In ihrem zweiten Roman nach ihrem Erfolgsdebüt Ewig Sommer erzählt Franziska Gänsler von einer jungen Frau und dem abgründigen Geheimnis um ihre verschwundene Schwester. Was ist damals wirklich passiert? Und warum ist diese Frage erst jetzt, viele Jahre nach dem Verschwinden, möglich? Ein eindringlicher, intensiver Roman über Trauer und Liebe, über Erinnerungen und ihre Grenzen.
Als ihre kleine Schwester verschwindet, ist Zoey selbst noch ein Kind. Jetzt, zwanzig Jahre später, sind ihre Erinnerungen daran bruchstückhaft und widersprüchlich. Warum wurde nie nach der Schwester gesucht? Nach dem Tod der Mutter reist Zoey an die französische Atlantikküste, wo sie zu dritt gelebt haben, bevor diese eine Nacht alles veränderte. Zoey Sie muss ihre Erinnerungen neu sortieren, die wie Inseln im Licht aus dem Meer ragen und die tief unter der Oberfläche miteinander verbunden sind.»Franziska Gänsler ist eine behutsame und äußerst gekonnte Erzählerin, in deren Händen diese Geschichte über Wahrnehmung und Wahrheit sich nach und nach mit einem großen Sog entfaltet.« Theresia Enzensberger »Ein Buch wie das große Kino von Ozon und flirrend, elegant und im besten Sinne skurril.« Yael Inokai »Franziska Gänslers Prosa bläst eine Seifenblase in einem auf. Darin ein wabernder Sommer an der Côte D‘Argent. Da steht ein Fernseher. Ist alles anders, als es scheint?« Julia Friese
Bis jetzt mein Lieblingsbuch des Jahres. Franziska Gänsler hat einen Stil, durch den ich beim Lesen fast jeder einzelnen Seite dachte: "Wer so schreiben kann, kann wirklich alles schreiben". Zum Glück hat sie diesen Roman geschrieben, in dem die schmerzhaften, überfordernden und verwirrenden Gefühlsfacetten von Verlust und Trauer in so wunderschönen und überwältigenden Sprachbildern ausgedrückt werden.
Eine melancholische Geschichte über die Suche nach der Wahrheit. Zoey begibt sich nach dem Tod ihrer Mutter zurück an die französische Küste. Zu dem Ort, an dem sie die ersten Jahre ihres Lebens in einem Bauwagen aufwuchs - und der ihre Erinnerungen an ihre verschwundene Schwester Oda hochspülen soll. Sie war 5 Jahre alt, als sie spurlos verschwand und ihre Mutter zu einer anderen, verschlossenen Version ihrer selbst machte. Sie spürt den Erinnerungsbruchstücken nach, lenkt sich ab nach der kraftzehrenden Pflege ihrer sterbenden Mutter .. und versucht das Puzzle ihrer Vergangenheit zusammenzusetzen. Den Kontrast zwischen der warmen, sommerlich hellen Atmosphäre der Atlantikküste und der Kälte, Trauer und Melancholie in Zoey fängt die Autorin gekonnt ein. Für mich hätte der Plot noch spannender erzählt werden können und die Auflösung war dann wenig überraschend.
Dieses Buch hat mich so sehr begeistert, dass ich es an einem Tag durchgelesen habe. Die Geschichte von Zoey, ihrer verschwundenen Schwester Oda und ihrer Mutter haben mich tief bewegt. Es geht um Trauer, Verlust, ein toxisches Mutter-Tochter-Verhältnis und dessen Bewältigung. Gänsler schreibt dabei so einfühlsam und echt, dass ich dachte, ich würde Zoey persönlich kennen. Die Auflösung am Ende fühlt sich dann noch einmal an wie ein Tritt in die Magengrube, als wenn einem nicht alle Seiten davor schon seelisch genug angetan haben. Für mich ein Lesehighlight in 2024.
„Ich denke an die Sirenen, daran, dass ihre Körper nach ihrem Tod zu Inseln wurden, zu Klippen. Das ist, was ich für die Mutter will, die Ewigkeit einer Insel, umgeben von spiegelndem Licht.“
Franziska Gänsler schreibt über ein Leben, das plötzlich eine große Wendung nimmt. Zoeys Schwester ist verschwunden. Die Mutter ist tot. Sie war die einzige Person, die die Wahrheit über die Lüge kannte - bis Zoey wieder zurück an den Ort gelangt, wo alles begann.
In ihrem neuen Buch „Wie Inseln im Licht“ schreibt die Autorin Franziska Gänsler über den Verlust und das Fehlen eines Lebens.
„Alles wäre immer einfacher gewesen, wenn wir an etwas geglaubt hätten. An eine Schicksalschreibung, irgendetwas, das aus unserem Leben mehr gemacht hätte.“
Franziska gelingt es, eine melancholische Stimmung, eine große Sehnsucht nach dem nächsten Leben und das Gefühl von einem ‚schönen’ Leben zu erzeugen, durch ihre eindrucksvolle Erzählweise. Immer wieder beschreibt sie die Stimmung treffend, ohne in Kitsch abzurutschen:
„(…) und der Hinmel ist auch hier eine blaue Kuppel, die über dem Meer ins Weiß verschwimmt. Alles glitzert, wie immer, wenn die Sonne am Atlantik scheint, alles ist wie immer in Bewegung.“
Irgendwann hat mich das Rätsel über das Verschwinden der Schwester gar nicht mehr interessiert, weil ich durch die Erzählweise und die Verbundenheit der weiblichen Figuren im Buch beeindruckt war.
„(…) und ich denke daran, wie das Leben weiterzieht und immer schon begonnen hat, die Lücken, die es aufreißt, mit Neuem zu füllen.“
4,5⭐️ Hat mich richtig doll gefesselt. Habe dieses Jahr schon das andere Buch der Autorin gelesen, was mir sehr gut gefallen hat und dieses schließt sich da definitiv an. Die Geschichte hat mich sehr schnell in den Bann gezogen und ich konnte kaum aufhören zu lesen, bis ich wusste wie es ausgeht. An sich war die Auflösung dann etwas enttäuschend für mich, bzw hätte ich mir mehr Aufarbeitung gewünscht oder mehr Hintergrundinformationen. Aber der Weg der Protagonistin dorthin wurde sehr mitreißend beschrieben und ich habe sehr mit ihr mitgefühlt. Ein kurzweiliges Buch, was sich schnell lesen lässt und das ich auf jeden Fall nicht so schnell vergessen werde.
Zoey Weiß ist aus Berlin an die Atlantikküste gereist, um die Asche ihrer Mutter an der Stelle ins Meer zu streuen, an der Anna mit ihren Töchtern 20 Jahre zuvor im Bauwagen auf einem Campingplatz lebte. Erst jetzt wird ihr bewusst, dass sie ihre ungewöhnliche Kindheit verloren hat, auch wenn sie damals mit 7 Jahren aus der Abgeschiedenheit heraus drängte. Seit ihre jüngere Schwester Oda als 5-Jährige verschwand, hat Zoey der Gedanke nicht mehr losgelassen, sie könnte Odas Hand losgelassen und damit ihren Tod verschuldet haben. Aber warum würde eine Mutter mit der überlebenden Tochter nach Deutschland zurückkehren, wenn sie nicht absolut sicher wäre, dass Oda nicht zu ihnen zurückkehrt? Tatkräftig unterstützt von Zoeys Ex-Partnerin Ari wird die Feuerbestattung in Frankreich organisiert. Es ist die Beisetzung „der Mutter“, wie die Hinterbliebene sie – für mich befremdlich – distanziert nennt. Zoey wirkt in Frankreich entwurzelt, weil sie allein trauert und offenbar Menschen vermisst, die sie oder ihre Mutter kannten. Von ihrem Vater kann sie aus der Ferne keinen Zuspruch erwarten; er wird jede Erwartung an ihn als Zumutung werten. U. a. durch die Begegnung mit der jugendlichen Kitty, die in der Gegenwart auch im Bauwagen lebt, wird Zoey bewusst, wie stark ihre Isolation als Kind und später die Pflege ihrer Mutter sie von anderen Menschen isoliert haben. Überraschend eröffnet sich ihr jedoch ein Weg, mehr über die Ereignisse zu erfahren, an die sie sich nicht mehr vollständig erinnert.
So suggestiv wie plausibel fächert Franziska Gänsler die Emotionen auf, die Zoey während der vergangenen 20 Jahre beim Gedanken an ihre Schwester durchlebte. Mit Ari, der Hotelangestellten Marlène, Kitty und deren Großmutter stellt sie ihrer vereinsamten Protagonistin Frauenfiguren an die Seite, die mit liebenswürdiger Selbstverständlichkeit für sie da sind, wenn sie gebraucht werden. Konzentriert auf wenige Tage bis zur Kremierung begegnet Zoey der Landschaft ihrer Kindheit und setzt sich damit auseinander, warum damals nicht nur Anna sich an ein entlegenes Fleckchen am Meer zurückzog. „Wie Inseln im Licht“ wartet mit einer verblüffenden Lösung auf und konnte mich besonders durch die Frauenbeziehungen berühren.
Unglaublich schön geschrieben. Unglaublich spannend. Ich hatte die ganze Zeit dieses unangenehme Gefühl im Bauch. Dann das Ende, das einerseits traurig und irgendwie befreiend ist. Toller Roman!
Die Sprache in dem Buch ist sehr ausgeschmückt und metaphorisch und war für mich anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, auch da ich bis ca. Seite 85 das Gefühl hatte, das ein deutlich größerer Fokus auf der sprachlichen, als der inhaltlichen Gestaltung des Buches liegt, da es im Plot nicht wirklich eine Entwicklung gab.
Dann hat das Buch aber echt aufgeholt und besonders die Auseinandersetzung mit Trauer und Verlust, sowie der mentalen Last und Carearbeit als pflegende Angehörige hat mir sehr gut gefallen!
Zusätzlich mochte ich das überschneiden der vielen Frauenleben unterschiedlichen Alters, die alle eine andere Perspektive mit in das Buch gebracht haben (Zoey, Oda, Mutter, Ari, Marlène, Kitty, Dr. Meyer).
„Die Mutter, Oda und ich. Wir waren ein Körper mit drei Köpfen, und der Wagen war unsere Höhle. Unser Herz war ein Herz. Nachdem Oda, ihr kleines Lachen, von uns getrennt worden war, hörten die Mutter und ich nie auf zu bluten.“ (Gänseler, 2024, S. 28)
Nach dem Tod der Mutter reist Zoey an die Atlanttikküste Frankreichs. Damals, vor vielen Jahren hat sie dort mit ihrer Mutter und ihrer jüngeren Schwester Oda gelebt. Bis zu dem Zeitpunkt, als Oda über Nacht verschwand, die Mutter schwieg und Zoey bis zum heutigen Zeitpunkt nicht erfahren hat, was mit Oda passiert ist. Dort an der Küste will sie nicht nur ihre Mutter verabschieden, sondern auch den widersprüchlichen Erinnerungen an ihre Schwester auf die Schliche kommen. Was ist vor zwanzig Jahren wirklich passiert?
Mit „Wie Inseln im Licht“ hat Franziska Gänseler erneut einen sehr feinfühlig erzählten Roman geschrieben. Es fiel mir auf den ersten Seiten schwer, mich auf die Handlung einzulassen. Dieses Gefühl legte sich aber nach wenigen Seiten und ich befand mich im Sog. Die Geschichte um Oda ist so spannend erzählt und verzichtet dabei vollends auf aufgebauschte True-Crime-Manier. Auch die Nebenfiguren empfand ich als besonders speziell und liebenswert. Zoey als queere Protagonistin, die so viel auf einmal und auf wenigen Seiten verarbeiten muss, hat mir sehr gefallen. Insgesamt ein feiner Roman, der nach Meersalz schmeckt und die Frage danach stellt, worin die Wahrheit wirklich liegt.
"Meine Erinnerung an die letzten Tage ist nicht linear, da sind nur Szenen, die aufscheinen, wie Lichter auf einer bewegten Oberfläche."
Die Mutter ist tot, die Schwester seit zwanzig Jahren verschwunden, es gibt - außer einem wenig bemühten Erzeuger - keine lebenden Verwandten mehr. Ganz schön viel für eine Siebenundzwanzigjährige, vor allem wenn deren Lebensinhalt in den letzten Jahren darin bestand, die Mutter zu pflegen. Jetzt ist Zoey in Frankreich, an der Atlantikküste, und wartet auf die Einäscherung ihrer Mutter. An diesem Ort haben sie einige Zeit zusammen gelebt und hier verschwand auch Zoeys Schwester Oda spurlos. Niemand hat Ziel je erzählt, was im Sommer 2003 passiert ist. So beschließt die junge Erwachsene, selbst nachzuforschen, was sich vor zwanzig Jahren vor Ort ereignet hat.
Obwohl die detektivartige Geschichte, die Franziska Gänsler in "Wie Inseln im Licht" entfaltet, durchaus spannend ist, ist sie in meinen Augen gar nicht so sehr die Stärke des Romans. Das sind viel eher die vielen Anspielungen auf (vor allem zeitgenössische Kunst) und die vielen Frauenfiguren, die im Roman auftreten. Beides macht dieses kurze Werk (etwa 200 Seiten) zu einem Geheimtipp. Zunächst zur Kunst: Die Protagonistin schreibt an ihrer Masterarbeit zu Tracy Emin - einer britischen Künstlerin, die auch außerhalb der Fiktion existiert. Links zu den im Roman besprochenen Videos finden sich im Anhang das Buches. Über Emin wird dann ein Bogen zu Edward Munch und dem Schrei gesponnen, was uns wiederum zu Edward mit den Scherenhänden führt. Auch wenn alle Künstler und Werke eher am Rande eingestreut werden, verleihen sie dem Roman eine zweite Deutungsebene und auf gelungene Weise mehr Tiefe. Alleine die Biografie von Tracy Emin ist schon so interessant, dass man nach dem Roman einfach weiterrecherchierten muss.
Ähnlich interessant sind auch Gänslers Charaktere. Außer als Randfiguren kommen in ihrem Roman Männer nicht vor. Frauen stehen hier in jeglicher Hinsicht im Mittelpunkt. Dabei gelingt es der Autorin, spannende und schillernde Persönlichkeiten zu gestalten - allen voran die Ex-Anwältin, die mit über 70 Jahren eine Karrier als Wahrsagerin auf Instagram beginnt. So schillernd sind aber bei Weitem nicht alle Frauenfiguren. Was sie aber eint, ist, dass sie alle auf ihre Art stark sind und für sich einstehen - auch wenn das zu Schicksalsschlägen oder Ausgrenzung führen mag. Und so ist der Roman für mich trotz seiner traurigen Handlung vor allem eines: tröstend.
Ich verstehe, was für eine Geschichte die Autorin erzählen will. Leider fühlt es sich für mich an, als wäre dieses Buch halb fertig bereits veröffentlicht worden.
Die Prämise finde ich eigentlich sehr spannend; es geht um Zoey, 27 Jahre alt, die an die Atlantikküste zurückreist, an den Ort, an dem sie bis sie sieben Jahre alt war, gelebt hat, um nach dem Tod ihrer Mutter das Rätsel um das Verschwinden ihrer kleinen Schwester zu lösen. Die Umstände, warum Zoey in genau diesem Hotel am Meer ist, sind mir klar, und der Auftakt zu der Geschichte ist auch relativ spannend. Mir gefielen die einzelnen Charaktere, die sehr divers geschrieben sind und sich auch nach echten Menschen anfühlen. Sie sind fertig ausgefleischt und auch nur kurz erscheinende, weniger wichtige Charaktere fühlen sich komplex an. Es ist eine Geschichte, die sich intensiv mit Verlust und Trauer befasst, und diese Themen auch gekonnt bespricht.
Die Geschichte hat meiner Meinung aber zu viele Schwächen, die die Bewertung stark beeinflussen. Vorsicht, Spoiler ahead!
Was mich fast am meisten gestört hat, ist der Schreibstil. Die Geschehnisse werden sehr blumig beschrieben, und Metaphern und Verbildlichungen sind en masse vorhanden. Zu viel davon, denn sehr oft ist es so, dass sie nur bedingt passend sind. Es wird auch oft die gleiche Metapher für unterschiedliche Szenarien verwendet, was dazu führt, dass sie komplett sinnlos wird, und teilweise widersprechen sie sich sogar. Besonders in der ersten Hälfte des Buches ist gefühlt jeder zweite Satz eine Ellipse, was dazu führt, dass der Lesefluss sehr schwer wird. Durch das ganze Buch hindurch führt der Schreibstil oft dazu, dass an Orten, wo versucht wird, Spannung aufzubauen, stattdessen die Spannung des Geschehens komplett verloren geht. Ein weiterer Schwachpunkt ist die Inkonsistenz der Erzählerin. Offensichtlich ist das absichtlich so gemacht, aber das ständige hin- und herspringen in der Chronologie des Geschehens ist extrem verwirrend. Ich nehme an, es soll den sehr zerbrechlichen Geisteszustand von Zoey widerspiegeln, was es aber tatsächlich erreicht, ist, dass ich als Leser*in nur genervt die Augen verdrehe. Besonders auffällig sind dabei die vielen Wiederholungen, die teilweise das Gegenteil von dem bewirken, was sie sollten. Dann sind dann noch die Schreib- und Logikfehler. Sehr viele sind es nicht, aber sie tauchen doch in einer Anzahl auf, dass es auffallend ist.
Was mir auch negativ aufgefallen ist, sind die vielen Pop-Kultur-Anspielungen. Es sind zum einen viel zu viele, und zum anderen sind sie auch nur bedingt passend. Zum Beispiel die Erwähnung von Bullerbü passte überhaupt nicht im Kontext, und genauso wenig als Zoey den Film Titanic erwähnt hat. Die schiere Menge an Anspielungen – und dadurch dass sie oft nicht wirklich Sinn machten – schwächt ihre Wirkung als erzählerisches Mittel ab und macht sie beinahe nervig.
Oftmals wurden auch Charaktere, Ereignisse und Orte beiläufig erwähnt, ohne darauf wirklich einzugehen. Teilweise schienen diese Erwähnungen sehr wichtig, allerdings kamen sie nachher nie wieder auf. Und wenn sie wieder aufkamen, wurde der Kontext nochmals komplett wiederholt, oftmals sogar mit der exakt gleichen Wortstellung.
Die zweite Hälfte der Geschichte fand ich besser geschrieben und einfacher zum Lesen, was zum einen sicher damit zu tun hat, dass nicht mehr so oft in der Vergangenheit herumgesprungen wurde, und zum anderen sicher auch, dass viel weniger Metaphern benutzt wurden. Die Geschichte ging endlich richtig voran. Ich mochte Mme Future sehr, sie brachte neuen Schwung in die Geschichte und es war schön eine reflektierte Ansicht zum Patriarchat und Feminismus von einer älteren Frau zu erhalten. Sehr toll fand ich auch, dass Mme Future genderte, es spiegelt ihren Werdegang und ihre Ideologien klar und deutlich wieder.
Zoey als Charakter fand ich in der zweiten Hälfte des Buches auch konsistenter und besser dargestellt. In der ersten Hälfte wird zu sehr um alles herumgetanzt und nichts wirklich angesprochen, was wie bereits erwähnt, oftmals Spannung abbaut, wo eigentlich Spannung aufgebaut werden soll. Ich empfand den Umgang mit Zoeys Sexualität positiv, sie wird nicht diskutiert, es ist einfach Teil von Zoeys als Person. Es ist nicht Teil der Geschichte, dieser Aspekt ihrer Persönlichkeit hat kaum Einfluss auf das Geschehen und trotzdem wird es immer wieder erwähnt und es ist keineswegs nur ein Hintergedanke.
Wie gesagt, das Buch fühlt sich für mich sehr so an, als wäre es nicht genug überarbeitet worden. Obwohl ich die Geschichte an sich sehr mochte, war es zu sehr eine Qual zu lesen.
Noch ein Buch über Mütter und Trauer (2025 literarisches Leitmotiv anscheinend). Hat einen Moment gedauert, bis ich in der Story war, aber ab da war ich sehr gefesselt. Die Figuren behalten eine etwas mystische Vagheit (was Sinn ergibt, aber manchmal etwas anstrengend zu lesen war); die Dimensionen von Verlust und Trauer stehen im Mittelpunkt und werden mit einer Klarheit beschrieben, die sich sehr echt angefühlt hat. Ich mochte prinzipiell die bildliche, lyrische Sprache, die die Atmosphäre der Geschichte unterstreicht, aber über 200 Seiten wurde es doch ein wenig eintönig und hätte ich mir hin und wieder einen stärkeren Bruch in der Sprachlichkeit gewünscht.
das buch hat mich erstmal gecatcht mit dem versprechen, es gehe um den ungelösten fall der verschwundenen schwester von zoey, den sie zwanzig jahre später, nach dem tod ihrer mutter wieder aufrollt. obwohl das buch sehr spannend war, hatte es aber viel weniger krimi-charakter als erwartet. im vordergrund standen vor allem die gefühlswelt der protagonistin, es ging viel um verlust, trauer, schmerz, nähe und einsamkeit und all das wurde bildhaft und wunderschön beschrieben.
manchmal wollte ich zoey einfach nur schütteln, weil sie so ne trantüte war und irgendwas hat auch gefehlt, das die geschichte für mich komplett rund gemacht hätte, deswegen nur 4/5.
„Wie Inseln im Licht“ klang super vielversprechend: ein bisschen persönlicher Entwicklungsroman, ein bisschen Familiengeschichte, ein bisschen Thriller. Noch dazu ist das Cover ganz großartig gelungen; es sprach mich sofort an.
Mit dem Roman selbst wurde ich leider nie warm. Es gibt viele gute Ideen, aber die Umsetzung war mir dann doch zu wirr. Die Protagonistin wirkte, als wäre sie nicht Teil ihrer eigenen Geschichte, was ja inhaltlich durchaus Sinn macht, aber erzählerisch holprig rüberkam. Dabei wäre es so interessant gewesen, diese Passivität und ihre Wurzeln in der Beziehung zur Mutter genauer unter die Lupe zu nehmen, statt Zoey immer neue Figuren zur Seite zu stellen, die dann gewissermaßen das Zepter übernehmen und die Handlung vorantreiben. Zoey wirkte dadurch mehr wie eine Beobachterin. Auch die Auflösung des geheimnisvollen Verschwindens der kleinen Schwester wurde irgendwie teilnahmslos aufgenommen. Ich weiß nicht wirklich, was ich von dem Roman halten soll.
4,5⭐️ Mochte ich sehr gerne! Mir ist aufgefallen, meistens punkten Bücher bei mir entweder wegen poetisch schöner und ausdrucksstarker Sprache ohne krasse Handlung ODER weil mich der Plot komplett catcht - Franziska Gänsler verbindet hier einfach beides. Vor allem in der Mitte fand ich die Story unglaublich spannend und ich hätte mir sogar gewünscht, Zoey 200 weitere Seiten auf der Suche nach Oda zu begleiten. Gleichzeitig hat mir die Sprache von Seite 1 an seeehr gut gefallen und ich fand’s wirklich bemerkenswert wie Gänsler Poetik mit Spannung verknüpft. 0,5⭐️ Abzug, weil ich wirklich glaube, man hätte dem Buch mehr Seiten schenken können, so kam gerade richtig Spannung auf und dann war schon Ende, das mir zwar gefallen, mich aber nicht so krass umgehauen hat, ich hab mit einem wilderen Ausgang gerechnet. Trotzdem wars tragisch und hat mich berührt. Insgesamt hätten alle Sidestories etwas ausgereift werden können, wie die Lovestory oder die Beziehung zum Vater. Große Empfehlung und ich werde auf jeden Fall auch ihr erstes Buch lesen! „Ich kämpfte gegen die Stille der Mutter, gegen die Schwärze, die sie über meine Biografie gegossen hatte.“
In “Wie Inseln im Licht” von Franziska Gänsler kehrt Zoey nach dem Tod ihrer Mutter an die französische Atlantikküste zurück, den Ort, an dem vor vielen Jahren ihre kleine Schwester verschwand. Sie merkt, dass sie ihre Erinnerungen neu sortieren muss, wenn sie endlich verstehen möchte, was damals wirklich geschah.
Gerade einmal 200 Seiten umfasst der neue Roman von Franziska Gänsler. Gerne hätte ich Zoey auch länger auf ihrem Weg begleitet. Doch gelingt es der Autorin sehr gut, auf diesen wenigen Seiten eine zarte Geschichte über Trauer, Geheimnisse und Schuld zu entspinnen.
Die Darstellung der zurückhaltenden Zoey ist dabei äußerst gut gelungen. Man merkt ihr die jahrelange Isolierung, dieses Zweierbündnis mit ihrer Mutter deutlich an. Es fällt ihr schwer, sich anderen zu öffnen und Annäherungen geschehen ganz bedacht und vorsichtig. Geprägt wurde sie auch durch einen stets abwesenden, sie sowohl auf räumlicher als auch auf emotionaler Distanz haltenden Vater. Die Szenen mit ihm, in denen er sein Desinteresse kaum verbirgt, haben mich besonders mit Zoey mitfühlen lassen. Die Schwermut, die die junge Frau umgibt, ist stets spürbar. Die Trauer um ihre Mutter ist natürlich ganz frisch und präsent. Aber auch die verschleierte Trauer um ihre Schwester, über die in all den Jahren nie geredet werden durfte, kommt an diesem Ort an der Atlantikküste, an dem so viele Erinnerungen auf sie warten, langsam an die Oberfläche. Zudem wird das ungesunde Verhältnis zur Mutter, diese jahrelange Abhängigkeit und all das Schweigen deutlich herausgearbeitet. So begab ich mich gern mit Zoey auf Spurensuche, begleitete sie auf dieser schweren Reise und hoffte ganz vorsichtig auf ein kleines Wunder.
Fazit: “Wie Inseln im Licht” von Franziska Gänsler ist ein einfühlsames Porträt über Trauer, Schuld und die komplexen Beziehungen innerhalb einer Familie. (4/5)
„𝐼𝑐ℎ 𝑏𝑖𝑛 𝑓ü𝑟 𝑖𝑚𝑚𝑒𝑟 𝑎𝑢𝑓 𝑑𝑒𝑟 𝑎𝑛𝑑𝑒𝑟𝑒𝑛 𝑆𝑒𝑖𝑡𝑒, 𝑖𝑛 𝑒𝑖𝑛𝑒𝑟 𝑒𝑖𝑛𝑠𝑎𝑚𝑒𝑛 𝐺𝑒𝑔𝑒𝑛𝑤𝑎𝑟𝑡, 𝑖𝑛 𝑑𝑒𝑟 𝑖𝑐ℎ 𝑒𝑟𝑠𝑡 𝑚𝑒𝑖𝑛𝑒 𝑆𝑐ℎ𝑤𝑒𝑠𝑡𝑒𝑟 𝑣𝑒𝑟𝑙𝑜𝑟𝑒𝑛 ℎ𝑎𝑏𝑒 𝑢𝑛𝑑 𝑑𝑎𝑛𝑛 𝑑𝑖𝑒 𝑀𝑢𝑡𝑡𝑒𝑟.“ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ „Wie Inseln im Licht“ ist ein besonderes, schmales Büchlein, dass sich mit Trauer und Verlust beschäftigt. Ich habe es sehr gern gelesen, auch wenn es sehr kurzweilig war. Mir hat die geschlossene Handlung gefallen, ich mochte die Protagonistin Zoey und auch der Schreibstil hat für mich gut funktioniert. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Zoey ist sieben Jahre alt, als ihre Schwester eines Tages verschwindet. An die Umstände kann sie sich nicht mehr genau erinnern, doch dieses Ereignis schwimmt wieder an die Gedächtnis-Oberfläche, als sie noch dem Tod ihrer Mutter an die französische Atlantikküste zurückkehrt, an den Ort, wo Oda verschwunden ist. Zu ihrem Vater gibt es ein spärliches Verhältnis, was heißt, dass sie allein zurechtkommen muss. Aber ist sie wirklich allein? Oder gibt es viele lieben Menschen um sie herum, die ihr hilfreich zur Seite stehen können? ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Es gibt viele Arten der Interpretation, beispielsweise die Distanziertheit der Protagonistin im Bezug auf ihre Eltern. Hier hätte ich es durchaus spannend gefunden, wenn Zoey ein bisschen mehr Einblick in ihre Gefühlswelt gezeigt hätte. Durch ihre anderen freundschaftlichen und romantischen Beziehungen wurde nämlich deutlich, dass sie sich öffnen kann. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ 4/5 ⭐️
Nach dem Tod der Mutter zieht es eine junge Berlinern an die Küste von Bordeaux, den Ort Ihrer Kindheit. In ihrem Schmerz begibt sie sich dort auf einen Pfad der Erinnerung und Trauerbewältigung, der sie zwischen Campingwagen, attackierenden Möwen und einem viralen Teeorakel zu sich selbst und vielleicht auch ihrer damals verschollenen Schwester bringen kann. "Wie Inseln im Licht" ist eine literarische Perle über Verluste und setzt meine diesjährige Messlatte in der Belletristik bereits zu Jahresbeginn sehr hoch.
Wie Inseln im Licht entwickelt sich rasch zu einem spannenden Krimi, den ich so gar nicht erwartet habe! Die Atmosphäre ist dicht, die Geschichte voller subtiler Wendungen, die mich immer mehr in ihren Bann gezogen haben. Besonders gut hat mir gefallen, wie Zoeys Unruhe aufgebaut wird und bis zum Ende immer weiter anzieht. Ein fesselndes und klug erzähltes Buch ✨
Mein erster Impuls dieses Buch zu kaufen, war ganz klar das wunderschöne Cover und der poetische Titel. Aber auch inhaltlich hat mir "Wie Inseln im Licht" sehr gefallen. Auf gut zweihundert Seiten erzählt Franziska Gänsler eine melancholische, tiefgründige Geschichte von Trauer, Verlust und dem Trugbild der eigenen Erinnerungen.
Besonders beeindruckt haben mich Sprache und Stil des Buches: Zoeys bruchstückhafte Erinnerungen und ihre damit verbundene Verwirrung über Wahrheit und Illusion sind spürbar beim Lesen. Gleichzeitig bleibt aber immer eine gewisse Distanz zu ihr und den anderen, teilweise skurrilen, Figuren, die bis zum Ende nie ganz greifbar sind.
Im Buch finden sich viele Anspielungen auf Künstler:innen und Performance Kunst. Vor diesem Hintergrund ist der Roman zu lesen, denn er selbst ist ein kleines Kunstwerk. Das Lesen fühlt sich oft ein bisschen an wie ein Fiebertraum – was es aber zu einem ganz besonderen, einzigartigen Erlebnis macht.
Ein atmosphärisches, poetisches Buch, das schwere Themen auf eine feinfühlige, zarte Weise vermittelt und dabei tief berührt.
Zwanzig Jahre ist es nun her, seit Zoeys kleine Schwester spurlos verschwunden ist. Zoey, damals selbst noch ein Kind, hat diesen Verlust nie verwunden, die Erinnerungen sind inzwischen jedoch bruchstückhaft und schwindend. Denn obwohl Zoey groß wurde mit einer leidenden Mutter, die am Verlust ihrer jüngsten Tochter zerbrochen ist, wurde nie über das Verschwinden oder die Schwester gesprochen. Als hätte es sie nie gegeben, während ihre Abwesenheit so spürbar und allgegenwärtig war wie ein Fremdkörper im Raum. Jetzt, nach dem Tod ihrer Mutter, um die sich Zoey jahrelang gekümmert hat, ist Zoey als Letzte übriggeblieben. Mit dem Tod ihrer Mutter scheint auch die letzte verbleibende Chance verstrichen zu sein, doch noch die so dringend notwendigen Antworten zu finden. Um den letzten Wunsch ihrer Mutter zu erfüllen, die in Frankreich beigesetzt werden möchte, kehrt Zoey zum ersten Mal zurück an die französische Atlantikküste, an der die dreiköpfige Familie bis zu jener furchtbaren Nacht gelebt hat. Mit der vertrauten Umgebung konfrontiert, kommen nach und nach lang vergessene Erinnerungen ans Licht. Widersprüchliche Erinnerungen, seltsame. Warum wurde nie nach ihrer Schwester gesucht? Warum weicht auch der Vater den Nachfragen aus und verhält sich zunehmend merkwürdig? Was ist passiert in dieser schicksalhaften Nacht in Frankreich, die Zoey nicht mehr zu greifen bekommt und sich in ihren Gedanken wilde Fantasien um die wenigen Erinnerungsfetzen ranken, in der Hoffnung, einen Sinn zu finden in dem anhaltenden Schmerz? Antworten, Klarheit der Erinnerungen und – endlich – eine Erlösung dieses jahrzehntelangen Schmerzes scheinen so flüchtig und selten wie Inseln im Licht. Zoey begreift: Nur, wenn sie tief eintaucht in ihre Vergangenheit und bereit dazu ist, Ordnung in das Erinnerungschaos zu bringen, hat sie eine Chance auf die Wahrheit, eine Chance auf einen Abschluss, kann sie die Geister ihrer Schwester und Mutter hinter sich lassen und zu Atem kommen, bereit für einen Neuanfang.
»Wie Inseln im Licht« erzählt eine melancholische Geschichte von Schmerz, Verlust und Bewältigung. Es ist ein zaghaftes Erzählen, das uns Zoey und ihr Leben, ihre Ruhelosigkeit trotz Stillstand näherbringt. Auf gewisse Art endete ihr Leben mit dem Verschwinden ihrer Schwester. Die niederdrückende Last ungeklärter Fragen, vermeintlicher Schuld und Verlustschmerz durchdringen seitdem ihr Sein. Dies drückt sich anfangs in einer bedachten, poetischen Sprache aus, die sich wandeln wird, Zoeys Gemütslage entsprechend. Es ist ein schwermütiges Buch, durchdrungen von Depression und Trauer, die zu lange kein Ventil bekommen hat. Ein feinfühliger Roman über komplizierte Familienverhältnisse, Lügen und Auslassen, einer zerbrochenen Mutter und einem schweigenden Vater. So begleiten wir Zoey auf ihrer Suche nach Antworten, auf ihrer Suche nach sich selbst, auf ihrer Suche nach einer Möglichkeit, allein weiterzumachen und sich von der Last der Vergangenheit zu befreien. Doch die Vergangenheit hinter sich zu lassen, muss sie sich dieser erstmal stellen. Ihn zulassen, all ihren Schmerz, für den wegen der Trauer der Mutter nie Raum zu existieren schien. Muss sich auseinandersetzen mit der Schuld, die sie fühlt, herausfinden, was Wahrheit ist und was Lüge, was reine Vermutungen. Sie muss tief abtauchen und die von Co-Abhängigkeit geprägte Beziehung zu ihrer Mutter hinterfragen. Stück für Stück ihre Lebensgeschichte auseinanderklauben, um zum wahren Kern vorzudringen. Muss sich überwinden und beharrlich sein, wenn ihr Vater ausweichend reagiert und doch mehr zu wissen scheint, als er vorgibt. »Wie Inseln im Licht« ist eine emotionale Auseinandersetzung mit Familie, Leben und Tod, für die man bereit sein muss, in der Stimmung sein muss. Die Schwermut der Zeilen ist greifbar und macht vor den Seiten des Buches nicht halt, greift um sich und reißt mit. Obwohl ich zu Beginn ein paar Schwierigkeiten hatte, mich auf die Erzählweise einzulassen, ist irgendwann der Knoten geplatzt, sodass ich diesen kurzen Roman als phasenweise sehr intensive Lektüre erlebt habe.
„Als ihre kleine Schwester verschwindet, ist Zoey selbst noch ein Kind. Jetzt, zwanzig Jahre später, sind ihre Erinnerungen daran bruchstückhaft und widersprüchlich. Warum wurde nie nach der Schwester gesucht? Nach dem Tod der Mutter reist Zoey an die französische Atlantikküste, wo sie zu dritt gelebt haben, bevor diese eine Nacht alles veränderte. Zoey ahnt: Sie muss ihre Erinnerungen neu sortieren, die wie Inseln im Licht aus dem Meer ragen und die tief unter der Oberfläche miteinander verbunden sind.“
Ich muss gestehen, ich hatte wahrlich Mühe mit diesem Werk. Oft waren die Zusammenhänge wirr und etwas chaotisch, die Hauptprotagonistin Zoey erschien mir stets sehr distanziert zum Leser selbst (mag sein dass es so gewollt war) was aber leider auch generell einen unterkühlten Dauerton im ganzen Buch mit sich brachte. Zoey wirkte für mich stets wie eine ewig Suchende, die nie richtig angekommen zu sein schien obwohl dies ja so beschrieben wurde. Sie verschanzte sich regelrecht in verschiedenste Aufgaben und übersah sich selbst stets dabei. Nochmal, vielleicht war das alles so von der Autorin gewollt, aber mir persönlich war es alles zu unklar, zu undeutlich. Einerseits wird das Thema lesbisch zu sein behandelt, es geht aber auch um Trauerbewältigung, um eine extrem fragwürdige Art Mutter-Tochter-Beziehung sowie um die Suche nach dem eigenen inneren Frieden. Viele Themen die zu wirr zusammengewürfelt wurden und nie so richtig explizit beleuchtet wurden. Autorin Franziska Gänsler wird mit diesem Buch sicherlich Leser finden aber ich gehöre leider nicht dazu. Mit fehlte hier Fokus und irgendwie auch Wärme von Zoey selbst und vielleicht auch gerade für sie. Kurzum: ich wurde nicht wirklich warm mit dieser Story, deshalb gibt es 2,5 neutrale Sterne hierfür.
"Unser gemeinsames Leben war eine sehr, sehr kleine Insel dort oben, über der Stadt, und es muss schwer für sie gewesen sein, als ich meines weiter und weiter auszudehnen begann, über die Ufer unserer Wohnung hinaus." S. 30
Auf Tuchfühlung mit der eigenen Erinnerung.
In "Wie Inseln im Licht" begleiten wir die junge Zoey, die nun nach mehreren Jahren der Pflege ihre Mutter verloren hat. Sie kehrt zurück an einen Campingplatz im Süden, an dem sie mit ihrer alleinerziehenden Mutter und kleinen Schwester Oda eine Zeit gelebt haben. Sie möchte dort die Asche ihrer Mutter verstreuen. An einem Ort, der ihnen allen so viel bedeutet hat. Aber mit ihrer Rückkehr kommen die Erinnerungen und die Fragen zurück. Wie kam es zum Verschwinden ihrer kleinen Schwester? Wieso hat ihre Mutter nie wieder über Oda gesprochen? Wieso spricht ihr Vater nicht darüber?
Franziska Gänsler hat einen leisen Roman über Trauer und Familiengeschichte geschrieben, in dem sie mit distanzierter, klarer und sanfter Sprache den Nebel der Erinnerung in seiner Ruhe und Gewaltigkeit unglaublich treffend beschreibt. Ich habe immer wieder gern zum Buch gegriffen, Zoey hat mich gepackt und auch Oda und "die Mutter" weckten immer Neugier auf mehr. Und trotz alledem muss ich sagen, da fehle mir was. Ich mag langsame Bücher. Sehr sogar. Aber zwischenzeitlich ging es zu schleppend, zu distanziert voran, während sich im nächsten Moment die Ereignisse (und skurillen Begegnungen) irgendwie überschlugen. Fachlich bin ich als Sozialarbeiterin im Thema etwas drin. Von daher war ich positiv überrascht von der Einbindung von juristischen Kontexten. Gleichzeitig wars mir auch etwas... zu flott erklärt.
Würde ich das Buch dennoch empfehlen? Auf jeden Fall! Denn insbesondere die Sprache hat es mir angetan. Dies wird sicherlich nicht mein letztes Buch von Franzsiska Gänsler sein!
Tiefe Trauerbewältigung und das Finden der Wahrheit Nach dem langsamen Tod der langjährig pflegebedürftigen Mutter in Berlin geht es für die 27-jährige Zoey Weiß zurück auf den Campingplatz an der französischen Atlantikküste, denn dort verschwand in einer Nacht ihre jüngere Schwester Oda. Und diese eine Nacht veränderte alles. Neben ihrem einsamen Aufwachsen in der Dachwohnung und der immer intensiveren Pflege der Mutter, schließlich gefolgt von tiefer Trauerbewältigung nach deren Tod und Beerdigung, In diesem Klima von Bedrücktheit, Leere, Einsamkeit und auch Schuldgefühlen gegenüber Oda entwickeln sich eine aufkeimende Liebesgeschichte und eine Spurensuche und kurze, schlüssige Aufklärung nach der jüngeren Schwester. Die Nebenfiguren, teils schillernd, treiben die Handlung zügig voran. Diese Geschichte einer familiären Entfremdung – vom Vater, von den Großeltern – zeigt auch eine schmerzhafte Mutter-Tochter-Beziehung auf, die besonders bedrückt mit Zoey in der Rolle der Pflegenden, sprachlich gut umgesetzt. Das Bild von Sirenen, deren Körper nach dem Tod zu Inseln, zu Klippen werden, gefällt. Genau das wünscht sich Zoey auch für ihre geliebte, auch psychisch gestörte Mutter. Niemand kannte dieses Leben unter Wasser außer uns. Wir hielten die Luft an, seit wir Oda nicht mehr hatten, und die Mutter sank. Die Suche nach Informationen über Oda könnte man als Übersprunghandlung werten zur Überbrückung der bei ihr eingetretenen Einsamkeit und Leere. Die Auflösung hätte etwas umfangreicher ausfallen können. Insgesamt sind schwierige Themen klar umrissen worden.
This is a very good book. It was also extremely hard for me to read, especially in the beginning. The main character's sister disappeared when she was five, and I currently have a five year old sister. My worst nightmare is to have her disappear. The grief that the main character feels, for her mother, sister, is wonderfully described. The paragraph breaks were sometimes nonsensical to me, the writing maybe a bit repetitive and didn't always feel planned or linear. The plot was slow, but the introspection was important. I loved how natural Zoey and Marlène's relationship bloomed, how strangely naturally the romance fit into this story about grief and being alone. What I loved about Zoey was how she was (what I call) a half-reliable narrator. She is coherent, but she will sometimes assume things about people she meets that turn out not to be exactly true. Also how she sometimes assumes she is alone, that nobody cares for her, which turns out not to be true. You as the reader understand why the people around her are worried about her obsession with her sister's disappearance, but understand how aware Zoey really is. I felt connected to her, she swims, she studies art history, things that I do, that I'm interested in. The ending, without spoiling so much, is purely closure for Zoey, and even then you can tell it's nowhere near the end of her story. Every character has things to do, places to go and their entire life to experience that won't be explored in this book. But that was okay, the book still felt complete to me.