Ein Wahnsinniger, der in der Nacht mit einem Rasenmäher Jagd auf Menschen macht, ein Polizist, der seiner Ex Drogen untergeschoben hat, ein Bestatter, der selbst gerade nochmal so dem Tod entkommen ist, und eine Gefängniswärterin, die behauptet, von einem Insassen mehrfach brutal vergewaltigt worden zu sein – oder doch nicht?
In seinem neuen Buch stellt Alexander Stevens wahre Fälle vor, bei denen seine Mandanten vielleicht völlig zu Unrecht einer Straftat verdächtigt wurden. Die Anschuldigungen reichen von Mord und Totschlag bis hin zu Vergewaltigung oder Brandstiftung. Doch sind am Ende wirklich alle Fälle aufgeklärt? Ist ein Schuldiger juristisch gerade noch einmal davongekommen, wurde die Straftat nur vorgetäuscht, oder blieb der wahre Täter womöglich unentdeckt?
An sich fand ich die Fälle interessant und sie zeigten einige Missstände im Justizsystem auf. Aber der letzte Fall über Luke Mockridge hat mich schockiert. Der Autor hat sich hierbei entschieden, anstatt wie bei allen anderen Fällen aus dem Buch einen zu erzählen mit dem er selbst nicht in Verbindung stand. In dem ganze Fall wird probiert Ines Aneoli mit ihren gekürzten Aussagen zu diskreditieren. Es kommt das Gefühl auf der Anwalt positioniere sich auf Lukes Seite, weil er den Rufmord für ungerecht hielt. Dabei lässt er außer Acht, dass nur weil ein Verhalten evtl. nicht strafwürdig ist oder dies nicht nachgewiesen werden kann es immer noch übergriffig sein kann und daher auch medial verurteilt werden muss. Warum er sich dazu entschieden hat in Zeiten wo Frauen gerade anfangen sich gegen Männer in der Öffentlichkeit zu wehren, ein Buch zu schreiben, das möglichen Opfern in Zukunft Angst bereitet in einem Buch als unglaubwürdig dargestellt zu werden, kann ich nicht nachvollziehen und finde ich problematisch.