Die 18-jährige Emba träumt von einem Leben als Runarjägerin. Die bösartigen Wesen bestehen aus purer Energie und sind die Quelle für den Reichtum und den Luxus in Pantreás. Gegen den Willen ihres Vaters und mit viel Glück besteht Emba die harte Aufnahmeprüfung an der Jägerschule. Doch die Zeit der Prüfungen scheint nun erst richtig zu Zwischen Intrigen, Machtspielen und tödlichen Gefahren muss sie sich beweisen - und auch ihr Herz bleibt dabei nicht verschont. Aber kann sie Fynn wirklich vertrauen? Schon bald erkennt Emba, dass alles, was sie über ihre Welt zu wissen glaubte, eine Lüge war ...
Carina Zacharias wurde 1993 geboren, ist Autorin verschiedener Kurzgeschichten und Romane und betreibt den YouTube Kanal „Bücherwelten“. Ihr Fantasy-Roman „Emba – Magische Wahrheit“ stand 2017 auf der Shortlist des Deutschen Phantastikpreises. Sie arbeitet als Softwareentwicklerin in der Umweltinformatik.
Emba: Die Jägerin von Pantreás ist der Sammelband zu der Emba-Dilogie von Zacharias. Mir hat die Reihe ehrlicherweise gar nicht gefallen. Die Charaktere sind unsympathisch, die Welt kaum durchdacht und es passiert besonders im zweiten Buch kaum etwas, wohingegen Dinge aus dem ersten Buch oft keinen Sinn ergeben haben oder mir ziemlich bekannt aus anderen Büchern waren. Auch sind mir einige recht problematische Stellen aufgefallen. Ich habe dem ersten Band zwei Sterne gegeben, dem zweiten bloß einen Stern. Im Folgenden werde ich beide Bände einzeln reviewen, weil es so übersichtlicher ist.
Bittersüße Lüge: ★★ Den ersten Band, Bittersüße Lüge, würde ich als Dystopie-Fantasy-Mix beschreiben. Emba kommt aus einer behüteten Familie und schmuggelt sich an die Jägerschule, die Runare jagt, die für die Energieversorgung des Landes verwendet werden. Akademiesettings mag ich immer gerne und dieses ist wohl der Grund, warum ich dem Buch noch zwei Sterne gegeben habe. Ansonsten finde ich die Welt nicht wirklich kreativ und es hat mich sehr gestört, wie wenig Kritik am System geübt wird.
Es ist zwar eine Weile her, dass ich die Reihe gelesen habe, aber manches an dem Buch hat mich ziemlich an Divergent erinnert: Am Anfang muss Emba für eine Simulation die richtige Lösung finden. An der Akademie muss die Person mit der geringsten Punktzahl gehen und es kommt natürlich dann dazu, dass Emba unten auf der Liste ist. Toran hat mich stark an Eric erinnert und Fynn, der Love Interest, ist genauso wie Tobias ihr Trainer. Ich weiß nicht, ich finde, dass sind schon einige Ähnlichkeiten. Ansonsten war es sehr offensichtlich, dass . Die Ausbildung ist dann plötzlich nach einem Timeskip zu Ende und keine Prüfung wird beschrieben, was ich schade fand.
Der Schreibstil selbst hat mir auch nicht gefallen. Die Sätze waren stellenweise etwas lang und ich fand es bspw. am Anfang seltsam, wie viele Selbstgespräche Emba fühlt. Negativ aufgefallen ist mir auch, dass Leute sehr oft als verrückt, irre oder wahnsinnig bezeichnet werden und dass es auch abwertende Kommentare über Psychologen gibt.
Ebenfalls mochte ich Emba als Hauptfigur überhaupt gar nicht. Natürlich ist sie sehr reich, was mir Wish-Fulfilment-Vibes gegeben hat, die ich nie leiden kann, und hat eine tote Mutter. Irgendwie ist sie sehr verwöhnt, kaum empathisch und ziemlich „not like other girls“. Es ist unangenehm, wie verschwenderisch ihr Vater und sie leben und sie es nicht einmal reflektiert. Stellenweise hatte ich das Gefühl, Panem aus der Capitol-Sicht zu lesen, besonders bei der eher negativen Darstellung der Protestierenden. Emba ist natürlich auch die Beste aus der Klasse beim Klettern und beim Fahren und alle bewundern sie, aber an anderen Stellen ist sie ziemlich dämlich. Es ergibt keinen Sinn, dass sie am Ende .
Unangenehm ist auch, dass die einzige Person of Colour, Bakari, ein Diener ist, während eine andere Figur eine Abstammung aus dem „fernen Osten“ hat, wo auch immer der sein soll. Eine Stelle hat mir auch sehr unangenehme Vibes gegeben: Bakari isst eine Schokolade, worauf unsere Hauptfigur sagt: „Die ist ja komplett schwarz“ und er antwortet: „Genau wie ich!“. Ich bin nicht in der Position, dass zu bewerten, aber man hört ja oft von Own Voices, dass es unangemessen ist, dunkle Hautfarben mit Essen zu vergleichen. Der Frauenhass ist mir ebenfalls negativ aufgefallen. Emba und eine Mitschülerin hassen sich auf übertriebene Weise, weil sie in denselben Typen verliebt sind, haben wir auch noch nie gesehen.
Magische Wahrheit: ★ Wie oben erwähnt, fand ich Magische Wahrheit ehrlicherweise echt furchtbar, da einfach nichts an dem Buch interessant oder stimmig ist. Das größte Problem ist, dass Emba den Großteil des Buches eigentlich nichts macht. Sie chillt die meiste Zeit in einer Zeltstadt, die sehr heteronormativ ist und auf den klassichen Geschlechterrollen aufbaut: Die Männer gehen auf die Jagd, während Frauen zu Hause bleiben und kochen – ich dachte, über so etwas wären wir längst hinweg. Das wenige, das passiert, hat oft keinen Sinn ergeben oder war viel zu convenient für den Plot. Das war zum Beispiel so, als Emba sich random sehr detailliert daran erinnert, . Es war auch sehr seltsam, dass Emba kaum an ihren Vater und Fynn denken und dass die auch kaum nicht ihr suchen.
Daneben hatte ich das Gefühl, dass der Autorin viele Ideen einfach erst während des Schreibens gekommen sind. Dies ist der Fall mit dem random Teleportszauber oder . Andererseits sind manche Dinge sehr offensichtlich, wie die Tatsache, dass .
Das World Building ist ansonsten sehr löchrig. Es wird immer wieder von „dem Regime“ geredet, was gestürzt werden muss, aber wir wissen darüber gar nichts. Was ist denn das politische System, wer ist das Staatsoberhaupt? Das Finale hat mir auch überhaupt nicht gefallen. Die finale Schlacht finde in einem Kapitel statt und .
Der Schreibstil wird hier auch nicht besser und war eigentlich sogar problematischer als vorher. Das I-Wort mir mehrmals verwendet und die magischen fremden Völker sind auch lowkey rassistisch. Sie werden sehr klischeehaft als unzivilisiertes „Urvolk“ eingeführt mit „mandelförmigen“ Augen, haben Trommeltänzer, Schamanen und Rituale, um alle Klischees abzuhaken. Auch wird sich eher darüber lustig gemacht bzw. es wird als seltsam dargestellt. Das Buch kommt auch nicht ohne sexuelle Belästigung aus: Emba wird natürlich von einem Kerl gerettet und denkt darüber nicht einmal wieder nach, nachdem es passiert. Es sagt auch niemand sonst etwas dazu und der Täte erfährt keine Konsequenzen. Wie oben erwähnt, Emba hat mich hier immer noch genervt, besonders, weil sie so oft ohne Grund aufbrausend wird. Den Bösewicht fand ich auch ganz schlimm, weil er sehr klischeehaft war mit bspw. random „verrückten“ Lachen.