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Mutter ohne Kind: Das Tabu Fehlgeburt und was sich ändern muss

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Jede dritte Schwangerschaft endet in einer Fehlgeburt – und niemand spricht darüber

Eva Lindner ist in der sechzehnten Woche schwanger, als sie ihr Kind verliert, vollkommen unvorbereitet. Ihre Geschichte findet sich tausendfach in Deutschland. Schätzungsweise jede dritte schwangere Frau erlebt eine Fehlgeburt. Trotzdem wird darüber kaum gesprochen. Stattdessen befeuern Mythen über die Ursachen von Fehlgeburten die Schuldgefühle und das Leiden der Frauen. Was muss sich ändern? Die Journalistin Eva Lindner hat mit Expert*innen und Betroffenen geredet und zeigt, wie wichtig es für uns alle ist, dass wir einen

Weg aus dem Schweigen finden.

Eine Fehlgeburt ist die häufigste Schwangerschaftskomplikation. Statistisch gesehen kennt jede Person mindestens eine Frau, die während der Schwangerschaft eine Fehlgeburt erlebt hat – oder noch erleben wird. Warum kommt den meisten Betroffenen ihr Verlust dennoch wie ein katastrophaler Einzelfall vor? Die Journalistin Eva Lindner gibt Weil wir nicht darüber sprechen. Fehlgeburten zählen zu den letzten Tabus in unserer Gesellschaft. Die Folge sind eine dürftige Studienlage, kaum Forschungsgelder, mangelnde medizinische Betreuung und fehlender rechtlicher Schutz für die Betroffenen. In ihrem Buch gibt Eva Lindner ihnen eine Stimme. Sie spricht mit langjährigen Hebammen, Gynäkolog*innen und Anwält*innen, zeigt Missstände auf und verdeutlicht die politische Relevanz von Schwangerschaftsverlusten. Sie stellt klar, was sich ändern muss, um einen längst überfälligen Diskurs in die Mitte unserer Gesellschaft zu holen.

»Eva Lindner findet Worte für etwas, wofür es eigentlich keine Worte gibt. Und bricht mit einem der letzten Tabus unserer Zeit. Endlich.« Alexandra Zykunov, Autorin des Spiegel-Bestsellers Wir sind doch alle längst gleichberechtigt!

271 pages, Kindle Edition

Published February 17, 2024

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About the author

Eva Lindner

19 books

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Displaying 1 - 20 of 20 reviews
Profile Image for Arbnora.
66 reviews
February 21, 2024
In "Mutter ohne Kind" behandelt Eva Lindner einfühlsam das Tabuthema Fehlgeburten und teilt dabei sowohl ihre persönlichen Erfahrungen als auch die anderer betroffener Frauen. Das Buch bietet zudem eine fundierte Zusammenfassung relevanter Forschungsergebnisse und beleuchtet verschiedene Aspekte wie die mentale und physische Gesundheit, statistische Erkenntnisse sowie gesellschaftliche und systemische Missstände im Umgang mit diesem sensiblen Thema. Lindners Schreibstil ist dabei nicht nur zugänglich und verständlich, sondern auch emotional und persönlich, was dem Leser ermöglicht, sich mit den Inhalten auf eine tiefere Ebene zu verbinden.
Die Offenheit, mit der die Autorin über ihre eigenen Erfahrungen spricht, verdient großen Respekt und ermutigt viele Frauen, ebenfalls über ihre eigenen Erfahrungen zu sprechen. Durch die Aufklärung und Sensibilisierung, die das Buch bietet, wird es zu einem wichtigen Werk für jeden erwachsenen Leser. Lindners Werk vermittelt nicht nur Trost und Solidarität an Frauen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, sondern trägt auch dazu bei, das Bewusstsein und Verständnis für dieses Thema in der Gesellschaft zu erhöhen. "Mutter ohne Kind" ist somit ein lesenswertes Buch, das eine dringend benötigte Perspektive auf ein oft verschwiegenes Thema bietet.
Profile Image for Re.
133 reviews19 followers
April 24, 2024
Ein sehr informatives und dabei nie anklagendes Buch, was mir damals mit Sicherheit geholfen hätte. Wie gut, dass es es jetzt gibt!
Profile Image for Josie Schauer.
22 reviews
May 20, 2024
Ich möchte dieses Buch jeder Person die ich kenne gerne in die Hand drücken.
Profile Image for Azyria Sun.
627 reviews4 followers
February 19, 2024
Informatives über erschreckende Tatsachen

Worum geht’s?
Jede 3. schwangere Frau erlebt schätzungsweise eine Fehlgeburt, doch die wenigsten sprechen darüber. Auch Eva Lindner hat ihr Kind verloren. Sie möchte das Tabu brechen und erzählt von sich sowie anderen Betroffenen.

Meine Meinung:
„Mutter ohne Kind – Das Tabu Fehlgeburt und was sich ändern muss“ ist ein Sachbuch von Eva Lindner, das ein wirklich schwieriges Thema anspricht. Ein Thema, das leider viele selbst erlebt haben, das Thema Fehlgeburt oder Stille Geburt. Ihr Schreibstil ist für ein Sachbuch gut, flüssig und klar verständlich leserlich. Dennoch musste ich immer mal wieder Pause machen und das Gelesene sacken lassen, da es doch ein intensives Thema ist.

Eva Lindner schreibt über ihre eigene Stille Geburt und auch über die Erfahrungen anderer Frauen. Vieles wusste ich bereits, aber dass die Medizin hier so schlecht aufgestellt ist, was insb. Den psychologischen Umgang mit Patientinnen angeht, war mir so nicht bewusst. Sie stellt dar, wie alleingelassen Mütter oft sind. Wie sie am Tag nach einer Kürettage direkt wieder zur Arbeit müssen, falls der Arzt keine Krankmeldung ausstellt. Und auch darüber, wie in anderen Ländern mit Frauen umgegangen wird, die eine ungewollte, traumatische Fehlgeburt haben.

Aber nicht nur das traumatische Erlebnis an sich spricht die Autorin an, wir lesen auch über die Gesetzeslage in unterschiedlichen Ländern. Es gibt Länder, da werden solche Frauen wegen Totschlags zu mehreren Jahren oder Jahrzehnten Haft verurteilt. Wirklich grausam. Außerdem darüber, dass die meisten Forschungsergebnisse aus Übersee kommen, weil es in DE bzw. EU kaum Forschungen hierzu gibt. Anhand von Beispielen betroffener Frauen behandelt sie auch weitergehende Themen, wie die Feststellung z.B. einer Trisomie 21 und der Umgang bzw. die Verarbeitung nach einem Verlust. In den ersten Kapiteln gab es aufgrund sehr vieler Zahlen für mich ein paar Längen und auch das Gendern – man kann es mögen oder auch nicht – hat das Lesetempo zeitweise doch erschwert. Ansonsten fand ich das Buch intensiv, erhellend und auch spannend, was wir alles nicht wissen. Die Autorin informiert über wirklich alle Stadien zum Thema Mutter ohne Kind. Vom Verlust am Anfang einer Schwangerschaft, über eine Totgeburt, über den weiteren Kinderwunsch, die Traumabewältigung etc. Auch wenn auf den wenigen Seiten einiges nur kurz angesprochen werden kann, ist dieses Buch doch ein wertvoller Ratgeber für Frauen, die sich in so einer Situation befinden. Und ein wichtiges Buch, das hoffentlich aufweckt und auch zeigt, dass Medizin und Politik hier und auch beim Thema Frauengesundheit allgemein mehr tun müssen. Eine klare Leseempfehlung von mir!

Fazit:
Das Sachbuch „Mutter ohne Kind – Das Tabu Fehlgeburt und was sich ändern muss“ ist ein wirklich spannender und informativ wertvoller Ratgeber, in dem Eva Lindner nicht nur ihre eigene Fehlgeburt beschreibt und ihre Gefühle, sondern auch mit anderen Betroffenen spricht, die sie hier zu Wort kommen lässt. Bis auf einige Längen am Anfang, bei denen mir einfach zuuu viele Zahlen waren, habe ich das Buch interessiert gelesen. Sie geht auf alle Themen ein von einer frühen Stillen Geburt, über eine Totgeburt bzw. die Geburt eines nur kurz lebenden Kindes, den weiteren Kinderwunsch bis hin zur Trauerbewältigung. Sie zeigt auf, was in Medizin und Politik für Schwachstellen vorhanden sind und spricht an, was sich ändern muss.

Ein informatives und wertvolles Buch – 4 Sterne von mir
Profile Image for Lotte Woess.
Author 3 books10 followers
February 16, 2024
Wenn die Arme leer bleiben
Fehlgeburten sind häufiger, als man denkt. Die Autorin hat selbst ihr Kind in der 16. Schwangerschaftswoche verloren und das hat sie motiviert, dieses Buch zu schreiben. Es ist ein Sachbuch mit einer Wagenladung voll Informationen rund um dieses Tabu-Thema.
Die Bandbreite der Themen ist groß. Darf man sich als Mutter fühlen, auch wenn die Schwangerschaft kein lebendes Kind hervorgebracht hat? Weshalb erwartet die Gesellschaft immer noch, dass man nur eine gewisse Trauerzeit haben darf? Und schreibt auch noch vor, wie diese auszusehen hat? Dass man sich anstrengen muss, die Trauerzeit möglichst schnell hinter sich lassen zu können? Weshalb sind Ärztinnen und Ärzte teilweise schlecht darauf vorbereitet, die Mütter in dieser schlimmen Situation ausreichen zu informieren? Warum fühlen sich Mütter immer noch schuldig, wenn sie ein Kind verlieren?
Die Autorin nimmt kein Blatt vor den Mund und kritisiert das, noch immer männlich dominierte – Gesundheitssystem. Gendermedizin steckt noch in den Kinderschuhen und sie fragt sich beispielsweise, weshalb Massen von Geld in die Erektionsfähigkeit des Penis gesteckt wurden und werden und vergleichsweise wenig in Frauen- und Kindergesundheit.
Viel zu wenig wird auch auf die Psyche der Frauen eingegangen, die sich mit dem Tod ihres zu früh Geborenen oder gleich nach der Geburt verstorbenen Kindes auseinandersetzen müssen. Aber auch die Väter brauchen Hilfe, sie trauern anders und flüchten sich oft in aggressive Ablenkung, wie beispielsweise Extremsport oder Alkohol.
Furchtbar auch das Schicksal der Frauen anderer Länder, in El Salvador kommen Frauen nach Fehl- oder Stillen Geburten ins Gefängnis! Das war mir komplett neu, ich war fassungslos.
Die Autorin geht auch auf Abtreibungen ein, wenn eine Frau sich bewusst gegen ein Kind entscheidet, auf »Regenbogenkinder«, die nach ihren verstorbenen Geschwistern, den »Sternenkindern« geboren werden. Sie zeigt Wege auf, wie mit der Verabschiedung umgegangen werden kann: Beerdigung, das tote Kind im Arm halten, Fotos und betont doch immer wieder, dass jede Frau für sich entscheiden soll und muss, was ihr am meisten hilft.
Ich fand das Buch einfach nur großartig. Die Autorin hat recherchiert, informiert, Wege gezeigt, ohne erhobenen Zeigefinger Möglichkeiten aufgezeigt, wie man betroffenen Müttern und den Familien helfen kann. Reden, nicht totschweigen, die Trauer akzeptieren und für die Betroffenen einfach da sein. Nicht wegschauen! Da mir selbst - zum Glück - ein so schlimmes Erlebnis erspart geblieben ist, war mir dieses Kapitel besonders wichtig. Damit ich wirklich trösten kann und flache Floskeln wie »Du kannst ja wieder schwanger werden« oder »es war doch noch kein richtiges Kind« vermeide.
Ein wichtiges Buch, das man nicht in einem Rutsch durchlesen sollte (und vermutlich auch nicht kann). Bei den Fallbeispielen und oft gedankenlos grausamen Bemerkungen musste ich öfter tief durchatmen. Die Autorin wollte den Betroffenen eine Stimme geben, Sensibilität für dieses Tabu-Thema schaffen – das ist ihr großartig gelungen.
Profile Image for Leelo.
56 reviews
February 15, 2024
“Mutter ohne Kind” ist ein aufklärerisches Sachbuch aus der Feder der Journalistin und Betroffenen Eva Lindner. Um das Buch zu lesen, musste ich mir selbst erst einen kräftigen, geistigen Tritt in den Hintern verpassen. Und bin nun sehr froh, habe ich es getan. Vielen Dank an den Tropen Verlag und das Team bei Vorablesen für das Rezensionsexemplar und damit die Gelegenheit, mich mit dem Tabuthema Fehlgeburt auseinanderzusetzen!

Der Einstieg hat es gleich in sich: Eindringlich und schonungslos ehrlich schildert Eva Lindner ihre eigene Fehlgeburt. Da ist keine Polemik, keine Ausschmückung - dennoch versetzt mir die schon fast nüchterne Konfrontation mit diesem Tabuthema einen kleinen Schock. Lindner versteht es aber, diese sehr persönliche Erzählung sogleich gefühlvoll und sachlich zu rahmen und der wortlosen Empörung eine konstruktive Richtung zu geben. Die folgenden rund zweihundert Seiten sind sowohl über die Erwartungen hinaus informativ, als auch erzählerisch geschickt und eindringlich.

Die Autorin beleuchtet das totgeschwiegene Thema Fehl- und Stille Geburt aus erstaunlich vielen verschiedenen Perspektiven. Lindner diskutiert Missstände in der medizinischen Versorgung und der psychologischen Begleitung, in der Aufklärung und Information und zeigt die Folgen vernachlässigter Forschung der weiblichen Gesundheit auf. Manche Kapitel und Stellen lesen sich wiederum wie ein Politkrimi - wobei der Zusammenhang mit Abtreibungspolitik und -Polemik genau so empört, wie die scheinbare Gleichgültigkeit mancher Akteure. Die Autorin thematisiert den historischen Umgang mit Fehlgeburten, aber auch die Folgen der modernen Tabuisierung für die Gesellschaft und die Konsequenzen des grossen Schweigens für Betroffene.

Immer im Fokus stehen die Betroffenen - in erster Linie die Mütter ohne Kind. Die Geschichten von zehn weiteren Frauen liefern die thematischen Schwerpunkte der einzelnen Kapitel. Sie stehen exemplarisch aber nicht abschliessend für die Erfahrungen von Betroffenen. Aber auch die Partner:innen - der andere Elternteil - finden ihren Platz in Lindners Buch. Damit und mit einer Liste an Forderungen an Politik und Gesellschaft schafft Eva Lindner ein vielschichtiges und umfassendes Aufklärungswerk.

“Mutter ohne Kind” ist ein informatives, aufwühlendes und aufrüttelndes Buch. Selten habe ich ein so packendes und spannendes Sachbuch gelesen - ich konnte es stellenweise kaum aus der Hand legen! Bei aller Emotionalität der Thematik, bleibt die Autorin konsequent bei einem sachlichen Ton. Überzeugen tut sie mit gut und breit recherchierten Fakten, niemals mit reisserischer Polemik. Mir hat dieses Buch in vielerlei Hinsicht die Augen geöffnet und mich betroffen gemacht - in einem konstruktiven Sinne. Und ich sehe die Lektüre als für mich sehr hilfreich im Umgang mit dem Thema in meinem privaten Umfeld.
Profile Image for Isa ◡̈ .
233 reviews42 followers
February 15, 2024
»Weltweit kommt es jährlich zu 23 Millionen Fehlgeburten. In jeder Minute, die verstreicht, verlieren 44 Frauen auf dieser Welt ihre Schwangerschaft.« (S. 15)

In ihrem Sachbuch »Mutter ohne Kind — Das Tabu Fehlgeburt und was sich daran ändern muss« schreibt die Autorin Eva Lindner über das Tabu zu Fehl- & Totgeburten. In insgesamt 11 Kapiteln, gerandet von Einleitung und Ausblick schreibt die Autorin über verschiedene Aspekte rund um diese Themen. Jede Kapitelüberschrift enthält einen Frauennamen einer Frau, die ihre persönliche Geschichte dazu geteilt hat und die begleitende Unterüberschrift, die das Thema framt. Über die Problematik von fehlender Gender-Medizin, über mangelnde Forschung, Weiterbildung und Schulungen sowie die Zulassung von Medikamenten und Problematik im Umgang mit den Gesetzen (wie bspw. §218 Abtreibung, aber auch dem Mutterschutz) werden hier zahlreiche Aspekte aufgegriffen, an persönlichen Beispielen verdeutlicht und anschließend wissenschaftlich und sachlich erläutert und mit Statistiken belegt.

Bei diesem Thema zeigt sich wieder einmal, wie sehr das Patrichariat Frauen abwertet und schlechter stellt und wie dringend sich Missstände und Tabus ändern müssen in Bezug auf Fehlgeburten.

Als Mutter, die ebenfalls ein Kind in der Schwangerschaft verloren hat, hat die Autorin eine sehr persönlichen Perspektive zu diesem Thema. Es gelingt Ihr hervorragend, dies in den Kontext einzubetten und ein sowohl sachliches als auch sehr einfühlsames Sachbuch zu schreiben. Ich habe großen Respekt vor dieser Leistung! Das Sachbuch finde ich sehr gut formuliert, belegt und ausgearbeitet. Besonders gut gefallen hat mir, dass die Autorin am Ende 11 Forderungen passend aus jedem Kapitel eine ableitet und damit ganz konkret aufzeigt, wie sich dies verbessern ließe. Das macht Hoffnung — noch mehr, wenn dieses Buch und die Forderungen ganz viele Menschen lesen würden!

Große Leseempfehlung 🩷
36 reviews
May 5, 2024
Sauer, traurig, zornig, niedergeschmettert, erzürnt, ängstlich - man weiß während des Lesens nicht wohin mit seinen eigenen Gefühlen.

Lindner schafft es auf eine intelligente Weise, das Thema Fehlgeburt auf einer sachlichen Ebenen mit den persönlichen Geschichten betroffener Personen zu verweben. Der Leser erlebt den Wechsel zwischen zutiefst emotionalen Erzählungen und dann sehr gut recherchierten fachlich aufbereiteten Fakten.

Zugegebenermaßen musste ich mich als Leserin erstmal durch ein paar Startseiten gespickt mit Zahlen und Fakten 'durcharbeiten' bis mich dieses Sachbuch gepackt hat. Der Leser wird zu den Unterschieden zwischen Schwangerschaftsabbruch und Fehlgeburten, zu der politischen Rechtsprechung, zu der zurückgebliebenen medizinischen Forschung wenn es um Frauen geht, zu der Rolle der Väter/Partner, Benachteiligung gleichgeschlechtlicher Paare, etc aufgeklärt. Liest man das Buch, ist man erschrocken über die derzeitige Situation. Lindner schafft es aber noch einen drauf zu setzen indem sie einen Ländervergleich (USA etc) zieht.

Der Leser wird für Themen wie Schwangerschaften, Fehlgeburten, Thema Schwangerschaft an der Arbeit und die Übergriffigkeit von Fragen in die Privatsphäre sensibilisiert. Zudem ein klares Appell an Frauen und Männern für die Selbstbestimmung der Frau und deren Freiheit weiter zu kämpfen um sie zu wahren, weiter auszubauen, wiederzugewinnen.

Das Buch ist eine sehr starke Leseempfehlung. Nicht nur für Sterneneltern, auch für Freundinnen, Partner, werdende Mütter, Mütter, Väter, Eltern, usw.
25 reviews1 follower
April 19, 2024
Das Sachbuch 'Mutter ohne Kind' von Eva Lindner ist sehr informativ und vielschichtig geschrieben. Das Thema Fehlgeburt und wie Betroffene damit umgehen wird nicht nur durch Lindners eigene Erfahrung geschildert, sondern spricht in dem Buch mit anderen betroffenen Frauen. Themen wie Stillgeburt, Geburt mit darauf folgenden Tod, Trauerbewältigung, und Kinderwunsch werden mit sorgsamer Recherche diskutiert. Besonders hervorzuheben ist auch, dass ein Blick auf die heutige Medizin - und was sich ggf daran ändern muss - geworfen wird.
Neben den oben genannten Themen ist es schockierend zu erkennen wie häufig doch Frauen mit ihrem Verlust und der emotionalen Bewältigung alleine gelassen werden. Zudem erhält der Leser informative Einblicke in das Zusammenspiel von Medizin und Politik sowie die Legislative in anderen Ländern zum Thema Fehlgeburt.

Das Buch ist gründlich recherchiert, Zahlen und Quellen werden zuverlässig mit angegeben sodass eine weitere Recherche möglich ist. Grundsätzlich ist das Buch sehr leserlich und flüssig geschrieben, anfangs mit etwas zu vielen Zahlen gespickt. Die einzigen Momente, wo man das Buch mal aus der Hand legen muss, ist die Verarbeitung des gerade Gelesenen.

Das Buch ist sehr zu empfehlen - für Mütter, die eine solch harte Zeit erleben mussten, werdende Mütter und Männer.
Profile Image for Lucie.
414 reviews5 followers
February 16, 2024
Erst einmal Danke an den Verlag fürs Bereitstellen des Rezensionsexemplars. Dieses Buch war einfach wahnsinnig emotional für mich und ich musste es an manchen Stellen sogar pausieren, um das Gelesene verarbeiten zu können. Ich erachte es allerdings als äußerst wichtig, dass so ehrlich über wichtige Themen gesprochen wird und keine Beschönigungen stattfinden. Die Autorin hat ein ausgezeichnetes Feingefühl dafür, Fakten und einzelne Lebensgeschichten miteinander in Verbindung zu setzen und dabei ihre Message herüberzubringen. Ich habe durch das Buch außerdem das Bedürfnis bekommen, mich noch mehr mit der Thematik auseinanderzusetzen. Zudem bin ich nach dem Lesen noch schockierte über die noch bestehende Unterdrückung von Frauen in und außerhalb Deutschland, auch wenn mir vieles davon auch davor schon bewusst war. In meine Bewertung fließen natürlich nicht die Schicksalsschläge der betroffenen Personen mit ein, sondern der Aufbau des Buches und eben alles, was sich drumherum vollzogen hat. 4,5 Sterne.
2,298 reviews13 followers
February 17, 2024
Zum Inhalt:
Die Autorin gibt der häufigsten Schwangerschaftskomplikation, der Fehlgeburt, eine Bühne. Denn eins der immer noch vorhandenen Tabus ist genau das, man spricht nicht darüber. Dabei ist es Zeit endlich dem Thema mehr Öffentlichkeit zu geben, denn die Folgen sind gerade für die Betroffenen katastrophal.
Meine Meinung:
Was für ein bewegendes Buch und ja die Autorin hat völlig recht, das Thema muss aus der Tabuzone raus. Wie viele Frauen mag es geben, die dadurch traumatisiert wurden, sich womöglich die Schuldfrage stellen und das muss aufhören. Erschreckend fand ich die Berichte der Betroffenen, die wirklich kruden Regeln, die überhaupt nicht nachvollziehbar sind zum Beispiel in Sachen Mutterschutzfristen. Warum muss das verlorene Kind schwerer als 500 g sein oder die Mutter eine bestimmte Woche erreicht haben? Da fällt mir nur zu ein: so ein Schwachsinn! Eine Geburt ist eine Geburt und fertig.
Fazit:
Raus aus dem Tabu
Profile Image for Laura Quellenberg.
39 reviews4 followers
March 29, 2025
Eva Lindner schreibt über ein so wichtiges Tabu-Thema, über das ich bisher eher verhaltene Gespräche hatte, wenn überhaupt. Sie hat recht damit, dass Menschen, die damit keine Berührungspunkte haben, kaum wissen, wie man am besten reagiert und damit umgeht. Das zeigt sie in diesem Buch so gut, lässt andere Frauen sprechen, die ähnliches erlebt haben, gibt eine Stimme, Plattform, gibt Tipps, lässt die Leserinnen und Leser mitfühlen und Menschen, die das gleiche erleben mussten, hoffentlich weniger alleine fühlen. Das alles aus feministischer Sicht, auch das Thema Abtreibung wird behandelt, was wenn man weiterdenkt beim Thema nicht außen vor bleiben kann. Für mich ist es eine gute Einstiegslektüre, für Menschen, die das erleben mussten, aber auch alle anderen, die darüber aufgeklärt werden und lernen sollten. Richtig gut umgesetzt.
Profile Image for julia.liest aka einfach.naturlich.mama.
210 reviews1 follower
February 19, 2024
Wo wir Stillschweigen bewahren obwohl so oft eine Welt zerbricht
-Rezensionsexemplar-
.
Dieses Buch ist ein Kompass durch die Fachstudien & -leitlinien, ein Erfahrungsaustausch für Betroffene, ein Weckruf für Fachpersonal & Forschende, ein Appell an uns alle, Prävention für den Fall der Fälle.
Etwas für das wir in unserer Gesellschaft wenig Platz haben, aber so oft vorkommt. Etwas was definitiv nicht ein Tabu sein sollte.
Profile Image for Steffi.
41 reviews
January 12, 2026
Unglaublich tolles Buch, das wirklich von allen gelesen werden sollte!
Profile Image for coffee.plantsandbooks.
187 reviews2 followers
March 1, 2024
》 Jede dritte Schwangerschaft endet in einer Fehlgeburt - und niemand spricht darüber 《

Dieses Buch ist ein must-read für jede*n.
Nicht nicht für Personen, die einen Kinderwunsch haben, gerade schwanger sind oder bereits eine Fehlgeburt hatten.
Es ist auch ein must-read für die Väter, für Männer im Allgemeinen, für Menschen ohne Kinderwunsch und für alle, die nicht wissen sollen, wie sie mit dem Thema umgehen sollen oder wie sie andere unterstützen können, um das Gespräch über das "Tabuthema" Fehlgeburt anzuregen und es zu normalisieren darüber zu sprechen.


Eva Lindner schildert in ihrem Buch "Mutter ohne Kind" anhand von Erfahrungsberichten wie mit dem Thema Fehlgeburt umgegangen wird. Sie klärt auf, dass der Begriff Fehlgeburt auf einen "Fehler" oder ein "Fehlverhalten" der Mutter umgeleitet werden kann, weshalb sie den Begriff "kleine Geburt" bevorzugt.

Sie fordert, dass Personen bereits vor der Geburt ausreichend über das Thema "Fehlgeburt", die Statistiken und Zahlen und die nötigen psychologischen als auch medizinischen Hilfsangebote aufgeklärt werden, nämlich in der Schule, in Arztpraxen etc.

Zudem wird die Abschaffung des in der Kritik stehenden § 218 StGB, welcher die Abtreibung einer Schwangerschaft unter Strafe stellt gefordert. Gerade an diesem Punkt hätte ich mir allerdings eine ausführlichere rechtliche Auseinandersetzung mit dem Paragraphen gewünscht, weshalb ich hier konkretisieren würde, dass eine Revolutionierung der Definition der
Geburt und der Entstehung des Lebens gemeint und gewünscht ist (fand ich an der Stelle wirklich sehr unzureichend).

Die geschilderten Erlebnisse waren heftig. Vor allem der Umgang des medizinischen Personals mit den Frauen, die gerade ihr Kind verloren hatte genauso wie mit denen, die sich bewusst für eine Abtreibunt entschieden haben, war wirklich erschreckend. Auch hier wird eine Schulung des medizinischen Personals im Bereich der Aufklärung und des respektvollen Umgangs mit Betroffenen.

Große Empfehlung meinerseits für dieses Buch 🤍
Auch wenn man von der Thematik nicht persönlich betroffen ist: Seid aufmerksam, einfühlsam und versucht Gespräche nicht zu meiden (außer die betroffenen Person wünscht es ausdrücklich) ✨️
Profile Image for Johanna.
49 reviews1 follower
February 27, 2024
Das Thema Fehlgeburten und Stille Geburten ist sehr aktuell und doch tabuisiert. Die Autorin Eva Lindner beschreibt wissenschaftliche und gesellschfatliche Hintergründe und untermauert ihre Aussagen mit Studien, Fachbeiträgen, Büchern und Geschichten von Betroffenen.
Jedes Kapitel hat einen eigenen Schwerpunkt und ist einer Frau gewidmet, die eine Fehlgeburt oder Stille Geburt erlitten hat. Das macht das Buch sehr authentisch und bringt einem die verschiedenen Themen des Buches auf eine sehr persönliche Art nahe.
Das Buch ist sehr gut geschrieben und liest sich flüssig. Wissenschaftliche Fakten sind verständlich erklärt. Die Quellen sind alle aufgeführt, was zur weiteren Recherche einlädt. Vieles wusste ich noch nicht und auch einige der aufgezeigten Zusammenhänge hatte ich so vorher noch nicht gesehen.
Lediglich den teilweise etwas "zornigen" Tonfall fand ich nicht so gut, so begründet er auch sein mag. Aussagen wie "wenn Männer Kinder kriegen würden, wäre dieses oder jenes dann auch so?" waren mir etwas zu provokant und spiegelten eher eine Meinung als eine fundierte Tatsache wieder. Aber das waren einzelne Abschnitte in einem insgesamt sehr guten Buch.
Beim Lesen des Titels hatte ich mich gefragt, ob wohl die Väter auch zur Sprache kommen würden, und auch wenn in dem Buch definitiv die Mütter im Fokus stehen, werden die Väter oder Partner*innen der Mütter nicht außen vor gelassen, sodern ihre Rolle und Trauer ebenfalls thematisiert.
Auf jeden Fall regt das Buch zum Nachdenken und Diskutieren ein und bringt so ein Thema auf den Tisch, über das viel zu wenig geredet wird. Ich habe schon lange nicht mehr ein Sachbuch so konzentriert und schnell fertig gelesen. Das Thema ist für viele Frauen sehr persönlich, geht aber alle etwas an, auch wenn sie selbst kein Baby verloren haben.
Ich kann das Buch sehr weiter empfehlen.
Profile Image for kati_lx.
86 reviews
March 4, 2024
Eva Lindners "Mutter ohne Kind" ist ein bemerkenswertes Buch, das ein Tabu bricht, von dem viele noch nicht einmal wissen, dass es existiert. Der Klappentext eröffnet einen Blick auf eine Realität, die oft übersehen wird: Jede dritte Schwangerschaft endet in einer Fehlgeburt, und dennoch wird darüber kaum gesprochen. Lindner, eine erfahrene Journalistin, die selbst durch dieses Leid gegangen ist, stellt sich dem Schweigen und bringt die Geschichten von Betroffenen und Experten ans Licht. Das Buch ist toll recherchiert und bietet einen eindringlichen Einblick in die Vielschichtigkeit des Themas. Lindner schafft es, die Angst vor diesem sensiblen Thema zu nehmen, besonders für junge Frauen, die oft von falschen Vorstellungen über Fehlgeburten geplagt werden. Durch die authentischen und einfühlsamen Geschichten verschiedener Frauen, einschließlich der Autorin selbst, wird deutlich, wie dringend es ist, über dieses Thema offen zu sprechen. Besonders beeindruckend ist, wie Lindner aufzeigt, was sich dringend ändern muss. Sie beleuchtet nicht nur die Mythen und Schuldgefühle, die oft mit Fehlgeburten einhergehen, sondern auch, wie andere Kulturen und Länder mit diesem Thema umgehen. Sie wirft sogar einen Blick auf mögliche Geschlechtsunterschiede im Umgang mit diesem Thema, was das Buch noch facettenreicher macht.
Neben den Geschichten bietet das Buch auch wertvolle Tipps, die Betroffenen helfen können, mit ihrem Verlust umzugehen. Lindner macht deutlich, dass dieses Thema nicht nur persönlich, sondern auch in Forschung, Medizin und Politik mehr Aufmerksamkeit benötigt. Insgesamt ist "Mutter ohne Kind" ein großartiges Buch, das nicht nur toll geschrieben und recherchiert ist, sondern auch dringend gebraucht wird. Es ermutigt, zu sprechen, zu verstehen und zu verändern. Ein Muss für alle, die mit diesem Thema konfrontiert sind oder es besser verstehen wollen.
Profile Image for Lena.
53 reviews2 followers
March 30, 2024
Mit "Mutter ohne Kind" leistet Eva Lindner ohne Zweifel einen Beitrag zu unserer Gesellschaft, der ungeheuer wichtig ist. Sie scheut sich nicht, das Thema der stillen Geburt - das als Tabuthema behandelt wird, eigentlich aber keines sein sollte - anzupacken und verdient allein damit schon grossen Respekt. Viel wichtiger ist aber, dass trotz des sensiblen Themas und ihrem behutsamen Umgang damit, die Stimme der Autorin in den richtigen Momenten laut wird und so unglaublich eindringlich wirkt.

"Mutter ohne Kind" hat mich beeindruckt, wegen des Gespürs, der Feinfühligkeit und der Persönlichkeit, die die Autorin an den Tag legt. Es hat mich aufgerüttelt, für medizinische Fakten, erschreckende Tatsachen und Vorwürfe an unsere Gesellschaft, die bitter nötig sind. Gleichzeitig ist "Mutter ohne Kind" ein wertvolles und wichtiges Buch. Ob es betroffenen Frauen den Trost und den Mut spenden kann, den es zu spenden versucht, kann ich nicht sagen, aber ich hoffe es.

Was ich hingegen sagen kann ist, dass die Nüchternheit und der Tiefe, mit der Lindner die Faktenlage klärt, aber auch die Offenheit mit der sie über Persönliches spricht wertvoll und hilfreich sind für Frauen wie mich, die nicht persönlich betroffen sind, aber einen (wenn auch noch so kleinen) Beitrag zur Enttabuisierung dieses Themas leisten möchten.
Eine klare Leseempfehlung, auch wenn es harte Kost ist. Sofern man ein solches Buch gerne lesen kann, ich habe es getan...
Profile Image for Angie Pfeiffer.
64 reviews2 followers
February 23, 2024
Das Cover war das erste, was mir an dem Buch aufgefallen ist und hat mich neugierig auf die Leseprobe gemacht. Da ich keine Kinder habe und bisher nicht versucht habe, welche zu bekommen, war dieses Thema komplettes Neuland für mich. Schon beim Lesen der Leseprobe, kamen mir das erste Mal fast die Tränen, da die Autorin zuerst ihre eigene Geschichte erzählt und mich das sehr berührt hat. Generell ging es mir beim Lesen öfter so, dass ich Tränen in den Augen hatte, als ich gelesen habe, wie die Gesellschaft und Ärzte mit Frauen, die Fehlgeburten erlitten haben, umgeht. Eva Lindner hat nicht nur ihre eigene Geschichte erzählt, sondern auch die weiterer Betroffener und auch immer wieder wichtige Informationen und Statistiken aufgegriffen. Mir hat auch der Schreibstil von ihr sehr gut gefallen. Es war sehr verständlich geschrieben.
Ich würde dieses Buch allen empfehlen, die vielleicht so wie ich noch nicht mit dem Thema in Verbindung gekommen sind und denjenigen, die eine Fehlgeburt erlitten haben oder auf eine andere Weise damit in Berührung gekommen sind. Ich glaube dieses Buch kann vielen helfen.
Displaying 1 - 20 of 20 reviews

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