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Unter Verrückten sagt man du

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An einer Umbruchstelle im Leben wird Lea De Gregorio verrückt. Zu viele Gedanken drehen frei in ihrem Kopf, zu viele Fragen rasen ihr durchs Herz, der Schlaf bleibt aus. Und es folgt, was hierzulande nun mal vorgesehen ist: die Behandlung in der Psychiatrie. Doch geht der Heilung die Entmündigung voraus. Hier bestimmen, entscheiden, sprechen andere für sie. Muss sie sich dieser althergebrachten Ordnung tatsächlich fügen, damit alles besser wird? Oder sie erst recht in Frage stellen? Eine Suche nach grundlegenden Antworten beginnt, sie führt sie an tabuisierte Orte der Geschichte, in unsere Sprache, die Philosophie und schließlich in den Kampf. Gegen Ausgrenzung und Diskriminierung von Verrückten, einer viel zu lange übersehenen Minderheit.

Lea De Gregorio entlarvt die tradierten Ungerechtigkeiten in unserem Denken, Fühlen, Handeln. Unter Verrückten sagt man du leistet dringend notwendige Psychiatrie- und Gesellschaftskritik. In einer Sprache, die so klar und so klug und so zärtlich ist, dass sie den Blick auf unser Zusammenleben substanziell zu verändern vermag.

240 pages, Hardcover

Published March 11, 2024

14 people are currently reading
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Displaying 1 - 11 of 11 reviews
Profile Image for Tutankhamun18.
1,417 reviews27 followers
May 28, 2024
Leider fand ich dieses Buch recht langweilig, obwohl viele gute Themen erläutert werden. Dieses Buch beschreibt viel, aber es fehlen verbindende Argumente und macht nur flache Fazits zur generellen Verrücktheit, der Gesellschaft und der lange Schatten der NS Zeit. Es ist mehr ein Memoir als ein Fachbuch, was für mich nicht passend war. Mit einer anderen Erwartung in dieses Buch reinzulesen könnte helfen. Die Autorin verbringt auch sehr viel Zeit damit einfach die Meinung von und ihre Begegnungen mit Dorothea Buck zu beschreiben.
Profile Image for Lissus.
5 reviews
February 11, 2025
Dieses Buch wirft viele wichtige Fragen auf und gibt spannenden Einblicke in das Mensch- und “Verrückt”-Sein.

Die ersten Kapitel waren für mich zunächst ein bisschen zäh zu lesen. Ich konnte mit dem philosophischen Jargon und den vielen Querverweisen im Text nicht so viel anfangen. Es kam mir manchmal so vor, als würde ich eine Hausarbeit lesen, bei der man zeigen will, dass man bei der Literaturrecherche fleißig war. Hab nicht immer verstanden, worauf die Zitate hinauslaufen sollen. Das hat das Lesen für mich ein bisschen anstrengend gemacht.

Im Verlauf des Lesens hat mir dann immer besser gefallen, dass sich das Buch dem „Verrückt-Sein“ auf so vielseitige Weise nähert. Es gibt viele Denkanstöße und Themen, die ich gerne weiter vertiefen möchte. Mein Buch ist jetzt voller Post-Its, und wird für mich in Zukunft bestimmt noch öfter Ausgangspunkt für weitere Beschäftigung mit dem Thema Psychiatrie und Gesellschaft sein.

Die persönlichen Erfahrungen der Autorin haben den Blick extrem bereichert und geholfen das Buch abzurunden. Es sind die Überlegungen, Zweifel und Deutungen der Autorin, die für mich die wesentlichen Themen des Buches transportieren:
Wie mächtig sind Zuschreibungen von außen?
Was ist normal?
Was für einen Blick haben wir auf uns selbst?
Wie lassen sich Widersprüche aushalten?

Es sind existentielle Fragen, die sich alle Menschen, professionell oder unprofessionell, mit oder ohne Diagnose, bewusster stellen sollten.

“Unter Verrückten sagt man Du” ist für mich ein inspirierendes Beispiel für Selbstermächtigung. Danke!
Profile Image for Theresa Moos.
43 reviews1 follower
December 16, 2025
Sehr mutig, und ich habe dieses Jahr einiges zur Verfolgung psychisch Kranker durch die Nazis gelesen - es ist absolut Insane wie wenig davon aufgearbeitet ist.

Meine Kritik ist nur stilbedingt. Ich wünschte, es wäre nicht so fragmentiert geschrieben, leider ist es stellenweise sehr aneinandergereiht. Bei einem Essay wünsche ich mir doch eine etwas sortiertere und geduldigere Vermengung von eigenen Gedanken und Metaebene.
Profile Image for Desastroeses Hörnchen.
58 reviews19 followers
September 15, 2024
Ich schreibe das hier als Mensch mit eigener Krisenerfahrung, als An- und Zugehörige vieler Menschen mit Krisenerfahrung und vor allem als eine in einem kaputten System arbeitende psychiatrische Pflegefachperson die berufsbegleitend einen sozialpsychiatrischen Studiengang absolviert und seit 13 Jahren versucht mehr Beziehung und Würde in die psychosoziale Versorgung zu bringen (und dabei etwas weniger biologistische und hierarchische Allmachtsfantasien diverser Berufsgruppen zu zu stützen).

Herrschaftskritisch & somit psychiatriekritisch beschäftigten sich in Deutschland (öffentlichkeitswirksam) mit dem Thema Psychiatrie nach Dorothea Buck & Sybille Prins nur sehr wenige Menschen und noch weniger Frauen*.

Abseits von Disease Awareness Kampagnen zu ADHS & co dringt Lea De Gregorio in Geschichte, Abgründe & Machtspiele des psychiatrischen Diskurses ein: zuallererst tut sie dies als krisen- und psychiatrieerfahrene Frau und sortiert anschliessend auch als Angehörige und als Journalistin Erlebnisse, Fakten und Diskurse zur bedeutenden Frage: Wer und was gilt eigtl. als krank - und welche Folgen hat das?

Sie streift die Themen Ableismus der elitären Medien- und Kulturlandschaft, berichtet von philosophischen & soziologischen aber auch von psychologischen und medizinischen Kämpfen um die Deutungsmacht gegenüber Krisenerfahrenen.
Besonders wertvoll empfinde ich die Beschreibung ihrer eigenen Psychoseerfahrungen und wie sie diese für sich deutet. ( Alle die Interesse haben: googelt mal EFC Ansatz & Dorothea Buck & Sybille Prins & Eleanor Longden & Mad Studies & Judie Chamberlin & Diana Rose uvm. )

Lustigerweise passte ihre ehrliche und kluge Schreibe auf linkedin einigen Psychiater*innen so gar nicht, diese kritisierten ihr Buch ohne es zu lesen schlicht als nicht lösungsorientiert und antipsychiatrisch.

Beides trifft in keinster Weise zu!

Im Gegenteil - ihr Buch könnte von der WHO (die ganz klar user led research & Partizipation & Gemeinde- statt Anstaltspsychiatrie fordern) genau so wie es ist, als Werbekampagne für eine humane psychosoziale Begleitung von Menschen in Krisen dienen!
Leider lernen Ärzt*innen und Psycholog*innen in ihren Studiengängen kaum bis garnichts mehr über user led research, Psy*kritik, Diskriminierungsformen und Sozialpsychiatrie - weshalb nun meine Hoffnung ist, dass ALLE dieses Buch lesen!

Besonders großartig fände ich- wenn die Quellenangaben der Autorin genutzt würden für weitere Auseinandersetzungen mit dem Thema.

Ich möchte dieses Buch gar nicht kritisieren, da es anmaßend und pietätlos ist, einer krisenerfahrenen Autorin die zusätzlich Psychiatriegewalt (mit-)erlebte Kritik für ihre Lebensgeschichte entgegen zu schleudern.

Daher nur ein kleiner Wunsch: Ich hoffe, dass die Autorin noch mehr und gerne auch radikaler zum Thema veröffentlicht - denn anscheinend haben einige Menschen wirklich absolut keine Ahnung was ist und was werden muss, wenn es um menschenwürdige psychosoziale Begleitungsmöglichkeiten & vor allem stigmafreie Gesellschaften geht.
38 reviews
May 27, 2025
Zwar reflexionsanregend und mit einigen gut greifbaren 'Anekdoten' geschrieben, allerdings verleiten die zu vielen philosophischen Bezüge dazu, genau dies, die Reflexionsanregung und die greifbaren Anekdoten, die das Thema gut handhabbar machen könnten, die eigentlich Botschaft zu verwässern. Wirklich schade.
Profile Image for Britta.
399 reviews38 followers
June 13, 2024
Hab mir deutlich mehr von dem Buch erhofft (und deutlich weniger Fehler). Kann man dennoch mal lesen, wenn man Memoirs mag, mir war es zu viel Selbstbezug, der zumal dann doch meist unreflektiert blieb.
1 review
December 9, 2024
Machmal hat mir der rote Faden gefehlt aber sonst gut geschrieben und sehr ausführlich recherchiert - super interessant!
Profile Image for Torsten Schilinsky.
28 reviews4 followers
Read
April 30, 2025
Es steht mir nicht an, hier Sternchen zu vergeben. Daher:

Flieg Fisch, lies und gesunde!

(Jochen Malmsheimer)
Profile Image for Tsunami .
16 reviews
September 9, 2025
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Kritische Auseinandersetzung mit dem System Psychiatrie und gleichzeitiges Empowering für Menschen, die dort schon Erfahrungen gemacht haben.
Displaying 1 - 11 of 11 reviews

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