Ich liebe dieses Buch. „So was von da“ von Tino Hanekamp wirkt wie eine extreme Version einer Silvester-Nacht mit Freunden. Alles fühlt sich wie ein langer Rausch an. Die Charaktere sind seltsam vertraut. So als könnte ich selbst Teil der Story sein. Kein Wunder also, dass ich es einer Empfehlung von Freunden verdanke, dass ich dieses Buch gelesen habe.
Zur Handlung muss man gar nicht viel sagen: Es geht um den jungen Hamburger Clubbesitzer Oskar Wrobel, der zu Silvester eine letzte große Party schmeißt, bevor das Gebäude abgerissen werden soll. Erzählte Zeit: Keine 24 Stunden.
Dabei ist die Geschichte voller interessanter Charaktere, unerwarteter Begebenheiten und popkultureller Bezüge. Obendrein gibt es viele Weisheiten zum Sinn des Lebens im Allgemeinen, zu Recht und Unrecht, zu den Herausforderungen eines Clubbesitzers, dem Leiden von Künstlern, der Rolle von linken Freiräumen in der Gesellschaft und ein sehr schönes und eingängiges Schema zum klassischen Ablauf einer Party.
Manchmal wollte ich auf jeder zweiten Seite eine Passage unterstreichen. Und wenn ich den Roman nicht als E–Book gelesen hätte, hätte ich wohl zusätzlich ganz oft „JAAAA!“ daneben geschrieben. So gut bringt der Autor für mich in einigen Beschreibungen und Dialogen das Wesen von bestimmten Menschen und ihren Einstellungen auf den Punkt.
Ich bin keine 23 mehr. Das führt aber nicht dazu, dass ich mit dem Buch weniger anfangen kann. Vielleicht sehe ich nur früher den Selbstbetrug und die überzogenen Erwarten, die sich hinter der Fassade, wie toll es doch ist, sowas von da zu sein, verbirgt.
Es wurde schon von vielen Autoren behauptet, dass sie den Roman einer ganzen Generation geschrieben hätten. Das hier ist der meiner.