Die Karriere von Hauptkommissar Paul Regen scheint am Ende, als ein formalingetränkter Arm auf seinem Schreibtisch landet. Vor einigen Jahren wurden in Frankreich zwei Beinpaare auf einer Mülldeponie entdeckt. Ein Zufall? Zur gleichen Zeit verüben Menschenhändler einen Anschlag auf die Europapolizei ECSB. Die Ermittlungen führen Agentin Solveigh Lang tief in den Sumpf des organisierten Verbrechens. Gibt es einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen? Sicher ist nur: Nichts ist, wie es scheint ...
Inhalt: Ein formalingetränkter Arm auf Hauptkommissar Paul Regens Schreibtisch kann das Ende seiner Karriere oder seinen Aufstieg bedeuten. Doch gibt es wirklich eine Verbindung zu dem Beinpaar in Frankreich, das man vor ein paar Jahren in Frankreich gefunden hat, oder ist das nur Wunschdenken? Agentin Solveigh Lang hingegen ist auf der Suche nach den Menschenhändlern, die einen Anschlag auf die Europapolizei ECSB verübt haben und dutzenden Menschen das Leben genommen haben. Dabei kommt sie immer näher an die Drahtzieher des organisierten Verbrechens. Lila und Ilona, zwei junge moldawische Mädchen, sind aus ihrem kleinen Dorf geflohen, um als Models Geld zu verdienen. Stattdessen entpuppt sich die Prophezeiung, der sie gefolgt sind, als ganz anders als angenommen. Und dazu treibt noch ein brutaler und raffinierter Mörder sein Unwesen… Meine Meinung: Erst mal scheint das alles nicht zusammen zu hängen und ich hatte so meine Probleme mit den vier verschiedenen Perspektiven, zumal ich den Schreibstil teilweise auch etwas schwer zu verstehen fand. Über manche Formulierungen bin ich ziemlich gestolpert und so erst relativ spät richtig in das Geschehen reingekommen. Die unterschiedlichen Handlungsstränge fand ich zwar ganz gut beschrieben, allerdings hätte ich mir besonders bei Solveighs Sicht eine ausführlichere Beschreibung gewünscht. Die Ereignisse wurden nämlich eher kurz und wenig beschrieben, dabei war dieser Teil am Anfang der mit Abstand spannendste. Über Paul Regens Spaziergänge in München hätte ich hingegen weniger hören müssen, ich fand es teilweise ziemlich zäh. Lilas Perspektive hatte hingegen für mich die perfekte Länge, nicht zu kurz und nicht zu lang wurden die Ereignisse beschrieben. So konnte ich mit ihr auch deutlich besser warm werden als mit Solveigh Lang oder Paul Regen. Zwar sind Lila und Ilona ziemlich naiv, aber sie wissen es schließlich auch nicht besser, haben wahrscheinlich noch nie großartig was vom Menschenhandel in ihrem kleinen Dorf gehört. Als Leser ist es einem jedoch relativ schnell klar, in welche Kreise die beiden Mädchen geraten sind. Da habe ich den ersten Ansatz für den Zusammenhang zwischen den Handlungssträngen gefunden, der wirklich raffiniert gestrickt wurde. Solveigh wurde mir dann immer sympathischer, wie sie sich an die Spuren der Mafiosi gehängt und sie verfolgt und ausspioniert hat. Dabei hat Eddy ihr auch ordentlich geholfen, den ich sehr gerne mag, wobei ich es schade fand, dass er doch eher selten vorgekommen ist. Zu Paul Regen konnte ich keine wirkliche Verbindung aufbauen, ich finde ihn eher seltsam und finde seine „Arbeitsmethoden“ ziemlich gewöhnungsbedürftig. Aber wenn´s hilft;) Jedenfalls wurde der Thriller gegen Ende hin richtig spannend, als die Handlungsstränge zusammen gelaufen sind und alle sich auf die Suche nach dem Mörder konzentrieren. Und dessen Ziel-wow, das ist echt ziemlich krass. Selten habe ich von so einer schockierenden Idee gehört oder gelesen. Das hat mir richtig gut gefallen und mir teilweise eine Gänsehaut beschert. Was ich am Ende auch wieder interessant fand: Wieder war es Rettung in letzter Sekunde, irgendwie ist das ja immer so…weder bei CSI, Navy CIS oder in Krimis und Thrillern kommen die Agenten zu spät oder so viel früher, dass für die Opfer keine Gefahr besteht. Das finde ich immer faszinierend, bezweifle aber, dass es in Realität auch so ist. Das ist nicht negativ gemeint, aber ich finde es einfach amüsant, dieses Phänomen zu beobachten;) Das Cover passt super zu den vorherigen Bänden und macht sich gut in meinem Regal Die eisblaue Schrift lässt einem einen Schauer über den Rücken laufen, irgendwie wirkt dieses schmelzende Eisblau ziemlich unheimlich. Fazit: Anfangs etwas zäh, dann jedoch echt clever gestrickt: ein Thriller mit Gänsehautgarantie und absolut empfehlenswert. Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Zum Buch: „Argwohn“ von Jenk Saborowski ist ein Thriller, der am 20.01.2014 im Piper Verlag erschienen ist. Zu beziehen z.B. hier: http://www.amazon.de/o/ASIN/349230420...
Klappentext: Als Hauptkommissar Paul Regen im Isartal ein formalingetränktes Bein findet, ist er alarmiert: Bei der letzten Kriminologenkonferenz wurde von zwei ähnlichen Fällen in England und Italien berichtet. Zwei mögen Zufall sein, drei niemals. Agent Solveigh Lang und ihr Team finden im Lauf ihrer Ermittlungen heraus, dass sie es mit einem Serienmörder zu tun haben, der sich ein besonders perfides Spiel ausgedacht hat. Solveigh muss die Spielregeln durchschauen, um diese grausame Partie zu stoppen ...
Die Story:
Schreibstil, Perspektiven, Aufbau: Die Story ist in der dritten Form verfasst und in drei Teile mit insgesamt 105 Kapiteln unterteilt. Es gibt vier verschiedene Handlungsstränge, die jeweils durch Orts- und Datumsangaben kenntlich gemacht werden, und die sich später miteinander verbinden.
Covergestaltung: Das Cover ist komplett in schwarz gehalten, vor dem dunklen Hintergrund steht im oberen Drittel in eisblau der Autorenname sowie der Titel des Buches.
Zum Autor: Jenk Saborowski, geboren 1977 im Taunus, studierte Publizistik und Germanistik und zog nach New York. Er organisierte die erste interaktive Hundeschau der Welt, betextete unzählige Reklametafeln und arbeitete bei mehreren Medienunternehmen, bevor er sich der Schriftstellerei zuwandte. Heute lebt der Autor mit seiner Frau und seiner Tochter in München und Frankfurt. (Quelle: www.lovelybooks.de)
Meine Meinung: Dieser Thriller hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Gleich zu Beginn wird Spannung aufgebaut, die im Laufe des Buches nicht abnimmt. Durch die wechselnden Handlungsstränge war ich im ersten Moment irritiert, habe aber schnell hineingefunden in diese und war rasch in die Story vertieft. Selten habe ich es erlebt, dass vier unterschiedliche Handlungsstränge so passend und gut miteinander verbunden wurden, dass sie am Ende eine schlüssige, gemeinsame Auflösung ergeben. Außerdem war es mir nicht möglich, vorauszusehen, wie die Geschichte endet, so dass ich bis zur letzten Seite gebannt war. Der flüssige Schreibstil tut ein übriges, um die Lektüre dieses Thrillers zu einem absoluten Lesegenuss zu machen. Von mir gibt es 5 Sterne.
"Argwohn" ist schon der dritte Roman des Autors, Jenk Saborowski und dem Ermittler Paul Regen und Solveigh Lang erschienen ist es im Piper Verlag. Aber dieses war mein erstes Buch, welches ich von dem Autor lese. Mir gefällt der Schreibstil des Autors sehr gut. Vor allem die kurzen Kapitel und die immer wieder wechselnden Perspektiven und Handlungsstränge, machen das Buch wirklich spannend. Gerade auch da man Einblicke in das Geschehen und Denken des Psychopathen bekommt macht für mich das Buch besonders spannend. Denn so kann man nachvollziehen was ihn zu seinen kranken Verhalten treibt. Argwohn wird in 4 verschiedenen Handlungssträngen erzählt, die aber am Ende alle sehr fulminant miteinander verbunden werden. Und das finde ich das besondere an diesem Buch. Was mir auch gut gefiel ist die außergewöhnliche Namenswahl wie Paul Regen, Adelheid Auch oder Lila, und bei manchen Wortspielen um Frau Auch und Herr Regen muss man einfach schmunzeln. Ich finde das ist mal was neues und ist dem Autor sehr gut gelungen. Aber auch die Geschichte der zwei moldawischen Mädchen Ioana und Lila hat mich gefesselt. Sie leben in einen armen Dorf in Moldawien bei ihren Großeltern da ihre Eltern zum arbeiten in Rumänien sind. Die beiden träumen von einer besseren Zukunft und wollen ihr Dorf verlassen. Und so kommt es das sie den Menschenhändlern in die Hände geraten. Als schließlich Paul Regen und Solveigh Lang zusammen ermitteln auf der Suche nach den beiden Mädchen, den Menschenhändlern und dem Psychopathen kommt man aus dem lesen nicht mehr raus. Dadurch baut der Autor noch mehr Spannung auf. Man ist in den Bann gezogen und mitten drin in der spannenden Verfolgungsjagd.
Auf das ECSB wird ein folgenschwerer Anschlag verübt, bei dem etliche der Mitarbeiter sterben und viele zum Teil schwer verletzt werden. Auch der Chef Will Thater befindet sich unter den Schwerverletzten. Solveigh Lang und Eddy Rames allerdings hatten Glück, da sie zum Zeitpunkt des Geschehens nicht in der Zentrale waren. Ihnen fällt daher auch die Aufgabe zu, zu sichten, was von der ECSB noch übrig ist und mit dem Wiederaufbau zu beginnen. Zur gleichen Zeit wollen die Freundinnen Lila und Ioana in Moldavien an einem Schönheitswettbewerb teilnehmen, bei dem als Gewinn ein Termin an der weiterführenden Schule winkt.
Zwei Fälle werden hier sehr geschickt verquickt, wobei die Geschichte um die beiden Mädchen ausgesprochen spannend und mitreißend wirkt, während die Ermittlungen um die ECSB nicht ganz so packend waren. Zum Beispiel erscheint es etwas einfach, wie die Verbindung zu einem der Täter gezogen wird und meiner Meinung nach hätte auch in dem Ansatz mit dem Maulwurf mehr stecken können. Doch wie schon gesagt, der Roman gewinnt außerordentlich durch die haarsträubenden Erlebnisse der beiden Mädchen. Wie sie gelockt und abgezockt werden, erscheint hervorragend recherchiert mit einem großen Bezug zur Realität. Wie schwer ist es, den Übeltätern das Handwerk zu legen. Man möchte hoffen, es möge irgendwann gelingen, dennoch ist die Chance dafür vermutlich eher gering.
Ein packender Thriller, der zu fesseln versteht. Wie so oft handelt es sich bei den Geschichten um den ECSB um eine Reihe. Der hier vorliegende Band ist bereits der dritte Teil und in der Handlung liegt bereits ein Ansatz zu Teil vier, auf den man sich freuen kann.