War Deutschland nicht eben noch das beliebteste Land der Welt, beneideter Exportweltmeister und begehrter Investitionsstandort mit einer funktionierenden Verwaltung und bestens ausgebildeten Fachkräften? Der Dreiklang aus Demokratie, Marktwirtschaft und Arbeitsdisziplin hat "Made in Germany" zum Weltkulturerbe gemacht. Trotz aller Krisen galten die 16 Merkel-Jahre als goldene Epoche von Wachstum und pragmatischer Staatsführung, doch zwei Jahre später zeigt sich das wahre Erbe der verteidigungsunfähige Bundeswehr, verfehlte Energiepolitik, Stagnation bei Integration, Digitalisierung, Bildung oder Wohnungsbau. Im Land fehlt es buchstäblich an allem, besonders die tragende Mitte der Gesellschaft ist betroffen.Die Autoren resümieren mit viel Humor und Liebe zum Detail, was in diesem merkwürdigen Land vorgeht und viele ratlos oder wütend zurücklä einen größenwahnsinnigen Moralismus, realitätsferne Illusionen, Angst vor der Freiheit, dazu eine Vollkasko-Mentalität und eine Wohlstandsverwahrlosung mit einer kräftigen Portion Geschichtsvergessenheit, die sich als "Lehre aus der Geschichte" tarnt.
Broder is known for polemics, columns and comments in written and oral media.
He wrote for the magazine Der Spiegel as well as its online version and the daily Berlin newspaper Der Tagesspiegel.
Since 2010 he writes for Die Welt. He is co-editor of Der Jüdische Kalender (The Jewish Calendar), a compilation of quotes and texts relating to German Jewish culture, published annually.
Weder überzeugend noch lustig. Stattdessen oberflächlicher, selektiver Verriss der durchaus kritikwürdigen Ampelpolitik. Xenophob, ohne überzeugende Argumente. Alles was dem Autor an der Entwicklung Deutschlands nicht passt, wird pauschal der Ampel (manchmal auch der Merkel-Ära) vor die Füße geworfen. Sich an Grünen, Linken und Liberalen abarbeitend, bleibt für die Kritik an rechtskonservativen Entwicklung lediglich ein halber Absatz am Schluss übrig. Die permanente Ad hominem-Kritik an Politikern und öffentlichen Personen sind für einen Journalisten von Broders Format unwürdig.
Sehr gelungenes Buch. Wer da nicht lacht, findet sich vermutlich in einer der vielen absurden Charaktere des modernen Deutschland wieder, die Herr Broder wunderbar beschreibt.
Das Buch ist eine selektive überspitzte Darstellung der Probleme in Deutschland. Der Stil ist nicht lösungsorientiert, sondern destruktiv.
Es wird nicht versucht zu analysieren, wieso wir hier gelandet sind. Stattdessen wird auf Teilaspekten von Lösungsversuchen herumgehackt. Es sind immer Einzelpersonen dumm und unfähig.
Klar kann man das lesen, wenn man sich erhaben vorkommen will, aber ich sehe nicht, was der Beitrag des Buches zu besserer Politik sein soll.
Die Beobachtungen des Autors sind nicht schlichtweg falsch, aber ich hatte mehr erwartet. Im Rahmen seiner Überspitzungen übertreibt der Autor. Vieles klingt sehr konservativ, um nicht zu sagen rechts. Keine wirkliche Distanzierung vom Antisemitismus. Die Intoleranz eines christlichen Fussballers gegen queere Personen wird so dargestellt, als dürfe die Nationalmannschaft demnächst nicht mehr gewinnen, weil es ausländerfeindlich wäre. Genau solche Artikel bestärken Menschen in Diskriminierung. Ich bedauere etwas, diese Autoren mitfinanziert zu haben.