AD(H)S bei Erwachsenen? Wurde bisher kaum erkannt, noch seltener diagnostiziert und vor allem in seiner Bedeutung vollkommen unterschätzt. Tatsächlich leiden 50-60 % der als Kind von AD(H)S Betroffenen auch im Erwachsenenalter noch unter den typischen und weniger typischen Symptomen, die sie in ihrer Lebensgestaltung mitunter erheblich beeinträchtigen. Viele können den Scheinwerfer ihrer Aufmerksamkeit nicht lange fokussieren und sind leicht ablenkbar. Hinzu kommen Symptome wie Hyperaktivität, Verträumtheit und fehlende Impulskontrolle. Dieser Ratgeber holt AD(H)S endlich aus der zu klein gewordenen Nische, denn längst ist klar: Die Betroffenen sind viele und mit diesem Buch erhalten sie eine wirksame Anleitung zur Selbsttherapie.
Der Einstieg in das Buch gefiel mir gut. Die grundlegende Indikation von ADHS und dessen verschiedene Varianten wurden schlüssig und prägnant erklärt. Jedoch zeichnete sich durch das Buch die implizite Botschaft: „Wenn du ADHS hast musst du Pillen dagegen schlucken.“ Die medikamentöse Therapie wurde leider zu unkritisch dargestellt und als notwendiger Schritt zur Bekämpfung der Symptome verherrlicht. Auch beim Teil des Buches, der die problematischen Verhaltensweisen von ADHS-Betroffenen als Plagegeister darstellt, habe ich innerlich schon abgeschaltet (vielleicht wegen meinen undiagnostiziertem ADHS?).
Nichtsdestotrotz ist dieses Buch als Einstieg in die Thematik zu empfehlen, aber erwartet keine nützlichen praktischen Tipps, die euer Leben mit der Diagnose verändern könnte.
Super Buch für den Einstieg (!) ins Thema. Empfehlenswert für Betroffene und deren Angehörige. Mir persönlich hat der letzte Teil mit den Plagegeistern nicht so sehr zugesagt. Die vielen Sinnbilder machten das Thema statt zugänglicher eher abstrakter. Die anderen Teile fand ich aber gut. Hätte mir mehr positive Eigenschaften/Tipps gewünscht, dafür dass der Titel mit „Superkraft“ wirbt, geht es im Buch fast nur um die Schwächen von ADHS.
Mit dem ersten Teil des Buches hatte ich so meine Mühe. Es las sich wie eines jener Astrologiebücher, die ich als Teenie verschlungen habe. Ausserdem gab es ein paar Aussagen, mit denen ich aus Erfahrung nicht übereinstimme (ADHSler können sehr wohl an Anorexia Nervosa erkranken).
Der zweite Part war jedoch ein richtiger Augenöffner. Ich habe so viel über mich selbst, meine Gedanken und mein Verhalten gelernt. So viele Dinge aus meiner Vergangenheit machen nun endlich Sinn, bzw. habe ich eine Erklärung dafür, weshalb ich dieses und jenes gemacht habe.
Auch hat mir Neuy-Lobkowicz einen Spiegel vorhalten können, wie meine Verhaltensweisen auf andere Menschen wirken. Ganz speziell im Bereich der Beziehung. Es ist gut, sich selbst auch mal von aussen betrachten zu können, um an sich selbst arbeiten zu können.
Ein Buch, das mir somit sehr viel gegeben hat und mich lange begleiten wird.
Ein Buch, welches Hintergründe und Symphtomatischen-Zusammenhänge von AD(H)S Detailiert und gut erklärt. Ich habe viel über mich selber gelernt und verstanden. Auch ein super Buch, für Familie, Verwandte und nicht betroffene. Ein sehr guter Start in das Thema.
Ein Stern, da es eine gute Einleitung für absolute Laien des Gebiets ist. Mir ist sauer aufgestoßen, dass es für Betroffene des inattentiven Adhs kaum Relevanz hat. Zu sehr bezieht die Autorin sich auf ihre eigenen Erfahrungen mit dem hyperaktiven Typ. Schade, zumal zu Beginn suggeriert wird, dass sie sich eingehend mit beiden Typen beschäftigt. Dem ist nicht so.