Claudia Hendl ist nicht unbedingt glücklich und noch weniger fantasiebegabt – bis eines Tages eine alte, egozentrische Dame in ihr Wirtshaus kommt. Ihr Name ist Johanna Fialla, und nachdem sie Vertrauen zu Claudia gefasst hat, eröffnet sie, Johanna, sei in Wahrheit die Enkeltochter von Kronprinz Rudolf. Der habe sich nämlich gar nicht erschossen, sondern sei nur untergetaucht und habe unter falschem Namen eine neue Familie gegründet, dessen Sprössling Johannas Vater gewesen sei. Nach und nach erzählt Johanna ihre Lebensgeschichte, und Claudia, die niemals schriftstellerische Ambitionen gehabt hat, beginnt sie aufzuschreiben. Dabei erfährt sie vielleicht nicht unbedingt historische Fakten – aber sie erkennt, dass ein bisschen Fantasie das Leben erst lebenswert macht. Irene Diwiaks Roman sprüht vor Witz, Biss und Originalität. Mit liebevoller Ironie und immerwährendem Augenzwinkern schenkt sie ihrer Protagonistin einen letzten großen Auftritt, der es in sich hat.
Was für ein außergewöhnlicher Roman....tiefsinnig, skurril und....Wirklich humorvoll!
Eine gute Priese österreichischer Schmäh bringt die Story mit....und eine ordentliche Portion Geschichte.
Frau Fialla ist überzeugt, die Enkelin des berühmten Kronprinzen Rudolfs zu sein.....und damit die letzte, legitime Kaiserin von Österreich. Sie erzählt ihre phantastische Geschichte der Wirtshaustocher Claudia.....
Ich habs wirklich gern gelesen, auch wenn es nicht das spannendste Buch der Welt war. Es ist halt einfach voll angenehm geflutscht. Und es war eine nette Studie über das Wien/Österreich des 20.JH
Da ich selbst sehr interessiert an den Habsburgern und ihrer Geschichte bin, fand ich die historischen Fakten sehr spannend. Und da ich auch einfach solche Verschwörungstheorien, wie sie hier behandelt werden, immer gerne lese, war ich sehr gut unterhalten. Vor allem fand ich gut gemacht, dass man an Leser*in selbst ständig verunsichert ist, ob Johannas Geschichte denn nun stimmt oder nicht.
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Wie so viele Tragödien mit prominenter Beteiligung eignen sich solche wie die von Kronprinz Rudolf perfekt, um Verschwörungstheorien in die Welt zu bringen. Die österreichische Autorin Irene Diwiak hat sich der Theorie angenommen, dass Kronprinz Rudolf in der Nacht von Mayerling nicht gestorben ist, sondern im Gegenteil ein Leben fernab der monarchischen Zwänge gewählt und munter Nachkommen gezeugt hat. Daraus entspinnt sich eine spannende, manchmal bissig-humorvolle und auch berührende Lebensgeschichte um die fiktive Enkelin Johanna Fialla.
Johanna Fialla ist ein Original. Mit einem ganz eigenen Ton, durchwirkt von österreichischen Wörtern und Redewendungen (für die es netterweise ein Glossar im Anhang gibt) erzählt sie Claudia Hendl, die im Wirtshaus ihrer Eltern arbeitet, ihre unglaubliche Geschichte. Mich hatte die ältere Dame schon nach wenigen Seiten für sich gewonnen. Ganz gebannt bin ich über die Seiten geflogen, wollte schnell erfahren, wie es dazu gekommen ist, dass sie ihren Angaben nach die „allerletzte Kaiserin“ ist. Dabei gibt sie sich ganz kaiserlich, spart nicht mit direkten Worten, ist dann aber auch wieder herzlich und einnehmend. Claudia ist zunächst eingeschüchtert, lebt dann aber immer mehr auf, bis sie sich in einer entscheidenden Situation behaupten kann und am Ende beinahe selbst gekrönt aus der Geschichte hervorgeht.
Irene Diwiak verwebt historische Fakten mit fiktiven Ereignissen, schreibt leicht und amüsant, auch über schwere Themen wie die Nachkriegszeit oder die Rolle der Frau im 20. Jahrhundert. Auch wenn Fiallas Leben nicht ohne Entbehrungen und Ungerechtigkeiten auskommt, bleibt am Ende dennoch ein warmes Gefühl. Eine sehr gute Mischung, die mich den Roman sehr gern hat lesen lassen.
"Die allerletzte Kaiserin" beinhaltet zwei Geschichten. Claudia ist von Johanna Fiallas fantastischer Lebensgeschichte so angetan, dass sie ein Buch darüber schreiben will – eben das vorliegende. Die chronologische Lebensgeschichte der „Kaiserin“ wird dabei ab und zu von Anmerkungen der fiktiven Autorin Claudia unterbrochen, die mehr zu sich und zu Begebenheiten abseits der eigentlichen Geschichte erzählt. Hier ist der Ton anders als im „restlichen“ Roman, sie sind ja quasi auch nur Notizen zu der „richtigen“ Geschichte. Dennoch erfahren wir hier auch mehr über Claudia, so dass "Die allerletzte Kaiserin" nicht nur das Buch über Johanna Fialla, sondern auch über Claudia Hendl ist. Ein gelungener Kniff seitens der realen Autorin Irene Diwiak, der dazu führt, dass das Buch einen regelrechten Sog entwickelt.
Fazit: "Die allerletzte Kaiserin" ist ein origineller Roman, der historische Fakten mit einer fiktiven Geschichte verknüpft. Irene Diwiaks Ton ist leicht und amüsant, teils bissig und auch berührend. Eine tolle Geschichte, nicht nur für Fans der österreichischen Monarchie.
So liebeswuerdig, wie diese Charaktere gestaltet sind und in ihrer Einfachheit dargestellt werden. Einfach nett zu lesen, ohne mit dem erhobenen Zeigefinger moralisierend.
DAS WIRD EIN SOMMERHIGHLIGHT DES JAHRES Ein Muss für alle, die gerne neue, junge, frische, österreichische Autoren mit leichter, aber nicht platter Sprache und Stil lesen!
UND NEIN - NIEMALS WÜRD ICH KINDLE LESEN NEEEEEEEEVER SUPPORT AMAZON!!!
Claudia Hendl ist unglücklich, hat wenig Selbstbewusstsein und verbringt ihre Zeit fast ausschließlich in dem Wirtshaus ihrer Eltern, in dem sie als Kellnerin arbeitet. Als die ältere Dame Johanna Fialla das erste Mal in dem Lokal erscheint, ändert sich das Leben von Claudia augenblicklich. Fialla will die Enkelin des Kronprinzen Rudolf sein, der sich entgegen medialer Behauptungen nicht selbst getötet hat, sondern untergetaucht sein soll und unter anderer Identität eine neue Familie gründete, Johanna Fiallas Familie. Diese erzählt Claudia ihre spannende Lebensgeschichte und in ihr wächst der Wunsch, diesen Stoff für schriftstellerischen Zwecke zu nutzen. Nicht alles was Claudia erfährt, lässt sich auf einen historischen Hintergrund zurückführen und doch ist sie überzeugt, dass ein bisschen Fantasie das Leben erst lebenswert macht.
Es gibt Wohlfühlbücher, die mich sofort mit ihrem Setting, den Figuren und der Geschichte selbst begeistern können, die nie enden sollten und für die es eine Form des Abschieds braucht. So ein Buch war »Die allerletzte Kaiserin« für mich. Den ersten Roman von Irene Diwiak - »Liebwies« (2017, Diogenes) - habe ich damals auch sehr gerne gelesen und war überrascht, dass ich nun bereits ihr vierter Buch in Händen hielt. Schon das Motiv auf dem Cover ist sehr schmuckvoll und ästhetisch gestaltet und gibt einen Einblick in die Handlung des Buches. Die Protagonistin Claudia wuchs mir sehr schnell ans Herz, ebenso wie der eigentliche Star der Geschichte: Johanna Fialla. Die alte Dame besitzt einen scharfen Beobachtungssinn, ist nicht auf den Mund gefallen und hat großes Talent für einnehmende Erzählungen. Ihre Liebenswürdigkeit begleitet die Leser:innen durch das gesamte Buch.
Irene Diwiak spickt die Geschichte mit vielen gut recherchierten historischen Fakten und verbindet diese mit fantastischer Fiktion. Erzählt wird die Handlung aus den wechselnden Perspektiven von Claudia und Johanna, die Kapitel haben eine angenehme Länge, sodass sich das Buch flüssig lesen lässt. Die zunächst unglaubwürdig anmutenden Aussagen der Johanna führen im weiteren Verlauf dazu, dass Claudia, die ein recht eintöniges Leben führt, darüber nachdenkt, die wahrlich brisante Lebensgeschichte der Johanna Fialla aufzuschreiben. Ermutigt durch ihre Freundin, die im Verlagswesen tätig ist und der Begeisterung der Erzählerin selbst, beginnt sie mit dem Verfassen des Textes. Johanna Fialla berichtet von ihrer Kindheit, dem Kennenlernen ihrer Eltern und dem Fortgang iher Mutter. Sie berichtet vom zweiten Weltkrieg und ihrer anfangs gut situierten Familie und den unschönen Folgen für sie persönlich danach.
Interessant fand ich die Behauptungen Fiallas, der Kronprinz Rudolf sei ihr Großvater gewesen, sodass sie die Urenkelin der Kaiserin Elisabeth und des Kaisers Franz Joseph gewesen sein muss. Ich begeistere mich überhaupt nicht für royale Themen im Allgemeinen, im Rahmen eines fiktionalen Romans hingegen, gefiel mir das sehr. Die Zusammenhänge, von denen Johanna erzählt, ihre schwierigen Beziehungen zu zwei Männern und den Verlauf ihres Lebens habe ich mit großer Spannung verfolgt. Mir gefiel die Umsetzung von Fiktion und Fakten sehr gut, zudem mochte ich die schrägen Charaktere im Buch. Die beiden Frauen wirken äußerst sympathisch und nahbar. Claudia hadert mit ihrem Selbstwert, während Johanna dazu im Gegensatz mit ihrem nicht hinter dem Berg hält, was sehr erfrischend zu lesen ist.
Ich habe mich in dem historischen Setting verloren, konnte mir vieles bildlich vorstellen und bekannte Ereignisse wurden in Erinnerung gerufen. Diwiak geizt nicht mit emotionalen Momenten, die zu Tränen rühren und schafft eine mitreißende Lebensgeschichte, bei der es am Ende nicht mehr drauf ankommt, wieviel Wahrheitsgehalt diese mit sich bringt. Fabelhafte Atmosphäre und interessantes Setting kombiniert mit einer tragischen Geschichte, die mit einer großen Prise Humor veredelt wird. Ich konnte keine Kritikpunkte finden und gebe eine große Empfehlung für diesen hinreißenden und märchenhaft-anmutenden Roman.
Zauberhafte Geschichte um eine glücklose junge Frau, die sich selbst sucht und in der Lebensgeschichte einer alterndem Dame eine Zuflucht findet. Großartig geschrieben, mit ganz viel Witz, Charme und Raffinesse.
"Die allerletzte Kaiserin" von Irene Diwiak ist ein humorvoller und origineller Roman, der historische Fakten mit fiktiven Elementen verwebt. Im Mittelpunkt steht die Begegnung zwischen Claudia Hendl, einer wenig fantasiebegabten Wirtstochter, und Johanna Fialla, einer exzentrischen alten Dame, die behauptet, die Enkelin von Kronprinz Rudolf zu sein. Johanna erzählt Claudia ihre Lebensgeschichte, die von überraschenden Wendungen und skurrilen Begebenheiten geprägt ist. Claudia beginnt, diese Erzählungen aufzuschreiben, was ihr eigenes Leben nachhaltig beeinflusst.
Das Buch war schnell gelesen, ich hab mich gut unterhalten gefühlt.
Diwiak gelingt es meisterhaft, historische Begebenheiten mit einer fiktiven Erzählung zu kombinieren. Der Roman besticht durch Witz und Ironie, mit der er die österreichische Geschichte und Gesellschaft beleuchtet.
"Die allerletzte Kaiserin" ist nicht nur eine unterhaltsame Lektüre, sondern regt auch zum Nachdenken über Identität und die Macht der Fantasie an. Ein empfehlenswertes Buch für alle, die Freude an intelligentem Humor und geschichtlichen Anspielungen haben.
‘Die allerletzte Kaiserin’ by Irene Diwiak is a humorous and original novel that interweaves historical facts with fictional elements. It centres on the encounter between Claudia Hendl, a landlord's daughter, and Johanna Fialla, an eccentric old lady who claims to be the granddaughter of Crown Prince Rudolf. Johanna tells Claudia her life story, which is characterised by surprising twists and turns and bizarre incidents. Claudia begins to write down these stories, which has a lasting effect on her own life.
The book was a quick read and I was thoroughly entertained.
Diwiak succeeds masterfully in combining historical events with a fictional narrative. The novel captivates with the humour and irony with which it sheds light on Austrian history and society.
‘Die allerletzte Kaiserin’ is not only an entertaining read, but also makes you think about identity and the power of the imagination. A highly recommended book for anyone who enjoys intelligent humour and historical allusions.
Claudia Hendl ist nicht unbedingt glücklich und noch weniger fantasiebegabt – bis eines Tages eine alte, egozentrische Dame in ihr Wirtshaus kommt. Ihr Name ist Johanna Fialla, und nachdem sie Vertrauen zu Claudia gefasst hat, eröffnet sie Unglaubliches: Sie, Johanna, sei in Wahrheit die Enkeltochter von Kronprinz Rudolf. Der habe sich nämlich gar nicht erschossen, sondern sei nur untergetaucht und habe unter falschem Namen eine neue Familie gegründet, dessen Sprössling Johannas Vater gewesen sei. Nach und nach erzählt Johanna ihre Lebensgeschichte, und Claudia, die niemals schriftstellerische Ambitionen gehabt hat, beginnt sie aufzuschreiben. Dabei erfährt sie vielleicht nicht unbedingt historische Fakten – aber sie erkennt, dass ein bisschen Fantasie das Leben erst lebenswert macht.
Irene Diwiaks Roman sprüht vor Witz, Biss und Originalität. Mit liebevoller Ironie und immerwährendem Augenzwinkern schenkt sie ihrer Protagonistin einen letzten großen Auftritt, der es in sich hat.“
Nach dem lustvollen beenden dieses Buches von Irene Diwiak kann ich nur klar sagen „Was wäre denn wenn?“. Diwiak hat mit einer wundervollen, humoristischen aber auch nachdenklichen Art eine Geschichte erzählt, die nachhallt. Was wäre denn wenn sie wirklich so geschehen wäre? Was wenn es bei vielen bekannten „Verstorbenen“ so sich zugetragen hätte? Es hätte sich so vieles verändert! Man glaubt es kaum! Johannas Geschichte ist zumindest erstmal komplett verrückt aber unsere Autorin bringt uns nicht an den Rand des Wahnsinns sondern eben in weitreichendere Gefilde. Eben die Frage „Was wäre denn wenn?“ ist allgegenwärtig. Unsere Autorin vermag mit feiner Sprache, wirklich dem passenden Biss sowie auch Ironie eine Geschichte zu erzählen, die einnimmt, der man gerne folgt und die einen gelungenen Aufbau inne hat. Was ist Fantasie und was Realität? Unsere zweite Protagonistin Claudia erfährt jedenfalls jede Menge fürs Leben selbst und sieht mehr als man zu Beginn erahnen vermag. Das Buch ist eine wirklich lesenswerte Lektüre mit feiner Note. Diwiak weiß genau den richtigen Ton zu treffen ohne dabei lächerlich zu wirken oder gar als Klamauk abgestempelt zu werden. Das ist echte Kunst und diese verdient klare 5 Sterne mit Leseempfehlung von mir!