Der österreichische Verkehrsexperte Hermann Knoflacher analysiert und beschreibt die Fehlentwicklungen unserer vom »Virus Auto« befallenen Gesellschaft. Trotz der enormen Umweltschäden und hohen Unfallzahlen wachsen Jahr für Jahr die Autobahnlandschaften, steigen die Belastungen durch Abgase und Lärm, sodass sich die Frage stellt, warum der Mensch sein Verhalten nicht ändert. Hermann Knoflacher gibt praxiserprobte Antworten und zeigt Wege aus der Misere auf.
»Knoflachers Vorschläge zu einer umweltschonenden und menschenwürdigen Verkehrspolitik haben gesellschaftliche, ethische und verkehrspolitische Substanz.« Sacha Rufer (umweltnetz-schweiz)
»Entgegen dem weitläufigen Begriff des ›weißen alten Mannes‹ ist Hermann Knoflacher ein weiser alter Mann, der trotz aller Gegenwehr mit unfassbar viel Charme, Kompetenz und Hingabe daran arbeitet, die öffentlichen Räume den Menschen zurückzugeben. Sein Durchhaltevermögen beeindruckt mich sehr. Ich habe alle seine Bücher gelesen und immer wieder gerne Interviews und Podcasts mit ihm gehört. Es könnte traurig sein, dass seine Werke noch so aktuell sind, aber ich sehe die Neuausgabe von Virus Auto als Chance, die Menschen wachzurütteln und das Richtige zu Mobilitätswende jetzt – das Auto raus aus den Köpfen!« Katja Diehl (Autokorrektur)
Interessante Ansätze von Herrn Knoflacher. Beim Lesen merkt man wieder wie abhängig wir als Gesellschaft vom Auto sind. Es gibt Lösungsansätze, die aber bei sehr vielen Menschen ein Umdenken notwendig macht.
Nie hätte ich erwartet, wie wörtlich der Titel dieses Buches sich im Text widerspiegeln würde. Der Autor versucht nichts geringeres als empirisch zu beweisen, dass der motorisierte Individualverkehr den Menschen auf einer neurologischen, evolutionären Ebene umpolt, die uns in eine große zivilisatorische Daseins- und Schaffenskrise bringt.
Die tl;dr Version der üppigen Inhalte dieses Buchs ist: Ich hätte nicht gedacht, dass es NOCH mehr Gründe gibt, das Auto und seinen immensen Einfluss auf den Raum abzulehnen und diesen Einfluss bestmöglich einzudämmen. Es ist wahr: Es gibt immer den noch größeren Hater; und dieser spezifische Hater bringt sehr gute Argumente mit.
Beim Lesen überfällt uns also der übliche Cocktail aus Verzweiflung und Agitation. Verzweiflung, in einer Situation ohne Ausweg zu sein und Motivation, jetzt erst Recht gegen dieses Übel anzukämpfen. Ein wenig wie das durchschnittliche Buch zum Klimawandel, nur beschränkt auf eine Teilebene des Verfalls, der dadurch greifbarer erscheint.
Vor dem Lesen wünschte ich mir, hier ein niedrigschwelliges Buch zu finden, das man Leuten in die Hand drücken kann, um sie von einem Weltbild zu überzeugen, in dem nicht jede Einzelperson auf ein Auto angewiesen ist. Dafür ist Virus Auto 4.0 allerdings zu vielschichtig. Hier lernt sogar noch was neues, wer alle Not Just Bikes Videos auf YouTube auswendig mitsprechen kann. Virus Auto ist das Anti-MIV-Buch, um sie alle zu knechten.
In dieser Vielschichtigkeit fällt das Buch leider ein wenig auseinander. Ich kann nur erahnen, wie das Buch sich von Version 1.0 zu 4.0 verändert hat. Doch ist spürbar, wie in den vielen (zweifelsohne notwendigen) Aktualisierungen und Anpassungen unerträglich viele Redundanzen in diesen 400-Seiten-Klopper eingedrungen sind.
Damit ist dieses wichtige Buch zu schwafelig, um es Personen zu empfehlen, die Autos nicht ohnehin schon genug hassen, um eine solche Polemie in ihrer Freizeit zu durchschmökern… und die Hälfte der Absätze allenfalls zu überfliegen.