In Russland geboren und aufgewachsen, hat er die Kultur des Landes über Jahrzehnte selbst gelebt. Immer wieder stellt er sich die gleiche Wohin mit diesem neuen Russland? Was tun mit dem größten Land des Kontinents, das sich in den letzten dreißig Jahren mehr verändert hat, als manches Land in den letzten dreihundert? Vladimir Esipov blickt auf die letzten 30 Jahre der Geschichte seiner Heimat und erklärt manche Verhaltensmuster, die das westliche Publikum ratlos machen. Mit seinem Insider-Wissen analysiert er die russische Gesellschaft in einem Versuch, dem europäischen Publikum ein Land und seine Leute doch noch zu erklären, dessen Führung einen Kreuzzug nicht gegen die Ukraine, sondern gegen den ganzen westlichen Lebensstil begann.
Endlich verstehen, wie Russland funktioniertDer ehemalige Chefredakteur des GEO Magazins in Russland erklärt seine HeimatZur Präsidentenwahl 2024: Wie hat sich Russland in den letzten drei Jahrzehnten seit dem Fall der Sowjetunion entwickelt?
Ich würde dieses Buch jedem empfehlen, der die Entwicklung in Russland seit 1990 verstehen möchte. Ich habe durch dieses Buch mehr über Russland gelernt als durch die mediale Berichterstattung der letzten 3 Jahre!
Lange nichts mehr hier geschrieben, aber das ist eine Rezension wert:
Ob dieses Buch lesenswert ist, hängt sicher von der persönlichen Vorbildung ab. Für die breite Masse von Leser:innen, welche sich bislang kaum oder nur über den regulären Tagesjournalismus mit der (jüngeren) russischen Geschichte auseinandergesetzt haben (was völlig okay ist, einem aber nicht diese außergewöhnliche Perspektive bieten kann), stellt es aber meiner Meinung nach eine echte Bereicherung da. Sicher hängt das mit der faszinierenden Biografie des Autoren, der, selbst in einer keineswegs regierungskritisch gesinnten Familie aufgewachsen und als Journalist sowie Auslandsstudent erst später mit Westeuropa in Kontakt gekommen, ein sehr lebensnahes Bild der russischen Gesellschaft zeichnet, dabei aber zugleich enorm reflektiert, pointiert und intelligent schreibt. So treten Unterschiede in der soziopolitischen Logik unterschiedlicher Nationen deutlich ans Tageslicht Der (von der Spätphase der SU bis zur Transformation des Russischen Überfalls auf die Ukraine hin zu einem vollständigen Angriffskrieg) chronologische, exemplarische Stil des Werkes, welcher stets das Augenmerk auf einige Kernthesen legt stellt eine große Verständlichkeit her, ohne an Details zu sparen oder Sachverhalte zu stark zu simplifizieren (etwa spart Esipov endgültige politische Bewertungen oder zu kurz gegriffen Handlungsvorschläge bewusst aus). Eine Warnung nur, bevor ihr beginnt zu lesen: Der Text ist zwar trotz des Themes ziemlich angenehm, und mit Freude les- und nachvollziehbar, verzichtet aber auf eine Zusammenfassung der vertretenen Argumentationen und Analysen, sodass ich dringend empfehle, diese durch eigene Notizen im Sinne des nachhaltigen Lernens stichwortartig anzufertigen. Ansonsten viel Spaß mit einem Werk, das sicher nicht perfekt und vollständig und doch herausragend lehrreich für mich gewesen ist.
Dieses Buch ist die Darstellung eines professionellen Journalisten über die Entwicklung Russlands seit dem Zerfall der Sowjetunion. Weder bietet es tiefgehende Analysen noch Einsichten, die über Feuilletonistisches hinausgingen. Dennoch ein guter Überblick über die Entwicklungen, die zum aktuellen Zustand Russland geführt haben. Das Lektorat ist leider äußerst schlampig durchgeführt. Da gibt es Wiederholungen ganzer Sätze, Wiederholungen von gleichlautenden Passagen in verschiedenen Kapiteln, Tempusfehler auf fast jeder Seite, idiomatische Ausdrücke, die wörtlich aus dem Russischen zu stammen scheinen, und ähnliche Stolpersteine wider den Lesefluß. Mag der Autor auch Journalist sein und kein Dichter - mit dieser nachlässigen Bearbeitung wurde ihm wohl Unrecht getan.