Eine wahre Geschichte über große Menschlichkeit in dunklen Zeiten
Abgeschottet in einem kleinen italienischen Dorf wartet der elfjährige Nathan auf eine Gelegenheit, das von den Nationalsozialisten verheerte Europa in Richtung Palästina zu verlassen. In der Villa Emma findet er zwischen den anderen jüdischen Kindern, denen die Flucht in den Süden gelungen ist, nicht nur Schutz, sondern etwas, das verloren schien: ein Stück Kindheit. Auf einem geborgten Klavier wird gemeinsam musiziert, Don Arrigo, der örtliche Pfarrer, hält seine schützende Hand über die kleine Gemeinschaft. Doch die Gefahr rückt näher, und Don Arrigo bekommt den Tipp, dass die Faschisten dem Treiben im Dorf auf die Schliche gekommen sind. Ein tollkühner Plan soll die Kinder retten, deren Überleben in den Händen der Gemeinde liegt.
Die Geschichte war mir bekannt, denn ich hatte seinerzeit das Fernsehdrama gesehen. Das Buch ist eine Huldigung an die Gemeinde, die im wahrsten Sinne des Wortes etwa die vierzig Jungen adoptiert hatte, die in Europa herumirrten, um den Nazis zu entkommen und der es gelang, diese in die Schweiz zu bringen, wo sie endlich in Sicherheit waren. Es handelt sich hier nicht um ein herkömmliches Buch über die Judenverfolgung, es ist eine Hommage an den Mut im Alltag des ganzen Dorfes.
Fazit:
Villa Emma, einen Ort, den es wirklich gab, ist ein Licht in einem der dunkelsten Zeiten der Shoah. Mit kurzen Sätzen erzählt der Autor die Flucht in die Freiheit des Protagonisten Natan. Das ist ein großartiges Buch und ich kann es wärmstens empfehlen!
Die Geschichte ist schnell erzählt - sie handelt von der Flucht von 40 jüdischen Kindern aus Deutschland, die in der Villa Emma im italienischen Dorf Nonantola unterkommen, um von dort aus weiter is nach Israel zureisen. Und sie ist doch nicht schnell erzählt - der Protagonist Nathan, eine fiktive Figur, erzählt die Geschichte. Es es anrührend, manchmal ein bisschen kurz und unemtotional, doch das mag an der gesamten Situation der Kinder liegen. Wie soll man im Alter zwischen 6 Jahren und 19 Jahren das auch alles einordnen können? Kinder von den Eltern getrennt, allein nur mit den Helfern, die lange Flucht durch unwirtliche Gegenden und immer mit einer Angst im Nacken, doch erwischt zu werden, da bleibt vieles auf der Strecke. Der Autor beschreibt die Situationen und die Gefühle doch aber auch sehr nachvollziehbar. Manches bleibt ein wenig an der Oberfläche, zum Beispiel, was mit den Eltern der Kinder wurde. Schön fand ich am Ende des Buches die Liste mit den Namen der Kinder und Helfer, und auch dass zumindest ein bisschen erzählt wurde, was aus einigen später wurde. Das Buch ist keine leichte Kost, aber sollte gelesen werden.