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Lauter: Roman

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Leon lebt wie im Rausch, Rausch, sucht Entgrenzung in der Fremde und probt den Aufstand daheim. Bis er von weither zu spät zurückkommt, als seine Mutter stirbt. Selbstvorwürfe quälen ihn, Erinnerungen suchen ihn heim, verbittert zieht er sich zurück. Selbst Vio und Milena, die beiden ungleichen Freundinnen, können daran nichts ändern, und auch nicht, dass ihre gemeinsame Punkband vor einem Durchbruch steht. Als Leon erfährt, dass er Krebs hat, folgt er einer Einladung nach Venedig, wo ihn ein alter Freund in die Kunst der Meditation einführt. Doch die Reise, auf die Leon sich begibt, endet nicht dort, sondern geht weiter, quer durch Italien, bevor er schließlich auf der Vulkaninsel Stromboli landet. Unverhofft findet er sich in einer Welt wieder, in der die Liebe schamlos ist, die Gitarren wieder fiepen und dröhnen und eine Versöhnung mit dem Leben möglich scheint.
Lauter ist voller Wut und Hoffnung. Lauter feiert das Leben in Versenkung und Ekstase. Lauter ist der Ruf nach mehr, immer noch mehr, und endlich nach Stille.

223 pages, Kindle Edition

Published March 20, 2024

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About the author

Stephan Roiss

4 books1 follower

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Community Reviews

5 stars
7 (24%)
4 stars
6 (20%)
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13 (44%)
2 stars
1 (3%)
1 star
2 (6%)
Displaying 1 - 6 of 6 reviews
Profile Image for Meike.
Author 1 book5,842 followers
March 24, 2024
Now Nominated for the Austrian Book Prize 2024
Roiss' debut Triceratops was highly impressive, and his sophomore effort also doesn't take the easy route, but ventures into aesthetically more challenging territory, which I appreciate. The plotline is rather simple though: We meet Leon, who might be an alter ego of the author. Leon is a bisexual drifter in the Austrian counterculture, the guitarist and singer in a punk band, living rent-free in the house of his old friend Anton, who is seeking enlightenment in Venice. During a trip to Cuba, Leon learns that his mother is dying, and he rushes back - but he's too late. While he is struggling with the loss and processing his childhood, his parents's divorce and his mother's mental decline, he learns that he suffers from cancer...

What Roiss does excellently is evoking atmosphere: Yes, it's also a weakness that his text is often slowed down by excessive descriptions of sights and sounds, of minor details and environments, but the descriptions are also expertly done and highlight the rift between the inside and outside world of Leon. We understand the world Leon lives in in Austria - and it's one of sex, drugs, and punk rock - and it's interesting how he transports his attitude and convictions to other places, especially Italy, where he goes to visit Anton (which leads to a great twist that defies readers' expectations).

It's interesting to ponder this through the lens of the Bildungsroman: Leon is re-evaluating his childhood, he is shown between the worlds of his biological and his chosen family, the latter mainly consisting of his bandmates Milena (who is also a mother) and Vio (with whom he has some sort of situationship), and of course Anton. In Venice, Anton is trying to let go of his feelings through meditation and mindfulness, and the way Leon reacts is also a commentary on our current cultural climate. Leon's cancer diagnosis heightens his feelings of vulnerability.

An interesting text, and one that grows the longer you think about it. Yu can listen to us discuss it on the podcast here: https://papierstaupodcast.de/podcast/...
Profile Image for mos.
1,146 reviews33 followers
September 9, 2024
„Ich wachte nicht gern auf, und beim Anblick des Abendhimmels, wolkenlos und indigoblau, fragte ich mich, ob jemals nichts gewesen war – und warum es nicht dabei geblieben ist.“ (Zitat Seite 111)

Inhalt
Leon ist gerade in Kuba, als er die Nachricht erhält, dass seine Mutter im Sterben liegt. Obwohl er sofort aufbricht, kommt er zwanzig Minuten zu spät. Er verliert sich selbst in Kindheitserinnerungen und Jugenderinnerungen, versteht sich selbst nicht mehr, seine Mutter ist in seinen Gedanken immer präsent. Auch seine Freundinnen Vio und Milena und die gemeinsame Noisepunk Band Graógrammán erreichen ihn nur teilweise, wenn er durch die Musik seinen Zorn ausleben kann. Die Einladung eines alten Freundes, der in Venedig lebt, schlägt er zunächst aus, bis er sich völlig unerwartet einer Krebsbehandlung unterziehen muss. Danach tritt er seine Reise nach Italien doch an. „Lass die Haare wehen, Kleiner“, pflegt Vio oft zu ihm zu sagen, doch so einfach ist das nicht.

Thema und Genre
In diesem Roman geht es um Trauer, Verlust, Erinnerungen, eine schwierige Vater-Sohn-Beziehung, um ungebremste Lebensfreude und um das Gegenteil davon, zornige Verweigerung. Wichtige Themen sind Freundschaft und Liebe, und vor allem Musik in vielen Facetten, die Erinnerungen an die leisen Lieder der Mutter und Leons harter, dröhnender Punkrock.

Erzählform und Sprache
Die Geschichte spielt in der Gegenwart, es sind Episoden, die sich aneinanderreihen, immer wieder in die Vergangenheit abgleiten, in Kindheitserinnerungen, in prägende Erlebnisse einer wild gelebten Zeit. Lebhafte Schilderungen der Eindrücke und Beobachtungen des Alltags der Menschen, zuerst in Kuba, dann in Italien, der Musik, von langen, exzessiven Abenden und Nächten, werden ergänzt durch Gedankenströme und einer inneren, fassungslosen Einsamkeit, die gewollt auch ins Außen getragen wird. Eine Hauptfigur unserer Zeit, die auf der Suche ist. „Du wirst eine Antwort finden, allerdings nicht in deinen Gedanken. Für manche Probleme ist die Lösung keine Erkenntnis, sondern eine Entscheidung. Ein Wagnis.“ (Zitat Seite 128) Auch die Sprache ist genial, spielt mit den vielen Möglichkeiten des Erzählens und man folgt ihr ebenso gebannt, wie dieser Geschichte.

Fazit
Eine packende, begeisternde Mischung aus lebhaft, bunt, laut und sehr dunkel, mit vielen leisen, nachdenklichen Nuancen, großartig erzählt.

Profile Image for Otto.
792 reviews52 followers
October 3, 2024
Irgendwie kam mir im Verlauf der Erzählung immer mehr die Assoziation zum Wort „Kitsch“ in den Sinn. Das hat dann die Gefühlslage beim Lesen getrübt. Zuviel Eltern-Kind Leid, zuviel Vaterproblematik, dann noch die „Du wirst das schaffen“ Hodenkrebs-Erzählung, der wie immer plötzlich auftritt.
Witzigerweise befinde ich mich gerade in Venedig beim Lesen der Geschichte, hier spielt auch eine Art missglücktes Reinigungsritual statt.
Ein paar Schlagworte aus der Punkerszene scheine ich auch gelernt zu haben.
Roiss hat das Erzählen gut gelernt, preiswürdig (nominiert zum österreichischen Buchpreis 2024) kommt mir der Roman nicht vor.
Profile Image for Estrelas.
1,095 reviews
September 29, 2024
„Ich war vernarrt in die gebutterten und die spröden Wörter, in die gekämmten und die zottigen, verfiel der Poesie, den felsenfest gebauten, prall gefüllten Strophen.“

Dieses Buch erzeugte ein starkes Déjà-lu-Gefühl (Sohn kompensiert Tod eines Elternteils u.a. mit Eskapaden), und ich komme nicht drauf, wie sein Zwilling heißt. Die Momente poetischer Besinnung waren jedenfalls sehr schön.
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