Bijan Moini, 1984 geboren bei Karlsruhe, ist Jurist, Politologe und Bürgerrechtler mit deutsch-iranischen Wurzeln. Nach Promotion und Referendariat in Hongkong und Berlin arbeitete er als Rechtsanwalt für eine Wirtschaftskanzlei. Als ihm die Idee zu Der Würfel kam, kündigte er und widmete sich dem Schreiben seines Romans. Heute koordiniert er die Verfassungsbeschwerden der Gesellschaft für Freiheitsrechte und schreibt und spricht zu gesellschaftspolitischen Themen wie Digitalisierung, Überwachung und Datenschutz. Texte von ihm erschienen u. a. auf Spiegel Online und in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Bijan Moini was born in Karlsruhe, Germany in 1984. He is a lawyer and political scientist and civil rights activist with German-Iranian roots. After completing his PhD and traineeships in Hong Kong and Berlin, Moini worked as a lawyer in a corporate law firm. When he got the idea for The Cube, he quit his job and started writing full time, while also coordinating legal filings for the German Society for Civil Rights (GFF) and writing and speaking about digital rights and privacy. His writings appear in legal publications and the national press.
Der Würfel ist ein Zukunftsroman, in dem ein Würfel als AI unser gesamtes Leben reguliert. Ständig werden Daten gesammelt und analysiert, um den Menschen das Leben so angenehm wie möglich zu machen. Menschen, die besonders vorhersehbar sind und dem Würfel viele Daten geben, werden bevorzugt, im Gegensatz zu Systemgegnern, wie die Offliner oder die Gaukler, die sich gegen die steigende Digitalisierung und Überwachung wehren und lieber jeden Schritt würfeln, als vorhersehbar zu sein (Würfel gegen Würfel, quasi). Im Mittelpunkt steht Taso, ein Gaukler, dessen Bruder ein absoluter Würfel-Anhänger ist. Taso ist ünglücklich mit seinem Leben, will jedoch nicht ins System fallen - bis er eine Sektenangehörige trifft, die die Welt des Würfels neu für sich entdeckt.
Ja, mal wieder ein Fall von: Interessente Gedanken, mittelmäßige Standardstory.
Durchaus realistische Welt, die hier gezeichnet wird, einige Diskussionen zur Rechtfertigung von Revolten, Systemabhängigkeit und Balance zwischen sinnvoller Datenauswertung und vollständiger Überwachung hatten gute Argumente. Jedoch fand ich die Charaktere fad, jeder Charakter hatte einen Zweck und wurde danach fallen gelassen, die Story war für mich 08-15, vorhersehbar, fast langweilig. Während der erste Teil sich eher zog, war die Abfolge nach Tasos "Vergessen" (Datenlöschung) unsymmetrisch kurz dazu, und war dadurch für mich manchmal etwas weit hergeholt, unpassend.
Ehrlich gesagt kann man sich die Lektüre auch sparen, für mich wurde wenig zur Debatte über unsere Zukunft beigetragen, das mir nicht bekannt war.
Dass die westliche Gesellschaft immer schneller in eine digitale Sklaverei abdriftet, das wurde vielerorts bereits behandelt. "Der Würfel" gesellt sich als dystopischer Roman dazu, der Sci-Fi- mit Krimi-Elementen mischt und dabei die heutigen, technischen Errungenschaften auf nicht zu falsche Weise weiterdenkt. Im Debüt von Bijan Moini wird das Leben in Deutschland vom Würfel bestimmt, einer alles überlagernden AR-Dimension, die nicht nur totalitäre Überwachungstrategien ermöglicht, sondern den Menschen komplett dem System unterwirft.
Moini nutzt diese Basis für viele tolle Gedankengänge und einer realistisch anmutenden Vision, leider aber auch einer Geschichte, die wegen der jungen Hauptcharakteren und den klischeebehafteten Wendungen zu schnell in eine Standarderzählung abdriftet. Natürlich geht es um den revolutionären Kampf, den nur wenige anführen und gewinnen können. Natürlich spitzt sich alles zu einer grossen Aktion "im Zentrum des Feindes" zu. Da hätte ich mir etwas mehr Feingefühl erhofft, so ist "Der Würfel" ein Buch, das ab der Hälfte immer uninteressanter wird. Den angenehm andersartigen Epilog aussen vorgenommen.
Tysk dystopisk science fiction: Premisset er at Tyskland (og resten av Europa) i ikkje altfor fjern framtid blir styrt av eit superdatasystem - der Würfel (terningen) - som har alle persondata om alle og brukar algoritmar til å styra samfunnet og liva til kvar enkelt. Eit slags über-Facebook-Google-NSA-monster. Folk flest er godt nøgd med dette, men nokon få gjer framleis motstand...
Denne boka tilhøyrer den greina av science fiction der science er i fokus. I denne boka omfattar det all slags elektroniske store og små dingsar som gjer livet lettare og meir behageleg for folk, og samstundes samlar inn informasjon om alt dei gjer. Men det omfattar òg samfunnsvitskap og psykologi - samfunnet som er bygd opp rundt "Terningen" blir skildra i stor detalj, og også dei ulike måtane folk forheld seg til dette samfunnet på. Dette er veldig godt gjennomført. Verda blir bygd opp og skildra opp på overtydande og truverdig vis. Dystopien er ikkje trekt lenger enn at ein tenkjer at dette _nesten_ kan koma til å skje.
I science fiction med vekt på science-biten blir ofte fiction-biten skadelidande - her er det gledeleg at Moini gjer ein ganske god jobb også med fiksjonen. Hovudpersonen er (iallfall først i boka) tredimensjonal. Han slit med indre motsetningar og usikkerheit, han er ganske langt nede når boka tek til. Meir ein antihelt enn ein helt. Når det gjeld sjølve plottet - så er det vel kanskje den svakaste sida av boka. Det er heilt greitt. Det er eit verktøy for å få utforska den verda som forfattaren konstruerer, og det fungerer godt nok til at ein får lyst til å lesa vidare.
Dette er aktivistisk litteratur - Moini er sjølv engasjert i personvern, overvaking, datalagring og den slags spørsmål, og lesaren skjønnar ganske så umiddelbart kva boka er - eit varsku om kor me i ytste konsekvens kan hamna. Nokon vil kanskje sei overtydeleg, men det plagar ikkje denne lesaren. Ein veit kor ein står, han prøver liksom ikkje å skjula det - og det er heilt greitt.
Sehr offensichtlich in Anlehnung an das in China eingeführte "Punktesystem für bessere Menschen" inspiriert das Buch einerseits mit sehr interessanten Gedankengängen zu Pro und Contra einer gläsern-transparenten Gesellschaft, deren Fundament und Alltag von daten-basierten Entscheidungen geprägt ist und andererseits mit einer begeisternden Fantasie in Bezug auf Details, wie das Leben in einer solch futuristischen Gesellschaft aussehen könnte, was wie cool unser heutiges Smartphone ersetzt könnte, etc etc
Trotz der genauen Schilderungen des futuristischen Alltags etc., wurde ich von der, meiner Meinung nach, sehr spannenden Geschichte von Taso, dem Protagonisten, mitgerissen - was es mir auch sehr leicht gemacht hat, den vielen Ideen des Autors bildlich vorstellend zu folgen. Der Spannungsbogen endet in einer höchst dramatischen und aufregenden Szene, die auf eine sehr vielversprechendes Fortsetzung gespannt macht.
Ich freue mich auf den hoffentlich bald erscheinenden zweiten Teil!
Die Geschichte schien wie der Würfel zu sein: irgendwie vorhersehbar. Bis Taso sich dazu entscheidet, sich vergessen zu machen und auch ich hatte ab da das Gefühl, dass nichts mehr vorhersehbar war. Das Buch nahm an Fahrt auf und ich konnte es überhaupt nicht mehr aus der Hand legen. Gerne würde ich jedoch einen zweiten Teil lesen....das offene Ende hat mich richtig fertig gemacht :D
This entire review has been hidden because of spoilers.
A Scary Vision on our Future, where our society is controlled and steered by AI. Tasso tries it all: try to escape and live a parallel world, Follow the tribe or work against the system. Will any of these paths lead him to happiness?
Der Würfel zeigt ein erschreckend realistisches Szenario einer Zukunft, die teilweise bereits heute existiert. Er beschäftigt sich mit der Frage, wie sicher unsere Daten im digitalen Zeitalter sind und wie wichtig es ist, die Selbstbestimmung im Umgang mit diesen Daten zu wahren.
Bin ich jetzt froh oder entsetzt über das Ende? Vielleicht macht das gerade die Güte des Buches aus. Es zeigt beide Seiten dieser "Schönen neuen Welt". Nichts ist wirklich schwarz oder weiß. Des einen Graus ist des anderen Rettung...
Die Menschheit hat eine KI erschaffen um sorgenfreier und glücklicher leben zu können. Alles was man dafür tun muss, ist "den Würfel" an seine Daten, seine Entscheidungen und Lebensweisen teilhaben zu lassen. Die KI sammelt alles und zeigt dir dann Tag für Tag, welches Outfit heute zu dir passt, welcher Job dich glücklich macht und vieles mehr.
Taso Dorff kann den Würfel nicht ausstehen und trifft seine Entscheidungen immer per Zufall um den Algorithmus was vor zu gaukeln. Doch für Gaukler und Offliner, wird es immer schwieriger zu überleben in einer Welt voller Überwachung. Taso's bester Freund Tim ist ein Offliner und möchte Taso für die Rebellion anwerben. Aber Taso hat sich verliebt, und weis nicht mehr was richtig und was falsch ist. Endlich könnte er dazu gehören... Ist die KI ein Rückschlag oder Fortschritt für die Menschheit?
Mir hat das Thema richtig gut gefallen. Die Geschichte hat mich zu Beginn mitgerissen, mittendrin wurde es leider etwas langatmig. Das Ende war wieder spannend und hat mir sehr gut gefallen. Den Schreibstil fand ich etwas holprig.
The book presents an intriguing vision of future society. If you enjoy dystopian themes, this would be a gem for you.
I found the storyline engaging from start to finish, especially the bold choice to position China as the antagonist. It feels like a story that would translate well into a movie. However, the subplot involving the anti-data group felt rushed and oddly constructed, making it seem doomed to fail from the outset. This led to a rather predictable ending, which made the latter part of the book somewhat frustrating.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Geniales Buch, geschrieben von einem Autor der nicht nur die Technik sondern auch die Psyche begreift. Wenn auch die KI im Buch mit einem Referendum eingeführt wurde und dies sicherlich eine Möglichkeit ist, wie das ganze enden könnte sehe ich eher die Gefahr darin, dass mehrere solche KIs stufenweise von der Privatwirtschaft eingeführt werden, und das ist nicht minder beängstigend, im Gegenteil! Liest sich gut zusammen mit Moini's Buch "Retter die Freiheit"
Visuell sehr ansprechendes Buch (rote Seitenränder) und auch deshalb gekauft. Bin eigentlich nicht so der Scifi-Fan. Das hier war aber ganz okay. Es stellt eine Prognose für ein dystopisches, von Algorithmen regiertes Deutschland. Diesen Ansatz fand ich ganz interessant. Ich hatte mir aber ein ausführlicheres Ende gewünscht, da dieses meiner Meinung nach zu schnell über die Bühne geht. Erwähnenswert: Guter und cleverer Epilog!
»Der Würfel« gibt einen interessanten Einblick in eine potentielle Zukunft in Deutschland. Ich konnte mich gut in die Lage des Protagonisten hineindenken und habe bis zum Schluss mitgefiebert / mitgelitten. Klare Empfehlung für alle, die solche Storys mögen!
Fünf Sterne sind evtl einer zu viel. Denn die sprache u schreibe sind doch arg einfach, mensch merkt das hier jemand schreibt, der mehr vom Thema als vom Schreiben an sich versteht.
Dennoch, die Geschichte u die ihr zugrunde liegende Telematik ist hochbrisant u in ihrer Komplexität gut abgebildet. Ich muss gestehen, dass ich durchaus Interesse hätte in der Welt des Würfels zu leben...
Wie so oft gibt es für solch komplexe Probleme keinen eindeutigen Antworten, auch wenn das im Buch so versprochen wird, u der Protagonist spiegelt diese Ambivalenz gut wieder.
In Form einer überspitzung funktioniert das Thema sehr gut, die grundlegende Frage, wieviel wir für Luxus u vermeintliches Glück zu opfern bereit sind ist imho hochaktuell. U da kann ich schon mal über literarisch etwas unanspruchsvolle schreibe hinwegsehen...
In naher Zukunft wird Deutschland von einem Algorithmus gesteuert, welcher sich „Würfel“ nennt. Er ermöglicht jenen eim gutes und sorgenfreies Leben, die intime Daten mit dem Würfel teilen. Doch nicht jeder ist von diesem System überzeugt... Zu den wenigen Rebellen gegen den Würfel gehört Taso. Er ist 28 Jahre alt und ein so genannter „Gaukler“. Er versucht so wenige Daten, wie nur möglich, mit dem Würfel zu teilen, und überlässt seine Entscheidungen dem Zufall. Aber genauso wie der Würfel das teilen von Daten belohnt, bestraft er diejenigen, die es nicht machen, weshalbt Taso sehr einsam und zurückgezogen lebt. Doch eines Tages trifft er auf Dalia, die aus einer rückständigen Sekte geflohen ist und begeistert von dem Würfel ist - Nun muss Taso sich die Frage, ob er einfach so seine Ideale verraten kann...
Mich hat die Idee hinter „Der Würfel“ vom Anfang an fasziniert. Der Autor hat es geschafft, die Welt sehr detailliert und durchdacht auf Papier zu bringen und man kann sich alles gut vorstellen. Diese Umsetzung hat mir an dem Buch besonders gefallen!
Nun stellt sich natürlich die Frage, wieso ich dennoch nur 3 Sterne vergeben habe... Hier kommt die Antwort: Leider bin ich mit den Charakteren nicht wirklich warm geworden. Anfangs fand ich Taso noch ganz gut, aber als Dalia dann hinzugekommen ist, hat sich meine Meinung schnell geändert. Er schien so entschlossen seine Ideale zu verteidigen, hat diese aber zu schnell für Dalia über den Haufen geworfen - zumal er sie zuvor erst wenige Male getroffen hatte. Er war mir einfach zu wankelmütig... Dalia hingegen war mir leider unsympathisch... ich fand sie naiv und leider etwas nervig. Man muss zwar sagen, dass durch die Charaktere die verschiedenen Meinungen und Aspekte sehr gut beleuchtet werden, doch sie machten das Buch einfach anstrengend zu lesen.
Insgesamt kann man dennoch sagen, dass es ein sehr gut durchdachtes Buch ist, welches uns mit einer erschreckend realistischen Zukunft konfrontiert und zum Nachdenken anregt. Von mir bekommt es leider nur 2,5-3 Sterne, da es einfach nicht meins war, aber ich glaube, dass es hier auf Geschmäcker ankommt - wer mehr auf die Idee und Umsetzung als auf die Charaktere setzt, ist hier wohl richtig.
'The Cube' characterizes with great nuance the ideology of data protection.
Taso is an independent mind in an increasingly surveillance-streamlined society. He tries to avoid both 'pro-data' and 'anti-data' ideologies by living within the surveillance society but hiding all his true preferences to the surveilling algorithm. This feels right, but certainly not good, since he does not find friends and has a sad career. He is then lured first into the pro-data camp, and subsequently into the anti-data camp in two adventures. The storytelling is captivating and coherent, with a rather ordinary writing style.
A lot of nuance is in the characterization of the protagonist, but also in the conception of the political system: While many similar books feature stereotypical totalitarian regimes, here we have what I would describe as a dictatorship with German characteristics, that is, with strong guaranteed liberties for dissidents. The only problem with this system really is that it is shifting further towards totalitarianism, at least in this story.
'The Cube' is a better and deeper alternative to Dave Egger's much-celebrated 'The Circle'. I feel that both of them are intended or at least publicly perceived to sympathize with the anti-data camp, while their actual stories are much more ambiguous.
My personal take is that especially 'The Cube' gives great cognitive arguments for the pro-data ideology, and also motivates the more emotional arguments for the anti-data ideology. Totalitarianism with German characteristics as presented in the book, may actually be a not-so-bad system to reconcile both sides.
Moini entwirft eine beängstigende Vision einer Zukunft, die von künstlicher Intelligenz kontrolliert wird, und wirft Fragen über den freien Willen und die Kontrolle durch den großen Bruder auf. Die Prämisse ist faszinierend, aber die philosophischen Grundlagen sind etwas unterentwickelt und hätten mit mehr Tiefe erforscht werden können. Außerdem ist der Protagonist ein stures Stück Mensch, mit dem ich mich überhaupt nicht identifizieren konnte.