Klara hat die Schnauze voll. Ihre Arbeit als Redakteurin eines sogenannten Frauenmagazins, der allgegenwärtige Sexismus des Chefredakteurs, die Erwartungen ihres Boyfriends und die miserable Situation von Frauen überall auf der Welt bringen sie an den Rand eines feministischen Burn-Outs. Als sie den Auftrag bekommt, eine Story über eine motorradfahrende Pastorin zu schreiben, führt die Recherche sie zu biblischen Frauenfiguren, von denen sie noch nie gehört hat. Wie sehr es doch mit den herrschenden Geschlechterverhältnissen zu tun hat, wie Geschichten von Frauen erzählt und überliefert werden! Während Klara die Story aufschreibt, melden sich immer mehr unbekannte Nummern auf ihrem Smartphone, die sie zu einer Gruppe namens »Bible Bad Ass« einladen. Sie nennen sich Magdalena, Maria, Ruth, Lilith, … – was, zur Hölle, ist hier los?
Bible Bad Ass ist eine Abrechnung mit den Lügen der Kirchenväter und der Anfang einer Vertöchterung. Ein hartes, smartes und durch und durch popkulturelles Debüt.
Edith Löhle is a German journalist and author. Having worked predominantly for lifestyle magazines for over ten years, most recently as editor-in-chief of the German Nylon Magazine and Blonde Magazine, she is now driven by stories that highlight social injustices and, in particular, discrimination against female-read people. Her creative outlets are diverse: Edith has already written an audio book (the feminist essay "Die Rechtschaffen(d)en"), a documentary for ZDF ("Programmierte Ungerechtigkeit"), which was nominated for the Deutsche Fernsehpreis 2022 (German Television Award 2022). She is also the founder of the granny platform HeyNana.de, which advocates an exchange between two generations of women.
hä? das buch lässt mich mit einem riesigen fragezeichen zurück. und ich ärgere mich. es beginnt eigentlich ok bis gut, die sprache joah, bisschen gewöhnungsbedürftig und sehr "hip" aber für mich stimmig. klaras wut finde ich nachvollziehbar und auch ihren anfänglichen umgang damit empfinde ich als realistisch. aber je weiter die geschichte fortschreitet umso weniger kann ich folgen bzw. nachvollziehen worauf die autorin hinaus will. und dann dieses ende....
ich ärgere mich, weil die aufmachung des buches und auch der rückentext mich irgendwie getäuscht hat. ich hab einfach nicht so einen flachen roman erwartet, der auch irgendwie keine echte handlung hat? im grunde passiert nix. und. diese chats? okay es sind biblische frauenfiguren aber die sprache war nicht auszuhalten. ich habe ab der hälfte des buches die chats teilweise übersprungen oder quergelesen und es hat leider die leseerfahrung nicht verbessert. die chats auszulassen war auch egal, die protagonistin fasst eh wieder alles zusammen und stellt fest, dass sich nichts verändert hat und wie unfair alles ist.
was nehme ich also mit? ich soll meinen unterleib spüren, nein extrem wahrnehmen und mein inneres licht nach außen strahlen lassen und ach so verständnisvoll sein, indem ich die verletzungen der anderen permanent wahrnehme, darauf rücksicht nehme um erst dann feministisch zu sein? wow...! ich fühle mich g e h e i l t
(die völlig unreflektierte einseitige und privilegierte feministische perspektive sowie darstellung von empowerment sprech ich gar nicht erst an)
Klara arbeitet als Journalistin bei einem vermeintlich feministischen Magazin. Als sie für eine neue Story in Kontakt mit einer fortschrittlichen evangelischen Pfarrerin kommt, beginnt sie, sich intensiver mit Religion und Kirche auseinander zu setzen. Doch ihr Chefredakteur möchte die Story nicht in Klaras Version drucken, was zu einem Wutausbruch und einer Beurlaubung führt. Klara ist mit ihrer Wut und ihren Nerven am Ende - da erhält sie eine rätselhafte WhatsApp-Nachricht von Maria Magdalena und findet sich kurzerhand in einem Gruppenchat mit den Frauen der Bibel wieder.
Die Idee zu Edith Löhles Debütroman "Bible Bad Ass" finde ich toll: Durch einen WhatsApp-Chat werden den Lesenden auf moderne und lustige Weise vergessene oder verkannte Frauenfiguren der Bibel näher gebracht, was viel Identifikationspotential und einen anderen Blickwinkel auf die christliche Religion bietet. Die katholische Kirche ist sehr männlich und patriarchal geprägt, Frauen(geschichten) finden weder in der gängigen Bibel, noch in der gelebten Kirchenpraxis groß statt. Dass das nicht immer so war und Vieles auch einfach umgedeutet oder bewusst in Vergessenheit gedrängt wurde, arbeitet die Autorin in ihrem Roman gut heraus. Leider konnte ich "Bible Bad Ass" darüber hinaus aber wenig abgewinnen. Der Roman ist sehr handlungsarm, der Fokus liegt vor allem auf den Chats, Klaras Lebensausschnitt, der geschildert wird, verläuft eher so nebenher und wirkte auf mich extrem konstruiert. Ich wurde auch mit Klara als Protagonistin nicht warm, was einerseits wohl am Schreibstil, andererseits aber auch am starken Abdriften in esoterische Richtungen ab etwa der Hälfte des Buches liegt. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass Edith Löhle gerne besonders viele feministische Themen in ihrem Buch ansprechen wollte, was bestimmt gut gemeint war, aber letztlich doch eher überfrachtend wirkte. Ich kann "Bible Bad Ass" deshalb leider nicht weiterempfehlen, würde aber ein Sachbuch zum Thema sofort lesen!
Ich war leider sehr enttäuscht von dem Buch. Mehr über die Frauen in der Bibel zu lernen, finde ich zwar interessant, aber ich hätte es wohl in einer Art Sachbuchformat besser gefunden. Die Geschichte um die Infos hat mir nämlich gar nicht gefallen. Viele Wiederholungen, extreme Gefühle, alles überzeichnet. Die Sprache der Chatfrauen war mir zu kitschig, sie wird im Buch selbst mit Kalendersprüchen verglichen. Auch die Reaktionen bzw Aktionen der Hauptfigur waren in meinen Augen überzogen und haben mich leider genervt.
Kurzmeinung / Leseerlebnis Gelesen im Rahmen einer Leserunde Vielen Dank an Netgalley und den Leykam Verlag für das kostenlose Leseexemplar. Ich bin an feministischer und religionskritischer Literatur interessiert. Die Religions- oder viel mehr die Bibel-Kritik fand ich hier auch völlig in Ordnung. Historisch akkurat würde ich sagen. Zwei Dinge mochte ich allerdings nicht so sehr. Zum Einen lese ich nicht gerne Lyrik und hier gabe es Lieder in fast jedem Kapitel. Zum Anderen wurde das weibliche Prinzip für meinen Geschmack doch etwas zu überspitzt dargestellt. Mit Wortschöpfungen wie Muschitation und Wuterus, oder Sachen wie in den Schoß hineinhören kann ich so gar nichts anfangen und ich mag auch nicht seitenlang über die Macht der Menstruation lesen. Schade, denn aus dem Thema und der an sich guten Idee hätte man meiner Meinung nach auch ein durchaus zugänglicheres Buch machen können.
Die anfängliche Begeisterung über die eigentlich sehr spannende Idee und Recherche über Frauenfiguren und Feminismus im christlichen Glauben und der Bibel plättet über die Länge des Buches immer weiter aus, bis eine absolut überzogene und leider auch enttäuschende Szene das Buch beendet. Grundaussage des Buches ist: „Wir Flinta-Personen dürfen nicht so wütend sein über Marginalisierung, Diskriminierung und Gewalt… einfach mal durchatmen und Liebe spüren“????????? Kann ja so nicht sein…
Total absurd, witzig, aber auch sehr spannend (hat irgendwas in mir abgeholt, das biblische Figuren schon sehr faszinierend findet), habe es wirklich gerne gelesen. Und es sieht so schön aus!
Gute Idee, die Bibel-Funfacts sind auch nett und gut lesbar verpackt. Fand aber zum Schluss ist es doch sehr zum Weiblichkeit feiern, Menstruation ist toll bla geworden. Ich finde es schade, dass die Protagonistin am Ende ihre Wut ganz verloren hat. Finde ich einfach der Zeit und den Umständen nicht angemessen. Ein bisschen Wut ist gut.
Man wird es kaum glauben: Ich bin immer noch Teil der katholischen Kirche, trotz der vielen Kritik, die ich nicht nur hier äußere. Der Grund dafür ist größtenteils, dass ich eine katholische Schule besucht habe und dort eine wunderschöne Art kennenlernen durfte, Glauben zu leben. Und auch, wenn man mich bis heute nur zu besonderen Anlässen in der Kirche sieht und ich keine Möglichkeit auslasse, Religion und vor allem die mächtigen Personen wie den Papst zu kritisieren, bin ich trotzdem noch immer Teil dieser Religion. Auch, wenn mich jede queerfeindliche oder sexistische Aussage des Papstes einen Schritt näher an den Austritt bringt. Vielleicht komme ich in die Hölle dafür, aber dieser Typ ist sowas von vorgestrig und sollte einfach keinerlei Macht haben dürfen. Und gerade weil die katholische Kirche in vielen Fällen immer noch unglaublich sexistisch und queerfeindlich ist, finde ich es wichtig, sich über Gegenentwürfe zu informieren. Und da gibt es wirklich viele tolle Projekte und Initiativen, die sich zum Beispiel für mehr Recht der LGBTQIA+-Community im katholischen Glauben einsetzen, für eine Aufhebung des Zölibats oder auch dafür, dass Frauen endlich als gleichwertig angesehen werden und nicht mehr rein auf ihre Gebärmutter reduziert werden. Also war ich natürlich auch auf dieses Buch sehr gespannt.
Aber nein. Das hat hier nicht unbedingt funktioniert. Leider, denn ich hätte mir das sehr gewünscht. Und dabei geht dieses Buch wirklich gut los! Klara flippt gegenüber ihres sexistischen Chefs endgültig aus, weil er ihren Artikel über eine queere und feministische Priesterin bis zur Unkenntlichkeit verändert hat. Sie wird zwangsbeurlaubt - und während dieses Zwangsurlaubs in eine seltsame Whatsapp-Gruppe eingeladen, die sich "Bible Bad Ass" nennt. Und hier lernen wir gemeinsam mit Klara die wichtigen Frauen der Bibel kennen. Und das könnte super interessant sein! Immerhin kennt die Bibel überraschenderweise doch relativ viele starke Frauengestalten, auch wenn diese durch verschiedene Übersetzungen und Überlieferungen teils bis zur Unkenntlichkeit verändert wurden. Oder habt ihr zum Beispiel gewusst, dass Maria ursprünglich eine junge Frau war und keine Jungfrau? Nein? Tja, wundert mich nicht wirklich, denn um sowas rauszufinden, muss man doch literaturwissenschaftliche Vorlesungen besuchen, zumindest meiner Erfahrung nach. Also hatte ich gehofft, durch den Bibelchat noch mehr über solche Fehler und Verunstaltungen zu erfahren.
Das hat sich aber nicht erfüllt. Stattdessen triftete der Chat sehr schnell ins Esoterische ab und war voll mit Kalendersprüchen (die im Buch auch selbst so genannt werden), die mich irgendwann nur noch die Augen verdrehen ließen. Es wirkte fast so, als wäre es hier das Ziel gewesen, so viele zitierfähige Sätze wie möglich zu schaffen - dabei schien aber der Rest des Buches eher vernachlässigt worden zu sein. So gibt es sehr schnell keine wirkliche Story mehr, abgesehen eben vom Bibelchat. Außerdem wurden dann gerade gegen Ende des Buches einige wirklich ungesunde Glaubenssätze verbreitet, die so einfach nicht unkommentiert stehen gelassen werden sollten. Zum Beispiel wird dann Klaras Umfeld als fast schon antagonistisch dargestellt. Und wisst ihr warum? Weil sie sich Sorgen machen und ein ernstes Gespräch mit Klara führen wollen. Was echt gerechtfertigt ist, denn Klara befindet sich in einer Lebenskrise und beginnt plötzlich, ein unglaubliches Interesse für Religion zu zeigen, obwohl sie sich früher nie dafür interessiert hat. In so einer Situation ist es eigentlich sogar sehr gut, dass Klaras Umfeld hier kritisch reagiert. Und der Ratschlag des Bibelchats, sich von diesen Menschen zu distanzieren, weil sie Klaras Glauben schwächen könnten und selbst noch nicht bereit dafür sind ... nun ja, wisst ihr, wer solche Ratschläge normalerweise gibt? SEKTEN! Klara verhält sich, als wäre sie plötzlich Teil einer verdammten Sekte, bricht Kontakt zu anderen ab, und fühlt sich in ihrem neu gefundenen Glauben um so vieles besser und intelligenter als andere Menschen in ihrem Umfeld.
Was mich auch sehr gestört hat, war die Lösung von Klaras Problem. Ich weiß, dass das (eben unter anderem wegen Religion) in unserer Gesellschaft anders verkauft wird, aber: weibliche Wut ist nicht das Problem. Weibliche Wut (und nichtbinäre und oft auch Wut im Generellen) kann unglaublich produktiv sein, ist aber meistens zumindest ein Signal, dass etwas an einer Situation nicht richtig ist. Einem wütenden Menschen zu empfehlen, dass er/sie/they nicht wütend sein solle und diese Wut zu moralisieren, ist nicht in Ordnung - genau das passiert hier aber zwischen den Zeilen. Statt mit Wut solle man mit Liebe reagieren. Tja ... sagt ein Buch über eine Religion, deren Gottessohn mal aus Wut einen Tempel auseinandergelegt hat.
Auch fand ich diese übertriebene und oft sehr skurrile Verherrlichung des weiblichen Körpers hier unangenehm. Ich will gar nicht wissen, wie oft es hier zu Wortneuschöpfungen mit den Worten "Vulva" (okay) und "Muschi" (ich hasse dieses Wort, warum wird das hier für Neologismen verwendet?!) kam. Klara hörte eine Millionen mal in ihren Schoß hinein. Ach, und scheinbar sind wir alle selbst schuld an unseren Regelschmerzen. Denn diese entstehen dadurch, dass wir nicht genug Kontakt mit unserer Weiblichkeit haben und kollektives Trauma mit uns herumtragen. Darüber konnte ich wirklich nur noch den Kopf schütteln. Ja, kollektives und vererbtes Trauma existiert und das haben wohl die meisten von uns. Aber so Menschen mit Menstruation für ihre Schmerzen verantwortlich zu machen? Nope, geht gar nicht!
Durch diesen übermäßigen Fokus auf das Individuelle, auf die Gefühlsebene und die Verteufelung von Kritik verliert dieses Buch leider auch etwas wirklich wichtiges aus den Augen: Die katholische Kirche ist bei weitem nicht perfekt. Da sind ein großer Haufen Änderungen nötig und ich glaube nicht, dass die sich einfach ergeben werden. Die werden nicht einfach von selbst auftauchen, nur weil wir fest genug an die Bibel und an göttliche Kräfte geglaubt haben. Dafür müssen wir arbeiten. Wir müssen Kritik üben, müssen wütend sein, neue Thesen an Kirchentüren annageln. Nur durch brav sein, wird sich nichts verändern. Und auch Bücher wie dieses tragen nicht unbedingt zu einer Revolution bei.
-> hat mir leider nicht zugesagt, ich fand den Schreibstift sehr schwach (eine Mischung zwischen Fakten und Erzählung ist ja gut, aber dann bitte trotzdem so dass es fließend bleibt). Die Idee war super, doch ich hätte es präferiert, wenn es in Romanform und nicht als Chat ausgearbeitet worden wäre.
Die Aufmachung mit dem Cover, Farbschnitt und den Endseiten ist so extrem cool und umwerfend schön gleichzeitig. Das Konzept ist super, die Sprache ist sehr modern, popkulturell. Ich fand es toll, dass zwischendurch auch Zitate aus Songs Platz gefunden haben - ein Soundtrack zu bestimmten Szenen sozusagen. Manchmal war es nicht komplett greifbar für mich, weil es etwas zu esoterisch oder spirituell wurde, aber das hat mein Lesevergnügen nicht vermindert.
tw/cw: Tod (erwähnt), Blasphemie (würden bestimmt einige sagen), Sexismus, Sexarbeit (erwähnt), Rassismus
Gekauft habe ich, weil Bible Bad Ass in seinem Hardcover genial aussieht: ein dunkelblaues, intensives Cover, und wunderschön abgedruckte Renaissance-Religionsfreske(-bild) auf den Seiten. Sofort losgelesen und den Roman in zwei Tagen (mit unfreiwilligen Pausen) verschlungen habe ich, weil der Roman witzig und frech geschrieben ist, vor cleveren Wortspielen platzt, und mit der Missrepräsentation von Frauen in der christlichen/katholischen Kirche ein Thema behandelt, welches ich schon immer spannend fand. Eingepackt in die fiktive Geschichte von Klara, die nicht nur so wie ich gerade ihre Tage hatte sondern vor Wut und Frustration über eine patriarchale Welt und kapitalistische Arbeitswelt zum überkochen gebracht wird, lernen nicht nur kirchennahe Leser*innen die Frauen der christlichen Geschichte kennen. Im Prinzip ist Bible Bad Ass die Geschichte einer Frau, die lernt, ihre Wut über die Missstände dieser Welt und Gesellschaft in Mitgefühl und Liebe umzuwandeln, damit sie zuhören, verstehen, und somit verändern lernt. Und somit nicht nur ihrem Umfeld, sondern vor allem sich selbst die Möglichkeit gibt, konstruktiv und glücklich zu wachsen und eine Veränderung zu bewirken, die durch ihr eigenes Leben und Vorleben die Welt auch besser macht. Obwohl dies nach Kalenderspruch und generalisiertem Rat klingt, hat mich sowohl die Geschichte - mit ihrem Gruppenchat von Bibelfrauen - und der Rat selbst mit einem tollen Gefühl hinterlassen. 4 Sterne hätten vielleicht gereicht, zumal auch ich manchmal ein wenig Wortwahl- und Beispielsmüde wurde im doch sehr wütenden Feminismus der Protagonistin. Aber 5 Sterne für das tolle Gefühl, den Spass am Lesen, das Sich-Verstanden-Fühlen, und vor allem den tollen frischen Blick auf Religion und die christliche Tradition, die mir nun eben doch kultur- und kindheitsbedingt sehr am Herzen liegt.
Das Buch hat mich an vielen Stellen abgeholt und ich hab mich oft in meiner weiblichen Wut verstanden gefühlt. Es war sehr spannend, so viel über weibliche Figuren in der Bibel und Kirchengeschichte zu lernen, allerdings waren manche Passagen auch sehr langatmig. Gestört hat mich teilweise, dass die Charaktere nicht so gut ausgearbeitet wurden und oft die Erzählung sehr schnell gesprungen ist. Hätte mir etwas mehr Tiefe gewünscht.
Die Idee des Romans ist super interessant: Wie lässt sich religiöser Glaube und Feminismus vereinbaren? Wie wurden Frauenfiguren in der Bibel von der Kirche über Jahrhunderte hinweg umgedeutet und zu Sünderinnen gemacht, obwohl sie in alten Schriften heilig waren? Die Absicht des Buches hat mir gefallen, aber ab der zweiten Hälfte wird es leider so esoterisch, dass man es nicht mehr ernst nehmen kann. Periodenschmerzen seien an ein kollektives Trauma gebunden - really? Und dass suggeriert wird, dass man sich in diesem esoterischen Zeug lieber allein durchsetzt und seine FreundInnen abschießen soll, die denken man sei verrückt... Der Schluss hat mir wirklich den Rest gegeben. Schade, denn es gab einige schöne Textstellen. Wer sich mit dem Thema auseinandersetzen will, dem rate ich lieber das Sachbuch "Vulva" von Mithu M. Sanyal zu lesen. Das driftet nicht so in die Esoschiene ab.
Ach, ich weiß nicht. Die Idee ist super, die Durchführung jedoch nicht ganz gelungen. Der Anfang war noch stark, dann wurde es zum Ende hin fast esoterisch. Grundsätzlich wenig bis gar keine Story, alles nur Setting für die Chatgruppe, aber hier werden Themen auch nur eher angerissen. Ansonsten wenig neues von der Aussage her, vieles weiß man halt schon. Ziemlich repetitiv. Sprachlich nicht ganz meins, alles ein bisschen zu "hip". Der Funke sprang bei mir nicht rüber, das hätte vor 20 Jahren aber vielleicht anders ausgesehen.
Es hätte total das Buch für mich werden können. Aber der Anteil an Esoterik, Dan-Brown-Verdächtige Verschwörungstheorien und Kalendersprüchen war mir dann doch zu hoch. Lustigerweise reflektiert die Erzählerin genau das, ohne dass es einen Einfluss auf die Erzählweise hätte.
Klara, feministische Journalistin bei einem Magazin, hat keinen Bock mehr auf die patriarchale Dominanz. Vor allem die dummen Sprüche ihres Chefredakteurs treiben sie in den Wahnsinn. Als er dann auch noch einen Text von ihr über eine queere Pfarrerin vollkommen umschreibt, explodiert sie. Bevor sie sich so richtig Gedanken machen kann, wo sie hin will mit ihrer Wut, bekommt sie auf einmal von einer unbekannten Nummer seltsame Nachrichten auf ihr Handy. Angeblich stammen sie von Maria von Nazareth - also der Mutter Jesu - , die Klara ihre Geschichte erzählen möchte. Als Klara sich darauf einlässt, ploppen plötzlich ganz viele Frauenfiguren der christlichen Mythologie in einer WhatsApp-Gruppe auf, deren Namen entweder ganz aus der Bibel gestrichen oder deren Geschichten falsch überliefert wurden. Jetzt wollen sie sie erzählen, und Klara gleichzeitig den Glauben an etwas Höheres wieder geben. Sie wurde nämlich katholisch erzogen, hat aber schon als Jugendliche aus Mangel an weiblichen Identifikationsfiguren mit der christlichen Religion gehadert. Das ausgerechnet eine feministische Journalistin nie auf die Idee gekommen ist, selbst die christlichen Mythen ihrer Kindheit zu hinterfragen und nun aus allen Wolken fällt, als sie hört, dass Maria von Nazareth wahrscheinlich nur wegen eines Übersetzungsfehler als jungfräuliche Mutter überliefert ist und Maria Magdalena keine Hure war, erscheint mir etwas unglaubwürdig. (Ist aber quasi die Geschichte der Autorin Edith Löhle.) Und auch der Rest von "Bible Bad Ass" hat mich nicht abgeholt. Ja, die Grundidee, unbekannte Frauen des Christentumms (bzw. auch des Judentums und in manchen Fällen auch des Islams) in den Mittelpunkt zu rücken ist super. Dabei aber eher oberflächlich zu bleiben und den ganzen Text entweder mit feministischen Kampfsprüchen oder mit esoterischen Kalendersprüchen zu durchziehen, ist ziemlich dröge. Für mich liest sich das Buch eher wie ein persönliches Essay als ein Roman, insgesamt hätte ich mir mehr Tiefe und weniger Polemik gewünscht. Vielleicht bin ich auch einfach zu alt für den Stil des Romans und nicht mehr die Zielgruppe.
Ich habe wirklich versucht, *Bible Bad Ass* von Edith Löhle unvoreingenommen zu lesen. Ehrlich. Aber selten habe ich mich beim Lesen eines Buches so sehr zwischen "Das ist ja total spannend!" und "Das ist doch kompletter Unsinn!" hin- und hergerissen gefühlt. Es war ein ständiges Ringen zwischen "Ich möchte glauben, dass das stimmt" und "Moment mal, das klingt nach Fake News". Und am Ende hat leider die Frustration gesiegt.
Schon beim ersten Durchblättern fällt auf: Das Buch ist zwanghaft modern gestaltet. Die Sprache ist dermaßen auf "hip" getrimmt, dass es beinahe wehtut. Anstatt einer spannenden, feministischen Auseinandersetzung mit biblischen Frauenfiguren wird hier eine Mischung aus Instagram-Slang und Esoterik-Workshop serviert. Das mag für einige Leser*innen erfrischend wirken – für mich war es einfach nur anstrengend.
Einer meiner größten Kritikpunkte ist die völlig falsche Darstellung des *Vaterunsers*. Laut Löhle stammt dieses Gebet ursprünglich aus dem Hebräischen – was einfach historisch nicht haltbar ist! Das Original wurde in *Altgriechisch* verfasst und erst viel später von einigen Forschern ins Hebräische übersetzt. Ihre Quelle für diese absurde Behauptung? Neil Douglas-Klotz – ein Esoteriker, der mit seinen Übersetzungen in theologischen Kreisen alles andere als ernst genommen wird. Mal ehrlich, keine seriöse Theologin oder Pfarrerin würde sich auf diese Version des Vaterunsers berufen! Ich kann nicht fassen, dass Löhle das völlig unkritisch übernimmt und weiterverbreitet.
Und dann dieser Satz auf Seite 152: *"Ich will glauben, deshalb suche ich jetzt nach Fakten, die mir passen."* Entschuldigung, aber da wäre mir fast das Buch aus der Hand gefallen. SO funktioniert Glaube nicht! Man kann sich doch nicht einfach nur die Fakten rauspicken, die ins eigene Weltbild passen. Das ist genau die Art von Denkweise, die seriöse Wissenschaft und Theologie untergräbt. Ich war ehrlich fassungslos.
Dazu kommen noch weitere falsche oder zumindest extrem irreführende Behauptungen. Ein Beispiel: Die Autorin schreibt, dass Menstruationsprodukte mit einer *Luxussteuer* belegt waren. Nein, waren sie nicht. Sie unterlagen dem regulären Mehrwertsteuersatz, der mittlerweile gesenkt wurde. Das als "Luxussteuer" zu bezeichnen, ist schlichtweg falsch und reißerisch.
Aber es wird noch skurriler. Spätestens als ich gelesen habe, dass die Protagonistin "den Wald vor lauter Vulven nicht mehr sieht", wusste ich nicht mehr, ob ich lachen oder weinen sollte. Das ist nicht mutig oder provokativ, das ist einfach nur unfreiwillig komisch. Die Theologie, die Löhle präsentiert, driftet in esoterische Randgruppen ab, die mit der eigentlichen Lehre kaum noch etwas zu tun haben. Konzepte wie *Mutter Erde, Vater Himmel, Großvater Sonne und Großmutter Mond* werden als biblische Wahrheiten verkauft – dabei stammen diese aus völlig anderen spirituellen Traditionen.
Und dann schreibt eine Frau, die keine theologische Ausbildung hat, einen Roman über ein Thema, das in der Theologie hochkomplex und tiefgehend diskutiert wird? Mutig, ja. Aber das Ergebnis ist leider eine Enttäuschung. Ich hatte ständig das Gefühl, ein Buch voller *Fake News* zu lesen. Ich konnte mich mit der Protagonistin nicht identifizieren, sie war mir durchgehend unsympathisch. Vor allem ihre überzogenen Metaphern �� etwa die "geladene Waffe in ihrer Hose", die sie ständig auf ihren Partner abfeuert – waren einfach nur befremdlich. Und warum zur Hölle nimmt sie ständig ihren eigenen Uterus wahr?! Ich meine, ja, es ist wichtig, sich mit dem eigenen Körper auseinanderzusetzen, aber das hatte in dieser Geschichte einfach *nichts* mehr mit dem eigentlichen Thema zu tun.
Der Tiefpunkt war für mich die Passage über die sieben Chakren und die Gleichsetzung einer Dämonenaustreibung mit einem Selbstfindungstrip. Ich bin mir *sehr* sicher, dass Jesus noch nie von Chakren gehört hat. Das Ganze wirkte einfach nur noch absurd und deplatziert.
Die einseitige, unreflektierte und oft privilegierte feministische Perspektive hat mich ebenfalls gestört. Feminismus ist wichtig, keine Frage. Aber hier wird eine Perspektive präsentiert, die sich nur um eine sehr kleine, exklusive Gruppe von Frauen dreht, während andere Aspekte völlig ignoriert werden. Besonders auffällig war das beim Thema Hautfarbe, das in einer Viertelseite abgehandelt wird – als wäre es völlig nebensächlich.
Am Ende bleibt für mich nur ein Fazit: *Bible Bad Ass* ist eine anstrengende, fehlerhafte und frustrierende Lektüre. Ich habe mir wirklich mehr davon versprochen. Statt einer fundierten feministischen Auseinandersetzung mit der Bibel bekommt man hier Esoterik, historische Fehler und unfreiwillig komische Metaphern serviert. Schade! 2 Sterne, weil die Grundidee spannend war – aber die Umsetzung ist leider gescheitert.
2.5 ⭐️ hat sehr vielversprechend begonnen und hab auch viel über die falschen Frauenbilder, die die Bibel und die Kirche vermitteln, gelernt, aber mit der Zeit hat das Buch irgendwie den Handlungsfokus verloren, die Protagonistin war nicht mehr wirklich nachvollziehbar, und von den vielen Lektoratsfehlern will ich gar nicht anfangen 😅 (Der Farbschnitt der 1. Auflage allerdings 10/10 👼🏻)
Leider hätte ich lieber ein gut geschriebenes Sachbuch gelesen, als die Geschichte um Klara herum. Ich fand die Informationen über die Frauen im Buch trotzdem sehr spannend. Ich denke, dass Bible Bad Ass eine Lücke füllt und gerade für Menschen die sich mit der Bibel bisher nur wenig beschäftigt haben eine feministische Perspektive geben kann. Aber die Story war mir persönlich viel zu gewollt.
Sachlich extrem interessant, die Fiktion darin fand ich leider ziemlich nervig und ganz schön plakativ. Die Sprache war mir viel zu gewollt komisch und dann wieder viel zu aufgeblasen pathetisch, sich dabei aber auch selbst ständig entschuldigend. Vielleicht hätte ich lieber ein Sachbuch darüber lesen sollen, auf der theoretischen Ebene haben mich viele Ansätze nämlich durchaus sehr berührt.
Das Buch hat richtig stark begonnen, das Ende hingegen fand ich leider ziemlich schwach und war mir zu eso-mäßig. Aber ich hatte durchweg Spaß beim Lesen und mochte den Schreibstil - daher vier Sterne.
„Bible Bad Ass“ hat mich wirklich überrascht. Ich war mir nicht sicher, ob ich die Richtige für diese Geschichte bin, aber holla, was für ein feministisches Buch! Ich schätze die Wut der Protagonistin ebenso wie das Umwandeln in etwas für sie Positives und gleichzeitig Machtvolles.
Das Ende des Buches hat mir leider nicht so sehr gefallen, da habe ich mir etwas anderes gewünscht, bleibe aber mit vielen wichtigen Fragen zurück. Allem voran: Wie hätten sich die Religionen und die Welt im Allgemeinen entwickelt, wenn man die weiblichen Figuren der Glaubensgeschichten nicht systematisch unterdrückt, vergessen und uminterpretiert hätte, um des eigenen (männlichen) Vorteils willen? Wie würde unsere Gesellschaft heute aussehen, wenn man es von Anfang an gerecht gemacht hätte?
Eine wirklich bizarre Story, aber in einen spannenden Plot verpackt, wobei die Selbstfindung doch ein wenig zu sehr ihren Tribut fordert, meiner Meinung nach.
Feministische Wutprosa meets überirdischen Bibel-Chat. Es ist schon ne ziemlich freshe Idee, sich aus feministischer Sicht mal der Kirche zu widmen und ein Licht auf die vielen geächteten und unterschlagenen Frauenfiguren der Religionsgeschichte zu werfen. Löhle bettet das in einen zeitaktuellen Plot und gibt uns volle Möhre Popkultur für einen guten Kontrast. Die Tonalität, mit der sie die Hauptfigur Klara erzählen lässt, ist super getroffen und very relatable. Die Story rangiert zwischen informativ und unterhaltsam, was ich für eine gute Kombi halte angesichts des Themas. Wenn man sich auf das bisschen magical realism einlassen kann, macht das Buch Spaß. Doch leider verpasst es die Autorin das Ding mit nem ordentlichen Schlusspunkt nach Hause zu schreiben. Obwohl die Hauptfigur den Ansatz einer Entwicklung durchmachen darf, kippt es auf den letzten 20 Seiten plötzlich ins Lächerlich-Unglaubwürdige und die Schlussszene wirkt übers Knie gebrochen. Hier fehlten Klara einfach noch ein wenig Reflexion und 50 Seiten mehr, denn die Geschichte endet im Grunde genau an der Stelle, an der es für sie entwicklungstechnisch erst begann spannend zu werden. Am Ende dennoch ein super solides Debüt und ich möchte definitiv mehr von Edith Löhle lesen.