Der Autor schildert, wie Ende des 19. Jahrhunderts in einer kleinen Stadt am Rhein durch grundlosen Hass und Vorurteile eine schuldige Familie um ihre Existenz gebracht wurde. Die Stadt wird aus ihrem Alltagstrott aufgeschreckt - ein Kind ist ermordet worden. Weil man den Verbrecher nicht sofort findet, wird von einigen Böswilligen der Verdacht auf den jüdischen Viehändler Waldhoff gelenkt. Ein wahres Kesseltreiben beginnt, bei dem selbst die Gutwilligen aus Feigheit schweigend zusehen. Nur ein halbwüchsiger Junge wagt es gegen den Strom zu schwimmen; er hält die unerschütterliche Freundschaft zu dem Sohn des Verdächtigen. Die geschilderten Ereignisse beruhen auf einem tatsächlichen Kriminalfall und sie haben uns allen etwas zu sagen: Jugendlichen und Erwachsenen.
Willi Fährmann (* December 18, 1929 in Duisburg; † May 25, 2017 in Xanten) was a German author of children's and young adult books. His best-known books include the novels The Year of the Wolves (1962), Kristina, Don't Forget (1974), The Long Road of Lukas B. (1980), and A Time to Hate, a Time to Love (1985), which are part of the Bienmann saga.
Eines Tages bekommt der Peter und Paul Festtag einen faden Beigeschmack: In einer Scheune wird ein toter Junge aufgefunden – seine Kehle wurde sauber durchtrennt. Schnell bilden sich einige Dorfbewohner ein Urteil: Es kann nur Waldhoff, der Viehhändler gewesen sein. Zudem weiß doch jeder, so Mehlbaum, der Bürgermeister, dass Juden nur lügen und betrügen. Es bildet sich ein Gespinst aus Hass, Lügen und Gewalt um die Familie Waldhoff, die gegen ihre vermeintliche Schuld ankämpfen muss…
Schreib-/Erzählstil:
Fährmann bildet verschiedene Erzählstränge, die der Leser schon bald trennen muss. Zum einen ist es der Mord selbst als Ursache, die Belastungen Waldhoffs als Urteil und die Freundschaft Sigi Waldhoffs mit Karl Ulpius als Urgestein. Die Charaktere sind sehr gut und spitzfindig dargestellt. Ohne erhobenen Zeigefinger, aber mit viel Fingerspitzengefühl versteht Fährmann es, seinem Leser die eigentlichen Dinge gut näher zu bringen.
Meine Meinung:
Meine Mutter musste dieses Buch in der Schule lesen und empfahl es mir. Sprich, wenn man sich nicht gleich gegen jede Schullektüre entscheidet, entdeckt man mitunter wahre Schätze.
Fährmann bildet sich eine Meinung über den Judenhass und lässt auch seinen Leser nicht kalt. Eine wahre Farce, die die Familie Waldhoff über ein Jahr lang (!) erträgt. Ständig ist Sigi, der schon zufrieden ist, wenn er nur mit seinem Freund Karl neue Abenteuer schmieden kann, das „elende Judengör“ oder der „Judenbengel“. Selbst als er als er als Held aus einer Geschichte hinaustritt, wird ihm noch unterstellt, er hätte dies aus Eigennutz und Rettung seiner Ehre gemacht – warum denn „kein rechter Deutscher“ geholfen hätte anstatt Sigi Waldhoff. Ruth Waldhoff hat es ebenso schwer: Gerd Märzenich, der das Alibi ihres Vaters vervollständigen könnte, schweigt aus Feigheit und belastet ihren Vater, weil Gerd merkt, dass er gemieden wird und ihm die Arbeit als Schmied ausgeht. Ruth muss somit Moral und Sitte sowie Verstand mit dem verwirrenden Gefühl der Liebe abwägen (der ersten wahren Liebe!). Zuletzt die Mutter Waldhoff, die weites gehend in den Hintergrund rückt, wie es Mütter und Ehefrauen zu dieser Zeit zu tun pflegten, hält sie schließlich ihre Familie zusammen, wirft ihrem Ehemann nichts vor und kämpft bis zum Ende.
Das kurze Nachwort betreffend die Reichspogromnacht (früher Kristallnacht, wie in meiner alten Auflage geschrieben) ist ein wahrer Schrei, der Willi Fährmann wortwörtlich entfährt. Durch sein gesellschaftliches Schauspiel hat er in vielerlei Aspekten ein zeitloses Bild der Spezies Mensch gezeichnet: Gruppenzwang, Gruppendruck, Gruppenhass gegen Alleinsein, Vertreibung, Todesangst.
Fazit:
Für weiter Interessierte empfehle ich dringend: Der Fremde von Albert Camus oder auch Ryan David Jahn mit Ein Akt der Gewalt. Zwar betrifft es nicht die Juden, aber die sind, wie Fährmann schreibt, austauschbar. Genauso gut hätte ein Aussätziger den Hass zu spüren bekommen können. Erschreckend!
War eins dieser Bücher, die ich in der Schule lesen musste… wenn man versuchen möchte, Kinder und Jugendliche zum lesen zu bringen… wird man das mit diesem Buch definitiv nicht schaffen. Ich habe damals geradezu die Lust am lesen verloren. Ich und die meisten in meiner Klasse fanden das Buch zum einschlafen langweilig.
Interessantes Buch, das auch mehr als 120 Jahre nach der Geschichte und fast 60 Jahre nach erscheinen nichts an aktualität verloren hat. Gerade im Hinblick auf die sich wieder verbreitende Ausgrenzung und Hass auf andere im Kontext von Sozialen Medien und im Alltag bemerkenswert.
Auch hier hat sich mir die Handlung komplett in den Kopf gebrannt. Was für ein wichtiges Buch. Es wird wirklich eindrucksvoll beschrieben, wie sehr sich der Antisemitismus in der Zeit des Kaiserreichs im Alltag verfestigt hatte.
Eine Geschichte, die unglaublich herzzerreißend und tragisch ist. Es hat mich an viele trübe geschichtlichen Ereignisse erinnert. Hass bringt die grauenhaftesten Seiten eines Menschens heraus.
Schade, dass mir der Schreibstil nicht zugesprochen hat. Sonst wären es 4 Sterne gewesen.
Ein weiteres Buch, das ich in der Schule in einer Buchvorstellung bearbeitete. Die Geschichte spielt in einer kleinen deutschen Stadt zum Ende des 19. Jahrhunderts, in der ein kleiner Junge ermordet aufgefunden wird. Der Protagonist ist das Kind Sigi Waldhoff und seine Familie, doch die Geschichte wird aus Sigis Perspektive erzählt. Als für den Mord kein Täter gefunden wird, verbreiten sich Gerüchte über die Familie Waldhoff, weil sie neben dem Tatort wohnen und Juden sind. Die öffentliche Wahrnehmung ändert sich langsam und manche Menschen kehren sich von der Familie ab, während andere weiter zu ihnen halten. Es gibt gewalttätige Übergriffe, Beleidigungen und Lügen, um die ermittelnde Polizei auf die Familie zu setzen. Gleichzeitig handelt die Geschichte aber auch von Sigi, der die ganze Geschichte als ein Kind miterlebt, wie er die Erwachsenen beobachtet und nicht versteht, von seiner Erfahrung in der Schule und seiner Freundschaft zu einem anderen Jungen namens Karl. Das Buch wurde in den 60ern geschrieben und dient gut dazu zu zeigen, wie der Antisemitismus, der natürlich schon vor dem zweiten Weltkrieg überall in Europa bestand, sich in einem konkreten Fall auf das Leben einzelner Menschen, Familien und Städte auswirkt. Dadurch regt es auch zum Nachdenken an, wenn man sich vor Augen führt, dass Geschichten wie diese hunderte und tausende Male an den verschiedensten Orten in Deutschland und Europa stattfand; somit bekommt man eine etwas menschlichere Ansicht des Themas.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Ondanks het interessante thema kon me dit boek niet echt bekoren. Ik heb het geluisterd. De manier van voorlezen beviel me helemaal niet. Misschien heeft dit aan mijn ietwat negatieve oordeel bijgedragen.
Also,dieses Buch ist sehr spannend es geht um einen Mord des kleinen Jean und jeder denkt es waren die Juden Waldhoff(was nur ein vorurteil ist).Und morgen(8.5.)habe ich Geburtstag!