Sie ist Schwäbin und ein Arbeitstier. Er ist Engländer und Lebenskünstler. Als Emma kurz vor dem Burn-out steht, begegnet sie Nicholas. Genauer Sir Nicholas Reginald Fox-Fortescue. Der trägt außer einem bescheuerten Namen die falschen Klamotten (ausgebeulte Cordhosen und Gummistiefel), spricht die falsche Sprache (Englisch statt Schwäbisch) und wohnt auf einer Insel voller Großbritannien. Dorthin lädt er Emma ein, auf seinen frisch geerbten Landsitz. Klingt schick, aber leider ist Fox Hall eine wacklige Bruchbude, die Nicholas möglichst schnell loswerden will. Emma dagegen würde er gerne behalten. Emma wiederum wittert das große Geschäft und würde gerne den Landsitz behalten, den Baronet dagegen will sie schnell wieder loswerden, weil das Allerletzte, was sie jetzt gebrauchen kann, ist das, was Nicholas »Liebe« und sie »emotionale Komplikationen« nennt ...
In Ein Häusle in Cornwall geht es um Emma. Emma arbeitet 10 Stunden am Tag. Emma kommt gerade vom Arzt, bei dem sie einen frischen Krankenschein erhalten hat. Denn Emma hat Burn Out. Als sie betrübt in einem Café sitzt, und darüber nachgrübelt, was sie nun tun soll, setzt sich ein Engländer zu ihr. Seine Begrüßung "What a wonderful day, isn't it?" beantwortet sie wahrheitsgemäß (wir sind ja Deutsche, ne) mit NEIN... und als er erfährt, dass sie Burn Out hat, lädt er sie spontan zu sich nach Cornwall ein, um sich zu erholen.
Mir werden die Bücher von Elisabeth Kabatek seit Jahren immer mal wieder empfohlen, weil sie über Stuttgarter Frauen schreibt (und deshalb lag es auch so nahe, mit einem Buch von ihr zu beginnen, das in Cornwall spielt, ich weiß) und das Lokalkolorit echt toll sein soll (ja, ähm. Cornwall war sehr anschaulich beschrieben).
Und es hat mir nicht gefallen. Vielleicht lag es daran, dass ich das gekürzte Hörbuch hatte, und in all den gekürzten Stellen war Emma ganz klasse. Aber in den Teilen, die ich gehört habe, musste ich mich fremd schämen und habe nur darauf gewartet, dass Nick sie raus wirft.
Der arme Kerl konnte nichts recht machen. Emma verlangt Internet. Nick holt einen Installateur. Aber Emma ist nicht glücklich, denn sie will jetzt duschen (die Dusche hat nicht funktioniert). Also scheißt sie ihn zusammen. Dann holt Nick einen Klempner. Aber der arbeitet Emma zu langsam. Also scheißt sie ihn zusammen. Nick hat zwei Wasserhähne in seinem alten Haus. Emma will Mischhebel. Also scheißt sie ihn zusammen. Nick packt ein Picknick. Das Karomuster der Decke gefällt Emma nicht, weil es dem Karomuster ihres Hemds ähnlich ist, also scheißt sie ihn zusammen. Nick hat Gurken auf die Sandwiches gelegt, also scheißt sie ihn zusammen. Einmal haut sie ihm eine Packung Toast auf den Kopf.
Aber wie es so ist: Nick verliebt sich in sie. Und Nicks Bruder ebenfalls. Und Nicks bester Freund (der Klempner) findet sie ganz klasse und flirtet den ganzen Abend mit ihr. Und ich saß mit Fragezeichen überm Kopf da weil ich es mir absolut nicht erklären konnte. Die Frau war einfach schrecklich.
Hatte es Potential? Absolut. Ist es zu Boden gegangen wie Link, wenn er einem Silberleunen begegnet? Jupp. Wird es mein letztes Buch von Elisabeth Kabatek sein? Vermutlich nicht, denn natürlich habe ich Laugenweckle zum Frühstück geschenkt bekommen. Aber da dort im Klappentext von Stäffelesjoggern und Kehrwoche die Rede ist, gefällt es mir vielleicht mehr.
Inhalt: Emma Stöckle sitzt beim Arzt und will eigentlich nur Schlaftabletten haben. Der Betriebsarzt ist allerdings der Meinung, dass ihr damit nicht geholfen ist. Er zieht sie für 2 Wochen aus dem Verkehr - Verdacht auf Burnout. Mit dieser Modekrankheit hat Emma jedoch nicht viel am Hut und beschließt 2 Tage zu entspannen und dann wieder voll auf Arbeit einzusteigen. Mit ihrer gerade erhaltenen Freizeit schleicht sie in ein Café und lernt Nicholas kennen. Ein Engländer, ausgerechnet. Emma mag keine Engländer. Die sind ihr viel zu verstockt. Und doch sitzt sie nach nur wenigen Minuten wie ein Häufchen Elend vor Nicholas und heult Rotz und Wasser.
Nur wenig später landet Emma in Cornwall. Bescheuert eigentlich, was hat sie sich dabei nur gedacht? Mit einem wildfremden Mann in ein abgelegenes Häuschen nach Cornwall zu reisen. Aber Nicholas macht nicht den Eindruck als wenn er ein Frauenmörder wäre. Ihr Erholungsurlaub beginnt nicht gerade erbauend - ihr Koffer hat offenbar den falschen Flieger genommen. Nun steht sie nur mit dem da, was sie am Leib trägt. Foxhall, Nicholas Elternhaus, ist stark in die Jahre gekommen und das ist schon eine nette Umschreibung. Die Leitungen sind morsch, die Heizung außer Betrieb und eine anständige Kaffeemaschine weit und breit nicht zu sehen. Emma kann sich kaum vorstellen, dass sie hier lange bleiben wird, obwohl Nicholas versucht es ihr so angenehm wie möglich zu gestalten. Am ersten Morgen macht sich Emma auf den Weg nach St. Agnes um einen anständigen Kaffee zu trinken und nach einer Boutique Ausschau zu halten. Doch der einzige Weg in den Ort führt über eine Kuhweide. Emma, als Kind auf einem Bauernhof aufgewachsen, hat kein Problem mit den Kühen - der Bulle ist da schon ein anderes Kaliber und offenbar mag er Städter nicht sonderlich. Auf ihrer Flucht passiert, was passieren musste: Emma landet mit der Nase im Dreck und dem Körper in Kuhfladen. Scheisse! In einer öffentlichen Toilette rettet sie was zu retten ist und macht sich auf den Weg ins nächste Café. Alles was sie jetzt braucht ist ein anständiger Latte! Die Hauptbeschäftigung der Engländer auf diesem Fleckchen Erde scheint surfen zu sein. So dauert es nicht lang, bis ein gutaussehender Sunnyboy bei Emma am Tisch sitzt und sich als Jonathan vorstellt. Der Tischler hätte eigentlich einen Termin gehabt, aber das Wetter sei viel zu schön um zu arbeiten. Die Schwäbin ist schockiert. Was ist denn das für eine Arbeitsmoral? So etwas würde man sich in Stuttgart nie erlauben, aber in Cornwall läuft alles ein bisschen anders. Jonathans Interesse schmeichelt ihr jedoch und so verabreden sie sich lose für ein weiteres Treffen.
Zurück in Foxhall schlägt sich Emma mit ihrem schlechten Gewissen ihren Chefs gegenüber rum. Sie kann nicht mal ihre E-Mails checken, denn Foxhall hat keinen anständigen Internetanschluss, geschweige denn WLAN. Sie lässt ihren Frust an Nicholas aus, der ganz andere Probleme hat. Sein Vater hat ihm nicht nur das Elternhaus vermacht, nein auch seine Spielschulden sind an Nicholas übergegangen. Der in Paris lebende Künstler verdient zwar inzwischen mit seinen Bildern seinen Lebensunterhalt, aber vom großen Durchbruch ist er weit entfernt. Und als würde das nicht alles reichen, taucht seine Ex wieder bei ihm auf. Felicity ist natürlich Landadel und wohnt nicht weit von Foxhall entfernt. Sie versucht wieder mit Nicholas anzubändeln, aber der hat sein Herz längst an eine Andere verloren.
Emma und Felicity sind sich sehr schnell nicht grün. Während Emma unter Felicitys Stand ist, kann Emma die hochnäsige Schnepfe nicht ausstehen. Das ist eine Ex von Nicholas? Nun, passt ja irgendwie. Aber einen leisen Stich der Eifersucht spürt Emma dann doch, wenn Nicholas trotz allem auf sie reagiert. Gefühle kann Emma gar nicht gebrauchen, sie würde bald wieder zurück nach Stuttgart fliegen, ihren heißgeliebten Job antreten und Cornwall, Nicholas und Jonathan vergessen. Oder?
Meinung: Ich bin auf 'Ein Häusle in Cornwall' in der Bibliothek aufmerksam geworden. Das Cover sprach mich an und auch der Klapptext versprach eine unterhaltsame Liebesgeschichte vor der Kulisse Südenglands. Gelesen wird das Buch von Ulrike C. Tscharre und Tobias Kluckert. Im Text kommen viele englische Begriffe und Namen vor, die beide wunderbar sprechen können. Die Kapitel sind abwechselnd aus Emmas oder Nicholas Sicht geschrieben worden und so wechselt sich natürlich auch das Klangbild ab. Beide Sprecher haben eine angenehme Stimme und die Zeit verfliegt nur so, wenn man ihnen zuhört. Ein klares Plus also. Leider konnte mir das über die Schwächen des Romans nicht hinweg helfen.
Emma ist mir am Anfang noch recht sympathisch. Sie ist ausgepowert und tut mir fast ein wenig leid. Auch wenn ich manches Mal gedacht habe 'Ja, das kenne ich auch.', vertrat ich ein wenig die Meinung 'selbst Schuld'. Nicholas hingegen ist mir das ganze Buch über sympathisch gewesen. Er ist der korrekte Aristokrat der englischen Gesellschaft und gibt sich entsprechend. Seine Gefühle hat er so gut im Griff, das Emma teilweise glaubt er besitze überhaupt keine. Hier hat es die Autorin dann doch etwas übertrieben. Selbstverständlich zeigen Engländer Gefühle und in Nicholas Fall kommen sie für meine Begriffe etwas zu spät. Die Nebencharaktere Jonathan, Mike und Felicity halten damit schließlich auch nicht hinterm Berg und sind alle gleich britisch. Emma bekam sehr schnelle eine nervige Art. Die Art der Deutschen ist natürlich direkter, als die der Engländer. Dennoch kam sie oftmals mit der Brechstange an und an Nicholas Stelle hätte ich sie vermutlich recht schnell gebeten wieder ab zu reisen. Als es dann endlich ein wenig anfängt zu knistern zwischen den Beiden wird sie bockig, weil sie es nicht akzeptieren kann. Eine völlig übertriebene Reaktion die auch im Laufe der Geschichte einfach nicht nachlässt. Es fehlt die Entwicklung Emmas total.
Es gibt natürlich einige Anekdoten die mich immer mal wieder zum Schmunzeln gebracht haben, aber über die Widersprüche an sich konnten sie nicht hinwegtrösten. Das Ende kommt plötzlich und völlig unerklärlich. Es wird keine Silbe darüber verloren warum sich Emma so entschieden hat und auch nicht, was Nicholas ihr mitgeteilt hat. Das fehlte mir total. Es wirkt so, als würde hier etwas fehlen und so richtig zufrieden bin ich so dann auch nicht.
Das Buch ist also etwas für Leute die es gern vorurteilsbehaftet mögen, Beschreibungen von Cornwalls Gegenden lieben (diese fand ich übrigens toll) und die sich nicht an Protagonisten stören, deren Entwicklung auf der Strecke bleibt.
Ich war sehr gespannt auf dieses Buch, da ich ja Schwäbin bin und seit 6 Jahren im UK weile - und tatsächlich konnte ich viele Macken und Eigenheiten beider "Völkchen" in dem Buch wieder erkennen! Allerdings sollte man vielleicht erwähnen, dass die Komik durchaus (wenigstens teilweise) von Übertreibungen herrührt - so ganz rückständig sind die Briten dann ja doch nicht ;-) Trotzdem hatte ich eine Menge Spaß beim Lesen, und habe das Buch an einem Tag sozusagen verschlungen. Empfehlenswert! Viel Spaß!
Die Geschichte um Emma und Nick konnte mich nicht völlig begeistern, obwohl es einige witzige Momente gab. Das Buch könnte etwas für Euch sein, wenn Ihr auf schüchterne, spleenige Engländer steht und einen kleinen Urlaub in Cornwall gebrauchen könntet.
Ein Häusle in Cornwall von Elisabeth Kabatek ist ein schöner und humorvoller Roman der von den komplett unterschiedlichen Protagonisten lebt.
Emma Stöckle ist Schwäbin und Workaholic, deshalb wird sie von ihrem Arzt zwei Wochen lang krankgeschrieben. Für Emma ist das viel zu lange, denn ohne Arbeit weiß sie überhaupt nichts mit sich anzufangen. Zufällig trifft sie in einem Café auf den Briten Nicholas Reginald Fox-Fortescue und macht das erste mal in ihrem ganzen Leben etwas spontan und ungeplant: Sie reist für zwei Wochen mit ihm nach Cornwall. Nicholas ist pleite, weil er die Schulden seines Vaters geerbt hat. Dennoch tut er alles um Emma den Aufenthalt im heruntergekommenen Herrenhaus so schön wie möglich zu machen. Leider spricht er seine Gefühle für Emma nicht aus, daher versteht die offenbar gefühlskalte Emma überhaupt nichts.
Es kommt zu vielen schönen Verwirrungen und einer Gefühlsachterbahn. Mit Nicholas konnte ich ich richtig mitfühlen, er tat mir wirklich oft leid wenn er von der schroffen Emma mal wieder eine Standpauke bekommen hat.
Eine nette und humorvolle Sommer-Liebes-Lektüre. Oft ein wenig arg übertrieben aber wenn man es von vornherein nicht so ernst nimmt sehr unterhaltsam. Und tatsächlich habe ich viele Eigenheiten einer Freundin aus der Stuttgarter Gegend wiedergefunden. Das hat mir besonders viel Spaß gemacht, wobei ich glaube, dass es ihr nicht gefallen würde ;P
Wirklich nette Chic-Lit - klar weiss man von Anfang an, wie's ausgeht, aber es ist nett geschrieben und mit dem "Schwaben-Briten"-Klischee wird augenzwinkernd gespielt. Nur den Schluss fand ich irgendwie unlogisch - aber damit kann ich leben. Ist jetzt eher so 3.6 Sterne als 4, aber immerhin so nett, dass ich mir evtl. weitere Bücher der Autorin in der Bücherei ausleihen würde. Kaufen eher nicht - das hier war ein Audiobook aus der Bücherei, also kein Risiko. War allerdings sehr schön gelesen, von zwei sympathischen Stimmen, eine männliche und eine weibliche, für die männliche und weibliche Hauptfigur.
Eigentlich ist das Buch schön, halt eine typische, bessere Schmonzette. Nicht ZDF-, sondern Kinoniveau, in Buchform. Aber das Ende konnte mich nicht überzeugen, viel zu abrupt und unerklärt.