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Die Telefonistinnen #1

Die Telefonistinnen - Stunden des Glücks: Roman (Die Telefonistinnen-Saga 1)

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Vier Frauen zwischen Wiederaufbau und Wirtschaftswunder, Petticoats und Emanzipation


Köln, 1948. Der Wiederaufbau ist in vollem Gange. Es sind vor allem die Frauen, die für sich und ihre Familien in der zerstörten Stadt ein neues Leben aufbauen. Als Telefonistinnen sorgen Gisela, Hannelore und Julia in einer großen Versicherung für die richtigen Verbindungen zwischen innen und außen. Jede hat ihre eigene Geschichte, für jede von ihnen ist die Arbeit lebenswichtig, jede hat Geheimnisse. Auch Charlotte, die neue Kollegin, die auftritt, als gehörte ihr das Unternehmen. Während die junge Republik entsteht und in den Bars wieder getanzt wird, gehen die Frauen gemeinsam Schritt für Schritt voran in eine neue Welt, die von Umbrüchen, Sehnsüchten und Träumen geprägt ist ...


Ein bewegender Roman um Verlust und Neuanfang, um Freundschaften und neue Liebe

321 pages, Kindle Edition

Published April 26, 2024

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Nadine Schojer

4 books5 followers

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Displaying 1 - 8 of 8 reviews
Profile Image for Tinstamp.
1,104 reviews
May 25, 2024
Die Trilogie von Nadine Schojer alias Nadine Fauland startet mit "Stunden des Glücks" im Jahr 1948 in Köln. Die Hungerwinter sind vorüber und die Menschen schauen wieder nach vorne. Sie wollen das Leben genießen und die neue Deutsche Mark soll endlich den Wirtschaftsaufschwung einleiten.

Im ersten Teil werden vorallem die Frauen näher eingeführt, deren Schicksale wir im Verlauf der Geschichte kennenlernen.
Gisela arbeitet als Telefonistin bei der Versicherung Pering und wartet gemeinsam mit ihrem Sohn Peter auf die Rückkehr ihres Mannes.. Die meisten Kriegsheimkehrer sind angekommen, doch Giselas Mann Heinrich gilt noch als vermisst.
Hanni, Giselas Freundin und Kollegin, ist eine junge Frau mit vielen Begabungen. Sie schneidert ihre Kleider selbst und häkelt wunderschöne Handschuhe. Gleichzeitig ist sie die Versorgerin der Familie, denn ihr trinkfreudiger und gewalttätiger Vater, der einen Zeitungskiosk betreibt, lässt den Großteil seiner Einnahmen im Wirtshaus.
Julia stößt als neue Kollegin zu den Telefonistinnen hinzu. Sie ist noch sehr jung, hat die Schule abgebrochen und ist sehr gewitzt. Man erkennt, dass sie sich während des Krieges oftmals alleine durchschlagen hat müssen. Besonders Hanni bekommt von Julia so einige Denkanstöße und Hilfe. Sie war für mich die sympathischte Figur der Freundinnen.

Empfangsdame Erna Schmitz ist die Zentralstelle für Klatsch und Tratsch in der Versicherung. Ihr entgeht kaum etwas. Wie Gisela wartet sie auf die Heimkehr eines Familienangehörigen, nämlich auf die ihres Sohnes.

Die gesellschaftlichen Strukturen und der Zeitgeist wurde gut eingefangen. Gefallen hat mir auch die Freundschaft zwischen den sehr unterschiedlichen Frauen. Gisela steht dabei im Vordergund, aber auch Hanni begleiten wir durch die 320 Seiten. Nur Julias Handlunsgsstrang ist in der zweiten Hälfte kaum mehr vorzufinden, was sehr schade ist. Sie ist nämlich ein sehr interesssanter Charakter und ich hätte gerne mehr über sie erfahren. Ebenfalls vermisst habe ich die Emotionen von Giselas Sohn Peter, der in der zweiten Hälfte des Buches einen schweren Schicksalsschlag zu verkraften hat. Peter ist nämlich keineswegs eine Randfigur, sondern einer der Hauptcharaktere, während die im Klappentext angegebene neue Kollegin Charlotte erst im letzten Drittel auftaucht.

Erwartet hatte ich starke Frauen in der Nachkriegszeit, die es schaffen, unter widrigen Umständen sich alleine durchs Leben zu schlagen. Die Arbeit der titelgebenden Telefonistinnen kam mir ebenfalls viel zu kurz. Ich hätte mehr Fokus auf die Arbeitswelt und auf den Wiederaufbau nach dem Krieg erwartet. Leider stand vielmehr das Private und eine Liebesgeschichte im Vordergrund, die mich nicht abholen konnte. Was mir besonders aufgestoßen ist, sind die schwülstigen Gedanken, die Gisela in den Mund gelegt werden. Man hat dabei das Gefühl, dass man eher einer liebeshungrigen und triebgesteuerten Frau gegenübersteht, die nur Erfüllung durch einen Mann erfahren kann - also genau das Gegenteil, was ich mir von diesem Roman erhofft hatte.

Während die Figuren sehr bildhaft und individuell dargestellt werden, plätscherte mir die Handlung zu sehr dahin. Mir fehlte der rote Faden und die Tiefe. Der Schreibstil wechselt zwischen nüchtern und emotionslos, zu schwülstig und kitschig. So richtig konnte mich die Geschichte nicht packen.
Die große Schriftgröße, die für die knapp 300 Seiten gewählt wurde, erleichtert zwar das Lesen, hätte aber auch komprimiert werden bzw. hätte man daraus auch eine Dilogie statt einer Trilogie machen können. Hier scheint jedoch der wirtschaftliche Gedanke im Vordergrund gestanden zu haben.

Ich denke nicht, dass ich die Trilogie weiterlesen werde, auch wenn ich gerne mehr über Julia erfahren hätte. Schade!

Fazit:
Mich konnte der Auftaktband der Trilogie um Gisela, Hanni und Julia nicht richtig überzeugen. Mir fehlte es an Tiefe und vorallem fehlten mir die starken Frauen, die im Klappentext angekündigt wurden. Leider eine etwas seichte Geschichte, die mich nur teilweise erreichen konnte.
134 reviews5 followers
April 27, 2024
Chance verpasst

„Die Telefonistinnen – Stunden des Glücks“ von Nadine Schojer, erschienen 2024 im Bastei Lübbe Verlag, der Auftakt zu einer neuen Frauenromanreihe, die in der Nachkriegszeit spielt, startet entspannt mit einer Warteszene auf die D-Mark und viel Kölner Lokalkolorit – weitestgehend gut eingebettet, insgesamt war es mir dann doch ein bisschen viel Geschichtsreferat „Die prägenden Ereignisse der Kölner Nachkriegszeit“ – zumal die Autorin eigentlich nur Wissen bemüht, dass Wikipedia und andere auch schnell hergeben.

Die Figuren werden nach und nach in die Handlung eingeführt, was ich gut und hilfreich fand, so konnte ich sie alle gut kennenlernen und zuordnen und mir die Beziehungen klarmachen. Auch gefällt mir gut, dass sich, ohne dass sich das aufdrängt, die Kapitel gerade am Anfang ein bisschen Themen zuordnen, also z.B. Kapitel 1 „Köln in der Nachkriegszeit“, Kapitel 2 „Versicherung Pering und Arbeitsklima“, in Kapitel 3 lernen wir Hanni kennen usw. Die Atmosphäre der Nachkriegszeit ist gut gegriffen, das Leben zwischen Trümmern, der langsame Wiederaufbau, der vom Mangel an Baumaterial geprägt ist, die große Ungewissheit, die über allem schwebt, kommen die Männer noch zurück, sind sie verstorben, die vielen kleinen Neuerungen, mit denen die Menschen konfrontiert sind, das politische Misstrauen der Entnazifizierung, das hier und da leise anklingt, das Gefühl von Aufbruch aber auch die immer wieder sich hineindrängenden Erinnerungen an das Kriegsgeschehen, das gefällt mir alles sehr gut. Und über all dem die schwebende Ungewissheit, ob die noch fehlenden Männer wiederkommen werden oder doch verstorben sind.

Schön herausgearbeitet auch die Beziehungen zwischen den sehr unterschiedlichen Frauen und ihrer Annäherung, sehr lebendig, ich hatte direkt Bilder vor Augen. Alle Frauen tragen ein Geheimnis, nicht jedes entpuppt sich schon in diesem Band.

Der Schreibstil ist flüssig und die, meist sehr guten, Sprachbilder sind gut dosiert und drängen sich nicht in den Vordergrund. Teilweise rutscht da etwas unnötiger Kitsch rein „fühlte sie die Verlassenheit, die mit eisigen Armen nach ihr griff. Genau an der Stelle, wo sie früher die warmen, schützenden Hände Heinrichs gespürt hatte.“ (S. 19) Da wäre dann weniger mehr, andere Formulierungen gefallen mir nämlich dagegen sehr gut! „Sachte klopfte Gisela ihrem Sohn die Zweifel von der Schulter.“ (S. 16) Atmosphärische Wechsel sind immer sehr gut gegriffen und sinnlich beschrieben. Da gefällt mir auch die Dynamik. Die Kapitel haben auch für mich eine gute Länge, das lässt sich alles grundsätzlich sehr gut lesen.

In der zweiten Buchhälfte, die deutlich besser geglückt ist als die erste, zieht die Handlung deutlich an, die im ersten Teil oft noch hinter Beschreibungen zurücktritt. Es scheint so, als ob die Autorin selbst mit den Figuren warm geworden ist, das Kriegs- und Nachkriegskolorit wird sinnvoller und dosierter eingebunden, insgesamt ist der Bogen besser gespannt. Es gibt ein paar Dinge, die mich überrascht haben im Handlungskonstrukt und teilsweise gelungene Plottwists. Insgesamt aber bleibt leider alles ein bisschen sehr auf der Oberfläche, die Handlung ist im Überblick dennoch relativ vorhersehbar und wirkt reißbrettartig konstruiert und was mich wirklich stört, ist das Prinzip der Erlösung durch Männer für die Frauenfiguren. Hier bestünde die Chance, wirklich starke Frauengeschichten zu schreiben, aber zumindest in diesem ersten Band der Reihe braucht es am Ende immer einen Mann, um die Frauen zu erlösen und ihre Probleme zu beheben. Dabei ist auch das Konstruktionsprinzip „fast Erlösung – nochmaliges Hindernis – dann doch Erlösung“ einfach sehr simpel. Frauen scheinen auch grundsätzlich läufige Hündinnen zu sein, das hat mich streckenweise wirklich angeekelt, dieses Bild, noch dazu von einer weiblichen Autorin. Für meinen Geschmack ist der Fokus auf Lovestorys einfach zu groß – aber das mag anderen Leser:innen natürlich anders gehen. Der Titel des Buches lässt einen anderes erwarten, viel mehr Fokus auf die Arbeitswelt, auf den Aufbau der BRD, auf Frauen, die es schaffen, unter widrigen Bedingungen allein durchs Leben zu gehen. Das wird alles nicht erfüllt.

Sehr erhellend war für mich die Danksagung, in der klar wird, dass die Idee zur Reihe an die Autorin vom Verlag herangetragen wurde und nicht andersherum. Ich finde, das merkt man dem Buch auch deutlich an, es wirkt so, als hätte sich die Autorin mit diesem Band selbst erst einmal an die Geschichte heranschreiben müssen, wäre ihr noch eher fern und müsste ein paar klare Ziele erfüllen (Zeitkolorit, Romance, Spice, verschiedene Handlungsstränge anlegen, die man dann mit Nachfolgebänden fertig schreiben kann, man ahnt ja schon, der nächste Band wird Hanni in den Fokus stellen). Immer wieder verschwinden ihr auch angelegte Figuren aus dem Fokus, Julia z.B. ist im zweiten Teil eigentlich kaum mehr vorhanden, über die Emotionen von Giselas Sohn Peter, den ein Schicksalsschlag ereilt, erfahren wir sehr wenig, obwohl er in der ersten Buchhälfte durchaus eine Hauptfigur ist.

Insgesamt hätte ich mir von diesem Auftakt deutlich mehr erhofft und konnte, trotz des deutlich besser gelungenen zweiten Abschnitts, noch nicht wirklich viel Hunger auf die Folgebände entwickeln. Da die zweite Hälfte aber deutlich besser als die erste geschrieben ist, lohnt es sich vielleicht doch, der Reihe eine Lesechance zu geben. In diesem ersten Band wurde die Chance auf eine spannende Nachkriegsfrauengeschichte für mich verpasst.

Ein großes Dankeschön an lesejury.de und den Bastei Lübbe Verlag für das Rezensionsexemplar!
218 reviews
May 3, 2024
Mit ihrem Roman,, Die Telefonistinnen -Stunden des Glücks " entführt Nadine Schojer den Leser nach Köln in die Zeit der Währungsreform und des Aufbaus .

Als 1948 die Deutsche Mark eingeführt wird, erhält jeder Bürger ein Kopfgeld von 40 Mark. Während die einen sich davon endlich die dringend benötigten Schuhe oder Kleidung kauften, waren andere glücklich Lebensmittel oder ein Geschenk fürs Kind besorgen zu können. Oder man tat sich etwas richtig Gutes und gönnt sich davon ein herrliches Stück Buttercremetorte.

Gisela wartet mit ihrem 12jährigen Sohn Paul seit 7 Jahren auf die Rückkehr ihres Mannes Heinrich aus dem Krieg. Schon so lange hat sie nichts mehr von ihm gehört, weiß nichts von seinem Verbleib und ob er noch am Leben ist. Jede Woche fragen sie beim Suchdienst nach Neuigkeiten. Um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, arbeitet sie in der Versicherung Pering als Telefonistin. Heimlich schwärmt sie für Anton von Siebenthal aus der Rechnungsabteilung. Erna, die am Empfang ihren Platz hat , ist ihr nicht nur Kollegin, sondern auch Freundin. Ebenso wie die junge Hannelore ( Hanni ) und d Julia die ebenfalls in der Telefonzentrale ihren Platz haben.

Auch wenn die Arbeit stets volle Konzentration- kein Lämpchen darf länger als 10 Sekunden blinken- erfordert und anstrengend ist, findet sich Zeit für ein privates Gespräch. Sie sind nicht nur Kolleginnen, sondern auch Freundinnen, auch wenn sie so unterschiedlich sind. Jede der Frauen hat ihr Päckchen Ballast zu tragen.

Hanni hat es in ihrer Familie nicht leicht, ihr Vater ist ein Tyrann, cholerisch und fordernd. Zusätzlich zu ihrem Dienst in der Versicherung muß sie in seinem Kiosk aushelfen und Zeitung, Zeitschriften und Tabakwaren verkaufen, während er das verdiente Geld in die Wirtschaft trägt. Einzig ihr kleines Nähatelier im muffigen düsteren Keller bietet ihr Freude. Sehr geschickt und talentiert fertigt sie dort hübsche Kleidung für sich, ihre jüngeren Schwestern , Freundin an .

Erna hat ihre Familie im Krieg verloren und ist die gute Seele der Versicherung, weiß jeden neuen Tratsch zum Besten zu geben.

Julia ist ungewöhnlich groß und hat in der Vergangenheit einiges erlebt, was sie anderen gegenüber hat vorsichtig werden lassen. Als Charlotte ( Charlie ) als Neue in die Telefonzentrale kommt, wird das Leben dort etwas aufgemischt, ist sie doch trotz ihrer Jungend sehr selbstbewusst und lässt sich nicht alles gefallen.

Als ein furchtbares Unglück geschieht und zudem eine der Frauen in finanzielle Schwierigkeiten kommt, zeigt sich, wie stark Freundschaft sein kann. Findig und mit Zusammenhalt lasen sich Hürden überwinden, die Hoffnung auf besseres Leben , Glück und Liebe bleibt.

Mit ihrem bildhaften, leicht und flüssig zu lesenden Schreibstil, zeichnet Nadine Schojer ein authentisches Bild der Nachkriegszeit. Auch wenn die Währungsreform Hoffnung uf bessere Zeiten macht, sind die Nachwirkungen der schweren Jahre überall deutlich zu spüren.

Die Protagonisten sind wunderbar authentisch, detailliert und liebevoll ausgearbeitet. Mit all ihren persönlichen Päckchen und Schicksalen habe ich sie schnell liebgewonnen. Durch die gefühlvollen Beschreibungen konnte ich mich jederzeit in sie hineinversetzen, konnte ihre Gedanken und Gefühle nachvollziehen. Ich habe mit ihnen gebangt, gehofft, daß alles gut wird und mich mit ihnen verliebt und vor Freude gestrahlt.

Während zu Beginn des Buches das Kennenlernen der Personen im Vordergrund steht, nimmt die Geschichte mit jeder weiteren Seite deutlich an Spannung zu. Ich konnte mich vor lauter Begeisterung und Neugier kaum lösen und das Buch aus der Hand legen.

Nadine Schojer hat mit ihrem Auftakt der Triologie einen großartigen 1. Teil geschaffen. Wunderbar gefühlvoll, dabei mit Humor und viel Herz ,hat mich diese Geschichte gefesselt. Schicksal und Romantik liegen manchmal nah beieinander. Man sollte nie die Hoffnung und den Mut verlieren, dann steht manchmal das Glück direkt vor einem.

Ich freue mich schon auf den 2. Teil,,Tage des Zweifels" , der am 30.8.2024 ,sowie den 3.Teil ,, Verbindungen fürs Leben " , der rechtzeitig zu Weihnachten 2024 erscheinen wird., um die Telefonistinnen weiter in ihrem Leben zu begleiten.

Von ganzem Herzen gibt es daher eine absolute Leseempfehlung für diesem großartigen Auftakt der Reihe
Profile Image for Gisela.
353 reviews15 followers
April 29, 2024
Meine Meinung:

Warmherzige Geschichte um 4 Powerfrauen 1948

Das ist ja wieder mal ein Buch, das genau meinen Lesenerv getroffen hat. Geschichten über den Wiederaufbau versprühen sehr viel Lebensfreude. 1948 bringen eine Stulle und Glas Sekt dazu die Menschen noch in Verzückung. Die vielen Entbehrungen haben sich bei allen bemerkbar gemacht. Aber es geht wieder aufwärts.

In einer renommierten Versicherungsgesellschaft, kämpfen vier Telefonistinnen um ein besseres Leben. 

Jede hat ihr Päckchen zu tragen. Die Gisela und ihr Sohn warten immer noch auf die Rückkehr ihres Ehemannes. Gisela bekommt jedoch Herzklopfen, wenn sie in der Arbeit einem bestimmten Mann aus der oberen Etage begegnet.  Die modebewusste Hanni hat einen cholerischen Vater, der ihr das Leben schwer macht. An ihrer Nähmaschine vollbringt sie wahre Wunder. Julia ist ein junges Mädchen mit vielen Geheimnissen. Sie wird gut von ihren Kolleginnen aufgenommen. Ihr Einfallsreichtum und Geschäftssinn löst ein großes Problem von Hanni. 
Dann hätten wir da noch die überaus elegante Charlotte. Eine neue Kollegin, die Anfangs so gar nicht richtig dazu zu  passen scheint. Auch sie hat eine Menge Geheimnisse. 

 

Das Herzstück der Versicherung war mir besonders sympathisch. Die gutmütige Empfangsdame Erna liebt Bürotratsch. Wehe sie erfährt die Neuigkeiten nicht als erste. Ihr Wissen setzt sie aber niemals für Gemeinheiten ein. Vielmehr kommen die Frauen in den Genuss ihrer mütterlichen Zuwendung. Sie hofft immer noch, dass ihr Sohn unversehrt aus dem Krieg zurückkehrt.


Die liebevoll gezeichneten Frauen sind mir schnell ans Herz gewachsen. Die weniger Netten fand ich durchaus interessant. Die Kölner lieben ihren (beschädigten) Dom. Das kann ich sehr gut verstehen. Auch mich beeindruckt  der imposante Bau.

Hoffnung, Liebe und Strebsamkeit bringen die Frauen voran. Der Zusammenhalt hat mir sehr gut gefallen.

Die Beschreibungen in der Telefonzentrale fand ich richtig interessant. Ich liebe Retro! Ich freue mich auf die Fortsetzung. Nicht alle Geheimnisse werden im ersten Teil gelüftet. Besonders die Einführung der deutschen DM hat mir ein Seufzen entlockt. Viele Erinnerungen wurden wach.

Fazit: 

Nadine Schojer hat hier einen sehr interessanten Roman geschrieben. Alle Frauen kommen authentisch daher. Der Kölner Dom versprüht Lokalkolorit. 

Von mir eine absolute Empfehlung. 

Danke Nadine Schojer. Ich bin sehr neugierig wie es weitergeht.
Profile Image for woerteraufpapier.
77 reviews6 followers
May 9, 2024
Immer füreinander da

Die Telefonistinnen – Stunden des Glücks – ist der erste Teil einer Trilogie von Nadine Schojer. Dieser beginnt im Jahre 1948, spiel in Köln, und lässt uns teilhaben am Leben und Arbeiten von Gisela, Erna, Hanni, Julia und Charlie.
Gisela wartet noch immer auf die Rückkehr ihres Mannes aus dem Krieg, obwohl sie nichts mehr von ihm gehört hat. Vielleicht hofft sie auch eher für ihren Sohn Peter, schwärmt sie doch heimlich für den Finanzchef der Versicherung Anton von Siebenthal.
Erna, die Empfangsdame und gute Seele der Versicherung, hofft auf die Rückkehr ihres Sohnes aus Kriegsgefangenschaft und ist für jeden Klatsch und Tratsch zu haben.
Hannelore, genannt Hanni, träumt von einer Karriere in der Modebranche, lebt mit Eltern und Geschwistern zusammen und wird von ihrem Vater misshandelt und ausgenutzt.
Julia ist neu in der Versicherung und fällt durch ihr Äußeres aus dem Rahmen und hat es bisher nicht leicht gehabt, wurde ausgegrenzt und gemobbt. Sie verfügt über gute Ideen und einen ausgeprägten Geschäftssinn.
Als Letzte stößt Charlie zu den Frauen, eigentlich Charlotte. Sie scheint die reiche, verwöhnte Verwandte des Finanzchefs zu sein. Nur warum muss sie denn dann arbeiten?
Die Frauen unterstützen sich gegenseitig und sind füreinander da. So entwickeln sich Freundschaften und es wird miteinander gebangt und gehofft.
Gerade dieser Zusammenhalt wird wichtig, als sich der Sohn von Gisela bei einem Unglück schwer verletzt und sich die Rückkehr ihres Mannes als Kriegsgefangenschaft als Irrtum herausstellt.
Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Die Handlungen der Protagonistinnen sind glaubwürdig aber leider auch vorhersehbar. Insgesamt fehlt mir hier die Tiefe. Erst im zweiten Teil des Romans nimmt dieser Fahrt auf. Die Nachkriegszeit mit alle ihren Beschränkungen wird authentisch beschrieben und der Wunsch nach einen Neuanfang ist glaubwürdig dargestellt.
Die Geschichte ist gut erzählt, doch leider hat mich die Autorin nicht wirklich mitgenommen. Sie hat bei mir – zumindest im ersten Teil – kaum Emotionen ausgelöst und war im zweiten Teil zu vorhersehbar. Für mich insgesamt zu wenig.

[Rezension meiner Mutter]
Profile Image for Ancla Müller.
848 reviews5 followers
June 30, 2024
Atmosphärisch gelungener Auftakt mit der Hoffnung auf Morgen

**** Worum geht es? ****
Köln im Jahr 1948, im Wiederaufbau und besetzt von den Amerikanern. Die Einführung der Deutschen Mark ist in aller Munde und schenkt den Menschen Hoffnung. So auch den vier Telefonistinnen, die, so unterschiedlich sie auch sind, in den wichtigen Momenten zusammenhalten und auf ihre Weise dem Leben eine neue Chance geben. Sehnsüchte und Träume gehen Hand in Hand, können sie auch in Erfüllung gehen?

**** Mein Eindruck ****
Eine Geschichte der Nachkriegsjahre. Bereits auf den ersten Seiten sprüte positive Energie. Die Sprachwahl der Autorin und die kurzen Passagen aus der Kriegszeit, in Kombination mit der Hoffnung die 1948 einkehrte, führte unterhaltsam und gelungen in die Zeit ein, ohne zu schwer zu wiegen. Eine paar schöne Details zu Köln lassen sich auch direkt finden. Die Arbeit als Telefonistin wird bildlich und detailreich beschrieben, ergänzt durch den herzlichen Umgang der vier Freundinnen und den alltäglichen Sorgen und Wünschen, fühlte ich mich direkt als Teil des Ganzen und konnte mir während des Lesens alles gut vorstellen. Insgesamt strahlte die Geschichte neben den Nachkriegswehen und den schweren Schicksalen vor allem eines für mich aus: Hoffnung und eine Zuversicht auf ein Heute, dass sich lohnt zu Leben und ein Morgen, dass noch besser werden wird. Ich bin gespannt auf die Fortsetzungen und rechne mit vielen Emotionen, Aufs und Abs, die hier ganz der Zeit entsprechen.

**** Empfehlung? ****
Ein historischer Roman voller liebevoller Details, Freundschaft, Liebe, einer wundervollen Energie und Hoffnung. Eine klare Empfehlung.
Profile Image for Bibabuch .
232 reviews1 follower
May 28, 2024
Ein gutes Buch macht für mich aus, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen kann. Und genau das ist mir mit dem ersten Teil der Telefonistinnen-Saga passiert.
Beeindruckt bin ich mit Gisela, Hannelore und Julia ins Jahr 1948 abgetaucht. Was für eine andere Welt es doch damals war. Die Geschichte hat mich tief bewegt, da es auch die Jugendjahre meiner Mutter waren. Weil bei uns zu Hause nie über die Zeit gesprochen wurde, habe ich den Text förmlich aufgesogen.
Geschichte, die so nah und doch so fern ist.
Profile Image for Emily Heck.
55 reviews1 follower
July 20, 2025
5 von 5 ⭐️
Das ist vielleicht sogar ein Jahreshighlight! Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen. Das Setting Köln in der Nachkriegszeit verbunden mit Liebe, Freundschaft und Hoffnung war wunderschön und erzählt von ganz besonderen Frauen.
Ich hab das Buch ganz zufällig in einem second Hand Laden gefunden und bin wirklich sehr froh über diesen Fund !
Displaying 1 - 8 of 8 reviews

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