Es ist nie zu spät für die Liebe. Aber manchmal zu früh.
Sommer 1988. Friederika hat große Füße und nennt sich Frie. Robert, neu an der Schule und schüchtern, verliebt sich sofort, aber zeigt es nicht. Vielleicht flirtet sie nur zum Spaß mit ihm? Nach dem Abitur trennen sich ihre Wege. Frie wird früh Mutter, Robert erfolgreicher Musiker. Wann immer sie sich begegnen, wird es kompliziert. Sommer 2022. Frie, fast fünfzig und seit dem Auszug der Tochter allein, fährt zum Abitreffen. Mit ihr all die Erinnerungen an Robert, den sie zwanzig Jahre nicht gesehen hat. Was wird diesmal zwischen ihnen passieren?
Ein mitreißend–liebevoll erzählter Roman übers Jungsein und Erwachsenwerden in den Neunzigern, über damals verspielte Gelegenheiten – und über eine vierte Chance im Hier und Jetzt.
3,5 ☆ Die Kindheit und Jugend der beiden hat mir viele Augenroller beschert. Erst die Mutterschaft hat mein Interesse geweckt und das letzte Viertel gefiel mir dann tatsächlich sehr gut.3,5 ☆ Und natürlich hätte die Geschichte ohne das ganze Vorgeplänkel wahrscheinlich nicht so gut funktioniert.
Frie und Robert sind seit der Schulzeit gute Freunde und auch immer mal wieder ineinander verliebt, aber sie finden einfach nicht zueinander. Klingt erst einmal nach Harry und Sally, allerdings bietet „Man sieht sich“ von Julia Karnick sehr viel mehr als eine romantische Geschichte. Der Autorin gelingt es, die Entwicklung der Charaktere im Laufe ihres Lebens darzustellen und dabei verpasste Chancen und wichtige Lebensentscheidungen zu thematisieren. Ihre Coming-of-Age-Geschichte ist dabei unterhaltsam und tiefgründig zugleich.
Besonders spannend fand ich es, Frie und Robert beim Erwachsenwerden in den 80ern und 90ern zuzuschauen, wie sie sich mit den Höhen und Tiefen des Lebens auseinandersetzen. Der Roman vermittelt hier eine große Leichtigkeit, was ich sehr mochte. Ein weiterer Pluspunkt sind die zahlreichen Bezüge zu Hamburg, die dem Roman eine authentische Note verleihen.
Je älter die Charaktere werden, desto weniger handlungsgetrieben und reflexiver werden die Kapitel. Anfangs hat mich das langsame Tempo etwas vom Weiterlesen abgehalten, da eben auch unangenehme Themen wie verpasste Chancen und unerfüllte Träume angesprochen werden, aber rückblickend scheint mir dieser Aufbau sehr stimmig zu sein und den Charakteren mehr Tiefe zu verleihen. Die letzten Kapitel haben mich deshalb emotional sehr berührt und mitgenommen. Ich kann deshalb den Roman allen empfehlen, die gerne nachdenkliche Coming-of-age-Geschichten und Liebesgeschichten mit sehr viel Tiefgang lesen. Ich freue mich auf jeden Fall auf weitere Bücher von Julia Karnick.
Wenn es einem Buch gelingt, dich nach einer langen Unlust des reinen Belletristiklesens, es innerhalb kurzer Zeit gelesen zu haben, so kann dies nur bedeuten, dass das Buch ein wirklich herausragendes Buch ist oder, dass es dir in besonderer Weise gefallen hat. Als besonders herausragend würde ich das Buch nicht bezeichnen, aber dass es mir in einer besonderen Weise gefallen hat, kann ich durchaus bejahen. Bereits auf den ersten Seiten hat mich die Autorin für sich und ihre Geschichte eingenommen. Ich mochte sofort die von Julia Karnick geschaffene Atmosphäre, die mich einerseits an so viele Momente meiner eigenen Jugend erinnerte und andererseits den damals gängigen Zeitgeist wiederbelebte. Sie wiederbelebte die Zeit, die Gedanken, Gefühle, Situationen, Fragen und Entwicklungen so real als würde man selbst wieder 17 Jahre alt sein. Ich mochte es die "beiden Protagonisten" Frie und Robert über all die Jahre zu begleiten und mitzuerleben wie sie sich entwickeln und gemeinsam mit ihnen zu lieben, zu zweifeln, zu hadern, zu trauern, zu hoffen, zu warten und zu leben. Vieles des Erlebten lässt in uns Leser eigene längst vergangene Geschichten und Situationen auferstehen. Schön fand ich wie nah die Autorin ihren Personen zu stehen scheint, denn je nach Entwicklungsstand und Zeit passt sie ihren Schreibstil in gelungener Weise an. So ist alles in der Zeit der Jugend unstet, frech, hoffnungsvoll, neugierig und voller leben. Im Laufe der Entwicklung wird das Tempo langsamer, melancholischer, nachdenklicher und manchmal gar hoffnungslos. Anhand des sich verändernden Schreibstils, verändert sich die Atmosphäre und damit auch das Lesen. Julia Karnick gelingt es, dass der Leser tief ins Innere der Personen schauen kann und all die Emotionen offenbart werden, die mich oftmals aufstöhnen ließen und ich am liebsten beiden hin und wieder den Kopf gerade rücken wollte. Dennoch habe ich auch verstanden, was in beiden vor sich ging und wie zerrissen sie sich mitunter zeigten.
Aber besonders gut gefiel mir die Tatsache, dass ich weniger auf das Ende gespannt war als dies sonst bei solchen Büchern der Fall ist. Bei dieser Geschichte spielt das Ende meines Erachtens eher eine Nebenrolle, da der Weg bis zum Ende die eigentliche Spannung in sich birgt.
Kurzum, ich mochte die Geschichte sehr und habe hierfür seit langem endlich wieder sehr gerne 5 Sterne vergeben.
"Man sieht sich" ist ein toller Roman. Es ist definitiv eines meiner liebsten Bücher dieses Jahres bisher. Ich muss dazu sagen, dass ich einen Hang zum Kitsch habe. Das Buch könnte Personen verschrecken, die diesen Hang zum Kitsch nicht teilen. Ansonsten ist das Buch schnell zusammengefasst: es werden die Lebensgeschichten von Frie und Robert erzählt, von der Kindheit bis nach dem 50igen Geburtstag. Dabei ist das Buch aufgeklärt unterwegs und geht über viele Themen, die sich bei der Persönlichkeitsentwicklung von Menschen, Kinderwunsch und -erziehung, aber auch dem Umgang mit Sexualität und dem eigenen Körper im reiferen Alter ergeben, nicht einfach so hinweg. Robert und Frie zu folgen macht Spaß. Es ist wie einen guten Indiefilm zu sehen. Man wird in die Welt des Jazz und an die Musikhochschule entführt, mitgenommen nach Südtirol und in die ein oder andere Studenten-WG. Man sieht das dreckige Geschirr in der Spüle stehen, genau wie die Berglandschaften in der Abendsonne. Und am Ende will man am liebsten, dass es noch weitergeht.
Achtung: Dieses Buch macht lesende Menschen erst unendlich glücklich und stürzt sie dann in eine tiefe Depression, denn leider ist es endlich und nach der letzten Seite stellt sich drängend die Frage: Was nun? Wie kann es ein lesendes Leben nach diesem Buch geben?
„Man sieht sich“ von Julia Karnick ist seltenes Leseereignis, ein Buch, das sich von der ersten Seite an anfühlt wie diese eine Person, die mensch so unglaublich liebt, und von der doch klar ist, dass sie nicht für immer leben wird, weshalb die Angst verlassen zu werden jede Sekunde mitschwebt. Ein Buch so intensiv, wie ich lange keines gelesen habe, so ehrlich, so berührend, so klar und brutal realistisch, so liebend, so voller Sehnsucht und einfach so gigantisch toll geschrieben, dass ich wirklich in eine Leere gestürzt bin nach der letzten Seite und bis dahin wie in einem Rausch durchgeflogen bin. Karnick ist hier dieser Wurf gelungen, an dem ich einfach nichts zu kritisieren finde. Könnte ich mein Gehirn resetten, ich würde es sofort tun, um noch einmal von vorn beginnen zu können.
Die Geschichte, um die es geht, ist schnell umrissen:
Robert und Frie lernen sich im Teenageralter kennen und von Anfang an haben sie eine ganz besondere Beziehung zueinander. Über ein Leben lang ist diese geprägt von einer großen Anziehung und doch finden diese zwei Seelen einfach nicht in Ruhe zueinander. Das Erwachsenwerden führt beide immer wieder aneinander vorbei – und dennoch reißt das Band nie ab.
Das klingt profan, das klingt nach einem Buch, das mensch schon tausend Mal in den Händen hatte – aber weit gefehlt. Karnick schreibt emotional stark, sie ist sehr gut darin, Momenten mit viel Gefühl eine Sprache zu geben, die berührt, aber nie kitschig oder überfrachtet wird. Sowieso beweist sie ein gutes Gefühl für Schlüsselmomente und Dramaturgie, wählt auch ihre szenischen Orte sehr klug aus. Sie ist Meisterin der gut gewählten Auslassung, vieles wird nicht erzählt, genau dort, wo die Neugier auf dem Höhepunkt ist, vieles erzählt sich eher durch gelebte Konsequenz im nächsten Lebensabschnitt. Die Figuren sind bis in die Nebenfiguren toll gezeichnet. Eine ebensolche, der Herr Selk, hat mir zutiefst das Herz gebrochen, und ich werde ihn nie vergessen. Die Figuren rücken einem so nahe, dass es sich anfühlt, als wären sie Teil des eigenen Lebens. Keine Ahnung, wie Karnick das macht, aber sie macht es! Immer wieder findet Karnick ganz tolle Formulierungen: „Man flog nicht ans Ende der Welt, um in Gedanken ständig zu Hause zu sein“, „Er kriegte nie genug von Frie und hatte sie deswegen so satt“. Und, ohne inhaltlich zu spoilern: Der vierte Abschnitt des Buches hat mich einfach vernichtet. Dabei bleibt Karnick immer ehrlich, immer real, auf eine schonungslose Art erzählt sie das Leben, wie das Leben ist und das lässt die Lesenden verzweifeln. Wie sehr wollte ich die Figuren schütteln und zueinander schieben. Einmal Gott spielen dürfen. Sie ins Glück zwingen. Es war kaum auszuhalten. Aber auf die bestmögliche Art.
Also wo sind die 6 Sterne, wenn mensch sie braucht? Diesem Buch nur 5 geben zu können, fühlt sich völlig falsch an. Ganz schnell in den Buchladen rennen. Am besten gleich drei mitnehmen. Eure Freund:innen müssen das auch lesen. Ich muss jetzt noch ein bisschen den Trennungsschmerz verarbeiten und weinen. Dann geh ich mal auf Buchtinder schauen, ob es doch noch ein neues Match geben kann. Wird schwierig.
Ein großes Dankeschön an lovelybooks.de und dtv für das Rezensionsexemplar!
Ich brauchte eigentlich nur unterwegs spontan ein E-Book und dieses war im Angebot, deshalb habe ich ehrlich gesagt Trash erwartet. Es ist eine Mischung aus Harry und Sally und Zwei an einem Tag, beides liebe ich, die Grundidee ist aber natürlich nicht neu. Trotzdem fand ich es spannend, weil die Figuren so lebendig waren, dass ich ihnen gerne durch ihr Leben gefolgt bin. Außerdem spielt die Abi-/Uni-Zeit in Hamburg in den 80ern, das war originell und hat Spaß gemacht. Hat mir so gut gefallen, dass ich es mir jetzt wohl nochmal fürs Bücherregal kaufen muss.
Das Wichtige ist nicht ein mögliches Happy End, sondern der Weg dahin. Ob sich die beiden Hauptfiguren Frie und Robert am Ende "bekommen", ist nachrangig. Was bis dahin alles passiert, das Auf und Ab und die ein oder andere märchenhafte Wendung, ist durchaus lesenswert. Zudem hat es Julia Karnick geschafft, sowohl mein Nostalgie wie auch meine Melancholie anzusprechen. Danke!
Als Robert Haase Ende der 1980er an eine neue Schule wechselt, ist Friederike eine der ersten, denen er begegnet. Sie haben einige Kurse gemeinsam und verstehen sich blendend. Robert könnte sich noch etliches mehr vorstellen, doch wenn es nicht anders geht, ist er auch mit Freundschaft zufrieden. Jahre später ist aus Friederike Frie geworden und aus Robert ein Berufsmusiker geworden. Ihre Leben haben sich getrennt entwickelt und wenig spricht dafür, dass sie sich wieder einmal treffen. Als Frie die Einladung zu einem Klassentreffen erhält, ist sie gerade wieder solo und ihre Tochter Emma ist inzwischen erwachsen. Irgendwie kommt ihr sofort der Gedanke, ob Robert wohl auch da sein wird.
Kann das gehen, wahre Freundschaft zwischen Männern und Frauen? Will man das überhaupt? Frie scheint sich darüber keine Gedanken zu machen. Sie ist unbefangen und erzählt Robert auch von ihrem Liebeserlebnissen. Erst als Robert eine Freundin hat, merkt Frie, dass sie diese nicht besonders leiden kann. Und so geht es zwischen Frie und Robert immer ein wenig hin und her. Und irgendwie passt es nie und immer kommt etwas dazwischen. Und das Leben und überhaupt. Und wenn sie sich mal treffen, dann verabschieden sie sich mit einem lockeren und unverbindlichen, man sieht sich.
Kann es noch eine Chance geben, auch wenn man eigentlich alle Chancen verpasst hat? Diese Frage beleuchtet die Autorin, in dem sie Frie und Robert über fast ihr ganzes Erwachsenenleben begleitet. Man kennt es vielleicht aus dem eigenen Leben. Es hätte alles so einfach sein können, wenn man im richtigen Moment am richtigen Ort und in der richtigen Stimmung gewesen wäre. Doch man haut immer leicht daneben, ist zu spät oder sagt etwas blödes. So laufen Leben aneinander vorbei, die eigentlich gut zueinander passen könnten. Ja, man kann Robert und Frie gut verstehen. Und mit jeder Wendung, die ihr Leben nimmt, hofft man, es möge sie zueinander führen. Ob sich die Hoffnung erfüllt, behält die Autorin lange für sich. Selten hält sie sich zu nah ans echte Leben, dann vermisst man den Traum. Doch meist und insbesondere, wenn es um die jungen Jahre geht, die auch für einen selbst die schönste Zeit darstellen, ist dieser Roman einfach klasse. Er weckt Erinnerungen und gibt ein gutes Gefühl.
Das Hörbuch wird sehr einfühlsam vorgetragen von Katrin Daliot. Ihre Frie und ihr Robert sind sympathisch und authentisch und so wird durch die Lesung die Handlung unterstrichen.
Tolles Buch über verpasste Chancen in der Liebe und wie das Leben einen immer wieder zueinander führen kann. Die ersten beiden Kapitel bzgl „Entenkönigin“ haben mich fast dazu gebracht das Buch nicht weiterzulesen weil ich das so bescheuert fand. Ich bin aber sehr froh, weitergelesen zu haben. Buch erinnert etwas an Zwei an einem Tag. Ich konnte mich in die ersten beiden Buch-Abschnitte sehr gut reinfühlen. Der letzte Abschnitt in den 50ern hat sich etwas gezogen und war mir etwas zu sehr mit Fries Selbstzweifeln gespickt. Trotzdem schöne Lovestory und ich mochte es sehr gerne und für jede Altergruppe geeignet.
3,5 Sterne Die Idee des Buches hat mir gut gefallen. Dass es manchmal nicht passt, bei der einen oder dem anderen konnte ich gut nachvollziehen. Auch die Entwicklung der Personen über die Jahre und das jeweilige Lebensgefühl fand ich stimmig. Aber, es war mir teilweise zu langatmig und auch manchmal zu kitschig. Es war unterhaltsam, hat mich aber nicht zum nachdenken angeregt.
Sehr sympathische Protagonisten, emotional mitreißend, Zeitsprünge sind sehr gut gewählt - jedoch auch so, dass man gedanklich bei der Geschichte bleiben "muss".
Dieses Buch denkt, dass es One Day ist, aber es ist, well, einfach uninteressant. Beinahe 500 Seiten, und ich habe null emotionale Bindung zu den Figuren aufgebaut, was so ziemlich die einzige Voraussetzung einer Will-They-Won't-They-Geschichte ist. Viele Elemente wirken überfrachtet, weil sie pedantisch recherchiert wurden (in der Danksagung bedankt sich die Autorin bei diversen Personen für die winzigsten Details, z.B. Australien-Infos - es geht um Fries Gap Year - come on, man kann sich auch einfach mal was ausdenken …). Warum ich dennoch das ganze Buch gelesen habe? Es war eine leichte Lektüre, weil der Schreibstil vollkommen anspruchslos ist, und leider hat das darüber hinweggetäuscht, dass ich nichts daran leiden konnte.
3.5. Das war mein erstes Buch von Julia Karnick, und ich bin sicher, es wird nicht mein letztes sein. Die über 400 Seiten lesen sich erstaunlich schnell, die Geschichte ist flüssig und schön erzählt. Ich mochte die Charaktere, auch wenn einige etwas zu kurz kamen und manche Handlungsstränge im Sande verlaufen sind.
Spoiler: Ein paar Fragen blieben für mich offen – was hatte seine Mutter? Ich vermute Depressionen? Wo ist sein Vater, und warum? Auch das Thema Rheuma wurde zu Beginn groß aufgebaut, dann aber kaum weiterverfolgt.
Am meisten beschäftigt hat mich allerdings Fries Lebensweg – vielleicht, weil er so realistisch wirkt. Sie schafft es nie, ihr Leben wirklich selbst zu bestimmen: Erst dominiert der Vater, dann überredet sie ihr Freund zu einem Kind, um das er sich später nicht kümmert. Danach dreht sich alles um ihr Kind, und sobald es aus dem Haus ist, muss sie sich um ihre Mutter kümmern.
Er hingegen kümmert sich ausschließlich um sich selbst (und zweimal im Jahr um den Major) und vermeidet alles, was unbequem werden könnte. Diese Dynamik wirkt leider sehr nah an der Realität: Frauen, die ihr Leben aufopfern, während Männer einfach weitermachen, ohne große Verantwortung zu übernehmen. Selbst als ihn „die Liebe seines Lebens“ wieder in ihr Leben lässt, haut er ab – weil er sich nicht mit ihrem Alltag belasten will.
Ein Buch, das nachhallt – nicht perfekt, aber ehrlich, bitter und sehr menschlich.
Die Stimme der Sprecherin des Hörbuchs ist sehr angenehm. Sie intoniert gut, sodass man immer weiß, wo man gerade ist und was passiert. Der Inhalt ist aber leider sehr zäh und langweilig.
Um meine Kritik zu äußern, muss ich SPOILERN, daher sei gewarnt: Der Roman zieht sich über mehrere Jahrzehnte durch die Leben beider Protagonisten Friederika und Robert. Es erinnerte mich sehr an den Roman "Miss You" von Kate Eberleyn, den ich nicht ausstehen konnte. Sie kommen immer wieder an bestimmten Lebensphasen zusammen, nur um dann schnell zu bemerken, dass es nicht passt und sein sollte. Erst nach 30 Jahren will dann die Braut den Mann wirklich, weil sie lernt, dass er in der Zwischenzeit stinkreich geworden ist. Absolut unsympathische Protagonistin. Ich hoffte bis zum Schluss auf kein Happy End, um des guten Willen des Herrn.
Ansonsten ist der Roman auch sehr lang und detailliert. Für mich ein bisschen zu viel des Guten. Denn ich bin während des Hörens sehr gern weggedriftet. Als Einschlafhilfe empfehle ich das Hörbuch daher ganz besonders. - Das bitte nicht als Kritik aufgreifen, ich benutze Hörbücher sehr gern als Einschlafhilfen. Inhaltlich konnte mich Friederika nur leider absolut nicht für sich gewinnen.
Wir begleiten die beiden Hauptfiguren, die sich während der Schulzeit anfreunden, oder doch verlieben? Klar ist irgendwie sehr schnell: sie gehören auf jeden Fall zusammen, aber in welcher Art der Beziehung, das wissen sie selbst nicht so ganz genau. Wir begleiten beide durch das Leben, auch immer aus der jeweiligen Perspektive. Sie treffen immer wieder aufeinander, mal gibt es Phasen, in denen sie viel Zeit miteinander verbringen, dann wieder sehen sie sich eine gefühlte Ewigkeit nicht. Das Buch endet in der Gegenwart, wenn beide um die 50 Jahre alt sind, nach langer Zeit wieder aufeinander treffen und entscheiden müssen, wie sie nun letztlich miteinander verbeleiben wollen...
Ich mochte sehr sehr viele Dinge an dem Buch. Einmal hat es sehr gut das Gefühl in den 90ern eingefangen, man merkt, dass die Autorin selbst in der Zeit gelebt hat und die popkulturellen Anspielungen nicht nur angelesen sind. Da ich altersmäßig passe, war das natürlich eine tolle und emotionale Reise in die Vergangenheit und eigene Jugend zurück. Das Hadern, aber auch wieder unebdachte, manchmal aber auch wieder zu sehr zerdachte Verhalten der Hauptfiguren war immer gut nachvollziehbar. Man fiebert mit, freut sich aber leidet auch an manchen Stellen.
Insgesamt ist das Buch die wunderbare Geschichte über eine Liebe oder Freundschaft und über verpasste Chancen.
Ich hab es richtig geliebt! Einfach sehr gut geschrieben – ruhig, ehrlich und angenehm zu lesen. Man begleitet die Figuren von der Schulzeit bis ins Alter, und ihre Wege kreuzen sich immer wieder. Mir hat die ganze Story einfach total gefallen – rundum ein wirklich schönes Buch! Große Empfehlung ☺️
Ich mag die Geschichte sehr, Robert und Frie machen eine spannende Entwicklung durch. Auch einen richtig guten Lesesog hat das Buch entfaltet. Nur Roberts Verhalten ging mir beim Lesen manchmal richtig gegen den Strich. Was kein Minuspunkt ist, die Protagonisten verhandeln ihre Emotionen und Ansichten total authentisch. Tolle Lektüre!
Eine wunderschöne Geschichte über Freundschaft und Liebe. Man lernt die Charaktern richtig gut kennen und wächst quasi mit denen auf- auch wenn sie manchmal ein bisschen nerven hat man Verständnis dafür weil sie so gut beschrieben sind.
es gibt Drama, es gibt Weisheiten, es gibt Lebenserfahrung, es ist schön, es ist traurig, es ist kitschig, es ist lustig; also musste jetzt nicht lachen aber hat mir Freude bereitet zu lesen 🌟 Manko: Robert ist eigentlich zu cool für Frie, sorry
Als Robert und Frie sich in der Schule kennenlernen, spüren sie sofort, dass diese Beziehung für beide etwas besonderes ist. Dennoch kommt ihnen immer wieder das Leben in die Quere und so folgt man den beiden durch die Jahre, bis sie sich schließlich im Alter von 50 Jahren wiedersehen. Ist jetzt vielleicht ihre Chance gekommen?
Die Autorin schafft es, auf berührende Art und Weise den Zeitgeist der Jahrzehnte sowie die jeweiligen Lebensrealitäten der beiden Protagonisten einzufangen. Mal aus der Sicht von Frie, dann wieder aus der Sicht von Robert und so erfährt man auch, wie sie die gemeinsamen Momente immer unterschiedlich wahrnehmen. Der Stil von Julia Karnick ist melancholisch, manchmal auch poetisch, ohne dabei kitschig zu sein. Natürlich ist es auch eine Liebesgeschichte aber vor allem geht es um die Höhen und Tiefen und Abzweigungen, die das Leben abseits des geplanten Weges nimmt. Mit Humor und wie im echten Leben begleitet man die beiden durch ihre Lebensabschnitte und findet sich wieder in ihren Gedankengängen und den treffenden Sätzen der Autorin. Eine Geschichte zum mitfühlen und eintauchen, wunderbar geschrieben - mir hat es richtig gut gefallen.