Als 2024 der NASA-Satellit Sentinel I über dem Südpol des Mondes online geht, entdeckt er etwas Eine Reflexion inmitten des Shackleton-Kraters, die es eigentlich gar nicht geben dürfte. Zudem empfängt die Radioantenne von derselben Stelle ein mysteriöses Signal, das einem komplexen Muster folgt. Die Aufregung bei NASA und Pentagon ist groß, da es nur eine Erklärung geben Auf dem Mond liegt ein außerirdisches Artefakt tief in der ewigen Dunkelheit von Shackleton verborgen. Und es will gefunden werden.
Doch schon bald kommt heraus, dass China an die brisanten Informationen gelangt ist und es entbrennt eine Neuauflage des Wettlaufs zum Mond. Mitten drin ist der NASA-Astronaut Charly Reid, der um jeden Preis verhindern will, dass die Welt an dem hart geführten Wettkampf zugrunde geht. Der Einsatz ist nichts weniger als der Schlüssel zur Zukunft der Menschheit und das Militär droht bereits, die Kontrolle an sich zu reißen.
Ich war positiv überrascht von diesem Polit-Thriller, bei dem die beiden Raumfahrt-Nationen USA und China auf eine gefährliche Konfrontation gehen. Der Roman spielt in der Gegenwart, auch wenn die technischen Details z.B. des SpaceX-Starships inzwischen veraltet sind und die Entwicklung zu optimistisch vorausgesagt werden, z.B. ist davon die Rede, das Starship 6 als HLS konfiguriert auf dem Mond landet, tatsächlich ist Starship 6 aka IFT6 gerade im Nov. 24 gestartet und noch kein Starship hat im Augenblick den Orbit erreicht, zumal eine HLS-Version noch Jahre in der Zukunft liegt. Ein miliärischer Satellit der US Space Force empfängt aus dem Shackleton Krater (das Ziel jeder Mondexpedition der Zukunft, da im Krater Wasser vermutet wird) Signale von Aliens. Daraufhin entwickelt sich ein Wettrennen zwischen China und den USA um zuerst die Alientechnologie für sich zu sichern. Das Wettrennen gipfelt darin, dass die NASA von den Militärs der Space Force übernommen wird und eine Starship-Mondexpedion gestartet wird, die Chinesen folgen nur wenige Tage später. Gleichzeitig geht eine Geheimdienst-Agentin einer verdächtigen Spur nach, die darin gipfelt, dass mehrere Mordanschläge auf sie verübt wird, es wird später klar, dass ein Kommandeur der Space Force dahinter steckt. Derweil kommt es auf dem Mond zum Kampf Amerikaner gegen Chinesen, bei dem später nur ein Amerikaner und ein Chinese überleben, die daraufhin zusammenarbeiten müssen, wenn sie überleben wollen... Der Roman besticht einerseits als veritables Weltraumabenteuer und auch als Polit-Thriller, das den Wahnsinn der mitlitärischen Führung in den USA und China exemplarisch vorführt. Natürlich ist das Aliensignal eine gigantische Täuschung zu einem kruden Zweck. Mir hat das ganz ausgezeichnet gefallen...
Bei diesem Buch dauerte es ziemlich lange, bis ich ins Geschehen hineinfand, doch dann fieberte ich richtig stark mit. Wieso es mir dann doch gefallen hat, werde ich im Text kundtun.
Meine Meinung zum Cover: Das Cover passt motivisch gesehen perfekt zur Geschichte. Es ist eine Szene aus der Geschichte zu sehen, die in ähnlicher Weise tatsächlich stattfindet. Mir gefallen die Details, die einem nach näherem Anschauen auffallen. Auch die Farbgestaltung ist stimmig zur Gesamtwirkung.
Meine Meinung zum Inhalt: »Die Entdeckung« gehört zu den kaum vorhandenen Büchern von Joshua Tree, bei denen ich mich mit den ersten Kapiteln schwer tat. Der Inhalt der Geschichte wollte mich einfach nicht packen, obwohl sich der Schreibstil des Autors wunderbar las. Da ich allerdings weiß, dass mich bisher noch jedes Buch des Autors begeistert hat, ließ ich mich nicht unterkriegen. Mein Durchhalten lohnte sich, denn plötzlich befand ich mich gedanklich so tief im Geschehen, dass ich nicht mehr aufhören wollte zu lesen.
Meine Neugier wuchs nach einiger Zeit mit jedem Abschnitt. Ich wollte genauso wie Rebecca herausfinden, was los war. Denn irgendwas stimmte eindeutig nicht. Warum wollte man sie so unbedingt aus dem Schussfeld haben? Wie konnte Colonel Feinman so einfach agieren? Die Geschehnisse waren äußerst spannungsreich und weckten meinen detektivischen Spürsinn. Ich war jedoch nicht auf das vorbereitet, was sie entdecken würde. Erst als sich die Hinweise verdichteten, kam ich auf die richtigen Schlüsse und hoffte, dass ich nicht richtig lag. Leider traten die Ereignisse ein und ich fing an um Rebecca zu bangen. Tödliche Gefahren und actionreiche Szenen kamen auf sie zu. Immerhin schien sie nicht allein zu sein. Oder doch?
Parallel dazu ging die Mission rund um Charly Reid und den Mond weiter. Ich hatte bereits erwartet, dass es zu einer bestimmten Wendung kommen würde. Dennoch blieb die Handlung spannend, weshalb ich sie aufmerksam verfolgte. Der Wettlauf gegen China spitzte sich immer mehr zu. Ohne Charly wäre das Ganze wohl schon viel früher eskaliert. Mit dem was sie dann auf dem Mond entdeckten, hatte ich allerdings nicht gerechnet. Ich war kurz überrascht und verstand nur zu gut, warum danach nichts mehr war wie zuvor. Nun ging alles Schlag auf Schlag und es gab kein Halten mehr. Aus Spoilergründen kann ich leider nicht mehr darüber schreiben.
Spätentens ab diesem Zeitpunkt wollte ich bei beiden Handlungssträngen das Lesen kaum mehr unterbrechen. Ich fieberte stark mit und dachte über das Geschehen nach, wenn ich nicht lesen konnte. Es wurde um das eigene Überleben gekämpft und darum etwas in Schach zu halten, was einen dritten Weltkrieg auslösen könnte. Joshua Tree gelang ein gutes Finale für das Buch, welches mich bis zuletzt fesselte. Am Ende gab es einen halbwegs positiven Ausgang.
Mein Fazit: Nach ein paar kleineren Startschwierigkeiten tauchte ich tief in die Geschichte ein und ließ mich von dem spannungsvollen Geschehen mitreisen. Mein Spürsinn wurde geweckt, weil auch mir klar wurde, dass etwas nicht stimmte. In meinen Augen war Rebecca einer Verschwörung auf der Spur. Bei Charly kam es zu einer Wendung, die vorhersehbar war, doch war die Handlung deshalb nicht langweilig. Denn danach geschahen einige Dinge, die mich überraschten und mich unerwartet trafen. Ich fieberte bei Beiden mit und war gespannt, wie das Ganze ausgehen wird. Eine Zeit lang sah es ziemlich finster aus, doch drehte sich das Geschehen erneut und läutete damit das Ende ein. Für mich schloss Joshua Tree die Geschichte mit einem guten Ende ab.
Ich vergebe 4 von 5 möglichen Sternen!
Das eBook wurde von mir über Kindle Unlimited gelesen und anschließend freiwillig rezensiert.
Geniale Hard-SF im beinahe aktuellen Setting — technisch glaubwürdig, spannend, mit starkem Twist Selten hat mich Hard-SF so direkt abgeholt wie Joshua Tree – Die Entdeckung. Das Buch spielt geschickt mit einem fast zeitnahen Raumfahrt-Setting: Artemis, SpaceX/NASA/erneutem Wettlauf zum Mond und ein plausibel weitergedachter Technologiestack geben der Geschichte eine spürbare Erdung. Die Ingenieursdetails sind nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern treiben Handlung, Konflikte und Lösungen — genau so, wie Hard-SF sein sollte. Die Charaktere sind lebendig, klug gezeichnet und bekommen genug Raum, damit ihre Entscheidungen emotional und technisch Sinn machen. Der Plot bleibt straff, Tempo und Spannung sitzen; der Twist kommt zur richtigen Zeit und verändert das Koordinatensystem der Geschichte, ohne sich wie ein billiger Trick anzufühlen. Das Worldbuilding hält den Sweetspot zwischen Fachlichkeit und Lesefluss — ich musste nie „aussteigen“, um mir Technikblöcke herzuleiten. Spoilerarme Anmerkung zum Ende: Der Schlussteil hat einen Hauch von „schnellem Problemlösen“ à la Der Marsianer — das wirkt minimal „glattgezogen“, ist für mich aber höchstens ein Schatten einer Kritik. Die Geschichte verdient ihren Applaus, weil sie bis zuletzt konsistent, clever und menschlich bleibt. Fazit: Ich habe es geliebt. Wer Hard-SF mit realistischem technischen Background sucht, wird hier glücklich. Ich würde sofort wieder etwas in dieser Richtung lesen.