Am 1. November 2004 veröffentlichten Bernhard Hennen und James Sullivan mit »Die Elfen« einen Roman, der die geheimnisvollsten Wesen der Fantastik in einem völlig neuen Licht Diese Elfen sind düsterer und gefährlicher, zugleich aber auch faszinierender als man sie je zuvor gesehen hat. Der 1. November 2004 ist gleichzeitig auch der Beginn einer unglaublichen Erfolgsgeschichte. Bernhard Hennen erschuf im Lauf der Jahre einen gewaltigen Elfenkosmos, der inzwischen vier Romanzyklen und zahlreiche Kurzgeschichten umfasst und der Generationen von Fantasy-Fans begeistert. »Die Elfen« ist aus dem Kanon der deutschsprachigen Fantastik-Literatur nicht mehr wegzudenken. Anlässlich des zwanzigjährigen »Elfen«-Jubiläums stellen Bernhard Hennen und James Sullivan eine umfangreiche Sammlung mit allen Stories zu den »Elfen« zusammen. Zwei brandneue Geschichten und das Vorwort der beiden Autoren, machen »Elfenmond« zu einem Muss für jeden Fantasy-Fan.
Bernhard Hennen, 1966 in Krefeld geboren, ist ausgebildeter Germanist, Archäologe und Historiker. Sein Studium absolvierte er an der Universität Köln.
Schon während des Studiums arbeitete er als Journalist für verschiedene Zeitungen und Radiosender.
1994 verfasste er gemeinsam mit Wolfgang Hohlbein seinen ersten Roman (DAS JAHR DES GREIFEN), der im selben Jahr als bester deutscher Fantasyroman prämiert wurde.
Zurzeit liegen von Bernhard Hennen ca. 25 historische und phantastische Romane, sowie eine Reihe von Kurzgeschichten vor. Mit dem historischen Roman „Die Könige der ersten Nacht“ veröffentlichte er 1999 sein erstes Hardcover, dem in den beiden folgenden Jahren noch zwei weitere folgten. „Die Könige der ersten Nacht“ wurde durch ein Stipendium der Sparkassenstiftung zur Förderung rheinischen Kulturguts unterstützt.
Neben seiner schriftstellerischen Arbeit entwickelte Bernhard Hennen die Storyline für ein Computerspiel und verfasste verschiedene preisgekrönte Abenteuermodule für Fantasy-Rollenspiele unter dem Label „Das Schwarze Auge“.
Bernhard Hennen ist verheiratet, hat eine Tochter und einen Sohn und lebt seit Ende 2000 in seiner Geburtsstadt Krefeld.
Einige neue und spannende Geschichten. Vor allem das Nachwort von James Sullivan ist mir in Erinnerung geblieben, der beschreibt wie es war, als junger Schwarzer Autor mit "Die Elfen" zu debütieren und darauf eingeht, warum sein Name damals nicht auf dem Cover stand.
Es gibt Bücher, bei denen man schon nach dem ersten Satz weiß: Hier bin ich richtig. Elfenmond ist so ein Buch – für Leser, die in den frühen 2000ern mit feuchten Händen die Seiten von Die Elfen umblätterten und nun, ein paar Jahrzehnte später, feststellen, dass sich literarische Heimkehr verdammt gut anfühlen kann. Dieses Werk ist kein Roman im klassischen Sinne, sondern ein Sammelband, eine Kurzgeschichtenkollektion, ein Streifzug durch vertrautes Terrain – und eben genau deshalb ein Schatz. Ein sentimentaler, gelegentlich holpriger Schatz, aber ein Schatz.
Bernhard Hennen hat sich mit diesem Buch ein Geschenk gemacht – und seinen Lesern gleich mit. Die sechs Geschichten aus seiner Feder sind nicht nur handwerklich sauber erzählt, sondern besitzen jene stille Würde, die seine Elfenwelt von jeher auszeichnet. Es wird ergänzt, vertieft, ausgeleuchtet. Figuren, die bislang eher in der Peripherie glänzten, treten in den Fokus. Man wird belohnt, wenn man sich noch an die Geschwister Emerelle und Meliander erinnert – oder zumindest bereit ist, sich auf deren verästelte Lebenswege erneut einzulassen. Besonders „Askalel“ sei genannt – nicht, weil es revolutionär wäre, sondern weil es ein Paradebeispiel dafür ist, wie man mythologische Tiefe erzeugt, ohne ins Triviale abzurutschen.
All das wäre wunderbar, wenn da nicht die zwei Geschichten von James A. Sullivan wären. Nun ist es ja so, dass Sullivan als Ko-Autor des Urknalls der Reihe durchaus einen Platz in dieser Welt verdient hat – das Problem ist nur: seine Beiträge fühlen sich an, als hätte jemand ein ambitioniertes Fan-Fiction-Forum durchkämmt und das sprachlich versierteste Exemplar herausgegriffen. Sie wollen dazugehören, aber sie tun es nicht. Die Magie ist fremd, der Ton zu modern, der Duktus zu rational. Die Geschichten wirken wie Gäste auf einer Familienfeier, die sich Mühe geben, dazugehören zu wollen, aber deren Anekdoten niemand so recht einordnen kann. Es ist ein Stilbruch, der auffällt – nicht weil Sullivan schlecht schreibt, sondern weil er eine andere Sprache spricht. Eine, die nicht aus Albenmark stammt.
Dass eine der Geschichten fehlt, die in den Neuauflagen enthalten war, ist ein ärgerliches Detail, das vermutlich einem pragmatischen Verlagsentscheid zum Opfer gefallen ist. Und dass das Buch an manchen Stellen die Haptik eines Fehldrucks mitbringt – Furchen im Papier, schwankende Qualität – ist ein Makel, der einem solch liebevoll konzipierten Werk nicht würdig ist. Doch das sind Petitessen im Vergleich zur Wirkung, die dieses Buch entfaltet: Es ist ein Rückblick, ein nostalgisches Nicken in Richtung der eigenen Lesevergangenheit. Wer je von Emerelle träumte, sich durch Albenmark träumte oder sich wünschte, die Welt der Elfen würde nie ganz verstummen, findet hier eine Antwort. Vielleicht keine endgültige, aber eine, die sich sehen lassen kann.
Elfenmond ist kein Meisterwerk, aber es ist ein notwendiges Buch – notwendig für eine Leserschaft, die das Gefühl liebt, dass auch Fantasy altern darf, ohne den Zauber zu verlieren. Wer sich mit diesem Band in die Welt von damals begibt, wird merken: Die Farben sind blasser geworden, ja – aber sie leuchten immer noch. Und das, meine Damen und Herren, ist nicht wenig.