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Medienkritik ist links: Warum wir eine medienkritische Linke brauchen

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In festgefahrenen Positionen und versteifter Polemik befangen, offenbart sich die heutige Debattenkultur als handfeste Krise der Öffentlichkeit. In seinem Buch »Medienkritik ist links« bricht Lukas Meisner mit dem Schweigen der Linken. Er zeigt nicht nur die Risiken pauschaler Dämonisierung der Leitmedien als »Lügenpresse« auf, sondern weist nach, warum die Verunglimpfung jeglicher Medienkritik als »rechtspopulistisch« nicht weniger demokratiegefährdend ist. Er macht klar: Was lange fehlte und was es wieder braucht, ist eine medienkritische Linke, die – anders als rechtes Geplärr – im Sinne der Demokratie und nicht gegen sie vorgeht; die aber – anders als Liberale – gerade den gesellschaftlichen Rechtsruck historisch-materialistisch als Ausdruck ökonomischer Krisen erkennt. Diese politische Streitschrift erhebt die Stimme für eine linke Medienkritik und ist Beleg dafür, warum es eine medienkritische Linke braucht.

160 pages, Paperback

First published January 1, 2023

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Lukas Meisner

12 books

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240 reviews13 followers
January 8, 2024
Gute Kritik speziell der ideologischen Entwicklungen innerhalb der Linken sowie des Liberalismus seit dem Ende des Fordismus. Die Kritik an der postmodernen Ideologie ist nicht super stark, weil der Autor selbst merklich davon beeinflusst ist. Daher will er auch eine frühe, noch halbwegs vernünftige von einer späteren, vulgarisierten postmodernen Theorie unterscheiden.

Der Einfluss von Lukács auf das Buch ist auch nicht konsequent, was sich an der etwas oberflächlichen Rezeption der Kernthese aus der Zerstörung der Vernunft ebenso wie an der Verarbeitung der Verdinglichungstheorie zeigt. Selbst ein abgeschwächter Einfluss durch Lukács verleiht dem Buch aber noch eine Radikalität, die es ob der eigenen letztlich bloß sozialdemokratischen Anschauungen nicht hätte. Wenn er sich hier und da auf Lenin bezieht, dann kann man das bestenfalls als Koketterie bezeichnen, politisch steht da nichts dahinter.

Ein Grundproblem des Buches liegt darin, dass es weder eine breitenwirksame Polemik ist. Dazu ist es zu sehr mit Fachbegriffen überfrachtet und macht auch gar nicht den Versuch, sich gemeinverständlicher zu präsentieren. Noch kann es einen wissenschaftlichen Anspruch befriedigen, dazu fehlt nicht nur die Zitationsweise, sondern auch eine konsequente Argumentation. Selbst da, wo Meisner den Anspruch erhebt, Begriffsarbeit geleistet zu haben, bleibt es eigentlich eher bei einer eklektischen Begrifsverkettung.

Also für die Kritik ganz lohnende Lektüre, für die eigene Vision kann man auch jeden anderen sozialdemokraitschen Schinken lesen.
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