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Martha und die Ihren

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Martha ist eine beeindruckende Frau, die es aus ärmsten Verhältnissen zu bescheidenem Wohlstand gebracht hat. Aber die Erinnerung an die Entbehrungen ihrer Kindheit als »Verdingkind« bei einer Bauernfamilie im Berner Umland lässt sie nie Keine Schwäche zeigen. Arbeiten ohne Unterlass. Hart sein zu sich und anderen. Das prägt auch ihre Söhne, die es in der Nachkriegszeit unbedingt zu etwas bringen wollen. Und ihre Enkel, die dagegen rebellieren und es erstmals wagen, sich ein anderes, ein freieres Leben zu erträumen.

290 pages, Kindle Edition

Published April 24, 2024

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About the author

Lukas Hartmann

81 books16 followers

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Community Reviews

5 stars
44 (35%)
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5 (4%)
1 star
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Displaying 1 - 23 of 23 reviews
Profile Image for Kathrin Olzog.
231 reviews17 followers
August 9, 2024
Eine interessante Lebensgeschichte einer besonderen, allerdings immer kühl und sehr reflektierten Frau, die wir als junges Mädchen kennenlernen. Etwas langatmig erzählt
Note: 3+
Profile Image for Sigrid K.
36 reviews
August 9, 2024
Lukas Hartmann erzählt auf unterhaltsame und kurzweilige Art die Geschichte seiner Großmutter - einer starken Frau, die alles daran setzt, ihre Lage und das Leben ihrer Nachkommen zu verbessern. Hier halten Sie ein Buch in Händen, das die Nachkriegszeit in der Schweiz einfängt. Dabei ist dem Autor nicht daran gelegen die große Geschichte einzufangen, sondern die Auswirkungen auf die kleinen Leute nachzuzeichnen. Dieses Buch ist ein gelungenes Familien- und Gesellschaftsportrait, das die Auswirkungen dieser Zeit auf die unsere erhellt.
Profile Image for Bruno Laschet.
693 reviews21 followers
December 10, 2025
Eine Geschichte von einem 'Verdingkind', welche im Berner Oberland spielt. Die Geschichte geht über mehrere Generationen. Wird aber mit der Zeit etwas langweilig.
Profile Image for Arcimboldis World.
138 reviews8 followers
May 31, 2024
Mit seinem neuen Roman „Martha und die Ihren“ beweist Lukas Hartmann einmal mehr, dass er zu den ganz grossen Schweizer Autoren gehört. Sensibel und einfühlsam und doch mit einer sehr klaren, umemotionalen Kraft greift er in diesem Roman das dunkle Kapitel der Verdingkinder auf und erzählt die Geschichte seiner Grossmutter, seiner Familie bis zu seiner eigenen Generation…
Es ist eines der grossen Traumata der Schweiz: Die Verdingkinder. In diesem autofiktionalen Roman von bilden sie die Grundlage sämtlicher Befindlichkeiten in der Familie. Die Geschichte beginnt mit der Kindheit von Hartmanns Grossmutter Martha, die einzige Person, die in diesem autobiographischem Roman den echten Namen trägt, wie Hartmann im Nachwort schreibt, da er zu stark mit seinen Erinnerungen und den Besuchen bei ihr im Altersheim verknüpft ist, als dass er ihn ändern konnte. Und so bleibt dann auch gleich zu Beginn eine Gedanke von Martha haften, der mich als Leser den kompletten Roman über begleitet: „Die Kinder werden verdingt, auch das ist ein neues Wort für Martha. Später wird sie den­ken, dass das Wort ja stimmt, sie sind zu Dingen geworden.“ Das ist hart und diese Tatsache bestimmt das ganze Leben sowohl Marthas, als auch deren Kinder und schlussendlich Enkelkinder, also der Generation Hartmanns.
Einmal mehr erweist sich Lukas Hartmann als grossartiger Erzähler. Dieser autobiographisch geprägte Roman ist packend und ein interessantes Zeitdokument. Hartmann erzählt relativ unemotional und sachlich mit einer wohltuenden Distanziertheit von einer Zeit, die in der Schweiz immer noch grosse Emotionen hervorruft und ein dunkles Kapitel in der Geschichte des Landes darstellt. Wie schon bei seinen Romanen „Schattentanz“ über den Art-Brut-Künstler Louis Soutter oder den jüdischen Tenor Joseph Schmidt („Der Sänger„) schafft es Hartmann, eine spannende historische Geschichte und interessante Fakten mit Pageturner-Lesevergnügen zu verbinden. Marthas Geschichte ist wohl ein typisches Frauenschicksal jener Zeit, pflichtbewusst und zeitlebens geprägt von ihrer Zeit als Verdingkind. Erst die Generation ihres Enkels Bastians (aka Lukas Hartmann) schafft es, sich aus diesen Zwängen zu befreien. Der Roman ist auch ein Dokument gegen das Vergessen und genau aus diesem Grund ist Lukas Hartmann für mich einer der wichtigen und immer wieder sehr lesenswerten zeitgenössischen Schweizer Autoren.
Profile Image for Prusseliese.
430 reviews21 followers
November 13, 2024
Wie emotionsarm kann man (s)eine Familiengeschichte schildern?!
Irritierend fand ich auch, dass Martha im Laufe des Romans zunehmend negativ dargestellt wird.
Ansonsten schlichter Schreibstil, eine beliebige Familiengeschichte im Verlauf des letzten Jahrhunderts. Anfangs dachte ich, das wird eine kitschige Armutsgeschichte. Aber selbst für Kitsch braucht man etwas Emotionen. Hier liegt lediglich eine schmucklose Schilderung der Familienereignisse vor.
1,5 ☆
Profile Image for Yannic.
89 reviews4 followers
August 29, 2024
Ich finde es weniger eine Erzählung als eine Aufzählung. Aber irgendwie hat mich die Empathie, mit der sich Hartmann in Marthas Leben hineinversetzt doch berührt.
Profile Image for Bajo.
90 reviews3 followers
May 31, 2024
Lukas Hartmann, 1944 in Bern geboren, erzählt in diesem Roman die Geschichte seiner Großmutter Martha, beginnend Anfang des 20. Jahrhunderts und endend in der Nachkriegszeit nach dem 2. Weltkrieg.

Martha wächst in armen Verhältnissen auf. Ihr Vater, ein Brunnenbauer, stirbt früh und läßt Frau und sechs Kinder mittellos zurück. Wie damals in der Schweiz üblich, werden Mutter und Kinder getrennt und die Kinder auf verschiedenen Bauernhöfe als sog. Verdingkinder verteilt. So kommt auch Martha mit erst acht Jahren zur Familie Bürgi. Dort muß sie sich um den behinderten 14jährigen Sohn der Familie kümmern. Völlig überfordert von dieser Aufgabe vertraut sie sich ihrem Dorfschullehrer an, woraufhin der behinderte Sohn ins Heim kommt. Dennoch bleibt Marthas Leben bei den Bürgis hart und entbehrungsreich.

Martha ist eine gute Schülerin, intelligent, lernt schnell. Ihr Lehrer setzt sich erneut für sie ein, so dass sie eine Anstellung in der Strickfabrik in Bern erhält. Dort arbeitet sie bis zu ihrem 18. Lebensjahr und bis zu ihrer Heirat mit dem Schuhmacher Jakob.

Soweit die ersten Kapitel des Romans, die im Verhältnis zum Rest der Geschichte viel Raum einnehmen. In kurzen Sätzen und in sachlicher, beinahe distanziert wirkender Sprache erzählt der Autor von den Härten des Lebens, dem dieses zarte, kluge und doch so zähe Kind und die junge Frau Martha ausgesetzt ist. Die schnörkellose, fast emotionslose Sprache Hartmanns ist durchaus gewohnungsbedürftig, führt aber dazu, die raue Wirklichkeit umso intensiver nachvollziehen zu können. Als Leser empfindet man Sympathie für die Protagonistin.

Im weiteren Verlauf des Romans wird die Geschichte chronologisch geraffter erzählt. Die Jahre vergehen wie im Flug. Jakob der Schuhmacher stirbt jung, wie seinerzeit Marthas Vater, hinterläßt sie mit zwei Söhnen, Toni und Peter. Martha gelingt es, die Kinder bei sich zu behalten, sie müssen nicht "verdingt" werden. Ihre Söhne Toni und Peter wachsen jedoch wenig liebevoll auf. Alles wird Marthas Ziel, durch harte Arbeit und Gehorsam der Armut zu entkommen, untergeordnet. Die anfängliche Sympathie des Lesers für Martha schwindet. Relativ fassungslos ist man angesichts der Härte Marthas sich selbst und ihren Kindern gegenüber. Die Söhne heiraten ihrerseits. Toni arbeitet sich zum Büroangestellten hoch, die Enkel Bastian ( = der Autor Lukas Hartmann ) und Ferdi werden geboren.Toni aber opfert für sein berufliches Fortkommen seine Gesundheit und sein Familienleben, seine Ehe ist nicht glücklich. Der zweite Weltkrieg ist vorüber, Martha ist alt geworden und über die Zeit hart und verbittert.

Durch die ausführliche Darstellung der Kindheit Marthas als Verdingkind wird nun sehr deutlich, warum Martha und später auch ihr erster Sohn Toni zu den Menschen geworden sind, die sie am Ende ihres Lebens sind: verhärtet duch den ständigen Existenzkampf, kaum fähig, liebevolle Zuneigung zu zeigen. Anders ergeht es dem zweiten Sohn Marthas, Peter, dessen Ehe glücklich erscheint, und der mehr als Toni auf Distanz zu Martha geht. Im Verhältnis zwischen Martha und ihrem Sohn Toni scheint sich ein Muster durch diese Familie zu ziehen. Es gilt, der Armut zu entfliehen und um jeden Preis "etwas aus sich zu machen". Den Enkeln Bastian und Ferdi gelingt es dagegen, sich frei von den Prägungen ihrer Vorfahren zu entwickeln und der Leser schöpft Hoffnung, dass in der dritten Generation endlich ein selbstbestimmtes, glücklicheres Leben gelingen wird.

Die Geschichte von Martha und den Ihren wird trotz des reduzierten Sprachstils plastisch vermittelt, ohne die Protagonisten auf- oder abzuwerten. Sehr viel steht zwischen den Zeilen. Der Leser zieht unwillkürlich Parallelen zum eigenen Leben, zu den eigenen Großeltern, Eltern, Geschwistern und Kindern. Kann man den durch die Kindheit erfolgten Prägungen entkommen, warum gelingt dies dem einen Geschwisterkind, während ein anderes Kind den Prägungen so stark verhaftet bleibt ? Wie wirken sich äußere Umstände wie mangelnde staatliche Sozialfürsorge, harte durch Krieg und Hunger gekennzeichnete Zeiten auf die eigene Geschichte, die charakterliche Entwicklung aus ? Wie selbstbestimmt waren die eigenen Eltern/Großeltern, wie selbstbestimmt ist das eigene Leben ?

Lukas Hartmann gibt mit diesem Roman einen bemerkenswert mutigen Einblick in seine eigene Biographie und verarbeitet seine Geschichte zu großartiger Literatur. Zudem gewinnt der Leser mit der Schilderung des Schicksals des Verdingkindes Martha einen Eindruck vom unrühmlichen Kapitel dieses Teils der Schweizer Geschichte.

Der Roman hat mir sehr gefallen. Ich vergebe 5 Strene und eine große Leseempfehlung.
Profile Image for Claudia Stückner.
627 reviews5 followers
June 19, 2024
"Verdingkinder wurden sie oft wie Sklaven oder Leibeigene behandelt und für Zwangsarbeit ohne Lohn und Taschengeld eingesetzt. Wie Augenzeugen berichten wurden sie häufig ausgebeutet, erniedrigt oder gar vergewaltigt." (Wikipedia)
Nach dem viel zu frühen Tod des Vaters werden Martha und ihre Geschwister der Mutter weggenommen. Die Mutter, die im Armenhaus unterkommt, wird sie nie wiedersehen, genauso wie ihre Geschwister. Die 8-jährige Martha selbst kommt zu einer Bauernfamilie ins Berner Umland, wo sie hart arbeiten muss und nur, wenn sie Glück hat, genug zu Essen bekommt. Doch Martha ist fleißig, und als sie älter ist, beginnt sie als Fabrikarbeiterin in einer Spinnerei und später dann als Ehefrau eines Schusters. Keinerlei Schwäche zeigen, das prägt Marthas Leben, und so erzieht sie auch später ihre Kinder. Selbst als Marthas Ehemann viel zu früh verstirbt, kämpft sie weiter für sich und ihre Kinder. Jedoch geht die Kaltherzigkeit der Mutter vor allem am Ältesten nicht spurlos vorbei. Erst Marthas Enkel rebellieren und wagen, von einem freieren Leben zu träumen.

Meine Meinung:
Dieses Buch umfasst das Leben von Matha und deren Familie über drei Generationen. Martha ist die Großmutter des Autors. Es ist die Zeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg, als der kranke Vater verstirbt. Da die Mutter ihre sechs Kinder nicht ernähren kann, werden sie aus der Familie herausgerissen. Selbst wenn das Leben von Martha hart ist in ihrer neuen Familie, hätte sie es noch weitaus schlimmer erwischen können. Verdingkinder wurden sie damals in der Schweiz genannt. Sie mussten oft Schläge und Misshandlungen erdulden. Man schätzt, dass von 1800 bis in die 1960er-Jahre zwischen 4 und 10 Prozent der damaligen Kinder verdingt wurden. Einige Kinder kamen dabei sogar ums Leben. Andere, so wie Martha, sind für ihr weiteres Leben gezeichnet. Es ist vor allem die Liebe, die diesen Kindern fehlt und die sich bei ihren eigenen Kindern fortsetzt. So kann Martha nicht nur ihren Mann, sondern vor allem ihren ersten Sohn Anton nie richtig lieb haben. Sie erträgt nicht einmal seine Nähe. Während sie sich schnell wieder in die Arbeit der Schusterei stürzt, kümmert sich Schwägerin Hedwig wie eine Mutter um den Säugling. Und trotzdem folgt danach Peter ein zweites Kind. Doch auch in Marthas Familie wiederholt sich das gleiche Schicksal. Ihr kränklicher Ehemann verstirbt viel zu früh, allerdings sind ihre Kinder schon älter. Sie muss die Schusterei verkaufen, denn Frauen dürfen nicht einfach so Schuhe herstellen. Der hier erwähnte Anton (Toni), Lukas Hartmanns Vater, der sich sein Leben lang nach der Liebe seiner Mutter sehnt. Er selbst dagegen lässt sich als junger Mann vieles, was ihm widerstrebt, nicht gefallen. Oft haben sein Vater und er heftige Auseinandersetzungen. Allerdings kommt irgendwann die Zeit, als er mehr über Marthas Leben erfahren möchte. Erst ab da begreift er, wie sich die Verletzungen der früheren Martha wie ein roter Faden von Generation zu Generation ziehen. Ein wenig enttäuscht bin ich, weil man doch recht wenig über Marthas Leben hier in dieser Geschichte erfährt. Dagegen nimmt das Familienleben ihres Sohnes Toni einen großen Raum ein. Wahrscheinlich liegt es daran, dass der Autor einfach viel zu wenig von der verschlossenen, alten Martha erfahren hat. Denn er selbst hat von seiner Großmutter als Kind relativ wenig gehabt. Was natürlich an Marthas verschlossenem Wesen lag. Erschreckend ist zu erleben, wie ein Schicksalsschlag doch ganze Generationen prägen wird. Hier musste ich vor allem an meine Eltern denken, die von ihren vom Krieg verletzten Eltern geprägt wurden. Es wäre sicher schön gewesen, wenn der Autor einiges noch ausführlicher dargestellt hätte. Allerdings wäre diese Familiengeschichte dann sicher zu ausufernd geworden. Für mich bleibt es ein empfehlenswertes Buch, das zum Nachdenken anregt und dem ich gerne 5 von 5 Sterne gebe.
Profile Image for Gisela.
348 reviews14 followers
May 9, 2025
Meine Meinung 


Das schwere Leben einer starken Frau 

Schweiz, Anfang 20. Jahrhundert 

"Verdingkind" ist eine Bezeichnung, die nicht nur traurig klingt, sondern auch wirklich ist. Martha musste am eigenen Leib erfahren, was es heißt, ein Verdingkind zu sein, nachdem der Vater bei einem Arbeitsunfall gestorben war. Es war ein langsames, schmerzhaftes Sterben, da sich die Familie kein Krankenhaus leisten konnte. 

Die Mutter war nicht mehr in der Lage, ihre Kinder zu ernähren und musste sie zu verschiedenen Bauern geben. 

Wir erleben das Geschehen überwiegend aus der Sicht von Martha, die sich als 8-Jährige bei der Bauernfamilie Bürgi im Berner Umland verdingt hatte. Als letzte am Esstisch durfte sie nur essen, was übrig blieb. Stets ging sie hungrig vom Tisch; beklagte sich aber nie, obwohl es Martha innerlich zerriss. Sie musste kaum übliche Arbeiten auf dem Hof verrichten. Es war ihre Aufgabe, den behinderten Sohn der Familie jeden Tag spazieren zu führen; angeleint, damit er ihr nicht davon laufen konnte. Kräftemäßig war er ihr weit überlegen und daher trug sie oft Verletzungen davon. 

Martha wuchs bald über sich selbst hinaus. Das intelligente Mädchen fiel ihrem Lehrer auf, der sich für sie einsetzte und ihr zu einer Arbeit in einer Strickfabrik verhalf. Sie stellte sich von Anfang an sehr geschickt an, und wurde ziemlich schnell von den Kolleginnen und der Vorarbeiterin geschätzt. Von da an zahlte das Mädchen Kostgeld bei der Familie und kaufte von ihren Ersparnissen ein Fahrrad, um zügiger in die Arbeit zu kommen. Die Bauernfamilie zollte ihr darauf hin mehr Respekt, aber Zugehörigkeit erlangte sie nie. 

Sie lernte einen Mann kennen und heiratete. Bekam zwei Söhne und half ihrem kränklichen Mann Schuhe zu anfertigen und reparieren. Das passierte heimlich, da keiner im Ort einer Frau diese Arbeit zutraute. Als ihr Mann starb, blieben die Aufträge aus und Martha kämpfte gegen die Armut an. Ihre Söhne sollten es besser haben. 

Ich habe mich oft gefragt, wie so eine zierliche Frau das alles verkraften konnte. Zeit für eine Verschnaufpause blieb ihr so gut wie nie. Ihre Kinder hatte sie zur Zielstrebigkeit erzogen und selten Zeit gehabt, sie mal in die Arme zu nehmen. Besonders der ältere Sohn übernahm ihren Ehrgeiz und brachte es zu einem gewissen Wohlstand. 

Sie vermisste ihre fünf Geschwister, zu denen sie den Kontakt verloren hatte, da keiner vom anderen wusste, wo er lebte. Zu ihrer resignierten Mutter hatte sie für kurze Zeit sporadisch Kontakt. 

Für mich ist das Ganze unvorstellbar, zumal allein erziehende Mütter in der heutigen Zeit die nötige Hilfe bekommen, um ihre Kinder zu behalten. Das ist bestimmt auch nicht leicht, aber machbar. 

Der Schreibstil wirkt direkt und schnörkellos, da auf jegliche Weichzeichner verzichtet wird. Die Emotionalität geht dabei keineswegs verloren und ich konnte Marthas Leid zwischen den Zeilen wahrnehmen. Die starke Frau musste immer wieder von vorne anzufangen; was ihr Leben zu einem einzigen schweren Kampf machte. Sie wirkte hart, was sie aber wirklich nicht war. Als junges Mädchen musste sie nach und nach ihre Träume begraben, um Platz für harte Arbeit zu schaffen.

Über drei Generationen hinweg beeinflusste Marthas Leben die ihren. Ihre Enkelkinder führten ihren eigenen Kampf, da sie ihr Leben selbstbestimmt  - ohne Altlasten ihr Eltern und Großmutter  - führen wollten. 

Es handelt sich um die Großmutter des Autors, dem ich herzlich danke, dass er die Geschichte mit uns geteilt hat. 

Eine klare Empfehlung, für diese spannende und emotionale Biografie, die mich von der ersten Seite an fesseln konnte. Ich empfehle das Nachwort vom Autor zu lesen.
Profile Image for Ein_lesewesen.
83 reviews7 followers
May 13, 2024
In diesem autofiktionalen Buch hat Hartmann (Jahrgang 1944) seiner Familiengeschichte über drei Generationen nachgespürt. Er beginnt mit Martha, seiner Großmutter, die zu Beginn des letzten Jahrhunderts in prekärer Armut aufwächst. Eine von der Nachbarin vor die Haustür gestellte Schüssel Haferbrei wird für die Kinder zum Festessen. Auch wenn Martha, abgezählt nach Altersjahren, nur sieben gestrichene Löffel voll davon bekommt. Nach dem frühen Tod des Vaters weiß die Mutter nicht mehr, wie sie die sechs Kinder satt bekommen soll. Und so kommt Martha, wie auch ihre Geschwister, als Verdingkind zu einer anderen Familie.

»Die Kinder werden verdingt, auch das ist ein neues Wort für Martha. Später wird sie denken, dass das Wort ja stimmt, sie sind zu Dingen geworden.« S.17

Dort ist sie als zusätzliche Arbeitskraft willkommen, aber nicht als zusätzlicher Esser. Die Schüssel mit den Kartoffeln ist oft schon leer, wenn sie bei ihr am Ende des Tischs ankommt. Doch Martha ist tapfer, kann zupacken und ist intelligent. Sie schafft es, eine Stelle in einer Strickerei in Bern zu ergattern und damit einen Weg aus der Armut zu finden. Doch das Erlebte hat längst einen Weg tief in ihr Inneres gefunden, und sich dort festgesetzt. Und es wird nicht nur ihr Leben beeinflussen, sondern auch das ihrer Söhne.
Toni, der Älteste, kennt kein anderes Ziel, als den Makel, Sohn eines Verdingkinds zu sein, durch eigene Anstrengungen auszulöschen. Wenn er von der Mutter etwas gelernt hat, dann das hart verdiente Geld zu sparen und mit Zuneigung zu geizen.
Erst Tonis ältester Sohn Bastian, der sich nach Aufmerksamkeit und Liebe sehnt, geht dem Gefühlsdefizit seiner Familie auf den Grund, rebelliert und versucht die Auswirkungen seiner Familiengeschichte zu verstehen.

Basis des Romans sind Hartmanns Gespräche mit seiner Großmutter, als sie schon alt ist, sich ein Leben lang verschlossen hat und nur bruchstückhaft über ihr Leben spricht. Diese Leerstellen füllt er mit einer hochemotionalen Geschichte, die so oder so ähnlich viele Familien ereilt hat. Armut war in der Schweiz nicht nur ein Makel, sondern ein Fehlverhalten und eine Gefahr für das Gemeinwohl, weshalb die Behörden bis in die 70er Jahre den Eltern die Kinder entzogen, sie auf Bauernhöfe schickte, in Armenhäuser und Heime. Und man kann Marthas ganzen Stolz, es aus diesem Milieu herausgeschafft zu haben, nachvollziehen.

»Sie ist für mich die prägende Figur der Familie geworden«, sagt der Autor im Nachwort und als Leser*in versteht man es im Laufe der Geschichte, wie sehr dieser Makel zur Triebkraft von Marthas Kindern wurde, quasi als Trauma vererbt wurde.

Obwohl es nur wenige Schnittstellen mit meiner eigenen Familiengeschichte hat, kamen mir doch vieles bekannt vor. Eine Generation, die schweigt, die sich Emotionen versagt. Bloß keine Schwäche zeigen, keine Nähe zulassen. Die sich auf der Karriereleiter nach oben abmüht, ständig mit der Angst im Nacken, zu versagen und trotzdem das Gleiche von den Kindern einfordert. Doch die Kinder träumen von einem freieren Leben und sehnen sich nach Liebe um ihrer selbst willen.

Die Essenz des Romans ist für mich, wenn wir das Leben der Vorgeneration verstehen, können wir begreifen, warum sie sind, wie sie sind – warum wir sind, wie wir sind. Und warum wir heute noch an diesem seelischen Erbe zu knabbern haben. Dass aufeinander zugehen, miteinander reden und verzeihen wichtige Schritte sind, um sich von den transgenerationalen Traumata zu befreien.
Profile Image for Kristall86.
345 reviews4 followers
April 24, 2024
!ein Lesehighlight 2024!



Klappentext:

„Martha ist eine beeindruckende Frau, die es aus ärmsten Verhältnissen zu bescheidenem Wohlstand gebracht hat. Aber die Erinnerung an die Entbehrungen ihrer Kindheit als »Verdingkind« bei einer Bauernfamilie im Berner Umland lässt sie nie los: Keine Schwäche zeigen. Arbeiten ohne Unterlass. Hart sein zu sich und anderen. Das prägt auch ihre Söhne, die es in der Nachkriegszeit unbedingt zu etwas bringen wollen. Und ihre Enkel, die dagegen rebellieren und es erstmals wagen, sich ein anderes, ein freieres Leben zu erträumen.“



Lukas Hartmann hat mich mit seinem Roman „Martha und die anderen“ komplett begeistert. Da ich gern über Bergregionen Geschichten lese und wie dort die Menschen wohl leb(t)en, war dieses Buch genau das Richtige. Zudem wird sich hier jeder Hobbyanalytiker und vermeintliche Menschenkenner an der Geschichte erfreuen dürfen. Wir befinden uns in der Schweiz und erlesen Marthas Lebensgeschichte. Wer damit noch nie Berührung hatte, könnte meinen, Hartmann zeichnet viel zu hart, zu drastisch, aber aus meiner Leseerfahrung kann ich klar sagen, Hartmann trifft hier in den wunden Kern, der nur aus Wahrheit besteht. Auf Grund der Lebensumstände wird Martha hart. Innen wie außen baut sich eine imaginäre harte Schale um sie auf. Das Leben hat sie hart gemacht. Man wird unterkühlt dadurch, Gefühle sind nicht weiter erwähnenswert und Liebe ist ja eh nur ein Wort. Klingt hart aber Martha hat es nie anders kennengelernt. Und so gibt sie das an ihre Kinder weiter. Wenn man so aufwächst, fragt man nicht danach ob das alles so richtig ist oder nicht, man nimmt es einfach so hin. Bis zu einem gewissen Punkt. Hartmann lässt uns hier an einer Art „Generationengespräch“ teilhaben. „Konflikt“ finde ich dafür unpassend, denn schlussendlich werden eher Fragen gestellt und auf Antworten gehofft als sich eben typisch konfliktmäßig zu streiten. Marthas Enkel haben Fragen zu ihrer Einstellung, ihrer Art, die sie so weiter gegeben hat und wollen Antworten. Keine leichte Thematik aber Autor Lukas Hartmann schafft das alles brillant zu erzählen. Die Geschichte hallt in allen Themen stark nach. Hier und da gibt es schöne lyrische Momente, dann wieder philosophische, nachdenkliche. In den Lesepausen kommt man nicht drumherum Martha zu analysieren, darüber nachzudenken warum sie nicht eher aus ihrem eisernen Käfig ausgebrochen ist. Warum hat Martha alles so hingenommen? Es waren anderen Zeiten damals. Die Uhren tickten anders und dies heute zu beurteilen wäre einfach vermessen. Als Leser verfolgt man diese Generationendiskussion gespannt und ist auf die Ergebnisse gespannt. Hartmanns Schreibstil ist jedenfalls stets der Situation sehr gut angepasst und eben einnehmend. Fest steht, wer sich mal in seiner Familie genauer umschaut, wird vielleicht ebenfalls so eine „Martha“ finden. 5 Sterne für diese tolle Werk!
688 reviews10 followers
April 24, 2024
Armut prägt - Familiengeschichte als Aufstiegskampf

Mit "Martha und die Ihren" hat der Schweizer Autor Lukas Hartmann sowohl eine autofiktionale Familiengeschichte geschrieben als auch ein Zeit- und Gesellschaftsbild vom frühen 20. Jahrhundert bis in die 1960-er Jahre gezeichnet. Inspiriert durch die Geschichte seiner Großmutter Martha schildert er den Lebensweg einer Frau, die als Achtjährige das Auseinanderbrechen ihrer Familie und das fremdbestimmte Leben als Verdingkind erlebte und sich mit Härte und Ehrgeiz aus extremer Armut in bescheidenen Wohlstand durchkämpfte.

Der Tod des Vaters lässt Marthas Familie völlig mittellos zurück. Ein soziales Netz in unserem heutigen Sinne gibt es nicht. Da die Mutter außerstande ist, ihre sechs Kinder zu ernähren, verteilt die Gemeinde sie getrennt an Pflegefamilien, in denen sie für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen. Martha befindet sich in ihrer neuen "Familie" buchstäblich am Ende der sozialen Leiter, ist diejenige, die als Letzte etwas zu essen bekommt - und dann meist nur spärliche Reste.

Das Mädchen ist intelligent und ehrgeizig, eigentlich erfüllt sie alle Voraussetzungen für die höhere Schule - aber für ein Verdingkind ist das ein unmöglicher Traum. Dass sie in der Strickfabrik der nahen Stadt Arbeit findet, ist für die 16-jährige schon ein Aufstieg - denn die Fabrik gilt als verhältnismäßig anständig im Umgang mit den Arbeiterinnen.

Eine frühe Ehe ist zunächst vernunftbetont, später durchaus von Liebe geprägt, doch das Schicksal von Marthas Mutter scheint sich zu wiederholen: Als junge Frau ist Martha Witwe mit zwei kleinen Kindern. Mit eiserner Entschlossenheit kämpft sie sich durch - doch die Härte gegen sich selbst zeigt sie auch ihren beiden Söhnen. Vor allem der ältere wird früh in die Verantwortung genommen und verinnerlicht den Ehrgeiz, den Aufstieg unbedingt zu schaffen.

Vielleicht liegt es an den Entbehrungen und Härten - Gefühle und liebevoller Umgang haben in dieser Familie kaum Platz. Es werden Marthas Enkel sein, die, in bescheidenem Wohlstand aufgewachsen, von einem Leben träumen, dass nicht nur aus Arbeit und Geldverdienen besteht.

"Martha und die Ihren" überzeugt vor allem im ersten Teil über Marthas Jugend und die frühen Jahre ihrer Ehe. Je mehr Familienmitglieder die Handlung prägen, desto blasser werden die Figuren, desto blasser und allgemeiner wird auch Martha. Die Familiendynamik bleibt relativ allgemein, vielleicht auch wegen des autobiographischen Hintergrundes. Deshalb hat das Buch für mich in der zweiten Hälfte nicht mehr die Qualität des ersten Teils. Nichtsdestotrotz ein faszinierendes Bild einer gar nicht so guten alten Zeit.

Profile Image for Christiane Fischer.
512 reviews6 followers
May 17, 2024
MARTHA UND DIE IHREN
Lukas Hartmann


Martha und ihre fünf Geschwister, die alle vor dem Ersten Weltkrieg geboren wurden, wachsen in armen Verhältnissen auf. Als dann ihr Vater einen schweren Unfall hat, erst bettlägerig wird und kurz darauf stirbt, kann die Mutter ihre sechs Kinder nicht mehr ernähren. Die sozialen Zuschüsse in der Schweiz wären nicht genug, selbst wenn die Mutter einen Job als Büglerin annähme.
Die Verwaltung lässt nicht lange auf sich warten und nimmt der Mutter alle Kinder weg - sie werden zu sogenannten „Verdingkinder", was nichts anderes bedeutet, als das sie bei fremden Familien aufwachsen, fremderzogen und ihren Lebensunterhalt selbst erarbeiten müssen. Martha wird ihre Mutter nur drei weitere Male in ihrem Leben treffen und ihre Geschwister nie wieder sehen.
Doch das weiß sie zu diesem Zeitpunkt nicht.
Martha, die zweitjüngste, kommt zu einer gläubigen Familie mit vielen Kindern. Für die Arbeiten, die keiner machen möchte, ist sie zukünftig verantwortlich. Am Tisch ist die Schale mit Essen meist leer, bevor sie bei Martha ankommt. Liebe oder ein freundliches Wort erfährt sie nicht.
Obwohl sie Klassenbeste ist, wird ihr die höhere Schule verwehrt, doch Martha ist zäh und mit Fleiß und Ehrgeiz schafft sie es später zu einem bescheidenen Wohlstand.
Martha hat es nie gelernt, Gefühle oder Schwächen zu zeigen. Umarmungen, Lob oder Liebkosungen waren ihr ganzes Leben Fremdwörter und so prägt diese soziale Inkompetenz nicht nur ihr Leben, sondern auch das ihrer zwei Söhne …

Die Verdingkinder sind ein schwarzer Fleck in der Schweizer Geschichte.
Oft wurden Kinder zu Unrecht den Eltern weggenommen. Scheidungen oder Arbeitslosigkeit reichte aus, dass Eltern ihr Kinder nie wieder sahen.
Die Kinder wurden als billige Arbeitskraft ausgebeutet, oft seelisch und körperlich missbraucht. Bis in die späten 1960er-Jahre gab es in der Schweiz Verdingkinder.

Ich habe das Buch gerne gelesen. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass Marthas Zeit als Verdingkind ausführlicher beschrieben gewesen wäre. Ihren Part fand ich besonders berührend, während mich der narzisstische und pedantische Sohn eher auf die Palme trieb.
Der Schreibstil war eher sachlich kühl, was durchaus zum Inhalt passt. Herzlichen Dank Lukas Hartmann für einen tiefen Einblick in seine Familienchronik mit Großmutter Martha.
3½ / 5
628 reviews
Currently reading
April 23, 2024
Eine berührende Familiengeschichte
Lukas Hartmann schreibt in dieser Biografie die Geschichte seiner Großmutter Martha, sowie die ihrer Kinder und Enkel.
Nach dem Tod des Vaters kommen die aus allerärmsten Verhältnissen stammende kleine Martha und ihre 5 Geschwister getrennt als "Verdingkinder" zu fremden Leuten, um dort für ihren Unterhalt zu arbeiten. Martha wird bei einer Bauernfamilie untergebracht. Ohne Pause muss sie arbeiten und darf keine Schwäche zeigen. Dieses wird ihr ganzes Leben prägen und auch auf ihre Kinder übergehen. Nur ihre Enkel werden sich später dagegen aufbäumen. Sie schafft es als Erwachsene zu einem kleinen Wohlstand zu gelangen. Doch ihr Leben wird stets ein Kampf bleiben.
Der Autor beschreibt einfühlsam die Schicksale der Protagonistin und ihrer Nachfahren. Detailliert und lebensecht hat er die verschiedenen Charaktere gezeichnet. Dabei ist mir besonders Marthas Geschichte zu Herzen gegangen. Mit ihr habe ich gelitten und gehofft, gebangt und mich auch gefreut. Sie lebte ein Leben voller Zwänge. Das einzige, was ihr in der neutralen Schweiz erspart blieb, waren die Kriege.
Diese fesselnde Biografie mit ihren dramatischen Wendungen hat mich sehr berührt. Sie ist sehr unterhaltsam geschrieben und machte mich zeitweise sehr nachdenklich. Gerne empfehle ich sie weiter. 4 Sterne.
Profile Image for Esther Niffenegger.
254 reviews4 followers
March 18, 2025
Nüchtern erzählt: Marthas Weg durch Arbeit und Entbehrung

In Lukas Hartmanns „Martha und die Ihren“ begegnet man Martha, die nach einem schweren Leben auf einem Bauernhof als Erwachsene in einer Fabrik als Näherin arbeitet. Das Buch beschreibt Marthas Weg von ihrer Kindheit ins Erwachsenenalter bis zu ihrem Lebensende. Dieser war geprägt von harter Arbeit, Entbehrung und einem Fehlen von Zuneigung. Die Charaktere, die Martha begegnen, sowie ihre eigene Familie spiegeln eine Welt wider, in der der Überlebenswille das Wichtigste zu sein scheint.

Die Geschichte selbst hat mich nicht wirklich gefesselt. Die Erzählweise wirkt sehr sachlich und es fehlt an der Spannung, die eine tiefere emotionale Bindung zur Geschichte erzeugen könnte. Es liest sich eher wie eine nüchterne chronologische Erzählung, die nicht genug Raum für den Leser lässt, sich mit den Gefühlen und inneren Kämpfen der Protagonistin auseinanderzusetzen.

Was mir jedoch besonders im Gedächtnis geblieben ist, war das Nachwort von Hartmann. Hier gibt der Autor einen Einblick in die Entstehung des Romans und erklärt, dass die Geschichte eine Verarbeitung der eigenen Familiengeschichte darstellt. Die Verfremdung, die Hartmann gewählt hat, um sich von dieser Welt zu distanzieren, brachte für mich eine interessante Perspektive in das Buch, die mich mehr gefesselt hat als der eigentliche Roman.

Insgesamt kann ich sagen, dass Martha und die Ihren für mich nicht die erhoffte emotionale Tiefe hatte. Zwar ist es ein aufwühlendes Porträt eines Lebens, das von Arbeit und Entbehrung geprägt ist, aber der eher sachliche Schreibstil und die fehlende Spannung haben es mir schwer gemacht, wirklich mit der Geschichte und den Charakteren mitzufühlen.
55 reviews
June 20, 2025
Spannende Einblicke in ein historisches Ereignis, das in der Schweiz lange tot geschwiegen wurde! In der Schweiz gab es viele Verdingkinder und ihr ganzes Leben war wohl geprägt von dem Erlebten.
Viele Verdingkinder hatten somit neben den physischen Folgen ihrer Vergangenheit auch lebenslang mit psychischen Folgen, sowie der Angst bor Armut, dem Gefühl der minderwertigkeit und weiteren zu kämpfen. Der Autor gewährt uns in diesem Roman sowohl wie sich die Lebensweise von Martha eines ehemaligen Verdingkindes Gestaltet aber auch welche Folgen es auf ihre Kinder hat. Insbesondere durch den älteren Sohn sehen wir internationalisiert Ängste Glaubenssätze und gelernte Schwierigkeiten Emotionen zu zeigen. Diese generationenübergreifenden Einblicke waren sehr spannend, dennoch fiel es mir schwer Am Buch dran zu bleiben. Das Buch War wieder sehr spannend noch langweilig, aber es war immer ein bisschen Zwang mich wieder an das Buch zu machen. Dies lag wohl auch daran, Dass die Charaktere schwer greifbar waren auf der emotionalen Ebene.
alles in einem spannende Einblicke aber dennoch kein pageturner.
2,267 reviews12 followers
April 26, 2024
Zum Inhalt:
Martha hat es geschafft aus den ärmsten Verhältnissen zu bescheidenem Wohnstand zu kommen, Natürlich hat sie die Entbehrungen ihrer Kindheit nie vergessen, besonders die Zeit als "Verdingkind" bleibt in Erinnerung. Hier hat sie gelernt keine Schwäche zu zeigen, zu arbeiten ohne Unterlass, hart zu sich und den anderen zu sein. Das vermittelt sie auch ihren Söhnen, die es zu etwas bringen sollen. Erst ihre Enkel lehnen sich dagegen auf, um ein fr3eieres Leben zu leben.
Meine Meinung:
Mir war nicht bewusst, dass der Autor auch ein Stück seiner Familiengeschichte erzählt, das machte es im Nachgang beim Nachwort nochmal intensiver vom Empfinden. Es ist bewundernswert, wie Martha sich durchs Leben gekämpft hat, wobei sie im zweiten Teil nicht mehr so ein große Rolle im Buch spielt, da es dort dann doch mehr um die Kinder und Enkelkinder ging. Mir hat das Buch gut gefallen, denn der Autor bringt die Lebensverhältnisse und die Erwartungen der Protagonisten gut rüber. Der Schreibstil ist angenehm und liest sich sehr gut.
Fazit:
Hat mir gefallen
Profile Image for Kristina Stüber.
36 reviews1 follower
September 28, 2024
Amazing book !
Sad but inspiring part of Swiss History ,which tells us about the true life story of a women who was a „Verdingkind“. Verdingkind translates like „contract child“.

These were children in Switzerland who were removed from their families by the authorities (due to poverty, moral reasons (e.g. the mother being unmarried, very poor, of Yenish origin, neglect, etc.), and placed in foster families, often poor farmers who needed cheap labour. In the early 2000s, many of these children, by then adults, publicly stated that they had been severely mistreated by their foster families, suffering neglect, beatings and other physical and psychological abuse. The Verdingkinder scheme was common in Switzerland until the 1960s. (Wikipedia )
Profile Image for Bridgeelke.
45 reviews1 follower
September 27, 2024
Die Sache mit den Verdingkindern ist hier eher eine Randgeschichte - aber die hätte mich sehr interessiert, ich hatte so etwas wie Bereuters 'Schwabenkinder' erwartet. Mit der Familiengeschichte wurde ich nicht so richtig warm, Martha und 'die Ihren' waren mir nicht so sympathisch.
21 reviews
April 27, 2025
Das Buch ist sehr interessant und zeigt eine Familiengeschichte in der Schweiz. Das Tempo ist sehr rasant. Es zeigt das Leben in der Schweiz im Verlauf des 20. Jahrhundert und schneidet auch die weltpolitischen/historischen Themen an. Es ist vergnüglich zu lesen und gut erzählt, macht Spass.
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Profile Image for Nikolai Höfer.
10 reviews
August 3, 2024
Interessant zu erkennen, wie dieses harte Verhältnis zum Leben in ländlichen Gegenden der Schweiz auch heute immer noch zu spüren ist... Zumindest erlebe ich das immer wieder bei Begegnungen ...
1 review
August 6, 2025
erinnert mich an Prof. Dr. Joppkes Nebenbemerkung während einer Soziologievorlesung, dass die Familie das wahre Individuum sei. Hilft beim Nachsichtig sein.
Profile Image for schlapsii.
8 reviews
March 24, 2025
Martha verkörpert so viel! bin fasziniert von den bernerischen Beschreibungen
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