Olga Benario war eine kämpferische Natur. Nachdem ihr Vater, ein sozialdemokratischer Anwalt, ihr Anwaltsakten über verurteilte Linke zu lesen gab, prägte das ihre politische Weltanschauung maßgeblich. Sie zog später mit ihrem Lebensgefährten von München nach Berlin und arbeitet dort für die kommunistische Jugend und die KP. Sie wurde später des Hochverrats angeklagt, kam mehrfach ins Gefängnis und wurde 1936 hochschwanger später in Brasilien verhaftet und nach Deutschland überführt. Sie starb 1942 in der Tötunganstalt Bernburg
Ihre Notizen über die Arbeit der kommunistischen Jugend Berlins verfasste sie in der Sowjetunion. Ihr war es wichtig, dass die Kommunisten erfuhren, wie engagiert junge Leute mit roter Gesinnung in Berlin arbeiten. Die kleinen Kapitel sind im Plauderton gehalten und beschreiben sehr plastisch wie Agitation und Strukturen der KJ funktionierten. Die revolutionäre Haltung kommt dabei sehr deutlich zum vor Stein. Mit großem Ernst haben die jungen Leute Plakate geklebt, Versammlungen abgehalten oder gesprengt, Demonstrationen organisiert. Gegenüber Sozialdemokraten und Faschisten grenzt man sich klar ab. Die Sowjetunion hingegen wird als großes Vorbild schützenswert dargestellt
Neben der Ernsthaftigkeit sind die Texte mit einem kämpferischen und bisweilen ironischen Humor gespickt. Sie wirken oft Tagebuch ähnlich. Olga Benario war vom Kommunismus überzeugt, das merkt man in jedem Satz.
Das Büchlein ist ein zeitgeschichtliches Dokument, das die Tatkraft junger Menschen für eine gerechtere Gesellschaft festhält, aber auch deutlich macht, dass diese vor gewaltsamen Mitteln nicht zurückgeschrecken. Die zahlreichen Abbildung verleihen ihnen ein Gesicht.
Es erschien erstmals 1929 in russischer Übersetzung. Das Original Manuskript ging verloren und wurde jetzt wieder ins Deutsche übersetzt. Das Vorwort stammt von Olga Binario Tochter Anita Leocàdia Prestes die in Brasilien lebt