Eitur er önnur bókin í glæpasagnaflokknum um tvíeykið Dóru og Rado, harðsoðinn hörkukrimmi sem fjallar á raunsannan hátt um myrkar hliðar Reykjavíkur samtímans. Fyrsta bókin, Brotin, fékk afar jákvæðar viðtökur gagnrýnenda og mun koma út í Þýskalandi á næsta ári. Einnig eru í bígerð sjónvarpsþættir byggðir á sögunni.
Tökur á erlendum sjónvarpsþáttum standa sem hæst í kvikmyndaverinu í Gufunesi þegar illa farið lík finnst innan í leikmyndinni. Hinn látni reynist vera sambýlismaður lögregluforingjans Elliða, sem setur málið umsvifalaust í hendur þeim sem hann treystir Utangarðslöggunum og ólíkindatólunum Dóru og Rado.
Brátt verður ljóst að málið tengist nýjum og banvænum fentanýl-töflum sem bráðliggur á að uppræta. Dóra og Rado leggja því upp í skuggalegt ferðalag um undirheima Reykjavíkur þar sem ópíóðar hafa gerbreytt landslaginu á síðustu árum. En sjálf hafa þau sína djöfla að Dóra heyr baráttu við verkjalyfjafíkn og Rado á bágt með að hrista fortíðina af sér.
Jon Atli Jonasson has won the Icelandic drama prize (Griman) numerous times, as well as the Icelandic Film Prize for best script. His plays have been performed worldwide. He’s written several films, most notably The Deep, based on his own play, shortlisted for The 85th Academy Awards for best foreign feature 2015 and been nominated for The Nordic Film Prize on three occasions. He has written two novels, a short story compilation and a novella. He co-wrote the first season of the TV series Arctic Circle (Ivalo) in 2017 which was produced by Yellow film in Finland, Bavaria Films in Germany and distributed by Lagardère Studios France. He has various crime series projects in different stages of development with Warner Brothers TV in Germany, Turbine Studios in the U.K and La Belle Facon in France.
Die isländische Polizistin Dora hat nach einer schweren Kopfverletzung im Einsatz zusätzlich zu ihren andauernden Beschwerden eine Schmerzmittelabhängigkeit entwickelt, die sie in einer 12-Schritte-Gruppe der Anonymen Alkoholiker zu therapieren versucht. Obwohl sie sichtlich nicht dienstfähig ist, hat ihr früherer Streifenpartner Elliði sie bisher gedeckt und möglichst mit Büroarbeiten beschäftigt. Doras Kollege Radovan/Rado aus dem ersten Band, Sohn serbischer Einwanderer, ist inzwischen in einer neu aufgestellten Einsatzgruppe der Drogenfahndung tätig. Als am Filmset der Studios in Reykjavik ein Rettungssanitäter in einem verschließbaren Abteil einer Raumschiff-Kulisse tot aufgefunden wird und parallel dazu ein LKW-Fahrer tödlich verunglückt, kreuzen sich Doras und Radovans Wege erneut. Die Ermittlungen bewegen sich auf dünnem Eis, weil einerseits der Tote am Filmset sich als Lebenspartner von Elliði herausstellt, andererseits ein Zusammenhang der Todesfälle mit einer in Island neuen Kombi-Droge aus Fentanyl mit einem Medikament aus der Tierheilkunde vermutet wird. Dora ist kaum noch in der Lage, kritisch zu hinterfragen, ob sie sich als Klientin einer Therapiegruppe Drogensüchtiger nicht aus Fällen des Drogendezernats herauszuhalten hätte.
Sehr ausführlich werden Ereignisse des ersten Bandes referiert, die Rados schwierige Position innerhalb der Polizeibehörde in Erinnerung rufen, der damals mit Ewa aus einer polnisch-stämmigen kriminellen Familie verheiratet war und inzwischen allein erziehender Vater des kleinen Jurek aus dieser Beziehung ist. Im Laufe der Ermittlungen wird es immer unwahrscheinlicher, dass Doras Dienstunfähigkeit weiter gedeckt werden kann. Rado realisiert, dass die isländische Polizei, die bisher öffentlich selten bewaffnet aufgetreten ist, im Kampf gegen Drogen- und Betäubungsmittel-Kriminalität andere Saiten aufziehen muss und sich nicht mehr darauf verlassen kann, Kriminelle selbstbewusst als „große, kräftige Kerle“ zu beeindrucken.
Im zweiten Band der sozialkritischen Nordic-Noir-Serie Jon Atli Jónassons steht Island als Schauplatz einer „Oxycontin-Krise“ im Mittelpunkt, das aus der Sicht der Ermittler und betroffener Medikamentenabhängiger verfolgt werden kann. Wie bereits im ersten Band erlangen Jónassons Leser:innen durch einen Blick auf einen Tatort gegenüber den Ermittlern einen Informationsvorsprung. Da sich der Rückblick auf Doras und Rados Vorgeschichte hinzieht, bleibt für klassische Ermittlertätigkeiten auf nur 250 Seiten wenig Raum. Die Auflösung beschränkt sich größtenteils auf martialische Actionszenen. Rados Loyalitätskonflikt, Doras gesundheitliche Probleme und die aktuelle Situation Islands als Einwanderungsland fügen sich zu einem sozialkritischen Nordic-Noir, der mir etwas zu kurz und zu oberflächlich ausfiel.
Þetta var ekki gott. Tilfinningin var eins og það hafi vantað þriðjung í bókina. Flæðið hikstandi og framvindan furðuleg. Virkaði á mig eins ig CSI:Miami þáttur.
Mjög pirrandi þegar bók endar à byrjun à næstu bók ! Vel skrifuð saga en það mætti setja meira púður í glæpina og minna í líf lögreglunnar. Vissulega smekksatriði en ég vil nú samt fà næstu bók strax í gær. Spennuna vantar svo sannarlega ekki hjà Jóni Atla.
Klappentext: Auf einem Lavafeld vor Reykjavík ergießt sich literweise Blut aus einem Lkw auf die Landstraße. Und in einem Filmstudio wird eine schrecklich zugerichtete Leiche gefunden. Chefkommissar Elliði legt den Fall in die Hände der beiden, denen er am meisten vertraut: Dora und Rado. Doch sie haben mit ihren eigenen Dämonen zu tun. Dora kämpft mit ihrer Schmerzmittelsucht, Rado mit seiner Vergangenheit. Während sich ein tödliches Gift im Land verbreitet, begeben sich Dora und Rado auf eine gefährliche Suche.
„Gift“ ist der 2. Band, der isländischen Krimireihe „Dora-und-Rado“ von Jón Atli Jónasson.
Die beiden Ermittler sind ungewöhnlich und gefallen mir gut. Dora nimmt alles intensiver wahr als andere, was in ihrem Beruf ein großer Vorteil ist. Bei einem Einsatz trug Dora eine Hirnverletzung davon. Jetzt lebt Dora mit Schmerzen und tut sich mit anderen Menschen schwer. Ihre Kollegen finden sie seltsam und ignorieren sie weitgehendst.
Rado ist der Sohn serbischer Einwanderer. Er hat sich im Polizeidienst hochgearbeitet wie kaum sonst ein Polizist mit Migrationshintergrund. Seine familiären Verbindungen bringen ihn manchmal in Schwierigkeiten. Rado ist Leiter der Abteilung Rauschgift und bekommt es hier mit einem schwierigen Fall zu tun.
Dora und Rado sind ein spannendes Ermittlerduo. Beide haben mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen.
Die Geschichte hat verschiedene Handlungsstränge. Es wird die Leiche eines jungen Sanitäters auf einem Filmgelände entdeckt. Die Leiche wurde übel zugerichtet. Ein LKW zieht eine rote Spur hinter sich her, später liegt er umgekippt an der Straße. Aus Kanistern, die der LKW geladen hat, fließt dieselbe rote Flüssigkeit. Dora kommt zur Unfallstelle, den Fahrer des LKWs findet sie tot neben dem LKW. Bei diesen beiden Fällen treffen sich die Ermittler Rado und Dore wieder. Der Tote auf dem Filmgelände ist der Partner von Elliði, dem ehemaligen Chef der Ermittler. Die rote Flüssigkeit aus dem verunfallten LKW stellt sich als neue Droge dar.
Jón Atli Jónasson lässt die Geschichte ruhig anfangen. Die Leser*innen bekommen genug Zeit, sich wieder mit den Charakteren vertraut zu machen. Dann zieht das Tempo allerdings an und die Spannung steigt. Als Leser*in verfolgt man praktisch zwei verschiedenen Ermittlungen. Dora und Rado, die so unterschiedlich sind, ergänzen sich gut bei der Arbeit. Für alle, die den 1. Band nicht gelesen habe, gibt es immer wieder einmal einen Hinweis auf das Vorgehen der Ermittler und auf ihre Vorgeschichte.
Jón Atli Jónasson lässt aktuelle Themen wie Medikamentenmissbrauch, Drogenabhängigkeit und organisiertes Verbrechen in die Geschichte einfließen. Themen, die wohl auch die Isländer beschäftigen.
Der Schreibstil des Autors ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Er beschreibt seine Charaktere und auch die Handlungsorte sehr gut.
Auch den 2. Band „Gift“ habe ich schon wie den 1. Band „Schmerz“ mit Begeisterung gelesen. Ich hoffe sehr auf einen 3. Band.
Nordic Noir vom Feinsten – so habe ich von SCHMERZ, dem ersten Fall für Dora und Rado, geschwärmt. Und nun ist es GIFT, das ich gerade zur Seite gelegt habe. Auch dieser zweite Fall für die beiden Ermittler bei der Kriminalpolizei Reykjavik hat es in sich.
Dora wurde bei einem früheren Einsatz angeschossen, seitdem funktioniert ihr Gehirn anders als zuvor. Sie spürt intensiver, ein stechender Schmerz in ihrem Kopf, hinter dem Glasauge, verschwindet nie ganz. Sie kämpft mit Bewusstseinsstörungen, hat surreale Wachträume… um von den Schmerzmitteln loszukommen, holt sie sich Hilfe. Seit zwei Monaten ist sie wieder im Dienst, hat aber keine besonders stressigen Fälle. Was sich bald ändern wird.
Rado ist zur Rauschgiftabteilung gewechselt, er leitet sein Team, das großteils selbständig arbeitet, was für ihn gut passt, da er sich das Sorgerecht für seinen Sohn Jurek mit seiner Ex-Frau teilt.
Joel, ein junger Sanitäter, findet in einer Raumkapsel, die als Kulisse auf dem Filmgelände steht, ein wenig Privatsphäre. Ein Fehler, wie sich bald darauf herausstellt, denn er ist eingeschlossen. Seine Leiche wird entdeckt, furchtbar zugerichtet. An anderer Stelle ist es ein umgekippter LKW am Straßenrand, der eine lange, rote Spur hinter sich hergezogen hat. Aus Kanistern, teilweise explodiert, fließt ebenfalls diese rote Flüssigkeit, der Fahrer liegt tot daneben. Dora ist an der Unfallstelle, sie sieht eine Motorradstreife, beide Polizisten scheinen eineiige Zwillinge zu sein. Später dann ist sich Dora nicht mehr sicher, sie wirklich gesehen zu haben.
Elliði, Dora und Rados ehemaliger Chef, hat eine persönliche Verbindung zu einem dieser Fälle. Er ist zu nah dran, also schließen sich Dora und Rado zusammen. Es gibt weitere Todesfälle, ihre Ermittlungen führen sie tief hinein in den Drogenhandel, in den Drogensumpf, in den Missbrauch von Betäubungsmitteln. Bei den Opfern wurde ein Stoff gefunden, der selbst in kleinen Dosen tödlich ist.
Jón Atli Jónasson hat ein etwas anderes Ermittlerduo erschaffen. Sie sind vielschichtige, sehr individuelle Persönlichkeiten, sie haben es mit hochkriminellen Machenschaften zu tun, bei denen nicht lange gefackelt wird. Die Story um ein tödliches, sich weit verbreitendes Gift ist mitreißend erzählt, die immer mal wieder durchschimmernden privaten Momente passen sich perfekt dem Geschehen an.
GIFT steht dem Vorgängerband in nichts nach, es ist hart, rau und düster, es ist brutal und voller Gewalt. Jón Atli Jónassons Reihe um das Ermittlerduo Dora und Rado hat Suchtpotenzial - spannend und düster bis zum Ende. Und nun hoffe ich sehr, dass die Reihe weitergeht, ich wäre sofort wieder dabei.
Der Einstieg fiel mir trotz des guten Schreibstils von Jón Atli Jónasson nicht leicht. Der Autor nahm hier wieder viel Bezug zum ersten Band. Zusätzlich wurde auch das Leben von Rados Bruder bearbeitet, was dazu führte, dass die Storyline anfangs etwas überfrachtet wirkte. Doch sobald ich die Zusammenhänge verstand, folgte ich Dora und Rado gespannt durch ihre Ermittlungen. Beide Ermittler sind sehr ungewöhnliche Charaktere, die ihre Ecken und Kanten haben.
Der Spannungsbogen war klug, durchdacht und vom Autor gut angelegt. Er zeichnet ein düsteres und schonungsloses Bild der Geschichte. Ab und an allerdings wurde es etwas sehr wild; da hätte ich mir ein bisschen weniger Seitenstränge gewünscht.
Außerdem hätte es mir besser gefallen, wenn der Kriminalfall an sich mehr Raum in diesem Buch bekommen hätte, da das Privatleben von Dora und Rado schon einen sehr großen Raum einnahm. Dies kann ich zwar für die Dramaturgie der Storyline verstehen, nur hätte ich mir da auch manchmal mehr Zug im Storytelling gewünscht.
Im Großen und Ganzen konnte mich „Gift“ überzeugen, auch wenn das Buch es mir nicht immer leicht gemacht hat. Doch dank des Cliffhangers hoffe ich, dass es bald einen dritten Band geben wird.
Ich kann euch diesen düsteren und dramatischen Island-Krimi mit 4 von 5 Sternen weiterempfehlen, wenn ihr auf harte Krimikost steht.