Freiburg, 1957: Die junge Leni hat die Frauenfachschule abgeschlossen und soll ihren Verlobten heiraten. Er ist Anwalt und kann ihr eine gesicherte Zukunft bieten. Doch die Aussicht auf Bügeln, Bohnern und Kochen macht die lebenshungrige Frau nicht glücklich.
Als ihr Onkel im Schwarzwald nach kurzer, schwerer Krankheit stirbt, beschließt Leni, auf seinem Süßenbachhof zu bleiben. Sie will etwas mit ihren Händen schaffen, etwas, was bleibt, und die Holzwerkstatt ihres Onkels wiederbeleben. Lenis Familie ist entsetzt. Mit allen Mitteln versucht sie, Leni ihre Idee auszureden.
Doch sie bleibt im Schwarzwald. Endlich sieht sie eine Chance, sich und anderen zu beweisen, dass sie auf eigenen Beinen stehen kann. Denn die Sehnsucht, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, ist groß.
Mutig nimmt Leni den Kampf gegen alle Widrigkeiten auf. Ihr Kindheitsfreund Thomas steht ihr dabei zur Seite. Wird sie sich den Konventionen der Zeit widersetzen können und ihren Traum verwirklichen? Und wird sie vielleicht sogar die wahre Liebe finden?
Die Holzschnitzerei vom Süßenbachhof ist eine wunderbare Reise in den Schwarzwald der 50er-Jahre.
Bis sie sich irgendwann den Traum vom rosenumrankten Cottage am Meer erfüllt, lebt Kerstin Sonntag mit ihrem Mann und zwei fast erwachsenen Kindern in einem kleinen Ort an der Bergstraße. Hier entstehen die Ideen für ihre herzerwärmenden, gefühlvollen Geschichten, die vom Leben und der Liebe erzählen. Sie ist selbst begeisterte Leserin und hat eine Vorliebe für italienisches Essen. Wenn sie nicht gerade tippt, träumt sie sich ans Meer oder spielt auf der Ukulele.
Leider konnte ich persönlich mich nicht ganz so in die Liebesgeschichte einfühlen. Aber ich würde sagen, darauf lag auch nicht zwingend das Hauptaugenmerk dieses Buches. Warum ich dieses Buch trotzdem oder vor allem empfehlen kann, lest selbst:
Handlung:
Die Handlung ist einfach und gut zu verstehen, hat mich jedoch nicht sonderlich überrascht, war also alles in allem recht vorhersehbar, wenn man schon einige Romance-Bücher aus der Richtung gelesen hat. Ab dem letzten Drittel waren jedoch ein paar Innovationen dabei, die mir sehr gut gefallen haben.
Erzählweise:
Kerstin Sonntag hat einen schönen, leichten Schreibstil und baut hin und wieder kleine Details ein, jedoch nicht zu viele, sodass ein guter Erzählfluss zustande kommt und man das Buch ohne große Probleme lesen kann, auch wenn man gedanklich nicht mehr so wach ist.
Setting:
Das Buch spielt, wie der Klappentext bereits verrät, im wunderschönen Schwarzwald und ist deshalb schon ein absolutes Lesemuss für alle, die etwas für diese Gegend übrighaben. Durch gute Recherche und immer wieder eingepflegte Fakten gelingt es Kerstin Sonntag, den Leser direkt in die Zeit und die Gegend zu versetzen. Vor allem die Holzschnitzerei und das Leben auf dem kleinen Hof wird sehr lebendig und anschaulich dargestellt und erzeugt dadurch ein richtiges Wohlfühl-Gefühl.
Timeline:
Der Handlungsstrang verläuft stringent und klar. Noch ein Grund, warum das Buch auch gut zum Zwischendurch-Lesen geeignet ist. Jedoch gibt es zwischendurch schon kleine Zeitsprünge, damit auch eine Entwicklung über die Zeit beleuchtet werden kann, diese umfassen jedoch, wenn überhaupt, wenige Monate.
Charaktere:
Die Charaktere sind grundsätzlich gut gelungen, ich habe allerdings etwas gebraucht, bis ich mich in Leni einfühlen konnte, da eben ganz bestimmte Charaktereigenschaften hervorgehoben wurden, ebenso wie bei ihrem Kindheitsfreund Thomas, wodurch sie sich für mich teilweise etwas eindimensional anfühlten. Das hat sich jedoch rasch gelegt und ich konnte gut in die Geschichte und Lenis Gedanken und Gefühlsleben eintauchen.
Besonderheiten:
Mir hat vor allem das Setting und die kleinen, feinen, eingestreuten Fakten zum Holzschnitzen etc. gut gefallen, die gekonnt und doch nicht zu viel in die Geschichte eingestreut wurden. So hat man einfach so nebenbei etwas gelernt, auch wenn man von dem Thema vorher keine Ahnung hatte. Eine hohe Wichtigkeit besitzen natürlich auch die Themen Rolle der Frau und Emanzipation, die Kerstin Sonntag sehr schön beleuchtet hat und die für mich im Nachhinein auch den Reiz der Geschichte ausmacht. Das Herzklopfen kam mir etwas zu kurz, dafür wurde mir etwas zu wenig Zeit in der Handlung verwendet, als dass ich wirklich in die Beziehung einsteigen und die Entwicklung nachvollziehen konnte.
Alles in allem hat mir das Buch jedoch wirklich gut gefallen und ich kann es jedem, der gerne historische Romane, Emanzipationsromane oder etwas Romance mag sehr ans Herz legen!
*Meine Meinung* "Die Holzschnitzerei vom Süßenbachhof" von Kerstin Sonntag ist ein richtig guter Roman über eine junge Frau, die in den 50er Jahre ihren eigenen Weg geht und sich nicht nur auf putzen und kochen für ihren Ehemann festlegen will. Es ist mein erstes Buch der Autorin, aber bestimmt nicht mein Letztes. Mir gefällt ihr Schreibstil sehr gut, er ist leicht und locker, fesselnd und bildhaft. Kerstin Sonntag beschreibt die Lebensumstände einer Frau in den 50er Jahren sehr gut, einen guten Mann finden, heiraten, kochen, putzen, dem Mann ein schönes Leben bereiten. Doch Leni wählt ein anderes Leben für sich, was nicht bei allen auf Gegenliebe stößt. Ich liebe Geschichten über Frauen, die ihre Träume verwirklichen und ihr Leben selbst in die Hand nehmen.
Die Charaktere sind liebevoll gezeichnet, Leni hat mein Herz im Sturm erobert. Sie ist mutig und willensstark. Ihren Traum, die Holzschnitzerei ihres Onkels zu übernehmen, finde ich richtig gut und verfolge ihren weiteren Weg mit Spannung. Leider wird sie nicht von allen nicht verstanden, besonders ihre Mutter, Schwester und Verlobter lehnen ihren Wunsch nach Unabhängigkeit und Selbständigkeit ab. Sie brechen den Kontakt ab, worunter Leni sehr leidet. Die Autorin hat mir Lenis Ängste und Verzweiflung sehr nahe gebracht, aber auch ihre Hoffnungen und Wünsche konnte ich spüren. Dann ist da noch ihr Jugendfreund Thomas, er unterstützt sie in ihrer Selbständigkeit. Mir ist er gleich sympathisch, aber er trägt auch eine große Bürde mit sich. Und zu guter Letzt möchte ich noch Lenis Tante Elfriede erwähnen. Sie ist eine sehr empathische Frau, die immer ein offenes Ohr für ihre Mitmenschen hat. Und auch wenn sie offen ihre ehrliche Meinung kundtut, verurteilt sie ihren Gegenüber nicht.
Was mir auch richtig gut gefällt sind die wunderschönen Einblicke in die Holzschnitzerei.
*Fazit* "Die Holzschnitzerei vom Süßenbachhof" ist ein wunderbarer Roman über eine starke Frau, die in den 50er Jahren ihren eigenen Weg geht und sich einen Traum erfüllt. Ich liebe solche Geschichten. Kerstin Sonntag beschreibt gekonnt die Schwierigkeiten in dieser Zeit. Wer historische Romane liebt, in der eine toughe Frau ihren Weg geht, ist hier genau richtig. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne.
Mich hat hier das Cover und der Klappentext neugierig gemacht. Bedingt durch die 50er Jahre verspricht es eine etwas andere Liebesgeschichte zu werden. Die Autorin ist mir bekannt und ich habe schon einige Ihrer Bücher gelesen. Leni, nach Abschluss der Frauenfachschule, soll nun ihren Verlobten Hannes heiraten. Ein Jura-Student mit glänzenden Karriereaussichten und Vermögen. Ihre Zukunft ist gesichert, davon ist vor allem ihre Mutter sehr angetan. Leni allerdings weniger. Sie ist eine junge Frau mit einem gesunden Ego und anderen Vorstellungen. Ihrer Zeit voraus. Als sie zur Beerdigung ihres Onkels Peter in den Schwarzwald kommt übermannen sie diverse Glücksgefühle. Hatte sie dort in seiner Holzschnitzerei schöne Stunden verbracht. Hier auf dem Süßenbachhof wird ihr klar, was sie für ihre Zukunft möchte.
Vorab, habe das Buch verschlungen und in zwei Etappen gelesen. Das sagt ja schon alles. Meine Meinung ist hier neutral gehalten, möchte nicht -spoilern: Der Autorin ist es mehr als gut gelungen den Leser hier mit auf eine Reise in die Zeit der 50er Jahre zu entführen. Die Versorgung der Frau durch eine Heirat abgesichert zu sehen, seine eigenen Zukunftspläne hinten an zustellen, ja gar ganz aufzugeben, das kommt mir bekannt vor. Der Schreibstil flüssig und leicht zu lesen. Man ist vom ersten bis zum letzten Satz gefangen. Mir haben hier alle Charaktere sehr gut gefallen.Sie sind mal mehr oder weniger sympathisch klar, aber gerade dadurch ist es authentisch. Besonders gut gefallen hat mir hier aber das Gesamtergebnis, das Rund um Paket. Sehr gefühlvoll, stimmig und einfach harmonisch wird hier eine Liebesgeschichte zum Leben erweckt. Die Lebensfreude von Leni, spürbar und absolut emotional rüber gebracht. Musste schmunzeln und Tränen verdrücken.. einfach wunderbare Lesestunden. Hiervon bitte gerne mehr, hab Leni ins Herz geschlossen.
Fazit: Abtauchen in eine andere Zeit, gefühlvoll, authentisch. Klare Kauf- und Leseempfehlung von mir. Danke an die Kerstin Sonntag und dem beHEARTBEAT Verlag für dieses Rezensionsexemplar. Welches meine Meinung hier in keiner Weise beeinflusst hat.
**** Worum geht es? **** Ende der 50er Jahre in Freiburg im Breisgau, scheinbar glücklich verlobt entscheidet sich die Protagonistin gegen die Wünsche ihrer Familie und ihres Verlobten. Durch einen Todesfall wird dieser wieder bewusst, wie sie das Leben auf dem Land und mit dem Schnitzen von Figuren genossen hat. Kurzer Hand entschließt sie ihre Holzschnitzkunst zum Verkauf anzubieten. Doch ohne die Hilfe und stete Unterstützung ihres ehemaligen Kindheitsschwarm würde sie sich ganz schön einsam fühlen. Wird ihr der Schritt in die Eigenständigkeit gelingen?
**** Mein Eindruck **** Die Geschichte ist in einem sehr angenehmen Erzählstil gehalten. Ich war sofort in der Geschichte drin und konnte den einzelnen Charakteren ohne Probleme folgen. Die Protagonistin war mir sofort sympathisch und aufgrund der Kürze des Buches gefiel es mir besonders gut, dass die Geschichte schnell ihre Wendung nahm und damit dynamisch wurde. Ich habe mit der Protagonistin mitgefühlt und mich an ihrem Fortschritt erfreuen können. Die Entwicklung der Emotionen sind, wie für einen historischen Roman üblich, subtiler gewesen, aber so schön zwischen die Zeilen gepackt, dass ich dennoch die ganze Zeit etwas kribbelig war. Mit dem Ende fühlte ich mich rund um wohl und habe vor allem die Details über die Holzschnitzkunst durch das gesamte Bucht hin genossen.
**** Empfehlung? **** Eine Geschichte die sanft ermutigt, seine Träume wahr werden zu lassen und darauf zu vertrauen, dass sich manches auch einfach fügen darf. Eine klare Leseempfehlung mit Notiz: es wird in den Dialogen viel schwäbisch benutzt, passend zu der Zeit und dem Schauplatz, wer damit nicht klarkommt, wird hier eventuell nicht glücklich.
Meine Meinung: Ich bin ein großer Fan historischer Romane und war sehr gespannt auf den ersten historischen Roman von Kerstin Sonntag. Was soll ich sagen? Sie hat mich überrascht und überzeugt. Vom ersten Kapitel an war ich an Lenis Seite und habe ihren Mut und ihr Durchsetzungsvermögen bewundert. In den 50ern als Frau einen Betrieb leiten? Undenkbar. Und doch kämpft Leni um ihren Traum vom selbstbestimmten Leben. Steine bekommt sie genug in den Weg gelegt, sowohl von ihrer Familie als auch ihrem Verlobten, aber auch die Dorfbewohner stehen ihr erst skeptisch gegenüber. Eine große Hilfe und immer an ihrer Seite ist ihr Jugendfreund Thomas. Doch Thomas kämpft mit einer schweren Schuld aus der Vergangenheit.
Kerstin Sonntag hat mich mit ihrem flüssigen Schreibstil einfach wieder mitgerissen. Die Einschränkungen, mit denen Frauen in den 50ern zu kämpfen hatten, hat sie sehr gut ausgearbeitet. Auch die Nebencharaktere sind stimmig und sehr sympathisch (halt, nicht jeder, aber mehr verrate ich nicht...).
Das Setting rund um den Süßenbachhof hat mir sehr gefallen, auch die Einblicke in die Holzschnitzerei.
Bitte mehr davon, liebe Kerstin Sonntag. Von mir gibt es 5 von 5 Sterne.