Seit Urzeiten erkunden Menschen den Willen der Götter, befolgen deren heilige Ordnung und hoffen auf Erlösung. Bernhard Maier beschreibt anschaulich die Geschichte der Religionen von den frühesten Grabkulten über die Weltbilder des Alten Orients und den Monotheismus bis zu den heutigen Religionskonflikten und der individuellen Suche vieler Menschen nach Heil. Wann sind die Religionen entstanden, und warum gibt es sie (fast) überall auf der Welt? Bernhard Maier erzählt die Geschichte der Religionen von den archäologisch nachweisbaren Anfängen bis heute. Dabei gelingt es ihm meisterhaft, die Eigenheiten großer und kleiner Religionen prägnant zu porträtieren, parallele Entwicklungen in Schlüsselepochen deutlich zu machen und Mythologien, Zeitvorstellungen oder heilige Stätten miteinander zu vergleichen. Wer seinen eindrucksvollen Überblick gelesen hat, wird besser verstehen, warum Religionen auch heute noch so machtvoll sind und selbst eingefleischte Skeptiker zutiefst faszinieren.
"Eine Weltgeschichte der Religionen" hält wohl was es verspricht, liefert dem Leser darüber hinaus allerdings nichts. Vielleicht ist es auch einfach ein Kind seiner Wissenschaft, aber mir fehlten beim lesen oft der Zusammenhang, Thesen verschiedener Experten, eine größere Einordnung. Ein Buch das sich mit holistisch mit Religion befasst wäre schön gewesen, hier findet man tatsächlich "nur" die gesamte Geschichte. Darüber hinaus, wahrscheinlich auch hier eine dem Genre gegenüber unfaire Kritik, wurde sehr wenig über die sogenannten "Naturreligionen" indigener Völker berichtet. Oft nur als Einwurf oder im Kontext der Verschmelzung mit den anderen Weltreligionen.
Ein durchaus informatives allerdings seltenst spannendes Buch. Für Leute die wirklich interessiert an einem Überblick über die Einzelnen Religionen interessiert sind empfehlenswert. Sonst würde ich eher abraten.