Um ehrlich zu sein, konnte mich "Manhatten Law & Passion - Verbotene Gefühle" nicht so ganz überzeugen. Mir gefallen zwar das Setting und die Anwalt-Thematik an sich und auch die Charaktere stellen mich zufrieden. Vor allem Isabelle mochte ich und die plötzliche Offenbarung ihrer Beziehung hat mit gefallen. Allerdings fand ich die Reaktionen der Charaktere oft nicht nachvollziehbar und die Handlung etwas schnell und oberflächlich abgehandelt. Ich möchte das Buch zwar nicht durchweg kritisieren, aber begründen, warum ich es so bewerte. Zunächst einmal fand ich es sehr plötzlich und unrealistisch dargestellt, wie schnell und ohne viele Schlüsselmomente sich Richard auf Harper einschießt. Ich finde es gut, dass er ihr in ihrem Rechtsfall sofort helfen will, aber ich denke, dass man noch mehr Beweggründe hätte mit einfließen lassen sollen. Dazu muss ich aber sagen, dass die Liebe auf dem ersten Blick als Grund genannt wird und es vielleicht auch an meinem persönlichen Geschmack liegt, dass das für mich nicht ausreicht. Der Hauptaspekt, der mich stört, ist jedoch, dass es mir vor kommt, als würde man den Punkt verpassen, in dem sie sich ineinander verlieben und das sollte meiner Meinung nach mit zum Kern einer Liebesgeschichte gehören. Es scheint nämlich, als würden sich Richard und Harper von Anfang an, ohne sich wirklich kennengelernt zu haben, unglaublich stark ineinander verknallen und es daraufhin leugnen. Dann sind sie ganz kalt zueinander, sie heiraten und Harper gerät in Trauer und ganz plötzlich gestehen sie sich ihre Liebe und führen sich auf, als sei nie etwas gewesen, als hätten sie eine tiefe Verbindung und als würden sie in ihrer Beziehung auf Wolke Sieben schweben. Dabei schien es mir, als hätten sie sich eigentlich noch gar nicht richtig kennengelernt und nicht wirklich besonders viel zusammen erlebt. Deshalb kann ich diese unfassbare Liebe, die sie plötzlich zueinander haben, nicht wirklich ernst nehmen. Es kommt mir vor, als habe sich die Autorin nicht die Zeit genommen, in eine logische Tiefe zu gehen. Vor allem am Ende passiert dann auch ziemlich viel aufeinander und die Geschichte verliert dadurch meiner Empfindung nach an Realität. Ein Beispiel ist auch die Situation, in der Richard auf einmal vor Harper wegen seines Onkels ausrastet. Diese Reaktion kam mir lächerlich übertrieben und schnell abgehandelt vor, da man zuvor noch gar nichts von seinem Konflikt mitbekommen hat. Grundsätzlich gab es zwar Potenzial in den Konfliktpunkten, wie z.B. Harpers Unwohlsein bei der Heirat, die Situation mit Richards Onkel, die Krankheit von Harpers Mutter und der Kuss mit Richards Ex, allerdings schien es mir nie, als würde vernünftig auf die Punkte eingegangen werden. Ich will damit nicht sagen, dass man die Geschichte grundsätzlich nicht lesen sollte. Es gibt bestimmt Personen, denen das reichen könnte und für die das ein süßes, leichtes Buch zum durchfliegen ist, aber für mich persönlich hat es auf jeden Fall nicht gereicht und die Geschichte hat sich definitiv nicht von anderen Romanzen hervorgehoben. Dazu kommen natürlich aber auch die Klischees (wie z.B. die unterstützende beste Freundin, die das liebe Mädchen aus der Komfortzone holt, etc.), die man natürlich nicht als Kritikpunkt sehen muss, die jedoch auch dafür sorgen, dass die Geschichte wenig Individualität ausstrahlt. Trotzdem ist sie durch den leichten Schreibstil sehr einfach und schnell zu durchfliegen und einige suchen vielleicht auch nach so einem Buch. Jedoch muss ich dazu auch erwähnen, dass ich viele Sätze ein wenig unelegant formuliert finde und es einige Tippfehler gibt, die man als störend empfinden kann. Insgesamt habe ich das Buch also so bewertet, da ich alles für ein bisschen zu knapp und nicht tief genug halte und ich die plötzlichen Emotionen der Charaktere dadurch oft nicht nachvollziehbar finde.