Spätherbst 1948. In der Kölner Versicherung Pering weht ein neuer Der Sohn des Inhabers Falk wird das Geschäft übernehmen. Anders als seinem Vater ist ihm der Gewinn wichtiger als seine Mitarbeiter. Auch die Telefonistinnen sind betroffen. Dabei ist ihr Leben schon kompliziert genug. Gisela muss entscheiden, ob sie ihren verschollenen Mann für tot erklären lassen soll. Hanni ist hin- und hergerissen zwischen ihren Verpflichtungen für die Familie und ihrem Traum von einem eigenen Handschuh-Atelier. Die kämpferische Charlie schließt sich der Frauenbewegung an. Und Julia, die Jüngste, hat einen heimlichen Verehrer. Sie alle müssen ihren Weg finden. Doch welcher ist der richtige?
Es ist nun schon eine Weile her, dass ich den ersten Band gelesen habe. Doch ich war sofort wieder vom Folgeband gefesselt.
In der Versicherung Pering stehen große Veränderungen an. Victor Pering, der Sohn des Inhabers, hat ehrgeizige Pläne, um das Unternehmen noch ertragsreicher zu gestalten. Er möchte expandieren und scheut keine Kosten für einen dekorativen Springbrunnen vor dem Versichereringsgebäude - sehr zum Leidwesen der Telefonistinnen, die anscheinend keine Lohnerhöhung zu erwarten haben.
Es geht spannend und emotional weiter. Das Wiedersehen mit den Telefonistinnen war sehr schön und alle haben sich weiter entwickelt.
Die verwöhnte Charlie hat sich gut in das Unternehmen integriert. Klar, alle Marotten hat sich nicht abgelegt, was sie mir umso sympathischer macht. Ihr Einfallsreichtum kennt keine Grenzen - besonders wenn es darum geht, die Aufmerksamkeit vom Betriebsarzt zu bekommen. Ich war mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob sie wirklich in ihn verliebt ist, oder nur ihren Kopf durchsetzen möchte. Ihre Freundinnen aus der Telefonzentrale fordert sie auf, für eine Lohnerhöhung zu kämpfen.
Hanni hat lange auf ihre große Liebe gewartet. Umso glücklicher ist sie, als er endlich wieder vor dem Büdchen steht. Hanni erstellt weiterhin mit großem Erfolg gehäkelte Handschuhe und träumt von einem eigenen Handschuh-Atelier. Weiterhin ist ihr Arbeitstag sehr straff - ohne Wertschätzung von ihrem Vater zu erhalten. Ich war sehr gespannt, ob ihre Liebe zu dem britischen Soldaten Dean Bestand hat.
Gisela ist sich immer noch unsicher, ob sie ihren verschollenen Mann für tot erklären lassen soll. Immer wieder sieht sie einen Mann, der ihm ähnlich sieht - doch sobald sie ihm zuruft, läuft er davon. Ihr Sohn steckt in einem emotionalen Tief. Er kann sich einfach nicht mit seiner Armprothese abfinden und wartet weiterhin auf die Rückkehr seines Vaters. Gisela hat noch viele Hürden zu überwinden, bevor sie ihr neues Liebesglück genießen kann.
Julia blüht mittlerweile richtig auf. Ihre traurige Vergangenheit hat sie geprägt, aber nicht gebrochen. Das große Mädchen verfügt zwar über wenig Geld und ist immer hungrig, aber sie hat gute Freundinnen und einen heimlichen Verehrer.
Die Rezeptionistin Erna wartet weiterhin auf ihren verschollenen Sohn und ist die gute Seele der Telefonistinnen.
Ich weiß natürlich mittlerweile etwas mehr. Die emotionalen Achterbahnfahrten haben mich gut unterhalten. Die herzlichen Freundschaften unter den Frauen hat wieder mal gezeigt: Zusammen sind wir stark. Es gab Wendungen mit denen ich gerechnet habe - andere wiederum haben mich kalt erwischt.
Fazit Der bildhafte Schreibstil konnte mich durchgehend fesseln. Die Figuren wirken authentisch und haben sich weiter entwickelt. Die 40er-Jahre sind wieder lebendig geworden. Ich habe mich selber sagen hören: Die gute alte Zeit. Bestimmt war nicht alles besser - aber einiges.
Für alle, die mehr erfahren wollen, spreche ich eine klare Empfehlung aus. Ich freue mich nun auf den 3. Band der Trilogie.
Mit , Die Telefonistinnen-Tage des Zweifels " ist der zweite Teil der Triologie von Nadine Schojer erschienen.
Schon der erste Teil hat mich so sehr begeistert, daher war ich ganz gespannt, wie es mit den Frauen , die in der Telefonzentrale der Versicherung Pering arbeiten in Köln im Jahr 1948 /1949weiter geht. Der zweite Teil setzt die Geschichte ohne Zeitsprung nahtlos fort. Sicherlich könnte man dieses Buch auch ohne Vorkenntnisse lesen, doch für den größeren Genuss und das noch bessere Verständnis empfehle ich , mit dem ersten Teil ,, Stunden des Glücks" beginnen.
Schon nach wenigen Sätzen war ich wieder mittendrin im Leben der jungen Frauen , die nicht nur Arbeitskolleginnen sind , sondern vielmehr Freundinnen. Jede für sich hat ihr ganz eigenes Päckchen zu tragen, aber wenn es einer von ihnen nicht gut geht, Sorgen und Probleme hat oder Hilfe benötigt, sind sie sofort füreinander da.
In der Versicherung stehen Veränderungen an. Der neue Generaldirektor will expandieren, ein neues Gebäude mit dekorativem Springbrunnen soll Pering über die Kölner Grenzen hinweg wachsen und bekannter werden lassen. Da ist für eine zuvor zugesagte Gehaltserhöhung für die Telefonistinnen kein Geld mehr da. Das geht gar nicht, findet Charlie und fordert die Kolleginnen auf , sich zu wehren, schließlich verrichten sie die anstrengende Arbeit und das Leben wird auch immer teurer. Außerdem möchten sie sich ab und an etwas leisten und die neue Lebensfreude beim Tanzen gehen genießen.
Auch im privaten Leben sind einige Schwierigkeiten zu überwinden. Gisela hat in Anton von Siebenthal ein neues Glück gefunden, doch ihr Sohn Peter macht ihr große Sorgen. Nach seinem Unfall kommt er mit seiner Prothese nur schwer zurecht und außerdem wartet er noch immer hoffnungsvoll auf die Rückkehr von seinem Vater. Wird Gisela ihn nach sovielen Jahren ohne Nachricht für tot erklären lassen, damit sie mit Anton die Zukunft planen kann?
Während Hanni weiterhin ihre Angersbacher Handschuhe fertig, in der Telefonzentrale arbeitet und auch noch ständig im Büdchen von ihrem Vater aushelfen muß, träumt sie noch immer von dem britischen Soldaten Dean , der sie bei ihrer Verabredung im Café hat sitzen lassen. Wird sie ihn doch noch irgendwann wiedersehen? Würde ihr Vater eine Bekanntschaft oder Liebe zu einem verhassten Engländer akzeptieren?
Julia , die Jüngste in der Gruppe , hat einen Verehrer, von dem sie ab und an, ein Päckchen auf ihrem Platz vorfindet. Wer das wohl sein mag ? Wird er sich zu erkennen geben und ihr Herz erobern?
Charlie versucht das Herz von Dr Michael Claßen zu gewinnen, auf den sie schon länger ein Auge geworfen hat. Helfen ihr dabei die zufälligen Schwächeanfälle , für die er in die Versicherung gerufen wird?
Erna behält am Empfang wie gewohnt den Überblick über alle Tratschereien und Gerüchte. Nachdem sie sich länger gewehrt hat , begleitet sie die jüngeren Freundinnen zum Tanzen ins ,,Heaven", wo sich überraschenderweise wohl fühlt und ein wenig vergessen kann , daß sie noch immer nichts von ihren Sohn Theo gehört hat, obwohl der Krieg schon seit 3 Jahren zuende ist.
Nadine Schojer hat mich mit ihrem hervorragend flüssigen und bildhaften Erzählstil sofort wieder in das Leben der Telefonistinnen mitten nach Köln entführt. Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an gefesselt und ich konnte mich wieder nur sehr schwer von dem Buch lösen. Die Seiten flogen nur so dahin. Schon im ersten Teil habe ich die Protagonistinnen liebgewonnen, daher ist es eine große Freude, noch tiefer in ihr Leben einzutauchen, ihre Sorgen und Nöte aber auch ihre Freude und Glück zu erleben. Ihr Zusammenhalt ist so schön und großartig. Bei einigen Momenten hätte ich mich am liebsten schützend vor sie gestellt und tröstend in den Arm genommen. Zu gerne wäre ich mit ihnen im Heaven tanzen gewesen und hätte Buttercremetorte im Café verspeist.
Die Lebensverhältnisse in den Nachkriegsjahren sind absolut authentisch und lebendig dargestellt. Die Handlungsorte, die Wohnungen und die Kleidung sind äußerst bildhaft beschrieben, so daß ich mir alles genauestens vorstellen konnte. Due Frauen haben in den Familien nicht viel zu sagen, obwohl sie in den Jahren zuvor alles alleine schaffen mussten. Da ist es nur verständlich, daß sie für ihre Anerkennung und Gleichberechtigung aufbegehren und kämpfen. Die Freundinnen machen in diesen Zeiten eine spannende Entwicklung durch, besonders Charlie hat mich beeindruckt. Von der verwöhnten Tochter zur Kämpferin.
Nicht nur das letzte Kapitel lässt mich ganz gespannt auf den dritten Teil ,, Verbindungen fürs Leben " warten, der am 23. Dezember 2024 erscheinen wird.
Von ganzem Herzen empfehle ich diese hervorragende Geschichte, die mich absolut begeistert hat. Taucht gefühlvolll und ereignisreich in das bewegende Leben der Telefonistinnen ein.
Im zweiten Teil der Telefonistinnen-Saga von Nadine Schojer begleiten wir die Protagonistinnen wieder auf ihrem Weg in die Normalität nach dem zweiten Weltkrieg. Dieser lässt sich auch lesen, wenn man den ersten Band (Die Telefonistinnen – Stunden des Glücks) nicht kennt. Zum besseren Verständnis würde ich aber mit Band 1 beginnen.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Auf dem Cover finden wir – wie bereits im ersten Teil - vier Frauen in Kleidung im Stil der vierziger Jahre. Insoweit ist ein hoher Wiedererkennungswert gegeben.
Die Geschichte nimmt erst im zweiten Drittel Fahrt auf. Bis dahin passiert nichts Nennenswertes. Authentisch schildert die Autorin den Zusammenhalt und das füreinander Einstehen unter den Frauen. Man geht zusammen zum Tanzen, hilft beim Verkauf der selbstgenähten Handschuhe und leiht ein offenes Ohr in Liebesdingen. Besonders gut hat mir die Entwicklung von Charlie gefallen. Von der verwöhnten Göre hin zur Kämpferin für die Gleichstellung der Frau. Dass sie dafür ihre guten Kontakte zur Geschäftsführung nutzt, finde ich legitim.
Alle vier Frauen sind in diesem Band auf der Suche nach der Liebe.
Gisela hat sie in Anton von Siebenthal bereits gefunden, wäre da nicht die Sache mit ihrem im Krieg verschollenen Mann Heinrich. Wird sie den Mut zu einem Neuanfang haben und ihn für tot erklären lassen oder gibt es noch eine unvorhersehbare Wendung?
Wird Hanna den britischen Offizier Dean wiedersehen der sie so schnöde im Cafe hat sitzen lassen und wie wird ihr Vater reagieren?
Charlie bemüht sich sehr darum, Dr. Michael Claßen auf sich aufmerksam zu machen. Der findet ihre vorgetäuschten Schwächeanfälle eher lustig. Wird ihm die “neue” Charlie besser gefallen?
Die Jüngste im Bund, Julia, findet an ihrem Arbeitsplatz immer wieder ein Geschenk, ohne dass sie weiß, wer der heimliche Verehrer isr. Es bleibt abzuwarten, ob er den Mut hat, sich zu erkennen zu geben.
Die Geschichte ist gut erzählt und diesmal ist es der Autorin auch gelungen, mich mitzunehmen und Emotionen zu wecken, so dass mir der zweite Teil wesentlich besser gefallen hat. Natürlich ist auch in diesem Roman einiges vorhersehbar und hat mich nicht überrascht. Jetzt bin ich sehr gespannt, was im dritten Teil passiert und freue mich darauf, wieder am Leben der Telefonistinnen teilzuhaben.
**** Worum geht es? **** Spätherbst 1948: Die Freundinnen – Telefonistinnen – müssen sich auf der Arbeit mit frischem Wind zurechtfinden. Auch privat ist noch vieles im Argen. Ob gut, ob schlecht, ob gewünscht oder ob unerwartet – sie alle müssen ihren Weg gehen. Doch welchen?
**** Mein Eindruck **** Ich hatte von Anfang an das Gefühl, direkt wieder mitten im Geschehen zu sein. Ich fühlte mich als ein Teil der Gruppe, erlebte mit ihnen die Anrufe und durchlebte die persönlichen Schicksale. Alles war so lebendig, dass ich es bildlich vor mir sah und es regelrecht fühlen konnte. Die Zeit mit dem Buch war kurz, aber intensiv. Dank des flüssigen Schreibstils der Autorin flog ich durch die Seiten, während mich die Emotionen dennoch packten – besonders Hannis Schicksal ging mir sehr nahe. Die Figuren und die Umgebung wirken absolut authentisch, und die Autorin hat ein feines Gespür dafür, uns die Nachkriegszeit in Köln auf eine ganz besondere Weise erleben zu lassen. Kraftvoll, stark und anmutig entwickelt sich das Leben der Telefonistinnen weiter – sicherlich nicht gradlinig, aber ich hoffe noch immer auf ein positives Ende für alle. Deshalb freue ich mich riesig auf den abschließenden Band.
**** Empfehlung? **** Dieser Band, wie auch der Vorgänger, ist beste historische Belletristik. Eine absolute Empfehlung für alle Leser*innen, die starke Frauengeschichten im Reihenformat lieben.
Der zweite Teil hat mir deutlich besser gefallen wie der erste. Die Figuren sind einem schon vertraut und man kann gleich tiefer eintauchen in die Welt der Frauen. Jede bekommt ihre eigenen Charakterzüge, was ich im ersten Teil doch etwas vermisst habe.