In Zeiten der Globalisierung können wir uns überall hinbewegen, von überall arbeiten, überall leben – gesetzt den Fall, wir haben die passende Hautfarbe, ausreichend Bildung und am den richtigen Pass. Im Rahmen eines Austauschprogramms unterrichtete die weiße Birgit Weyhe aus Deutschland an einem US-College. Während einer Tagung amerikanischer Germanist*innen im Mittleren Westen wird sie mit dem Vorwurf der kulturellen Aneignung konfrontiert. Nutzt sie ihre Privilegien als weiße Autorin aus, wenn sie Geschichten über Schwarze Menschen erzählt?Sie lernt Priscilla Layne, eine afroamerikanische Germanistik-Professorin mit karibischen Wurzeln kennen. Sie ist ein „Oreo“: zu weiß für die Schwarzen Mitschüler*innen und für die Weißen ist ihre Haut zu dunkel. Sie beschließt gegen alle und alles gleichzeitig zu rebellieren, indem sie sich in ihrer Jugend der Skinhead-Bewegung anschließt und zu einem Rude Girl wird.Aber wie soll Birgit Weyhe eine Lebensgeschichte wie diese erzählen? Welche Fehler gilt es zu vermeiden? Das erzählerische Konstrukt selbst wird zu einer eigenen Erzählebene in dieser Biografie.
Fantastisch! Es geht um Priscilla Layne, eine Frau, die als Tochter eines jamaikanischen Vaters und einer karribischen Mutter, als Tochter migrantischer Arbeiter*innen, als Tomboy in Chicago aufwächst, Baseball spielt, linker Skin (Selbstbeschreibung auch "marxistischer Punk") wird und noch später Germanikstik-Professorin. Was ja per se schon eine eher ungewöhnliche, spannende Biographie ist. Ich glaube aber nicht, dass mich das Ganze in einem anderen Medium und einer anderen Umsetzung so begeistert hätte. Mir gefallen die Bilder von Birgit Weyhe in ihrer Ästhetik so sehr, dass ich das Buch deswegen spontan aus dem Buchladen mitgenommen haben. Mir gibt es ein wohliges Gefühl, wenn ichin den Bildern Ausdrücke finde, die für mich vertraut und positiv assoziiert sind - wenn da ein Gedenkbild an die Ermordeten von Hanau, May Ayim, eine Feminismusfaust und populäre anti-rassistische Bücher der Gegenwart abgebildet sind; es bedeutet mir viel. Was mich aber sicher am meisten an dem Buch begeistert, ist die Sichtbarmachung des Dialogs zwischen Priscilla Layne und Birgit Weyhe: Zwischen den mehrfarbig gezeichneten Kapiteln, in denen Weyhe Stationen von Laynes Lebensweg nachzeichnet, sind nur in rot gezeichnete Sequenzen, in den Layne kommentiert, wie treffend sie die Umsetzung findet bzw. äußert andere Kritikpunkte. Beispielsweise kritisiert Layne recht zu Anfang, dass alle Figuren weiß gemalt sind, weil es die Bedeutung von Rasse in rassistischen Systemen unsichtbar macht & in den Kapiteln danach, malt Weyhe die Figuren dann mit verschiedenen Hautfarben. Ich find das wunderbar, weil es diese Subjekt-Objekt-Trennung ein Stück weit aufhebt. Insgesamt jedenfalls klare Empfehlung für das Buch
(Eine Warnung würde ich gerne noch hinzufügen: Es geht auch über einige Seiten um sexuellen Missbrauch während der Kindheit. Das Thema hätte ich beim Klappentext nicht vermutet, ich finde es aber sehr erwähnenswert, weil es ja gerade für Betroffene sehr überrümpelnd sein kann, unvorhersehbar damit konfroniert zu werden.)
Not my artstyle, but this graphic novel tells an important story through an easy understandable lense. Migration, Anti-Capitalism, Racism, Cultural Dialogue. Quite the variety of depicted topics. Take your pick.
Diese Graphic Novel ist völlig zu recht für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Sie ist nicht nur wortgewaltig, sondern auch die Zeichnungen sind so passend gezeichnet. Ich mochte, wie die Geschichte in der Geschichte von Priscilla Layne kommentiert wird. Das Zusammenspiel von Geschichte und Realität war gut getroffen, die Bilder sprachen für sich, wirkten aber durch die Texte nur noch lebendiger. Absolute Leseempfehlung.
It’s a bit odd to read a book based on a former colleague’s life, because my brain of was trying to match up the person in the book with the IRL person and that didn’t always work. But once I got over that and just decided to read it as a story, I really enjoyed it.
I particularly liked the narrative device of having the protagonist comment on the previous pages of the story and how well the author captured her story. In terms of being a graphic novel, I also loved the way it was drawn and how it engaged with the question of how to depict race in drawings.
J’ai bien aimé lire ce roman graphique qui est un récit biographique super instructif sur les questions raciales et de classe entre Barbade, Chicago en passant par Londres et Berlin. Les belles illustrations très expressives ont bien aidé à ressentir les émotions des personnages. Très cool d’avoir inclus les commentaires de la protagoniste tout au long de la narration.
so, so good !!! i love the drawing style and the colors, i love how a variety of subjects is tackled and how it confronts priscilla’s and birgit’s opinions and views. This was so interesting and i enjoyed seeing moment of priscilla’s childhood as well as her commentary upon said moments. 100% recommend to anyone
"Rude Girl" erzählt die Geschichte von Priscilla Layne, einer US-amerikanischen Schwarzen Frau, deren Eltern aus Barbados kommen. Wir sehen sie zunächst als Baby, lernen ihre Familie kennen und begleiten sie dann (mal mehr und mal weniger ausführlich) durch ihre Jahre als junges Mädchen, Teenagerin und junge Frau, die Germanistik studiert und eine Zeitlang in Berlin wohnt. Zeichnerin Birgit Weyhe lernte Priscilla Layne kennen, als diese bereits Germanistik-Professorin war, und hatte nach einem interessanten Gespräch die Idee, ihr Leben zu zeichnen -- herausgekommen ist "Rude Girl".
Das Besondere an dieser Graphic Novel ist die Art, wie sie erzählt wird -- nämlich einerseits, wie erwartet, von der Zeichnerin Birgit Weyhe aus Sicht von Priscilla Layne, andererseits jedoch gibt es immer wieder Einschübe, in denen Priscilla Layne selbst zu Wort kommt und bestimmte Dinge der vorangegangenen Erzählung korrigiert oder vervollständigt. Das sieht dann beispielsweise so aus: Wir lesen, erzählt in der ersten Person, ein Gespräch zwischen Priscilla und ihrer Mitbewohnerin in Berlin. Später dann, als das Kapitel endet und Priscilla selbst zu Wort kommt, lesen wir, wie Priscilla sagt: "Du hast meine Mitbewohnerin recht negativ dargestellt, dabei war sie sehr nett." Und sie erzählt uns weitere (teils korrigierende) Details zu dem vorangegangenen Kapitel. Anfangs musste ich mich an diesen Erzählstil gewöhnen, wusste nicht, ob ich das Ganze irgendwie albern finde, doch schon bald fand ich es erfrischend anders.
Was sich außerdem wie ein roter Faden durch das Buch zieht und eines der zentralen Punkte darstellt ist das Thema "race". Zum einen wurde Priscilla Layne in ihrem Leben immer wieder mit Rassismus und der Thematik des Schwarzseins konfrontiert. Zum anderen setzt sich auch die Zeichnerin Birgit Weyhe mit ihrem Weißsein auseinander -- denn zu Beginn der Graphic Novel schreibt sie, dass ihr während eines Seminars in Bezug auf ihren Comic "Madgermanes" kulturelle Aneignung vorgeworfen wurde. Zunächst ist sie beleidigt und fragt sich, ob sie denn nur noch über mittelalte, weiße Frauen aus Norddeutschland schreiben dürfe? Am Ende der Graphic Novel, nach den Gesprächen und der Arbeit mit Priscilla Layne, teilt sie ihre neugewonnenen Erkenntnisse über ihr Weißsein und die damit einhergehenden Privilegien.
Alles in allem eine interessante Graphic Novel, die jedoch meiner Meinung nach häufig noch zu sehr an der Oberfläche kratzt. Es stellt sich die Frage, wie intensiv bzw. erschöpfend die Geschichte (und bestimmte Thematiken) in einer Graphic Novel hätte(n) erläutert werden können -- und ob das überhaupt das Ziel war. Denn auch ein Kratzen an der Oberfläche regt zum Nachdenken an.
Mir hat die Garaphic Novel ausgesprochen gut gefallen. Vor allem mochte ich das Konzept der Zwiesprache zwischen der Zeichnerin Birgit Weyhe und der Professorin Priscilla Layne, deren Leben sie beschreibt. Und dieses Leben, obwohl auch fiktionalisiert, ist sehr interessant zu lesen und eher ungewöhnlich. Man erfährt außerdem sehr viel zu Schubladendenken, Ausgrenzung und auch Intersektionalität in den Kontexten verschiedener Länder und Kulturen. Dadurch werden viele Themen behandelt und es geht weniger in die Tiefe, was ich aber nicht als störend empfand. Ich finde aber, dass die Graphic Novel einen guten Einstieg in diese Thematiken bietet. In den meisten Fällen sind die Zeichnungen sehr gegenständlich, aber zwischendurch werden sie vollformatig und abstrakt, wenn starke Gefühle beschrieben werden. Ich fand das sehr passend und insgesamt war es ein sehr kurzweiliges Lesevergnügen.
Ich fand's sehr gut, wie die einzelnen Abschnitte noch von Priscilla Layne ergänzt wurden. Denn Birgit Weyhe bringt zwar den roten Faden voran und erzählt eine Geschichte, der Hintergrund und die Kontextualisierung kann nur von Layne selbst kommen. Sie kritisiert ja auch einige Dinge an der Darstellung von Weyhe. Da habe ich mich gefragt wie der Prozess war von, welche dieser Kritiken lassen wir drin und welche nicht. Oder vlt war das schon alles? Naja, anyways, ich fand die Fülle der angesprochenen Themen hervorragend und gut bearbeitet.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Ich möchte mein Deutsch verbessern, und diese Graphic Novels sind sehr Hilfreich, weil es Bilder gibt, die die Wörter begleiten. Ich würde Graphic Novels es jedem, die ihren Deutsch verbessern wollen, empfehlen.
Die Erzählung hat mir gefallen, weil ich in Chicago lebte, und ich liebe Berlin. Aber während die Themen wichtig sind, wundere ich, ob Weyhes Nachricht anders war, dann Priscillas Nachricht. Meiner Meinung nach endet das Buch mit liberalen Konzepten gegen Rassismus und Klassizismus und Sexismus, aber es spricht nicht über ein Plan für dem Welt. Vielleicht verpasse ich den Punkt!
This is so well organised and structured to read. It talks about the black experience through Priscilla, but it dwelled into such bigger themes about being alienated, privilege and trauma. The colour depiction is beautiful and I like how the black voice is allowed to speak as well as the artists narration, to add further comments or explanations to the story of Priscilla. Really good!
Das gefällt mir sehr. Das ist ein Buch, das von Rassismus, kulturelle Aneignung, und Leben handelt. Die Hauptfigurin muss als Außenseiterin in den USA und Deutschland leben und ihre Identitäten als Amerikanerin, Tochter von afrokaribischen Einwanderer, und Deutschsprachiger navigieren. Unsere Autorin lernt auch viel über Identität und Privileg.
I read the English version. I enjoyed the anecdotes explaining going up with immigrant experience, teen, trauma survivor, race/class clashes and finding one’s self/identity. Easy, quick read with historical references. Life off the beaten path leads to an awesome adulthood!
A fantastic graphic memoir about Priscilla Layne, an African American with Caribbean roots, growing up in America. Labelled 'Oreo' by others, this memoir is her rebellion against the label that boxed her into a category. 1000% recommend!
Une histoire captivante, importante et très riche, avec en filigrane une réflexion nécessaire (bien que parfois un peu didactique) sur la responsabilité des artistes. Les dessins et les couleurs sont captivants, la structure de la BD très originale.
Das Buch erzählt die Geschichte von Crystal, eine Amerikanerin, Schwarze, Wörterliebahaberin und Skinhead. Die Figur ist mega cool und die Autorin ist auch mega cool, weil sie im Dialog mit ihrer Figur Crystal zum Thema Gender, Race und Class sich auseinandersetzt. Die Illustrationen sind genial.
Wow, das ging in 2h weg zu lesen. Großartig, wie die originale Protagonistin und die Autorin miteinander interagieren und wie eloquent das umgesetzt wurde.
starke bilder, sehr interessanter dialog zwischen den beiden verschiedenen teilen, viele anregungen um sich mit den beschriebenen problemen auseinanderzusetzen.