Benecke rekonstruiert hier nicht "einfach nur" bekannte und weniger bekannte Kriminalfälle des Vampirismus, Kannibalismus und Serienmorden der jüngeren und älteren Geschichte, sondern gibt auch - etwa durch den Abdruck von Briefen von Täter*innen oder ähnlichem - einen anderen Blick auf jene Menschen, die angesichts ihrer Taten wie der Teufel selbst scheinen oder von Außenstehenden dazu gemacht werden. Das Buch ist definitiv nichts für jemanden mit schwachen Nerven, meiner Meinung nach. Das Interessante daran ist, das Benecke unter anderem versucht, aufzuzeigen, wie schwer es oftmals sein kann, selbst für erfahrene Richter*innen und Ermittler*innen, die Schuldfähigkeit eines Serienmörders festzustellen und wie schnell Grenzen hier verwischen können, was für Laien nicht mehr nachvollziehbar ist. Mehrfach betont Benecke dabei, dass es niemals aber darum geht, Mitleid mit den Täter*innen zu empfinden, sondern in erster Linie darum, zu verstehen, um so in Zukunft ähnliche Verbrechen zu verhindern. Mich fesselt dieses Buch sehr, auch wenn es stellenweise wirklich schwer ertragbar ist, dieses zu lesen (aufgrund der beschriebenen Tathergänge, nicht wegen Beneckes Schreibstil oder dergleichen, denn der ist tatsächlich sehr angenehm und gut verständlich).