Nach Stephan Thomes "Pflaumenregen" war ich an der Geschichte Taiwans noch ein wenig mehr interessiert und dankenderweise stellte der Autor (natürlich ganz uneigennützig ;) auf der Lesung in Berlin noch seine "Gebrauchsanweisung für Taiwan" vor. Einiges daraus erzählte er bereits auf der Veranstaltung, aber diese sehr persönliche Sicht eines Sinologen kam für mich irgendwie zur richtigen Zeit. Es ist kein strenges Sachbuch, das chronologisch Taiwans Geschichte aufarbeitet. Viel eher folgt man Stephan Thomes Leben in seiner Wahlheimat. Besonders schön sind eigentlich alle Abschnitte, in denen seine taiwanische Ehefrau Jo-chiang vorkommt (ja okay, sie kommt wirklich in jedem Kapitel vor, ihr könnt euch also denken, wie süß das war ;). Ich glaube, diese "Gebrauchsanweisungen" aus dem Piper Verlag könnten noch Bebilderung vertragen, so sind es nur ein paar persönliche Aufnahmen vorne in der Klappbroschur. Der humorvolle und teils kritische Ton ist für diesen etwas ungewöhnlichen Reiseführer(?) ist ein wenig anders als der Stil von Thomes Romanen, aber das ist auch vollkommen okay gewesen. :) Man merkt, dass hier jemand mit großer Passion über das schreibt, was ihn täglich umgibt und was ihn als Nicht-Taiwaner so sehr reizt. Gerade über die Kolonialzeit begann er selbst erst zu recherchieren mit der Arbeit an diesem Sachbuch und dem letzten Roman. Mehr davon! :)
Pünktlich im Flieger zu Ende gelesen. Wieder super geschrieben und viel interessantes drin. Das Konzept (halb Reiseführer, halb Essay) finde ich aber nur halb toll, deshalb nur 4 Sterne.
Stephan Thome kann leider für den in meinen Augen paternalistisch-objektifizierenden Titel "Gebrauchsanweisung" nichts, der mich mit recht niedrigen Erwartungen für das Buch zurückließ. Ich war dann positiv überrascht von dem liebevollen Ton, in dem er eine Übersicht über Taiwans Geschichte und Kultur gibt und bin gespannt, seinen diversen Literaturempfehlungen nachzugehen.
Stephan Thomes »Gebrauchsanweisung für Taiwan« ist eine teils persönliche, teils humorvolle, überaus unterhaltsame und dabei zugleich immer sachliche und hochgradig differenzierte, mit zahlreichen Anekdoten aufgelockerte Reise – durch die bewegte Geschichte Taiwans, von der ersten Besiedelung über die Kolonisierung und Besatzung durch direkte Nachbarn und ferne Länder über die Diktatur bis in die heutige Zeit. Vor allem aber ist Thomes Buch eine Liebeserklärung: an „Taiwans lebendige, kämpferische und viele Menschen in ganz Asien inspirierende Demokratie“.
Es ist auch interessant für Taiwanesen ;) 中文翻譯品質不佳,例如「知識產權」為中國法律用詞,應為「智慧財產權」,內文也多有不順之處,需自行參照原文才能讀懂,例如原文215頁 “Das war der Plan.” 可為「我(們)是這麼計畫的。」卻譯為「這就是計畫。」… 總之,原文輕鬆有趣,探索其他旅遊指南沒有的景點,非常有趣!