unbemerkt bleibt und wie viel jede*r von uns auf jeden Fall zu lernen - und auch zu tun hat, um diese Stimmen zu amplifizieren und Strukturen zu verändern. Der Schreibstil ist sehr flüssig, in meinen Augen sachlich - trotz emotionalem Content -, und liest sich unglaublich schnell. Eine riesige Empfehlung meinerseits!
24 reviews
January 23, 2024
Das Buch „Das Ende der Unsichtbarkeit, warum wir über anti-asiatischen Rassismus reden müssen“ von Hami Nguyen hat mich sehr zum Nachdenken angeregt. Es ist ein super wichtiges Buch. Die Autorin erzählt die Geschichte ihrer Familie sehr authentisch. Ihre Familie musste aus Vietnam fliehen, als Hami gerade einmal zwei Jahre alt war. Sie erzählt die Geschichte ihrer Familie sehr persönlich und einfühlsam und bringt die Gefühle und Gedanke sehr gut rüber. Zum Beispiel wie man Ankommen und Wurzeln schlagen kann, wenn die Angst vor einer Abschiebung dauernd im Raum steht. Es ist wirklich mitreißend.

Ich habe anti-asiatischen Rassismus erst seit Corona auf dem Schirm. Zu der Zeit war er für mich das erste mal präsent. Das Buch hat mir noch mehr die Augen geöffnet.

Insgesamt ist „Das Ende der Unsichtbarkeit“ ein sehr empfehlenswertes und wichtiges Buch, das einen wirklich zum Nachdenken anregt.
Displaying 1 - 30 of 46 reviews

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.