Aiden Grel ist tot – das zumindest scheint jeder in Alderport nach seinem mysteriösen Verschwinden zu denken. Doch nur wenige wissen, was vor einigen Monaten im Tempel des letzten Richters wirklich geschehen ist.
Während Violet West versucht, ihr Leben nach den Ereignissen jener Nacht fortzuführen, verschreibt sie sich einem neuen Ziel: Alderport ein für alle Mal vom Fluch zu befreien. Bald muss sie allerdings feststellen, dass sie dabei ausgerechnet die Hilfe von der Person braucht, von der sie sich eigentlich geschworen hat, sie nie wiederzusehen …
Das musste sich die damals 10-jährige Evelyne über ihre erste Geschichte anhören. Zum Glück wusste sie schon damals, dass das ein Haufen Hundekacke war. Und schrieb unbeirrt weiter.
Fast zwanzig Jahre und mindestens genau so viele Veröffentlichungen später ist Evelyne nach wie vor der Phantastik verfallen, und das mit genauso viel Leidenschaft wie damals. Dabei tobt sie sich gerne innerhalb des Genres aus und hat von Urban Fantasy über High Fantasy, Märchenadaptionen und Dystopien Bücher für fast jeden Geschmack geschrieben. Dabei darf es auch gerne mal bunt und queer sein. Eben wie im echten Leben auch.
Band 1 hat schon ein wenig fies geendet, dafür konnte ich dann Band 2 aber immerhin recht zügig lesen. Und er gefiel mir wirklich gut. Ich gebe zu, vom Plot gefiel mir der große Einbruch aus Band 1 einfach mehr, aber all die durch Violet angetriebenen Entdeckungen, die mit den anderen Figuren doch mehr zusammenhängen als gedacht, lassen alle Fäden endlich zusammenlaufen und machen es nochmal wirklich spannend. Generell mochte ich die Kombi aus all den Figuren sehr, sie wachsen einem einfach ans Herz. Doch vor allem angetan hat es mir das Ende. Es war einfach echt, realistisch und passend. Ja, es mag nicht so "alles wird doch so wie die Protas es sich wünschen" sein, aber es ist einfach stimmig und das ist schön, denn es lässt mich die Reihe durchaus mit einem guten Gefühl, ein wenig Wehmut und einem Lächeln auf den Lippen abschließen.
Dieses Buch hat mich ein bisschen zerstört, aber nur ein bisschen und ich habe die Autorin auch nur einmal offen verflucht. Aber gerade deswegen ist dies ein mehr als würdiges Finale der Reihe und bitte ein gutes Sprungbrett für weitere Geschichten. Mein Ernst ich brauche mehr aus dieser Welt! Und von diesen Figuren! Noch kann und will ich mich nicht von ihnen lösen. Wir haben es hier mit einem absolut chaotischen und liebenswürdigen (und manchmal auch ohrfeigenwürdigen) Haufen zu tun, dessen Geschichte ich sehr gerne gefolgt bin. In diesem Band haben es alle Figuren nochmal mit so einigen Hürden zutun und deren Charakterentwicklungen nehmen nochmal so richtig Fahrt auf. Gerade die Entwicklung von Dina mit ihrer anderen Seite und wie sie diese zu akzeptieren und auszubalancieren lernt, fand ich sehr stark. Generell mag ich Dina sehr und wie sie offensichtlich hoffnungslos verknallt sie in Violet ist. Das war sehr unterhaltsam, auch wenn ich die beiden gerne in einen Raum eingesperrt hätte, hehe. ‼️Spoiler‼️ Gleiches gilt für Caleb und Erma! Die beiden sind sooooo süß zusammen und soooo blind für einander. Außerdem war ein wahres Highlight die (für Caleb widerwillige) Bromance zwischen Caleb und Moe. Das ist pures Comedy Gold. Allerdings ist deren ungleiche Freundschaft auch einfach schön mit anzusehen. ‼️Spoiler ende‼️ Was sich bei diesem Band für mich ebenfalls verfestig hat, ist Moe als mein absoluter Liebling. Dieser Kerl ist ganz große Liebe und es ist super schön, dass wir hier noch mehr aus seiner Vergangenheit erfahren. Wirklich, der Typ hat einiges hinter sich und ich würde ihm die Welt zu Füße legen. Also ja, ich könnte nur weiter über dieses Buch schwärmen und ganz viel Liebe verteilen. Wahrlich ein passendes Ende für diese Geschichte, die die Geschichte vervollständigt, aber noch Platz zum Träumen und hoffen auf mehr Stoff aus der Welt bereit hält. Ich kann euch die Reihe nur empfehlen.
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Dieses düstere und atmosphärische Cover finde ich einfach wieder superpassend. Der Schreibstil von Evelyne gefällt mir wie gewohnt wieder total gut, dieser ist total angenehm zu lesen, sodass ich quasi durchs Buch geflogen bin. Die Geschichte ist wieder total spannend, vor allem nach dem ersten Drittel waren Lesepausen für mich sehr schwierig.
Die Autorin schafft es richtig gut, gesellschaftliche Probleme aus der Zeit darzustellen, ohne diese zu sehr in den Mittelpunkt zu setzen. Auch vergibt diese Geschichte tolle Botschaften, welche perfekt in die Story eingebaut sind. Die Atmosphäre in dem düsteren viktorianischen Setting und der einzelnen Situationen bringt die Autorin perfekt rüber.
Aufgrund der Umstände ist die Stimmung in der Gruppe teilweise sehr angespannt, es gibt Differenzen, die nicht zu ignorieren sind. Ob sie es schaffen, diese für ein höheres Ziel zu überwinden?
Die Protagonisten haben wir bereits im ersten Band gut kennenlernen und verstehen können, dies wir hier noch mal ordentlich intensiver. Einige der Figuren konnten mich noch mal richtig doll überraschen. Alle fünf haben eine Vergangenheit, welche vermutlich nicht unterschiedlicher sein könnte und alle fünf konnten mich berühren. Die großartigen Figuren, welche mit ihrer Unperfektheit und Authentizität glänzen, sind hier wieder mal etwas ganz Besonderes. Was mir auch sehr gut gefallen hat, waren diese ganz besonderen Götter, von denen hätte ich gern noch ein wenig mehr gelesen.
Evelyne Aschwanden konnte mich mit dem Finale durch und durch überzeugen. Ich kann euch diese düste und sehr emotionale sowie packende Dilogie nur sehr empfehlen.💖 Ich danke Evelyne Aschwanden von Herzen für das Rezensionsexemplar
Wieder ein m.M.n. gut gelungenes Buch. Es ist spannend und fesselt einen aus dem Alltag heraus in das Königreich von Priodan. Allen voran liebe ich das Charakterdesign. Die Charaktere sind sehr schön gestaltet und haben interessante Backstorys, die sie zu dem machen, was sie im Laufe der Geschichte sind. Viele der Charaktere sind morally grey, was mir ebenso gefällt. Den Plot finde ich tatsächlich sogar einen Ticken besser gestaltet als im ersten Teil. Es ist zwar kein Kriterium, aber ich möchte nicht vergessen, dass das Buch queer(friendly) ist, was für mich einen weiteren Pluspunkt darstellt (zumal es einffach da ist und es nicht zum Thema gemacht wird).
Allerdings wünsche ich mir eine Triggerwarnung für Emetophobiker (falls diese nicht im Print dann steht), da sich ziemlich oft übergeben wird, was mich öfter getriggert hat.
Neutral zu betrachten, sind die Flüchtigkeitsfehler hier und da (die bis zum Print vermutlich ausradiert werden) und diesmal auch der Schreibstil. Die idyllische Beschreibung der Szenerie von "Wie die Sterne über uns" ist hier etwas in den Hintergrund gerückt (was verständlich ist, da Alderport Plot-driven ist). Deswegen ist das nicht als negativ zu konnotieren, sondern für mich als neutral, denn sonst finde ich den Schreibfluss sehr angenehm.
Wer auf (teilweise wholesome) Diebesgeschichten (mit ein bisschen Gore) steht, findet in der Dilogie definitiv ein gutes Buch!
Ich habe ein kostenloses Vorab-Exemplar im ebook-Format von der Autorin erhalten. Dies beeinflusst nicht meine Meinung.
Auch Band 2 der Diebe war wieder ein großartiges Buch. Während Band 1 noch einleitend war, konnten alle Charaktere in diesem Buch über sich selbst hinauswachsen und über sich und ihr Team so einiges lernen, unter anderem, was es heißt zu verzeihen und eine Familie zu sein. Ich habe alle Charaktere noch lieber gewonnen als zuvor, insbesondere Violet hat es mir jedoch angetan (was wohl niemanden überrascht). Am liebsten würde ich ihnen noch weitere Bücher folgen (gut, dass das halbwegs offene Ende Hoffnung auf Fortsetzungen macht). Der Plot war diesen Band weniger klar strukturiert, es gab viele Schlenker, da nun mal nicht immer (oder jemals) alles nach Plan läuft. Besonders gefiel mir hier, wie die meisten Charaktere ihre Ziele anpassen mussten und wie das Buch geendet hat: nicht zur Zufriedenheit aller, aber dennoch mit einem klaren Gewinn. Dennoch fand ich den Großteil des Plots sehr vorhersehbar, inklusive der Anpassung der Ziele.
Insgesamt waren die große Stärken dieses Buches also die Charakterentwicklung und die Entwicklung der Beziehungen zwischen den einzelnen Charakteren, welche Evelyne Aschwanden wieder einmal großartig dargestellt hat.
Nachdem ganz Alderport Aiden Grel für tot hält, hat sich Violet ein neues Ziel gesetzt: sie möchte die Stadt endlich von dem Fluch befreien, der diese seit Jahrzehnten heimsucht. Dieser sorgt dafür, dass sich die Menschen auf grausame Art und Weise in Ombra verwandeln - blutrünstige Bestien, die nachts Jagd auf ihre ehemaligen Mitbürger machen. Bald muss sie jedoch feststellen, dass sie ausgerechnet die Person um Hilfe bitten muss, die sie sich geschworen hat, nie wiederzusehen.
Das Mysterium rund um die Ombra hat mir bereits im Vorgänger sehr gut gefallen und hier wird nachvollziehbar geklärt, was es damit genau auf sich hat.
Wir erfahren ebenfalls mehr über die Vergangenheit einzelner Charaktere, was ich überaus spannend fand. Jeder von ihnen ist herrlich divers, etwas besonderes und jede einzelne Hintergrundgeschichte sehr interessant. Dementsprechend gibt es also auch zahlreiche Perspektivenwechsel, was ich immer mag.
Es geht um Freundschaft und Zusammenhalt, Vertrauen und Verrat, Wagemut und irrwitzige Pläne, Intrigen und den Kampf für Gerechtigkeit. Es wird wieder temporeich, aufregend, dramatisch und emotional. Ein gelungener Abschluss der Fantasy-Dilogie um Aiden, Violet, Erma, Caleb und Moe - schade, dass ihre Geschichte schon zu Ende ist.
Es gibt einen neuen Heist, neue und alte Probleme und Bösewichte, mit denen man nicht gerechnet hat. Die Charaktere sind mir unfassbar ans Herz gewachsen - schon im ersten Teil mochte ich die gerne, vor allem Erma. 🥹 Jetzt haben die aber einen richtig festen Platz in meinem Herz, auch Moe ist mir immer sympathischer geworden. Ich finde die Story und das Setting so interessant! Heist-Geschichten liebe ich eh, wenn die noch mit einem found family trope verbunden sind, bin ich sofort begeistert. 😁 „Die Diebe von Alderport“ ist ein Pageturner, neben der Spannung kommen die Charaktere und deren Background-Geschichten nicht zu kurz. Ich kann die Dilogie allen empfehlen, die ein spannendes Buch lesen wollen und vielleicht Bücher wie „Six of Crows“ mochten. Toll finde ich auch, dass es so viele queere Charaktere gibt. 🥰 Ich hoffe sehr, dass es noch einen dritten Teil geben wird, ich will die Charaktere und die Welt noch nicht loslassen. 🥹