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Das Alphabet bis S

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Navid Kermanis großer, lang erwarteter neuer Roman - ein Fest der Literatur!

Eine Schriftstellerin auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs und zugleich am Tiefpunkt ihres Lebens: Die Ehe gescheitert, die Mutter gestorben, und plötzlich ist auch der Lebensentwurf als öffentliche Intellektuelle in Frage gestellt. Denn der sah vor, dass der Mann sich um Kind und Haushalt kümmert, während sie sich um das Elend der Welt sorgt. Virtuos verknüpft Navid Kermani die Grundfragen unserer Existenz, Geschlecht, Krieg und Vergänglichkeit, mit dem Alltäglichsten. So wie seine Heldin ist auch sein Buch ein Solitär: Roman und Journal, Essay und Meditation, ein Fest der Literatur. Etwas, das es so noch nicht zu lesen gab, weil es, wie alle großen Bücher, seine eigene Form erschafft.

592 pages, Hardcover

First published September 4, 2023

12 people are currently reading
114 people want to read

About the author

Navid Kermani

66 books134 followers
Navid Kermani, born 1967, lives as an Islamic scholar, journalist and writer in Cologne.

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Displaying 1 - 4 of 4 reviews
Profile Image for Frank.
594 reviews124 followers
February 9, 2025
Ein Buch, das man gerne mag, weil es entspannt. Entspannend ist dieser besondere Kermani- Ton, der Ruhe ausstrahlt und ein bisschen Weisheit, wenn über Religion, Kunst und Literatur sinniert wird - nebenbei auch über Tod und Eheleben. "Weisheit" ist das, weil der Zweifel nie ausgeräumt wird, sondern immer Motor für weiteres Nachdenken bleibt: Kann man die Menschen lieben, solange man noch seine Nächsten liebt? (Jesus habe das verneint!) Ergo: Kann man gute Bücher schreiben, solange man eine gute Ehefrau und Mutter und dann erst Autorin sein will? Und was passiert, wenn es umgekehrt wäre? Die Sicht des mit dem Christentum so Fremd- Vertrauten birgt manch überraschende Bibeldeutung, die immer auch Kulturphänomene in ein neues Licht stellt: Gott als "Leerstelle", die zu füllen die Sinnsuche antreibt. Das versteht man auch, wenn man in "Gott" nur eine Metapher sieht und ansonsten kein Autor ist.

Der "besondere Ton" entsteht wohl aus dem Kreisen um immer dieselben Überlegungen, die jedes Mal um wenige Nuancen bereichert werden. "Besonders" muss dieser Ton sein, weil auf der rein sachlichen Ebene für meinen Geschmack ein bisschen zu viel von Tod, Krankheit und Alter die Rede ist. Warum sonst bleibt man also dabei? Ein Jahr, in dem es um nichts anderes geht... Dennoch bemerkt man das zu Anfang gar nicht, auch, weil die Schilderungen des Lebens mit der buckligen Verwandtschaft in Teheran dem Ganzen ein bisschen Exotik verleiht. Gegen Ende werden Tod, Krankheit und Angst um Gott und die Welt allerdings doch ein wenig störend, relativiert nur durch anregend- kluge Gedanken z.B. zu Afghanistan. Da waren ein paar Überlegungen dabei, die ich so woanders noch nicht gefunden habe und die ich spannend fand.

Zu den Besonderheiten des "Tons" gehört auch die Art, in der über Literatur (und Kunst) nachgedacht und geschrieben wird. "Literatur" (Kunst) ist hier lebensnotwendig, wird befragt und die Antworten werden gegen das Leben abgewogen. Es ist dieses Verfahren, das mir zusagt, kenne ich es doch aus eigenem Erleben; anders geht es mir freilich mit den Büchern, aus denen zitiert wird: Meist haben mir die ausgewählten Stellen nichts gesagt. Aber das ist es eben, worum Kermanis Gedanken kreisen: Warum erreicht einen Literatur in einem bestimmten Augenblick, sagt einem ein Buch in einem bestimmten Moment etwas? Bei Kermanis Protagonistin, in der man wohl den ins Weibliche nur leicht verfremdeten Autor erkennen darf, wird alles durch die Brille der Trauer oder der Angst um den Sohn, auch die des Versuchs, das Scheitern der Ehe zu begreifen, in ein besonderes, individuelles Licht gerückt. Ich teile diese Erfahrungen nicht, vielleicht sagen mir die zitierten Passagen deshalb nichts. Aber noch der Umstand, dass sie mich nicht ansprechen, wird aufgehoben in dem vorgeführten Umgang mit Literatur, der solches "Scheitern" einschließt, weil er es letztlich erklärt.

Dennoch sind es diese beiden Positionen, etwas zu viel Melancholie und etwas zu viel Nadal und andere Autoren, die mich nicht erreicht haben, die - nebst der paar Längen zum Ende hin - den Gesamteindruck ein wenig trüben. Trotzdem: Ein tolles Buch für ein langes Wochenende, an dem sonst nichts passiert. Mithin ein etwas aus der Zeit gefallenes Lesevergnügen: Nicht spannend, nicht mitreißend, nicht schnell, sondern entschleunigend. Ein Buch, um sich darin zu verlieren. Schön. Wer's mag, dem winken wirklich entspannte Stunden bei einem Lesevergnügen der besonderen Art.
Profile Image for Estrelas.
943 reviews
June 2, 2024
„Der Vorsatz, jeden Tag einen Eindruck festzuhalten, selbst bei Krankheit, selbst wenn ich zu viel auf einmal oder während der Lesereise noch weniger erlebe als auf den hundert Metern zwischen Wohnung und Lesegruft - der Vorsatz zwingt dazu, den Laptop zu öffnen, weil sonst keine Gelegenheit mehr ist, obwohl ich lieber aus dem Fenster schauen würde, wo nach und nach die Landschaft meiner Kindheit in der Dämmerung verschwindet.“

Ein Jahr lang jeden Tag ein Tagebucheintrag, verbunden mit dem Vorsatz, sich dem Alphabet nach durchs Bücherregal zu lesen. Mir gefielen dabei besonders die Selbstreflexion der Figur und die Auseinandersetzung mit Literatur.
Profile Image for Werner.
92 reviews
February 25, 2024
Warum eigentlich nicht fünf Sterne? Wer das, wie ich, zu Ende liest, ist doch sowieso verloren. Der Versuch, eine Schriftstellerin als Erzählerin auftreten zu lassen, braucht eine lange Anlaufzeit, bis man sie annimmt, als Leser. Abhandlungen wie darüber, warum Dadada von Trio bahnbrechend war, lesen sich wie lahmes Feuilleton. Aber das wars auch schon mit Kritik. Kermani schreibt über Gott und die Welt bzw das Leben und den Tod und vieles dazwischen, und ich bin ihm gerne gefolgt und habe bewundert, wie er das hinkriegt, das so zu machen. Das ist natürlich auch eitel, viel zu gebildet, manchmal bieder, oft geschwätzig, auf jeden Fall auch spirituell, also ziemlich uferlos und vor allem toll. Ein kleiner Einblick darin, was es bedeutet, ein Mensch bzw. ein Kermani zu sein, dafür mein Beifall und meine Bewunderung.
Profile Image for Leon Erhorn.
17 reviews
May 14, 2024
Eine schöne Geschichte mit einer sehr neuen, mir bisher unbekannten Erzählperspektive. Leider sind die gezogenen Vergleiche und Andeutungen für mich als relativ junger Leser oftmals fremd. Daher kann ich (noch) nicht einschätzen, wie wertvoll dieses Buch wirklich sein kann.
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