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Weißen Feminismus canceln: Warum unser Feminismus feministischer werden muss

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Der Feminismus in Deutschland muss sich ändern, fordert die Journalistin und Autorin Sibel Schick: Wir brauchen Gerechtigkeit statt Ausgrenzung!

Sich selbst als Feminist*in zu bezeichnen, hat Konjunktur, aber das heißt noch lange nicht, dass der Mainstream-Feminismus diesen Namen verdient hätte. Von ihm profitieren in Deutschland nämlich nur wenige: privilegierte, heterosexuelle und cisgeschlechtliche weiße Mittelschichtsangehörige. Und die Ausbeutung aller anderen wird in die Unsichtbarkeit gedrängt.

Wenn wir in einer freien Gesellschaft leben möchten, die echte Gleichberechtigung für alle Menschen fordert, muss sich vieles ändern: in unserem Zusammenleben, der Politik, online, im Job und überhaupt in unserem Demokratieverständnis. Schritt für Schritt analysiert Sibel Schick die Ausschlussmechanismen des weißen Feminismus anhand aktueller gesellschaftlicher Debatten und bricht dabei mit Traditionen und Erwartungen. Ein hochrelevantes Plädoyer für eine gerechtere Welt.

256 pages, Hardcover

Published September 27, 2023

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Sibel Schick

5 books11 followers

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Displaying 1 - 17 of 17 reviews
Profile Image for Berit.
110 reviews23 followers
March 8, 2024
Wenn dein Feminismus nicht intersektional ist, ist es kein Feminismus.

Ich bin ehrlich: Es macht so müde und frustriert, immer wieder die gleichen Kämpfe ausfechten zu müssen. Und ich meine nicht die gegen „die Rechten und Konservativen“ mit ihren bekannten antifeminsitischen Parolen, sondern die Kämpfe innerhalb der eigenen „Szene“. All die Schwarzer-Fans, TERFS, Sexarbeit-Gegner*innen und einfach die vielen privilegierten weißen cis Frauen, die ihren sogenannten „Feminismus“ als exklusiv verstehen.

Wie gut, dass es dennoch so vieles gibt, was (wieder) Hoffnung macht. Gute Bücher zum Beispiel:

Pünktlich zum feministischen Kampftag habe ich heute Sibel Schicks „weißen Feminismus canceln“ beendet und ich fühl mich zornig (wie immer, nach Lektüren dieser Art, aber, wie wir alle inzwischen wissen: Wut ist was Gutes) und-dadurch- wundervoll empowert.
Schick skizziert das Bild eines Feminismus, der nicht ausschleißt, sondern in seinen Kämpfen alle mitmeint und miteinbezieht. Ihre Ausführungen sind auf der einen Seite individuell-autobiographisch unterlegt, auf der anderen eingebettet in eine Systemkritik im größeren Stil, der den angestammten zweite Welle-Feminismus á la Schwarzer & co dekonstruiert und entlarvt:

„Die weißen Feministinnen orientieren sich nicht an Gerechtigkeit, sondern am Status weißer Männer. Anstatt den ganzen Tisch umzuwerfen (oder am besten abzufackeln), fordert der weiße Feminismus, dass eine begrenzte Zahl an Frauen mit am exklusiven Tisch sitzt. […] Der Kampf um diesen Platz am Tisch der weißen cis Männer wird aber auf Kosten anderer geführt: armer Menschen, migrantischer oder mirgantisierter Personen, trans Personen, behinderten Menschen, Sexarbeiter*innen, die Liste ist lang. Teil eines diskriminierenden Systems zu werden funktioniert nämlich nicht anders, als dass man darin selbst zur Täterin wird.“

Ihr Lieben, geht auf die Straße. Nicht nur heute. Denn feministischer Kampftag ist jeden Tag und wir sind noch lange nicht am Ziel. Und das gilt nicht nur für „die“ (weißen, cis…) Frauen:

„Feminismus sorgt für Gleichberechtigung, Gerechtigkeit und Freiheit. Und Freiheit kann es nur geben, wenn alle frei sind.“

In diesem Sinne: Lasst uns den Tisch gemeinsam abfackeln
Profile Image for naomi.
31 reviews
Read
March 16, 2024
Weißen Feminismus beschreibt Sibel Schick als politische Haltung, die sich an der weißen, bildungsbürgerlichen, able-bodied, cis-hetero „Norm“-Frau ausrichtet, dabei jedoch (vermeintlich) im Namen „aller“ Frauen spricht. Das führt zur Unsichtbarmachung, Ausgrenzung und Diskriminierung von besonders vulnerablen Gruppen, denn die Lebensrealitäten von BIPoC-Frauen, Schwarzen Frauen, migrantisierten und geflüchteten Frauen, prekär lebenden Frauen, queeren und trans Frauen werden systematisch ausgeblendet.
Die Journalistin und Autorin zeigt in ihrem neuen Buch „Weißen Feminismus canceln“, warum ein weißer Feminismus geradezu anti-feministisch ist. Weiße Feminist*innen erkämpfen ihre Privilegien auf Kosten anderer. Sei es, dass trans Frauen ihr Frausein aberkannt wird, Sexarbeiter*innen kriminalisiert werden oder migrantisierten Frauen ihre Selbstbestimmung abgesprochen wird. „Das ist die Essenz des weißen Feminismus: die Gewalt umlenken, anstatt sie abzuschaffen. Das ist allerdings keine Selbstverteidigung, sondern ein aktives gewalttätiges Handeln gegen eine Gruppe, deren Betroffenheit vielfältig ist.“ Sibel Schick nimmt die Haltungen weißer Feministinnen wie Alice Schwarzer und Sophie Passmann auseinander und setzt ihnen intersektionale feministische Stimmen entgegen, die sich für die Rechte von mehrfachdiskriminierten Personen einsetzen. Der feministische Kampf ist immer auch einer gegen Rassismus und Klassismus; er fordert echte Gleichberechtigung für alle. Wie allgemein ist das „Allgemeine Wahlrecht“ heute? Warum sind härtere Strafen gegen sexuelle Belästigung unter Umständen gar nicht so feministisch? Inwiefern blendet der Gender Pay Gap die Realität mehrfachdiskriminierter migrantisierter Frauen aus? Das empfehlenswerte Buch liefert Ideen, wie ein intersektionaler Feminismus der Zukunft gestaltet sein kann, der eine tatsächliche Veränderung und Verbesserung für alle anstrebt.
Profile Image for Anna.
177 reviews
July 14, 2024
Finds sehr geil. De titel findi chli missverständlich, ich bin devo usgange dass es vor allem es antirassistischs buech isch, debii u.a. d theme trans und sexarbet mindestens genauso viel platz ii. Find es super buech. S interview am schluss würkt leider chli wie en nöd guet redigierte ahang. Drum hät s buech kein richtige schluss.
Profile Image for Cheap.And.Cheerful.
411 reviews22 followers
October 11, 2023
*Werbung da Rezensionsexemplar*

Ähnlich wie bei 'Why we matter' von Emilia Roig oder 'Die Schönheit der Differenz' von Hadija Haruna-Oelker gibt uns Sibel Schick mit ihrem neuen Buch einen umfassenden Blick auf intersektionalen Feminismus, bzw. auf die Kehrseite, weißen Feminismus.

Das Buch eignet sich gut für Einsteigende in intersektionalen Feminismus, da Sibel Schick grundlegende Begriffe wie Nonpology, Abl3ismus oder auch TERF erklärt. Sie rückt diese Begriffe stets in die Gegenwart ein und macht sie greifbar anhand von aktuellen Ereignissen, oder auch Verhalten von Personen/Gruppen, die entsprechend dem weißen Feminismus handeln, wie z.B. Sophie Passmann, Sarah Kuttner, Alice Schwarzer, Terre des Femmes oder J.K. Rowling.

Weitere wichtige Kapitel beschäftigen sich mit politischer Teilhabe, mit Fokus auf die etlichen Menschen in Deutschland ohne Wahlrecht, sowie mit Polize1gewalt und allgemeiner Sicherheit. Außerdem gibt es ein Kapitel zu Arbeit, in dem Ausbeutung u.a. von Wanderarbeitenden und S3xarbeit thematisiert und somit ebenfalls aktuelle Debatten aufgegriffen werden.
Das Buch wird abgeschlossen mit einem Interview mit der trans Aktivistin und Kulturwissenschaftlerin Lou Kordts.

Sibel Schick hat versucht, einen gesamtgesellschaftlichen Blick darauf zu werfen, wie weißer Feminismus sich äußert und wie dieser schadet. Meinem Empfinden nach ist das Buch rund geworden, jedoch bleibt es bei ca. 255 Seiten nicht aus, dass manche Themen kürzer kommen und schnell abgehandelt werden.

Für mich persönlich waren die Abschnitte im Buch die interessantesten, in denen die Autorin die Brücke zwischen Theorie bzw. Fachbegriffen und Praxis schlägt und sehr gut veranschaulicht, wie z.B. ganz konkret Transf3indlichkeit das Leben von Menschen verschlechtert und bedroht. Damit verschafft Sibel Schick Missständen Sichtbarkeit, die in der Lebensrealität von manchen Menschen bisher unsichtbar blieben.

Gut gefallen hat mir auch das Quellenverzeichnis, da auch im Fließtext schon immer wieder spannende Bücher, Podcasts oder Artikel zitiert werden und man so die Möglichkeit hat, sich tiefer mit genannten Themen zu beschäftigen. Ich denke, selbst wenn man sich bereits grundlegend mit weißem Feminismus beschäftigt hat, kann man von Sibel Schick noch einiges mitnehmen, die unzähligen Beispiele auch über Deutschland hinaus, die Verflechtung der -ismen, das Gesamtbild.

CN: Rassi$mus, S3xismus, M0rd, Transf3indlichkeit, Abl3ismus, Kindesmi$shandlung, s3xuelle Gewalt, K-Wort, Schwangerschafts@bbruch
Profile Image for Mavi.
33 reviews1 follower
June 6, 2025
Weißer Feminismus ist, wenn du in einem Raum voller Menschen Aussagen, die neoliberale Machtstrukturen konstruktiv kritisieren, als persönlichen Angriff wahrnimmst, sie ignorierst, dich selbst als Opfer stilisierst und mit deiner Nonpoligy, deine Nicht-Entschuldigung, ohne Konsequenzen davonkommst.

Weißer Feminismus ist, wenn deine Privilegien dich bemächtigen trans, black, muslim, people of color, mit Behinderungen, mit Kopftuch zu delegitimisieren und Profit des Profits Willen aus deinem "Aktivismus" ziehst. #sophiepassmann

Weißer Feminismus muss gecancelt werden, damit unser Überleben, Sichtbarkeit, Rechte, Einkommen, Teilhabe, Ambitionen und Wünsche nicht von eurer Solidarität abhängig sind.
Profile Image for Jule.
351 reviews15 followers
March 14, 2024
Pflichtlektüre, um sich mit Feminismus auseinanderzusetzen!
Anhand von aktuellen Debatten (z Bsp Einbürgerung, Transfeindlichkeit, Polizeigewalt, Sexarbeit) sowie autobiographischer Bezügen schreibt Sibel Schick pointiert, klug und in verständlicher Sprache darüber, weshalb weißer Feminismus die Welt nicht retten wird, und wie er das kranke System stützt.
Das Buch ist ein absoluter Pageturner und super leicht verständlich zu lesen.
Besonders gut haben mir die Kapitel zu Einbürgerung und Sexarbeit gefallen.
Profile Image for Sabine.
9 reviews3 followers
October 12, 2025
Aufgerundet von 3.5

Ein gutes Buch, dass viele aktuelle Themen erklärt (TERFs) und veranschaulicht, warum der Feminismus sich mit anderen -ismen zusammenschliessen soll. Jedoch arbeitet die Autorin oft mit generellen Aussagen (die z.T. dann auch als "Allgemeinwissen" betitelt werden), ohne dass es effektive Quellenangaben gibt.

Das Buch endet leider mit einem sehr schwachen Kapitel (5. Arbeit) gefolgt von einem Interview. Ein Fazit oder Handlungsschritte gibt es nicht.
Profile Image for Greta.
31 reviews1 follower
September 24, 2024
richtig tolles buch! hab sehr viel daraus mitgenommen, es hat mich sehr zum nachdenken und reflektieren angeregt. lässt sich sehr gut lesen und fand es stellenweise irgendwie sogar spannend. kann es absolut empfehlen.
Profile Image for Kassandra Mona.
2 reviews
March 9, 2025
Wenn dein Feminismus nicht intersektional ist, ist er nichts wert. Dieses Buch hat so viele Kreise für mich geschlossen. Danke dafür.
492 reviews2 followers
October 9, 2023
So ein wichtiges Buch, das alle lesen sollten, besonders aber alle, die sich als Feminist*in bezeichnen, denn hier gilt es nochmal sich selbst und die eigenen Denkweisen zu hinterfragen. Auch für mich waren noch einige Anstöße dabei und ich werde ganz sicher noch einiges ändern. Dabei schreibt die Autorin gut verständlich und nicht anklagend. Wirklich ein tolles Buch, das so viel Wichtiges und sicher für viele Neues aufzeigt.

Definitive Leseempfehlung!
Profile Image for Aniya.
340 reviews36 followers
October 4, 2023
Sibel Schick hat hier ein dringend notwendiges Plädoyer für einen feministischeren Feminismus geschrieben. Ohne Intersektionalität werden wir nicht über Hierarchien und Ausbeutung hinwegkommen.

Und endlich, endlich hat jemand auch mal Klassismus auf dem Schirm und schreibt kapitalismuskritisch!

Girl Boss Feminism bringt uns nämlich nicht weiter.

- Dieser Feminismus konzentriert sich auf den Frauenanteil in Leitungsebenen, also in den Chefetagen, was bedeutet, dass gesellschaftliche Hierarchien nicht als Problem wahrgenommen werden, sondern nur als Strukturen, die man bedienen lernen muss. -

Leider sind wir alle komplett hirngewaschen, was unsere Einstellung zu Erwerbsarbeit, Geld, Ressourcen angeht. Das geht so weit, dass eine Person in meinem Bekanntenkreis, die seit über 30 Jahren krank ist und Geld vom Staat bezieht, über die faule Jugend meckert, die nicht mehr arbeiten will. Bezogen vor allem auf die Altenpflege, einen Beruf, den diese Person selber niemals hätte ergreifen wollen oder können. Die 3 Stunden in der Woche, die sie in einem Jugendtreff absolviert hat, waren ihr meist auch schon zu viel. Und nicht falsch verstehen: ich habe Verständnis für die Person und ihre Erkrankung, weil ich in einer ähnlichen Situation bin. Aber ich kann nicht verstehen, wie man dann auf andere hinabblicken und solche Sachen sagen kann.

- "Ich hatte es schwer, also sollen andere es auch schwer haben" ist natürlich kein Feminismus, sondern schlicht unsolidarisch. -

Neben Erklärungen zu verschiedenen Diskriminierungsformen und leidenschaftlichen Blicken in Richtung Solidarität und Gemeinschaft, gibt es auch interessante Analysen zu Texten und Interviews von Personen wie Sophie Passmann oder Alice Schwarzer.

Das Thema Trans nimmt einen guten Teil ein, was meiner Meinung richtig und dringend notwendig ist, wenn man sich den Hass und die Kampagnen gegen trans Menschen aktuell anguckt. Hier wird mit Betroffenen gesprochen, sie werden zitiert und generell wird gut aufgeklärt.

Obwohl ich schon sehr in den Thematiken stecke, habe ich doch noch einiges mitgenommen und das Buch gerne gelesen (auch wenn ich es natürlich hasse, dass es notwendig war, es überhaupt zu schreiben).

Mein einziger Kritikpunkt ist der repetitive Schreibstil. Das Thema ist halt doch ein bisschen dünn für die Seitenzahl und dadurch gibt es viele Wiederholungen mit ähnlichen Formulierungen.

Trotzdem eine große Empfehlung an einfach alle!
Profile Image for Ancla Müller.
844 reviews5 followers
February 10, 2024
Hoch politisch, reflektiert und ein Weckruf

**** Worum geht es? ****
Was ist weißer Feminismus? Was bedeutet in dem Kontext eigentlich Canceln? Was für alternative feministische Bewegungen gibt es eigentlich? Es erinnert an die ursprünglichen Ziele und führt aus vielen Perspektiven Minderheiten in das Bild. Was bedeutet es wenn eine Minderheit eine andere Minderheit diskriminiert? Wann sprechen wir auch hier von Begrifflichkeiten wie Ausgrenzung oder gar Rassismus? Die Grenzen sind fein und die Stimmen laut, vielleicht nicht laut genug? Und welchen Stimmen kann man noch vertrauen? Die Autorin nagt mit ihrer Argumentation ganz klar am Zahn der Zeit.

**** Mein Eindruck ****
Reflektiert, reflektiert, reflektiert! Der Inhalt des Buches zeugt von intensiver Recherche und einem eigenen Meinungsbild, was hier immer klar getrennt und mit Fremdargumentation unterstützt wird. Jeder Satz wirkte für mich sehr durchdacht und evaluiert. Vieles deckte sich hier mit dem Meinungsbild, das ich selbst auf diesem Gebiet auf universitärer Ebene und von Kongressen erfahre. Es stellt optimal das Problem der Gleichstellungsbewegung dar. Diversität vs. Elitärität. Ein Thema was uns wirklich alle etwas angeht. Das Buch stellt viele Fakten und Bewegungen auf kurze und informative Weise dar, weiß dabei aber eben auch die Leserschaft zu fesseln. Die Argumente sind inhaltlich stringent und logisch aufeinander aufgebaut. Ein roter Pfaden ist klar zu erkennen. Es handelt sich hierbei um ein lebhaftes und bewegendes Sachbuch, das in Gänze an dem aktuellen System und den Problemen nagt und für eine Veränderung steht. Dem Bewusstsein, dass dies Arbeit ist und dem Appell, dass sich diese lohnen wird. Ich fühle mich dazu inspiriert zu sagen, dass am Ende noch immer das Sprichwort gilt: von nichts kommt nichts. Das Buch erinnert auf die beste Art, die ich mir vorstellen kann, dass Feminismus kein Schimpfwort ist, sondern harte Arbeit um für Gleichheit zu sorgen. Einziges Manko sind die sich immer wiederholenden Fakten und Argumente, zwar in einem weitergefassten Kontext, dennoch hätte ich mir da mehr Präzision aufgrund der Relevanz gewünscht.  

**** Empfehlung? ****
Wollt ihr Teil des Problems werden, es erkennen und angehen oder es zumindest auf erster Distanz verstehen? Dann kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Es informiert und motiviert auf konstruktive und evaluierte Weise.
Profile Image for Alina_liest07.
132 reviews6 followers
October 3, 2023
Feministisches Standardwerk: In ihrem neuen Sachbuch beschäftigt sich Sibel Schick, wie der Buchtitel schon verrät, mit dem sogenanntem weißen Feminismus. Gemeint ist dabei ein Feminismus, der nicht nach der Abschaffung von Machtstrukturen und echter Gerechtigkeit strebt, sondern der die Privilegien von weißen, mächtigen Männern für eine privilegierte Gruppe Frauen – meist weiße, nicht behinderte, heterosexuelle cis Frauen aus der Mittelschicht – fordert.

Sibel Schick zeigt in „Weißen Feminismus canceln“ eindrücklich, dass dies aber nur durch die Ausbeutung und den Ausschluss anderer, meist mehrfach marginalisierten, Menschen geschehen kann. Dies wird im sog. weißen Feminismus aber entweder bewusst ignoriert oder sogar befürwortet und aktiv genutzt.
Anhand aktueller Debatten zeigt die Autorin die Ausschluss- und Machtmechanismen des weißen Feminismus und warum er echter Gerechtigkeit im Weg steht. Dabei erklärt Schick wichtige Begriffe wie z.B. TERF und geht unter anderem auf transfeindlichen Positionen z.B. im Emma Magazin, prominent vertreten durch ihre Gründerin und Chefredakteurin Alice Schwarzer, ein. Haltlose, pseudowissenschaftliche Aussagen gegen Transmenschen oder Sexarbeit werden als solche entlarvt.

Sibel Schick schreibt immer klar verständlich und pointiert und zeigt anhand einiger Beispiele mit welchen Methoden der weiße Feminismus seine Narrative verbreitet und dass ein Feminismus der zum Beispiel Rassismus, Armut, Transfeindlichkeit oder die Ausbeutung anderer Menschen ignoriert oder fördert nie zu Gerechtigkeit führen kann. Dieses Buch ist vor allem eine Aufforderung und ein Plädoyer unser Verständnis von Feminismus, Demokratie und Freiheit immer wieder neu zu hinterfragen. Unbedingt lesen!
Profile Image for Till Raether.
415 reviews225 followers
December 7, 2023
Dem Buch von Sibel Schick hätte ich dieses Jahr noch viel mehr Aufmerksamkeit gewünscht. Ich kenne kein anderes Buch, in dem so viele aktuelle Debatten elegant, erhellend und originell miteinander verwoben werden. Ohne, dass man je das Gefühl hätte, durch einen Katalog von talking points gejagt zu werden. Und Sibel Schick ist eine meiner liebsten auf Deutsch schreibenden Autor*innen: so klar, so eindrücklich, immer sachlich, trotzdem persönlich.
Egal, ob es um Oben-ohne-Pauls in der Boulder Halle, "feministische Außenpolitik", TERFs und SWERFs oder "cancel culture" geht: so vieles davon wird in den Medien und unter Weihnachtsbäumen in Schlagworten und Verdrehungen dargestellt, und hier dröselt Sibel es geduldig auf und beschreibt, worum es wirklich geht: eine feministische Bewegung, von der alle Menschen gleich viel haben.
Ich fürchte, dass vor allem männliche Leser wegen des Titels denken, das Buch ginge sie nichts an oder würde sich nicht an sie richten. Aber gerade für Männer liegt die Messlatte, um als einigermaßen passabler Feminist durchzugehen, so dermaßen niedrig, dass es wirklich angemessen wäre, sich noch viel genauer und entschiedener mit dem Thema zu beschäftigen. Eine bessere Gelegenheit als in Sibel Schicks Buch gibt es gerade nicht. Ich werde das Buch darum meinen beiden ältesten Freunden zu Weihnachten schenken (sie sind bei nicht bei Goodreads, also no spoiler).
Profile Image for Paula.
461 reviews10 followers
October 3, 2024
Mich hat das Buch nicht so ganz abgeholt. Die Autorin hat sich inhaltlich mMn verzettelt, dem Buch hätte eine andere Struktur gut getan, sie setzt sehr lange Schwerpunkte, die eher eine persönliche Agenda vermuten lassen als das sie hilfreich wären, den weißen Feminismus zu canceln und lässt dafür vieles weg (z.B. kommt die ganze Thematik globaler Süden, Kolonialismus nur peripher vor), das angetackerte Interview mit Lou Kordts tut m.E. nix für das Thema des Buches und diese eine Seite "Also, was tun?" am Ende ist halt auch eher armselig. Jetzt ist mir schon klar, dass Sibel Schick eher aktivistische Journalistin ist und Probleme aufzeigt, sie aber natürlich nicht lösen muss (oder auch kann). Aber eigentlich bleibt man nach dem Lesen nur mit einem "ja und nun?" zurück. Sie beschreibt eigentlich ein Bullerbü ohne Gefängnisse, ohne Sexarbeit, ohne Superreiche aber let's be real, da werden wir nie hin kommen, aber mehr als Christina Clemms "Bildet Banden" fällt mir auch nicht ein.
Grundsätzlich denke ich das Buch ist eher für Leserinnen, die ansonsten primär vom Feminismus einer Sophie Passmann indoktriniert wurden. Die sollten es definitiv lesen. Wer schon gut informiert ist, kann das Buch hier eigentlich auslassen.
Schade auch, dass es letztendlich doch beim Begriff "weißer Feminismus" blieb. Ich glaube, um wirklich etwas zu erreichen, ist dieser Begriff zu einseitig. Dem Begriff fehlt irgendwie Schmackes.
Profile Image for Tutankhamun18.
1,419 reviews27 followers
July 18, 2025
Die Botschaften in diesem Text sind enorm wichtig! Dieses Buch speicht viele wichtigen Themen an und umfasst auch einige Englisch sprachigen Bücher ins Deutsch. Trotzdem war es teilweise fast anekdotisch in der Erzählung und fühlte sich mehr wie eine Reiehe von Aufsätzen statt ein chronologisches Werk.
483 reviews1 follower
November 16, 2024
Especially the chapters about labour and capitalism were really enlightening for me.
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