Ein Toter in Rumänien und ein ermordeter Bauer in Brandenburg – noch ahnt Anwalt Vernau nicht, worauf er sich bei der Verteidigung des jungen Lucian Sandu einlässt, der in die Ereignisse verwickelt zu sein scheint. Der Saisonarbeiter hat gestanden, seinen Chef brutal ermordet zu haben, doch es gibt Widersprüche, und bald ist Vernau sicher, dass Lucian mit seinem Geständnis jemanden schützen will. Auf den ersten Blick sind Verrat, Gier und Hass das Motiv. Aber als Vernau auf dem Hof die geheimnisvolle Rumänin Tina kennenlernt, ist er sich sicher, dass es auch um die Liebe geht. Und um ein furchtbares Geheimnis, das alle vernichten wird, sollte es jemals gelüftet werden. Auch ihn selbst ...
Elisabeth Herrmann ist eine der aufregendsten Stimmen unserer Zeit. Lebendig, abgründig, atmosphärisch – ihr Stil begeistert Krimileser seit der Veröffentlichung von Das Kindermädchen. (In der Verfilmung für das ZDF wird Jan Josef Liefers in der Hauptrolle zu sehen sein.) Mit Zeugin der Toten legt Elisabeth Herrmann nun einen Spannungsroman vor, der eine ganz ungewöhnliche Heldin vorstellt. Die Autorin lebt mit ihrer Tochter in Berlin.
Direkt am Anfang fand ich den Stil, in dem Joachim Vernau erzählt, ein bisschen schwierig. Er wirkt oberflächlich und scheint nichts ernst zu nehmen, das passt nicht immer zu dem, was passiert. Dieses Mal war es anders, denn mit dieser Art hat er bei Gesprächen den Finger direkt in die Wunde gelegt: bei der alten Frau in dem kleinen Dorf, die in wenigen Sätzen jedes Vorurteil Saisonarbeitern gegenüber packt. Oder auf dem Hof, wo er mit wenigen Bemerkungen der Familie gegenüber alles offenlegt, was im Argen liegt.
Die Situation in der Familie ist schwierig. Der Vater war ein Tyrann, der den Sohn vertrieben und die Mutter Stück für Stück an den Hof gebunden hat. Die Tochter folgt diesem Muster und hat einen Mann geheiratet, der sie ähnlich behandelt. Der Schwiegersohn wollte nie die Frau, sondern nur den Hof und will seine Schwiegermutter vom Hof vertreiben.
Hinter dem Mord am Bauern steckt mehr als nur ein Streit zwischen Chef und Arbeiter. Joachim Vernau ist sich sicher, dass der junge Arbeiter den Mord nicht begangen hat. Warum hat er ihn trotzdem gestanden? Die Suche nach der Antwort führt in bis nach Rumänien, in die Heimat des vermeintlichen Täters.
Elisabeth Herrmann hat viel in den Krimi gepackt, aber es war zu keiner Zeit zu viel. Im Gegenteil: die vielen kleinen Fäden haben sich zu einem kompakten Handlungsstrang verbunden. Für mich ist es der bis jetzt beste Teil der Reihe.
Ein Toter in Rumänien und ein ermordeter Bauer in Brandenburg, noch ahnt Anwalt Vernau nicht, worauf er sich bei der Verteidigung des jungen Lucian Sandu einlässt, der in die Ereignisse verwickelt zu sein scheint. Der Saisonarbeiter hat gestanden, seinen Chef brutal ermordet zu haben, doch es gibt Widersprüche, und bald ist Vernau sicher, dass Lucian mit seinem Geständnis jemanden schützen will. Auf den ersten Blick sind Verrat, Gier und Hass das Motiv. Aber als Vernau auf dem Hof die geheimnisvolle Rumänin Tina kennenlernt, ist er sich sicher, dass es auch um die Liebe geht. Und um ein furchtbares Geheimnis, das alle vernichten wird, sollte es jemals gelüftet werden. Auch ihn selbst …
„Blutanger“ ist der 8. Band der Joachim Vernau Reihe von Elisabeth Herrmann. Wie schon die Vorgänger hat mich auch dieser Krimi wieder begeistert.
Es beginnt mit einem Prolog. Ein Mann hat Albträume. Er träumt immer wieder, dass ein Toter erst die Hand aus dem Grab streckt und dann seinen Körper aufrichtet. Dann springt die Geschichte im Prolog 1 Jahr nach vorne. Ein Reisebus hat sein Ziel in Timişoara in Rumänien erreicht. Die Insassen sind meist Saisonarbeiter die in Deutschland auf Bauernhöfen gearbeitet haben. Als der Busfahrer noch einmal durch den Bus geht, findet er einen Fahrgast tot auf. Jetzt kann die Geschichte beginnen.
Auf einem Bauernhof in Brandenburg wurde der Bauer ermordet. Festgenommen wird der Saisonarbeiter Lucian Sandu. Rechtsanwalt Joachim Vernau glaubt nicht an Lucians Schuld. Doch der hat die Tat gestanden. Vernau versucht herauszufinden, wen Lucian schützen will. Dabei kommen fürchterliche Verhältnisse auf dem Hof zutage. Als Vernau die Saisonarbeiterin Tina auf dem Hof kennenlernt, spielen seine Gefühle verrückt. Es ist für Joachim Vernau ein Fall der ihm sehr nahe geht. Er begibt sich auf Spurensuche. Dabei nutzt er alle möglichen Quellen.
Es hat nicht nur etwas mit der Verfilmung zu tun, dass ich beim Lesen sehr schnell Bilder im Kopf hatte. Das liegt vor allem am Schreibstil von Elisabeth Herrmann. Sie beschreibt die Handlungsorte und die Charaktere sehr anschaulich. Joachim Vernau gefällt mir sehr gut. Er ist immer ein bisschen chaotisch und legt die Gesetzte immer so aus, wie es ihm gerade passt. Auch seine Kollegin Marie-Luise finde ich einen liebenswerten Charakter. Die Charaktere auf dem Hof in Brandenburg haben es in sich. Der ermordete Bauer muss ein wahrer Tyrann gewesen sein. Der Jungbauer, Ehemann der Tochter ist um keinen Deut besser. Er misshandelt seine Frau physisch wie psychisch, dass es schlimm ist das mitanzusehen. Wie es so ist, findet die Frau immer wieder Entschuldigungen und sucht die Schuld bei sich.
Die Lage der Fremdarbeiter ist eine Katastrophe. Auf engem Raum mit nur wenigen Dixiklos und einer kaum funktionierende Dusche. Das zu lesen hat mich sehr berührt und nachdenklich gemacht. Wir sollten uns alle mehr Gedanken darüber machen, wer dafür sorgt, dass wir immer frische Nahrung auf dem Tisch haben.
Elisabeth Herrmann versteht es einfach ihre LeserInnen zu fesseln, Spannung aufzubauen und über das gesamte Buch aufrecht zu halten.
Egal was man von der Autorin liest, Krimis, Jugendbücher oder Romane mit historischem Hintergrund, es ist immer ein Highlight.
Ich freue mich schon jetzt auf das nächste Buch von Elisabeth Herrmann. Wird es wieder ein Vernau sein?
Ein Toter auf einem Bauernhof in der Nähe von Berlin. Ein rumänischer Saisonarbeiter unter Verdacht und festgenommen. Dazu auch noch ein Geständnis des mutmaßlichen Täters. Doch Frigga Lage von der Gewerkschaft für freie Arbeiter, glaubt nicht, dass Lucian Suga das gemacht haben soll. Und auch als der Anwalt Joachim Vernau mit dem Angeklagten spricht, glaubt er nicht, dass dieser das wirklich getan haben soll. Und so übernimmt er den Fall. Zumal er selber den ersten Streit auf dem Bauernhof mitbekommen hatte, als er dort mit jemandem zusammen Spargel kaufen wollte.
Viel Ermittlungsarbeit oder so, kommt in diesem Roman nicht vor und trotzdem bin ich nur so durch die Seiten geflogen, denn Elisabeth Hermann hat hier wirklich die Thematik sehr gut umgesetzt. Auch die einzelnen Charaktere waren sehr gut umschrieben und deren Erlebnisse und Schicksale hat sie wunderbar eingebaut in die Story. Und jeder Charakter hat seinen eigenen Charme, was mir auch sehr gut gefallen hat.
Ein Kriminalroman, der mir wirklich sehr gut gefallen hat und einige Themen aufgenommen hat, die aktuell immer noch zu finden sind - leider. Und auch wenn dies schon der 8. Fall für Vernau war, konnte man das unabhängig von den anderen lesen. Denn der Fall ist in sich abgeschlossen.