Peter David's langlebige Star Trek-Serie "New Frontier" ist ein Unikat und kleines Highlight im literarischen "Star Trek"-Universum, es gibt zwar immer qualitative Schwankungen, aber eines ist immer sicher: Man wird bestens unterhalten mit viel Humor und spannenden Stories. Nun hat sich Pocket Books entschlossen, eine Anthologie von Kurzgeschichten herauszugeben, die in diesem New Frontiers-Universum angesiedelt sind. Der Serie spielt ja in der Zeit von Picard, Sisko und Janeway und ist literarisch auch in der Post-Nemesis Ära angekommen, allerdings gibt es, von wenigen Auftritten der DS9, TITAN und ENTERPRISE-Besatzungen abgesehen, wenig Berührung mit den anderen Serien. Für diese Anthologie ist eine Reihe von bekannten Star Trek-Autoren wie Keith R.A. deCandito, Dayton Ward, David Mack oder Kevin Dilmore vertreten, aber auch eine Reihe von hier bis dato unbekannten Autoren. Interessant ist, wie die Autoren versuchen, z.T. erfolgreich, den Humor und die Stimmung aus Peter Davids Romanen nachzuahmen: Ein Beispiel hierfür ist die Story von David Mack. Er schreibt eine Erzählung mit Zak Kebron, die den Titel trägt "Warten auf G'Doh - oder: Wie ich lernte, mich nicht zu bewegen und Menschen zu hassen".
Aber nicht nur lustige Geschichten kommen vor, sondern auch ernste. Und hier stechen zwei Geschichten hervor. Die eine ist von Mary Scott-Wiecek und hat als "Protagonist" die U. S. S. Excalibur in der Geschichte "Etwas bewirken".
In dieser wird geschildert, wie die Excalibur bei der Schlacht von Wolf 359 (siehe Doppelfolge von STNG) versucht, die Borg aufzuhalten, was natürlich nicht geklappt hat. Es ist eine dramatische Story, die einem unter die Haut geht. Denn die Geschichte ist ein Beispiel für das, was die Crews der verschiedenen Föderationsraumschiffe bei der Schlacht geleistet und erlebt haben.
Die andere Story ist Xant "Erlösung", geschrieben von Glenn Hauman und Lisa Sullivan. In ihr wird geschildert, wie ein Bewohner einer außerirdischen Welt eine Vision erhält, in der er sich mit Xant, dem außerirdischen Gott, dessen Priester den Glauben mit allen Mitteln verbreiten. Es ist ein hochphilosphisches Gespräch, das sehr gut geschrieben worden ist. Doch vor allem das Ende der Erzählung geht einem unter die Haut.
Es gibt allerdings auch einige weniger interessante Geschichten, allerdings bin ich der Meinung, dass es überwiegend hervorragenden Geschichten sind, die den Ton der New Frontiers Reihe sehr gut treffen, es war auch interessant, in diesem Kosmos andere Stimmen als die von Peter David zu hören. Wie die meisten Romane aus der New Frontiers-Reihe, macht auch dieser Band richtig Spaß...